kwerfeldein
29. Juli 2009 Lesezeit: ~3 Minuten

So fotografiere ich (m)ein Kind

Sleeeeeep by you.

Seitedem ich vor einer Weile die Fotos von Enna gezeigt habe, werde ich des Öfteren gefragt, wie ich diese Bilder gemacht habe. Andere haben mich gebeten, doch mal ein paar Tipps zum Thema Kleinkinder fotografieren zu geben.

Durch unsere Tochter und anderen Shootings mit Kleinkindern habe ich ein paar Erfahrungswerte sammeln können. Davon werde ich jetzt auf drei Bereiche des Fotografierens eingehen, die mir besonders wichtig erscheinen.

Moment
Kinder (und vor allem Neugeborene) zappeln, schreien, robben, drehen sich um, lachen, weinen und und und. „Halt mal kurz still“ – ist nicht. Deshalb nehme ich mir vor allem 3 Sachen mit: Zeit, Geduld und eine große Speicherkarte. Ich spreche mit dem Kind und versuche mich in seine Welt einzudenken.  Ziel ist, den Moment mit der Kamera zu erwischen, der die Sitation am besten wiedergibt oder (andersherum) ein Extrem der Stimmung zeigt.

Das kann manchmal eine Weile dauern und häufig stellt sich erst beim Sichten am Rechner heraus, dass der eine komische Schnappschnuss gar nicht so daneben war. Es gehört also auch ein Quentchen Glück dazu.

Natürliches Licht
In 99% aller Fälle verzichte ich beim Fotografieren auf einen Blitz. Weder direkt auf der Kamera noch entfesselt. Vor allem deshalb, weil natürliches Licht immer so aussieht, wie es heißt: Natürlich. Dazu kommt, dass ich eine kleine ständig wachsende Aversion gegen die Kinderfotos habe, die man aus den meisten Fotostudio-Läden kennt. Ich glaube, ihr wisst, was ich meine. Um diesen Kitsch nicht zu imitieren, lasse ich mich auf das ein, was ich vor mir habe.

Das hat auch einen kleinen philosophisch-konzeptuellen Hintergrund: Ich sehe mich nicht als der Fotograf, der ein Foto „macht“ und dann wieder verschwindet. Viel mehr verstehe ich mich als ein Teil dessen, was gerade passiert. Deshalb versuche ich so wenig wie möglich zur gegebenen Situation hinzuzufügen oder wegzunehmen.

Ausnahmen gibt es auch, die bestätigen aber die Regel.

Kameraeinstellungen
Aus oben genanntem Grundmuss ich häufig mit hohen ISO-Werten arbeiten, die dann für Bildrauschen sorgen. Viele Fotografen sehen darin einen Nachteil. Ich selbst finde das Rauschen bis zu einem gewissen Grad eher kunstvoll und schön – wenn das verrauschte Foto hinterher in ein Schwarzweiss konvertiere. Somit ist für mich überhaupt kein Problem bei ISO 1600 zu fotografieren.

Beim Thema Blende nutze ich gerne die volle Lichtstärke meines Objektives. Habe ich z.B. mein 50mm f/1.8 auf der Kamera dann ist es häufig auch diese Blendenöffnung, mit der ich fotografiere. Das kommt mir bei schwierigen Lichtverhältnissen zu gute und ich kann in einem etwas dunklen Zimmer trotzdem ein gut ausgeleuchtetes Foto machen.

Die Abblendtaste kommt mir dann zur Hilfe, wenn ich z.B. beide Augen des Kindes scharf haben möchte. Überprüfend kann ich die Blende soweit schließen, bis beide Augen scharf sind und vergebe nicht unnötig meinen Spielraum.

Würden Euch weitere Infos dazu interessieren?
Habt Ihr schon einmal Kinder fotografiert?
Wie war das?

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