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18. Juli 2009 Lesezeit: ~3 Minuten

Meine Passion: Fotografieren in Schwarzweiss

Seitdem ich fotografiere hat mich das Thema Schwarzweiss einmal gepackt und nie mehr losgelassen. Sie faszinieren sie mich jedes Mal neu, die Fotos in Grau. Es ist und bleibt ein paradox: Ich nehme aus einer Situation die Farbe und bewirke damit nicht, dass sie leblos oder kühl wirkt. Nein, in vielen Fällen bekommt die Szene Stil, Harmonie und Einfachkeit.

Angeregt durch des gestrigen Beitrag über Radcliffe’s Dokumentation seiner Tochter Alison und Saxi’s Portraits in Schwarzweiss habe ich mich entschieden, das Thema Schwarzweiss etwas näher zu betrachten. Natürlich fotografiere ich nach wie vor auch gerne in Farbe, aber zur Schwarzweissfotografie habe ich eine „ganz besondere Beziehung“.

/* Am Rande: Zuerst hatte ich versucht, einen Artikel mit dem Titel „10 Tipps zur Schwarzweissfotografie“ zu schreiben. Aber das war mir zu einfach, aufgesetzt und komisch-direktiv. Es ist ja so, dass (gerade bei dieser Art der Fotografie) kein einfaches Rezept angewendet werden kann sondern geradezu jedes Foto für sich selbst steht. */

Folgend werde ich eine Auswahl meiner Schwarzweissbilder zeigen und vereinzelt ein paar Gedanken anfügen. Wer mag kann diese als Anregungen mitnehmen. Wem das zu viel ist, kann das Ganze einfach wie eine persönliche Diashow geniessen.

Dieses Kreuz steht in unserem Heimatort vor der Kirche. Ein paar mal war ich daran vorbeigelaufen und jedesmal dachte ich: „Das muss doch in Schwarzweiss fotografiert werden“. Das Ergebnis ist eins meiner persönlichen Favouriten.

When Darkness Falls by you.

Fotografieren in Schwarzweiss

Fotografieren in Schwarzweiss

Bild oben: Dieses Bild enstand kurz vor einem Gewitter. Meine Frau und ich suchten einen Unterschlupf und da stand er und betrachtete seelenruhig die Dolomiten, welche in Blitz und Donner eingehüllt wurden. Schwarzweiss hat die düstere, und schon etwas komische Stimmung noch etwas verstärkt.

Fotografieren in Schwarzweiss

Fotografieren in Schwarzweiss

Fotografieren in Schwarzweiss

Diese S-Kurve fiel mir bei einem Waldspaziergang ein und sie ergibt einen wunderbaren Kontrast zu den dünnen, beständigen Baumstämmen. Diese Kombination hat mir gut gefallen und hier spielt Form (und nicht Farbe) eine wichtige Rolle.

Fotografieren in Schwarzweiss

Fotografieren in Schwarzweiss

Bild oben: Meine Frau hatte mich gebeten, ob sie mal eben die Kamera haben dürfte. Dabei hat sie dieses Foto gemacht. Hände können schon etwas faszinierendes sein. Die Konvertierung in Schwarzweiss habe ich übernommen.

Fotografieren in Schwarzweiss

Stop. Right here. by you.

In dieser Situation hatte ich nicht viel Zeit. Ich fuhr mit dem Auto durch die Landschaft, als die Reiterin am Horizont erschien und urplötzlich stehen blieb. In diesem Moment habe ich abgedrückt. Ich fand es im Nachhinein spannend, das Pferd in die Mitte zu setzen.

Fotografieren in Schwarzweiss

Fotografieren in Schwarzweiss

An diesem Tag versuchte ich mich am 180mm Macroobjektiv und ging kurz vor die Haustür. Dort stand diese Blume, die ich von oben fotografierte. Kaum war es passiert, fing es an zu regnen. Tja. 2 Minuten können manchmal reichen, um ein gutes Foto zu machen.

Fotografieren in Schwarzweiss

Fotografieren in Schwarzweiss

Fotografieren in Schwarzweiss

Bild oben: Die besondere Stellung dieser Bäume hatte mich in dieser vernebelten Landschaft angezogen. Weil sowieso alles verschneit und trist war hielt ich es für sinnvoll, eben alle Farbreste herauzunehmen. Das Rauschen und die Vignettierung habe ich zusätzlich verstärkt.

Fotografieren in Schwarzweiss

Fotografieren in Schwarzweiss

Eins meiner ersten 1×1 Fotos – die Vögel sind nicht aus diesem Bild. Mir hat es gefallen, den Baum formatfüllend darzustellen und den Himmel einwenig abzudunkeln.

Fotografieren in Schwarzweiss

Fotografieren in Schwarzweiss

Die Spiegelung an dieser Stelle ist echt – keine Fotomanipulation. Ich hatte mich auf den Boden gesetzt und so hineinfotografiert, dass der Turm im Fenster zu sehen war. Aufgenommen mit dem 10-20mm Superweitwinkel.

Meine Passion: Fotografieren in Schwarzweiss

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32 Kommentare

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  1. Hi Martin,
    erstmal ein ganz großes Lob zu deinem Blog! Lese ihn jetzt seit ein paar Wochen und bin echt begeistert. Super Artikel und alles schön einfach erklärt (so dass auch Fotografie-Neulinge wie ich etwas damit anfangen können).
    Zu den Fotos: Hast du die direkt in SW fotografiert oder zuerst in Farbe und dann die Farbsättigung rausgenommen?

  2. Hey Martin, da sind ja echt wunderbare Photos dabei!
    Ich selbst habe vor einiger Zeit die Passion der s/w Photographie für mich entdeckt. Allerdings habe ich zummeist nicht die passende Landschaft dafür, daher findet man nahezu nur City-Bilder in s/w bei mir.

    Wenn ich mir jedoch deine Bilder angucke sollte ich wirklich einmal versuchen Zeitnah passende Motive zu finden.
    Besonders deine Schneebilder haben es mir angetan (ja, ich weiß, dazu ist es grad ein wenig die falsche Jahreszeit ;)), ich werde, sofern ich mal wieder ein wenig Schnee finde, das ganze auch zu entfärben! ;)

    Einzig dein Bild, in welchem du die Bäume bei Schnee und Nebel photographiertest und dabei noch das Rauschen verstärktest, gefällt mir garnich. Rauschen ok, das kann viele Bilder verbessern, aber in diesem Fall ist es aus meiner Sicht einfach zu viel. Ohne das Rauschen hätte das Bild möglicherweise keine Wirkung, aber dann muss man das eben aussortieren.

    Mein persönlicher Favorit dieser Auslistung ist dagegen die verschneite Straße auf der das Auto aus dem Nebel bricht! Trotz der recht zentral angeordneten Lage des ganzen haut mich dieses Bild regelrecht um, aber das ist man ja von dir durchaus schon gewohnt! ;)

  3. Das sind ja wundervolle Fotos und die beschreibung zu den Bildern gefällt mir auch. Dadurch verstehe ich das Bild besser.
    Mich interresiert noch eine Sache: Wie hast du bei der Blume, den schwarzen hintergrund hinbekommen? Vignettierung?

  4. ich bin kein grosser fan von S/W fotografie. es ist imho ein stilmittel, dass viel zu häufig verwendet wird um einem „08/15“ bild welches in farbe einfach nur langweilig ist künstlich „drama“ und „atmosphäre“ einzuhauchen. im digitalen zeitalter ist es schon fast der „kunst-knopf“. S/W, kontrast rauf, vignetierung und bischen bildrauschen, fertig ist das kunstlerische, nachdenkliche, atmosphärische bild.
    das trifft hier (von oben gezählt-> 1 ist jesuskreuz) auf bild 2,3,4,11,12,14,15,17 und 22 zu. ein absolutes „nogo“ bild ist 17 – „tunnelvinietierung“ und bildrauschen machen ein foto nicht besser…
    dann hat es bilder die in S/W zwar zu gefallen wissen, aber in richtigem licht und farbe eigentlich deutlich „lebendiger“ und „stärker“ wären. z.B. 7,8,10 und 19. vielleicht war das licht nicht ideal, oder die falsche jahreszeit (vegetation nicht in der blüte) und es wurde deshalb S/W gewählt. mit farbe wären diese bilder imho einfach „stärker“, „eindrücklicher“. jetzt erscheinen sie eher traurig, im wahrsten sinne „eintönig“…
    natürlich gibt es auch bilder wo S/W super ausschaut. du hast hier auch einige drin, wo es richtig gut passt. so z.B. 1 (die risse in der wand geben dem bild in S/W einen besonderen touch, auch wenn das motiv an sich natürlich schon millionenfach verwendet wurde), 9 (der selektive fokus, kombiniert mit der komposition geben dem bild in S/W stärke und ausdruck, 20 + 21 („tote“ vegetation bietet sich für S/W natürlich an. in 20 sind die vögel fast schon genial verteilt. in 21 bringt die textur des baumes entlang der diagonalen einen interessanten blickfang).

    ich bin einfach der meinung, dass S/W etwas zu häufig verwendet wird. ich würde empfehlen nur bilder S/W zu bearbeiten, bei welchem man bereits beim abdrücken diesen gedanken hatte. wenn man am PC ein bild bearbeitet und aus kuriosität (oder weil man nicht mehr weiter weiss) mal schaut wie es in S/W ausschaut und einem das gefällt, ist es in 9/10 fällen ein schlechtes foto welches man besser weglegt, als zu versuchen es mit S/W zu „retten“…

  5. Hallo Martin, da sind wirklich ein paar Bilder dabei, die mir sehr gut gefallen – gerade in SW.
    Ich glaube mein Favorit ist das 3. von oben, wo das Licht durch den Torbogen nach innen fällt..
    Vielleicht schreibet Du ja mal noch einen Beitrag, wie Du die Konvertierung in SW machst. Würde mich sehr interessieren.
    Woran erkennst Du, ob ein Bild für SW geeigent ist? Grüße.
    Grüße. Volker.

  6. Ich bin auch ein Fan von s/w! Vielleicht weil man durch Wegfall der Farben die Möglichkeit hat, sich noch besser auf das Wesentliche des Bildes zu konzentrieren. Durch den Entzug der Farbe bekommen viele Fotos einen Charakter, den sie mit Farbe niemals haben würden. Bei mir ist es allerdings so, dass ich erst beim Blick auf den Monitor entscheide, ob das Foto farbig bleiben darf oder s/w wird.
    Bei deinen Fotos sind einige wirklich starke Aufnahmen dabei. Mein Fav ist das 4. von unten. Das mit dem Baum, zu dem der Weg einen hinführt. Er zieht einen regelrecht ins Bild hinein. Und dazu noch diese Wolken – schön! LG Frau Zausel

  7. Echt super Fotos! Ich habe mich auch schon ab und zu mal drin geübt S/W zu fotografien nur habe ich immer ein Problem zu erkennen was sich für ein Motiv dafür anbietet.

    Du hast ja schon ein paar Screencast zur Entstehung eines Bildes gemacht. Ich würde mich echt freuen, wenn du mal zu dem Thema S/W beschreiben würdest wie du vorgehst und auf was du gerade bei der Entstehung des Bildes beachtest dass es in S/W noch besser wirkt!

    Konvertierst du die RAW Bilder mit Lightroom in S/W ober benutzt du die Schwarz/Weiß Funktion von Photoshop?

    Viele Grüße und weiter so!!!
    boogy

  8. Hi Martin, klasse Artikel! Ich finde Schwarzweiß auch ziemlich oft einfach nur ideal um den Ausdruck des Foto durch die klaren Formen und Kontraste hervorzuheben. Früher habe ich immer gedacht „Schwarzweiß, das ist doch so die letzte Rettung für misslungene Fotos“, aber dem ist keineswegs so. Ich würde sogar sagen, von der Kunst her gesehen ist Schwarzweiß schwerer als Farb-Fotografie.

    Ach, und rate mal was heute morgen bei mir in der Post lag! Mein (Gutschein-)Fotobuch, dass ich nur mit Schwarzweiß-Bildern (denen hier) gefüllt hab! :)

  9. eine seht gelungene zusammenstellung bekannter und wenig bis nicht bekannter werke. sehr gut fand ich auch, dass du das thema im moment weiter begleitest, dass macht das lesen angenehm und setzt einen thematischen roten faden…

  10. Das erste Bild finde ich hervorragend. Die Risse in der Wand als Blitze, der gammlige Putz als Wolken und all das in Verbindung mit dem Gekreuzigten. Hat schon fast was symbolisches. Ob das als Farbfoto auch so wirken würde?

  11. Blogartikel dazu: 9fx – Mirko Theophil » Blog Archive » Schwarz Weiß Trend

  12. @Tirik dein letzter Satz sagt doch alles. Wenn man vorher schon weiß das man es s/w macht ist es auch gut. das war hier definitiv bei vielen Bildern der Fall.

    Ich bin immernoch von deinen Bildern geflasht, speziell deine fluchtpunktbilder tuns mir an. Da gibt es für mich jetzt nichts zu kritisieren, ich identifizier mich da mit dir. Habe schon des häufigeren im vornerein beschlossen das es in sw geil ausschauen wird, und dann mit ein oder anderer Ausnahme in Farbe, dem entsprechend sw entwickelt.

  13. Die Bilder wirken in s/w gut, keine Frage.

    Leider scheint sich der Trend allerdings durchzusetzen, und man wird quasi von farblosen Bildern überflutet. Deshalb immer dran denken: Selten einsetzen, auch wenn’s verlockend ist. Sonst ist das mal irgendwann so cool wie in einem Schriftzug-Logo den letzten Buchstaben in einer anderen Farbe zu schreiben.

  14. Wow – freut mich sehr, dass ich als Inspirationsanstoß dienen kann. Interessanterweise bleibe ich derzeit auch ganz gern an Schwarz/Weiß-Aufnahmen hängen. Aktuell an ein paar Fotos eines Skatecontests (gestern). Farbe ging gar nicht, da die Jungs und Mädels knallebunt gekleidet waren, die gesamte Kulisse mit Graffity verschönert war und noch ne Menge Publikum (auch schön bunt) anwesend war – da ist es schwer möglich zu zeigen, was man zeigen will, ohne den Fokus zu verlieren und allein von der Unruhe der Farben verschreckt zu werden. Gut, viele liess sich zum Glück noch durch den Bildausschnitt regeln…

    Schwarz/Weiß macht mir auf jeden Fall derzeit mehr Spaß, als was anderes ;o)

  15. Tja erst war alles Schwarzweiß dann Farbe und nun wieder S/W .. eine Frage hätte ich, alles per Lightroom gewandelt ? Weil einen so schönen S/W Kontrast habe ich bis jetzt leider noch nicht hinbekommen. Also ruisch mal nen paar Einstellungen in nem Tutorial erklären. mfg Sven

  16. schwarzweiß hat für mich immer einen ganz eigenen Bildeindruck – überhaupt gar nicht vergleichbar mit Farbe. s/w wirkt auf mich oft irgendwie eindringlicher, konzentrierter. Wenn man große Fotografen von früher wie H.C-B. ansieht, wird klar, wieviel mit den „beschränkten“ Mitteln von s/w transportiert und ausgedrückt werden kann.

    Ich stelle in letzter Zeit häufiger fest, bereits direkt vor der Aufnahme schon zu visualisieren, wie ich mir die Aufnahme mit der passenden s/W-Bearbeitung vorstelle.

  17. Blogartikel dazu: Wonco Photography » Virus Analogues

  18. Blogartikel dazu: Schwarzweiß-Fotografie: weniger ist mehr. | Oberlehrer

  19. Blogartikel dazu: Fotografieren in Schwarzweiss oder Farbe? | Digitale Fotografie Lernen - KWERFELDEIN - Martin Gommel