kwerfeldein
11. Juli 2009 Lesezeit: ~5 Minuten

Gunter Regge stellt ein Foto vor

Gunter Regge (46) arbeitet im normalen Leben als Administrator im Back-Office Bereich und beschäftigt sich mit der Fotografie schon ewig, richtig jedoch erst seit dem die ersten Spiegelreflexkameras rauskamen. Anfangs mit Architekturbilder, seit 2006 schwenkte er auf Fashionfotografie um und fing an diesen Bereich der Fotografie zu lieben. Neben einigen Veröfffentlichungen und Auftragsarbeiten ist Gunter auch immer als Workshopleiter unterwegs um sein Wissen gerne weiter zugeben.

Martin und ich hatten uns schon mal vor einem Jahr getroffen und sehr nett zusammen gequatscht. Jetzt bat er mich, doch mal was zu meiner Skyline-Serie in Frankfurt zu schreiben was ich natürlich sehr gerne mache.


Das Bild um das es geht ist ist im Mai 2007 entstanden. Was ich sehr gerne mache sind kurz After-Work-Shootings. So war es auch an diesem Donnerstag. Kurzfristig hatte ich mir ein Model aus der Model-Kartei „besorgt“, welche ich auch nicht lange von der Fotoidee überzeugen musste (Aber ich glaube jedes Model steht mal gerne mitten in der City auf einem Hausdach und läßt sich ablichten) da Lilly damals auch neue Bilder für ihr Modelbook benötigte.

So trafen wir uns um 17:30 Uhr mitten in der Stadt, tranken noch gemütlich einen Kaffee um dann den etwas beschwerlichen Aufstieg auf Dach zu starten, da dort kein Aufzug ist ist das ganze noch etwas beschwerlicher. Zwar hatte ich diesmal auch einen Assistenten, aber die gesamte Kameraausrüstung, 2 Hensel Portys , 2 Reflektoren und ein langbeiniges Model mit ihrem Überseekoffer voll mit Kleidern und Accessoires über schmale Leitern auf ein Dach zu bringen, ist nicht immer ganz leicht. Oben angekommen, suchten mein Assistent und ich ein paar mögliche Lokationen aus während das Model – wir hatten diesmal keine Visa dabei – selber fertig machte.

Bei solchen Quick-Shoots nach Feierabend mache ich es auch oft so dass das Model sich vorher um Kleidung und schminken kümmert, also schon fertig Sets im Kopf hat und ich kümmer mich dann nur um Licht und Lokation (okay, fotografieren tue ich dann auch noch).

Nach dem ersten Set, das recht schnell durch war, kamen wir schon zu dem Set welches ihr auf dem Set geht, mittlerweile war es schon kurz nach 19 Uhr und wir wollten uns beeilen weil wir noch verschiedene andere Sets durch machen wollten. So bauten wir die beiden Portys rechts und links mit jeweils nur einem Licht vom Model auf. Dabei wollte ich das Hauptlicht von rechts haben (vom Model aus gesehen) und als Aufheller, für die Beine, hielt mein Assistent den anderen Porty bzw. den Blitzkopf (siehe Making off Bild) sehr nahe am Boden und etwas schräg von hinten.

Da die Sonne für die Skylineaufnahmen schon sehr tief stand musste ich nicht nur die beiden Portys ziemlich aufdrehen, sondern mich vom Kamerastandpunkt immer so bewegen, dass die Sonne immer hinter dem Model war. Zumal ich wollte das es etwas „Madonnenhaft“ wirkt durch den Lichtsaum um sie herum.

Auch hier waren die Aufnahmen recht schnell gemacht. Vielleicht kennt ihr das auch, ich macht eine Reihe von Aufnahmen aber ihr wisst eigentlich schon nach dem zweiten oder dritten Bild that´s it, eigentlich kann ich aufhören denn ich habe genau DAS Bild was ich wollte.  Genauso war es hier auch.

Zuhause dann am Rechner gefiel mir das Bild dann zwar schon ganz gut, aber mir fehlte so der letzte Kick. Da ich damals auch die Bilder gerne mit Sepia bearbeitet habe legte ich erst mal  eine Ebene mit Sepia drüber und hellte gerade die doch recht dunklen Bereiche (Boden und Hochhäuser) deutlich auf. Als letztes fehlte mir noch auf der linken Seite vom Bild was, es wirkt für mich leer. Da kam mir die Idee, da es ja eigentlich ein „gegen die Sonne fotografieren“ war und dadurch mach mal Blendeneffekte entstehen dies genau in Photoshop zu simulieren.

Also über „Filter > Renderfilter > Blendeneffekte“ noch eine „zweite“ künstliche Sonne eingebaut die ein paar Blendeneffekte simulierten. Fertig war das ganze Bild, Beautyretusche war bei  diesem Bild nicht nur wegen der guten Haut vom Model gar nicht nötig, so dass die gesamte Bearbeitungszeit für das Bild bei unter 10 Minuten lag.

Ihr seht, manchmal können gute Bilder auch schnell entstehen ohne großen Aufwand (von den 2 Portys mal abgesehen jedoch hätte man die Beleuchtung auch anders hinbekommen können) und ohne einen ganzen Tag mit der Cam vor dem Augen zu verbringen

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18 Kommentare

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  1. Ich sag’s jetzt einfach mal: Es gibt eine Sache an kwerfeldein, die mich wirklich stört, zumal da oben steht „[…] Fotografie lernen„, und in diesem Artikel ist ein Satz, der das Problem wunderbar illustriert: „Ihr seht, manchmal können gute Bilder auch schnell entstehen“

    „Gute Bilder“ haben aber auch gar nichts mit Aufwand zu tun. Vielleicht stosse ich jetzt die Tür zu einem verwirrenden Paralleluniversum auf, aber Fotografie ist auch – und für mich vor allem – bspw. das: http://www.magnumphotos.com/

  2. Naja, lernen kann man ja was daraus und ich habe immer am meisten gelernt, wenn die Messlatte sehr hoch hing.

    Was mich jedoch sehr viel mehr stört ist, dass Kwerfeldein praktisch nur noch aus Gastbeiträgen besteht. Hier geht die Persönlichkeit des Blogs verloren.

  3. Eigentlich finde ich den Beitrag gar nicht so schlecht, zumal ich gerade eine Serie über das Blitzen auf meinem Blog gestartet habe.
    Wer immer noch über „Gut“ und „Schlecht“ diskutiert, hat nix verstanden. Es gefällt oder gefällt nicht, Ende! ;)

  4. Momentchen, „[…] richtig jedoch erst seit dem die ersten Spiegelreflexkameras rauskamen“ – die erste KB-SLR kam 1936 auf den Markt, da hat er sich schon mit Fotografie beschäftigt?
    Das sollte vermutliche „digitale Spiegelreflexkamera“ heißen (wobei selbst das eine gewagte Aussage ist, mit der Kodak DCS-100 kam die erste DSLR 1991 auf den Markt).

    Hallo @Urs, dich gibts noch? Was machen die grünen Monster?

  5. Naja, als Martin mit dem Blog anfing ging es auch in erster Linie um das Lernen. Es wurden Themen wie Blende, Belichtungszeit und Amatuerausrüstung behandelt. Aber es geht auch mal weiter. Und auch die Leser – zumindest, die die den Blog von Anfang an mitverfolgen – entwickeln sich weiter und möchten etwas neues lesen und lernen. Die Gastbeiträge finde ich klasse. Martin kann mit seinen Beiträgen nicht alle Themen und alle Situationen der Fotografie abdecken, da sich der eine Fotograf auf Buity der andere auf Akt spezialisiert. Auch lässt man mal einen echten Amatuer hier blogen und am nächsten Tag schreibt ein echter Profi einen Eintrag, das bringt doch abwechslung rein und ist das tolle an diesem Blog. Ich schaue seit einer langen zeit täglich hier rein und werde es auch hoffentlich noch eine lange Weile tun. Übrigens, lerne ich immernoch viel aus diesem Blog, saucoole Sache..

  6. „Nach dem ersten Set, das recht schnell durch war, kamen wir schon zu dem Set welches ihr auf dem Set geht, mittlerweile war es schon kurz nach 19 Uhr und wir wollten uns beeilen weil wir noch verschiedene andere Sets durch machen wollten.“

    Geiler Satz!

  7. Den Sinn des Beitrags habe ich wieder nicht verstanden. Was soll man daraus lernen? Dass man einen Abend mit einem Modell verbringen kann? :-)

    „Ihr seht, manchmal können gute Bilder auch schnell entstehen“. Ähm, könnte der Autor/Fotograf bzw. jemand erklären, wass am Bild so gut sein soll?

  8. Sehe das ehrlich gesagt genau so wie Miesepeter. Den Blendeneffekt hätte (wenn überhaupt) aus Richtung Sonen gemacht und nicht eine zweite an den oberen Bildrand geheftet…

    Trotzdem fand ich den Artikel recht interessant.

  9. @Sam
    Sicher soll es digitale Spiegelrefelx heißen :-) sonst würde ich jetzt meine Zeit woanders verbringen.

    @Miesepeter
    Und genau das war von mir so gewollt.
    Danke dir.

    Gruß
    Gunter

  10. Ein Making-Off! Finde ich gut! Auch wenn mir der Blitzkopf im Bild nicht gefällt und die Reflektionen auch nicht, so finde ich Making-Offs eigentlich immer ganz lehrreich. Vielen Dank dafür. Als kleinen Verbesserungsvorschlag: Manchmal ist der Text ein wenig holprig zu lesen, weil er doch hier und da Wortverdreher und Fehlerchen hat – von der Zeichensetzung ganz zu schweigen. So wirkt er etwas eilig zusammengestellt, was dem ansonsten interessanten Inhalt leicht schaden kann.
    Und das dunklere Bild ist tatsächlich out of the Box?
    Grüße Blue

  11. Nur nochmal eine Wahrnehmung von mir: Du hast offensichtlich großen Wert darauf gelegt, dass der Kopf des Models direkt vor der Sonne ist. Der hinzugefügte Reflex, bzw. Refexe führen eher dazu, dass das Auge sich vom Kopf wegbewegt. Mir ging es so, dass ich gar nicht mehr bemerkte, dass rund um den Kopf ein heller Schein zu sehen ist. Von daher befürchte ich, dass Du Dich durch diese zusätzlichen hellen Ringe selbst um den mühsam erreichten Effekt beraubst…
    Ist halt aber nur meine Wahrnehmung…
    Grüße Blue