kwerfeldein
09. Juli 2009 Lesezeit: ~12 Minuten

Das Model – ein unbekanntes Wesen

Wie finde ich ein Model zum fotografieren?Das ist ein Gastartikel von Jürn-Christian Hocke (29). Jürn arbeitet als freiberuflicher Multimediadesigner & Fotograf. Den Weg zur Fotografie hat er über die Bildbearbeitung gefunden und er widmet sich vor allem der Studio- und Modefotografie. Seine Arbeiten, sowie Tipps&Tricks zur Bildbearbeitung, gibt es auf seinem Blog.

Ich kann mich noch sehr gut an mein allererstes »Menschenshooting« erinnern. Zuvor habe ich mich immer an Bienchen und Blümchen ausgetobt – immer am Rande der Naheinstellgrenze, quasi »Auge in Auge«mit dem Motiv. Jetzt stand auf einmal dieses Mädel (eine Freundin einer Freundin einer Freundin) vor meiner Kamera und erwartete, dass ich ihr professionelle Posinganweisungen gebe.

Das Shooting war zugegebener Maßen ein Alptraum: die erste Hälfte habe ich versehentlich mit 1.600 ISO geschossen, weil ich am Abend vorher mit Langzeitbelichtungen herumgespielt habe. Ich hatte mich schon gefreut, dass ich selbst im Schatten nicht über 1/200s Belichtungszeit hinauskomme… Durch Zufall habe ich den Fehler dann bemerkt. Dann immer darauf achten, einen schönen Bildausschnitt zu wählen, wie fällt das Licht aufs Model, wie schaut sie grad, und … da war doch noch was … achja – das Model. Ähm – Posen … ja … »Mach doch mal … also … hm … ja bleib so.« *klick* »und jetzt … mal ähm … ja das ist gut« *klick*

So oder so ähnlich lief mein erstes Shooting ab. Beim Betrachten der Bilder am PC sah ich dann das Dilemma: sie hat sich Mühe gegeben, aber irgendwie war das alles nichts. Das war einfach nicht das, was ich mir erhofft und vorgestellt hatte. Es hat einfach an der »Modelführung« gehapert. Damals war mir das nicht so direkt bewusst – das sehe ich erst heute so.

Bei meiner Arbeit im Fotostudio habe ich mitbekommen, dass sehr viele Fotografen Probleme in der Modellführung haben. Darum möchte ich mal etwas näher darauf eingehen, wie ich es mittlerweile bei meinen Shootings handhabe.

Vorbereitung

Für mich fängt das Ganze schon bei der Vorbereitung und beim Vorgespräch an. Zuerste sollte man sich klar sein, »wo man mit seiner Fotografie hin will.« Welche Aussage sollen die Bilder haben, die entstehen sollen? Sollen es eher dokumentarische Bilder werden, Lifestylebilder, romantische Bilder, Fashionbilder oder oder oder… werden?

Ein kleiner Rat an dieser Stelle: Es besteht scheinbar ein magischer Zusammenhang zwischen dem »Einstieg in der Menschenfotografie« und dem »Bedürfnis, Aktfotos zu machen.« Tut euch und dem Model einen Gefallen und stürzt euch nicht gleich in dieses Abenteuer, zumal ästhetische Aktfotografie meiner Meinung nach eh eine fotografische Herausforderung und Gradwanderung ist.

Nehmen wir also an, ihr entscheidet euch für Fashionfotos. Ich persönlich mag einen etwas extravaganten Posingstil – je ungewöhnlicher / frecher / lauter desto besser. Solch ein Posing aus einem Model herauszuholen ist nicht immer einfach und gelingt mir selbst auch nicht zu 100% – aber ich komme mittlerweile nah an das von mir gewünschte Ergebnis heran.

Ich habe die Erfahrung gemacht, das Leute, die Sport machen, tanzen, schauspielern o.ä. ein wesentlich besseres Körpergefühl mitbringen. Gerade Tänzer haben ein gewissen Grundgefühl für Körperhaltung und auch für das »Handposing«, was wirklich schwer zu vermitteln ist. Wenn ihr euch also einen Gefallen tun wollt, sucht euch ein tanzendes Model.

Ich mache mir VOR dem Shooting schon Gedanken wie das Lichtsetup aussehen soll und bereite das bereits vor, wenn das Model sich noch in der Maske befindet. Idealerweise hat mir das Model seine Schokoladenseite verraten, ansonsten stell ich ersteinmal »auf Verdacht« ein. Man kann sich eigentlich merken: wenn das Model eine mit einem Scheitel hat, sollte das Hauptlicht auf der entgegengesetzten Seite sein, damit sich das Model zur Kamera hin »öffnet«. Oft ist eine Begleitperson mit anwesend, die dann ersteinmal als »Testobjekt« herhalten muss. Einstellungen in der Höhe der Blitze kann man dann später noch vornehmen.

Aus der Erfahrung heraus bitte ich das Modell am Anfang des Shootings das »unspektakulärste« Outfit – zB die Sachen in denen sie zum Shooting gekommen ist – anzuziehen. Einfach deshalb, weil wir uns beide erst »warmschieße« müssen und es wäre schade, wenn man das Pulver (also ein tolles Outfit) schon am Anfang verschießt.

Das Shooting – fast

Wenn das Model dann fertig geschminkt im Studio steht, dann lass ich nicht sofort den Auslöser glühen. Ich erkläre ihr, was es mit dem Lichtsetup auf sich hat. »Hä? Wieso das denn?« Ganz einfach: Ich sehe ein Foto als Gemeinschaftswerk. Ganz abgesehen von Visa, Stylistin und Ausstatter – ohne Model würde der Fotograf  und ohne Fotograf das Model blöd dastehen.

Ich habe mein Lichtsetup die ersten Male eigentlich nur erklärt, um mich selbst zu beruhigen und um alles nochmal durchzugehen. Dabei habe ich gemerkt, dass die Models das dann mit einbezogen haben in ihr Posing. Also hab ich die Erklärung intensiviert und siehe da – es wurde von Mal zu Mal besser. Bei der Erklärung tausche ich mit dem Model die Seiten – sie stellt sich da hin, wo ich mich beim Fotografieren befinden werde und ich nehme ihre Position – zwischen den Blitzen – ein. Gerade bei extremeren Lichtformern wie zB dem Beautydish, erkläre ich, welchen Effekt das Licht hat. Welche Posen gar nicht gehen. Ich mache die Posen vor und das Model sieht selbst, wie es wirkt. Denn das Licht kann man halt nicht fühlen, deswegen wird sie nicht von allen wissen, wann ein Schatten ungünstig fällt.

Diese Erklärung sorgt einerseits für Verständnis, wie das Ganze »funktioniert« und es gibt oft etwas zu lachen, weil ich weniger elegant im Posen bin als die meisten Models, andererseits nimmt es gerade Neulingen die Angst. Sie wissen, wo das Hauptlicht ist, weil ich es ihnen gesagt und gezeigt habe – und haben damit schonmal einen Orientierungspunkt.

Das Shooting – nun aber endlich

Nach so viel Vorgeplänkel soll es nun endlich um das Shooting gehen. Wie schon erwähnt, hat jeder ein anderes Körpergefühl – Tänzer und Sportler oft ein sehr gutes. Je nach Typ nutze ich die ersten 30-60 Minuten eines Shootings dazu, um das Model »kennenzulernen«: Wie muss ich mein Licht ändern, damit Gesicht und Körper gut zur Geltung kommen, welche Makel hat das Model, bzw welche Makel möchte sie lieber verdecken und natürlich welche Vorzüge sollte man betonen. Damit ich nicht nur für mich arbeite, bespreche ich die Bilder, die in dieser Zeit entstehen mit dem Model. Ich lasse sie absichtlich schlechte Posen einnehmen, fotografiere diese und zeige ihr, wie es wirkt und fast automatisch passieren diese Fehler dann beim weiteren Posen nicht mehr.

Es ist also wichtig zu begründen wieso man die Pose so und so haben möchte, denn dann kann das Model auch wirklich mitarbeiten.

Während dieser Zeit ist das Model in der Regel noch recht steif. Das ist ersteinmal (für mich) nicht weiter tragisch, aber ich nutze diese Zeit, um zu sehen, wie man mit dem Körper des Models weiter »arbeiten« kann: wie gelenkig ist sie, bekommt sie ein extremes Hohlkreuz hin, oder macht es ihr schon Schwierigkeiten, überhaupt einigermaßen gerade zu stehen, wie sind ihre Proportionen und wie wirken sie … etc. Durch dieses Herumprobieren wird das Model in der Regel langsam locker.

Die erste Phase des Shootings entspricht also mehr einer Art Testshooting und Aufwärmphase. Wenn ich das Gefühl habe, dass ich das Model einigermaßen kenne, kommt der erste Outfitwechsel und ab jetzt zählt es.

Eine wirklich elementare Sache habe ich noch nicht erwähnt:

Kommunikation.

Man darf nie vergessen, dass man – auch wenn ich hier über »das Model« schreibe – mit einem Menschen arbeitet. Macht den Mund auf und sprecht mit dem Model und vor allem – auch wenn es schwer fällt: nehmt die Kamera runter. Ich erlebe es sehr oft, dass Fotografen anvisieren und dann »durch« die Kamera sprechen wollen. Auf der einen Seite versteht man das sehr schlecht und auf der anderen Seite ist es auch eine Sache der Höflichkeit, seinem Gegenüber in die Augen zu schauen. Freilich gibt es Ausnahmen – wenn man gerad ganz intensiv nach einem bestimmten Bildausschnitt schaut und nur ein kurzes: »Höher« oder »nach rechts« von sich gibt. Aber im Normalfall einfach die Kamera runternehmen oder kurz vom Stativ weg.

Kommunikation muss jedoch nicht nur verbal ablaufen. Ich tausche mit dem Model oft die Plätze und zeige vor, was ich meine. Klar kommt man sich da komisch vor – aber hey – das Model soll das ja auch machen. Ein wenig körperlicher Einsatz schadet also nicht. Viele können auch nicht von einem Bild, was man vielleicht auf dem Laptop als Vorlage hat, eine Pose umsetzen. Also ist man als Fotograf gefragt, das (ich nenn es so) »vor zu turnen«. In diesem Zusammenhang ist in Bezug auf Kommunikation sicher eine Tugend wichtig: Geduld. Gerade Neulinge haben es schwer und sind unsicher.

Ich habe damals beobachtet, dass ich mich »viel lieber« mit meiner Technik beschäftige, als mit dem Model. Man steht da und fummelt an den Blitzen, brummelt vor sich hin, wenn man die Bilder an der Kamera anschaut, dreht grübelt an den einzelnen Parametern etc. DAS trägt nicht zur Kommunikation bei. Ich lasse die Modelle an diesem Prozess teilhaben: »Ich stell jetzt mal die Streiflichter ein wenig heller ein um dich noch mehr vom Hintergrund abzuheben« – und zeige dabei das Bild in der Kamera. Apropos – ich weiß – es sind unsere »Babies«. Aber ich gebe den Models die Kamera in die Hand und zeige, wie man sich die Bilder anschaut. So liegt die Kamera nicht irgendwo im Studio herum, wenn ich an den Blitzköpfen herumturne und ich kann auch nicht drüberstolpern. Außerdem bezieht man das Model wieder mit ein – Umgang mit einem Menschen halt.

Nun hab ich es weiter oben schon angesprochen: mit dem Model reden. Ich bin sonst eigentlich eher ruhig, aber ich kommuniziere permanent mit dem Model. Nein – natürlich kein »Ja Baby – sexy – sexy – sexy!« Ich gebe Feedback und Anweisungen zum Posing: »Kinn höher – Blick zum Licht – Bauch rein aber Hohlkreuz!« und erst DANN kommt die Kamera ans Auge und es wird abgedrückt – 2 – 3- 4 Frames – je nachdem, wie stark das Model seinen Ausdruck variiert. Denn das verlange ich vom Model: nach jedem Blitzen soll sich irgendwas (idealerweise der Ausdruck / Blick) ändern, denn sonst brauch ich nicht erneut abdrücken. Wenn ich eine Pose ein Ausdruck super finde sag ich es auch: »So bleiben – mehr Spannung!« Klar dass hier nicht immer die Kamera vom Gesicht weggehen kann, wenn man gerade nach dem perfekten Bildausschnitt sucht – aber dann sollte man laut reden.

Wenn ich das Gefühl habe, dass ich gerade ein paar gute Bilder »im Kasten« habe, dann schau ich sie mir mit dem Model gemeinsam am PC an. Dabei analysiere ich mit ihr gemeinsam das Bild – was ist gut, was nicht. Entweder wir sind beide begeistert oder wir versuchen es nochmal. Aber diese Analyse ist wichtig, um gemeinsam Fortschritte zu machen. Eine Heidi Klum hat sicherlich schon im Gefühl, ob die Bilder gerade gut oder schlecht sind – das haben aber die meisten (Amateur-)Modelle nicht.

Die Kommunikation mit dem Model wird auch über anfängliche Unsicherheit hinweghelfen. Wenn man so ein Shooting als gemeinsames Projekt sieht und den anderen als Projektpartner, geht man anders miteinander um. Das tut der ganzen Situation – und letztendlich dann den Bildern – gut.

Einen Tipp möchte ich noch geben: Wenn ihr die Möglichkeit habt, bucht euch ein erfahrenes und posingsicheres Model. Ich hatte durch Zufall nach ein paar Shootings die Möglichkeit mit einem Profimodel zu arbeiten. Sie wusste genau wie sie posen muss und hat mir das mitgeteilt – hat mir gesagt wieso und weshalb sie dies und jenes macht. Bei diesem Shooting habe ich jede Menge gelernt – was ich meinerseits an die Modelle weitergeben konnte, mit denen ich danach gearbeitet habe.

Ein Shooting ist für mich dann erfolgreich und zufriedenstellend, wenn nicht nur gute Fotos entstanden sind, sondern wenn auch beide Seiten etwas gelernt haben.

Ähnliche Artikel


33 Kommentare

Schreib’ einen Kommentar

Netiquette: Bleib freundlich, konstruktiv und beim Thema des Artikels. Mehr dazu.

  1. Coole Tipps!
    Leider mache ich noch keine tollen Studioshootings, doch schmerzhaft musste ich nach einer Hochzeit genau das an meinen Bildern kritisieren: zu wenig den Leuten gesagt, was sie tun sollen; also zu wenig Konzept.

  2. Ich habe selbst erst vor ein paar Monaten mit der Fotografie von Menschen angefangen und kann viele Deiner hier beschriebenen Erfahrungen bestätigen. Ich hatte nur bisher nicht das Bedürfnis unbedingt mit Aktaufnahmen anfangen zu müssen, da ich auch Portraits und die Fashionfotografie sehr spannend finde. Deine hier beschriebenen Tipps sind wirklich hilfreich, man muss sich halt einfach mal trauen und eigene Erfahrungen sammeln. Ich habe bisher noch kein Shooting gemacht, bei dem ich nicht jede Menge gelernt habe und mit der Zeit wird man auch etwas lockerer.

    LG Alexander

  3. Ich kann mich noch gut an mein erstes Modellshooting erinnern, man war ich aufgeregt. In kürzester Zeit habe ich ein Blitzverwerk abgefackelt und das alles ohne den Mund aufzumachen.

    Dies hat sich nach und nach geändert und ich muss sagen ich habe viele der von dir beschriebenen Punkte in meiner Arbeitsweise wieder gefunden.

    Ich habe einfach gemerkt, wenn ich vorbereitet in ein Shooting gehe, sprich ich mir vorher Gedanken über die Bilder, Posen und Lichtsetzungen gemacht habe werden die Ergebnisse einfach besser.

    Der wichtgste Punkt ist aber wirklich die Kommunikation zwischen allen Beteiligten. Ich erkläre ebenfalls dem Modell meine Lichtsetzung, wo ist das Hauptlich, warum habe ich das Licht so gesetzt und warum sollte man bestimmte Posen besser nicht machen (ungünstige Schatten oder Faltenwurf).

    Was meiner Meinung die eigene Arbeitsweise auch nochmal wesentlich verbessert ist ein selbstkritischer Nachgang zum Shooting.
    Habe ich die mir gesetzen Ziele erreicht?
    Sind die Fotos so geworden, wie ich es mir vorgestellt habe?
    Was ist gut gelaufen?
    Was ist nicht so gut gelaufen?
    Was kann ich das nächste mal besser machen?

    LG Marco

  4. Hallo Christian!

    Deine Tipps sind einfach klasse. Jetzt habe ich Frage: wie alt warst du, als du dein erstes richtiges Shooting mit einem Model hattest? Ich bin jetzt bald 13 und weiß nicht ob ich noch 5 Jahre oder 3 Jahre oder 8 Jahre warten soll…

    Danke und Viele Grüße
    Flo

  5. Sehr schöner Text, ich habe nun schon einige „Menschen-Shootings“ hinter mir und erkenne so einiges wieder bei mir. Für Anfänger dürften die Tipps sehr hilfreich sein.

    Nebenbei: Bei „.. Dabei habe ich gemerkt, dass die Models dann mit einbezogen haben in ihr Posing. ..“ fehlt ein das zwischen Models und dann

  6. Ich hab die gleichen Erfahrungen gemacht, sicher nicht auf solch professioneller Ebene, aber am Ende kommt das gleiche raus. Vielen Dank für diese tolle „Anleitung“, ich bin sicher dass sie dem ein oder anderen weiter helfen wird!

  7. yeah! der artikel haut rein!
    vielen dank für die vielen tollen tipps!
    das ist genau das was ich brauche!
    hast du schon mal eine hochzeit fotografiert?
    da ist es sehr ähnlich, nur dass man noch zusätzlich unter zeitdruck / erfogsdruck steht ;)

  8. Super! Klasse workflow setup. sehr lesbar und informativ. gute tipps, je mehr man die grenze zwischen fotograf und model bricht um so einfacher und relaxter wird das alles. feedback fuer die person vor der kamera ist wichtig, das ist nicht immer einfach vor allem wenn man in der zwischenzeit an den lichtern rumfummelt. ich erklaere meisten die position, die die person einnehmen soll und zeige die resultate kurz danach. so bekommt die person den prozess gut mit. ich hab noch nicht mit models gearbeitet, sondern nur mit untrainierten personen, die portraits moechten. mit models ist die ganze sache wahrscheinlich wesentlich fluessiger. mein erster grosser paid shoot war dann gleich mit 10 personen, wenig zeit pro person und ich musste alles mit dem makeup artist koordinieren. innerlich sehr aufgeregt weil ich wusste, dass alles klappen muss. dann das bloss nicht den kunden mitbekommen lassen, weil sonst uebertraegt sich das und dann wird’s ein alptraum. einen assistenten zu haben war da super, extrem hilfreich und jeden pfennig wert. ersten steht man da nicht alleine und zweitens lockert das alles auf. hab ich jedenfalls so festgestellt. danke fuer den artikel, finde ich hilfreich. cheers

  9. Hallo. Sehr guter Artikel, vielen Dank für deine Mühe. Ich bin Anfänger in der Fotografie und habe nur Landschaft und wenig Portraitschnappschüsse (Partys) gemacht. Ich habe immer das Problem, dass ich keine Anweisungen geben kann… Versteht das nicht falsch, aber ich möchte mich nicht als *Starfotograf* präsentieren mit sexy, super, toll… etc. Und meistens haben die Leute auch nicht die Geduld an so einem Anlass hinzuhalten. Welche Anweisungen gibt man da den Leuten am besten, um schnell ein gutes Bild zu erhalten (was nach etwas aussieht, also kein Schnappschuss) und doch nicht als *Möchtegern Fotograf* dazustehen? Es gibt sicher keien 0815 Anleitung, aber es würde mich wunder nehmen, wir Ihr das so macht…

  10. Blogartikel dazu: Das Model – ein unbekanntes Wesen (kwerfeldein) | Carsten Muck

  11. Großartiger Artikel mit vielen, wirklich wertvollen Tipps.

    Mit ist auch aufgefallen, dass so ein freies Posing für viele Amateure schwierig ist. Und wenn ich mich an die Stelle des Models stelle, dann merke ich auch schnell, dass ich auch erst überlegen muss, was wohl wie aussieht.

    Darum beschäftige ich mein Model mit irgendwas. Das kann, sein, dass wir irgendeine bekannte Szene nachstellen, z.B. einen Sprint. Da hat man schnell eine Vorstellung, wie das aussehen soll.
    Oder noch besser. Ich gebe meinem Model etwas zum spielen. Entweder irgend ein Objekt in die Hand, eine Handtasche, eine Gitarre etc. Dann kann sie oder er sich damit beschäftigen und ist abgelenkt. Oder ich stelle einen Gegenstand mit ins Bild, einen Stuhl oder Tisch zum draufsetzen etc. Das macht das Posing wesentlich einfacher und das Model fühlt sich nicht alleine vor der Kamera. Und schon entsteht eine angenehme Athmosphere.

    Auch zeige ich dem Model bei jedem Lichtwechsel die Bilder, die wir gemacht habe. Lasse sie mal an der Kamera durch die bisherigen Aufnahmen scrollen. Dabei kommt es immer wieder vor, dass ein lautes „Oh Gott, kann ich wirklich so doof schauen“ aufkommt. Dann löschen wir das Bild an Ort und stellen. Das ist ungemein wichtig für das Vertrauen zwischen Model und Fotograf und unterstreicht, dass ich es wirklich ernst meine, sie in einem gutem Licht (in doppelter Bedeutung :) ) darzustellen.

    Phil

  12. Hallo Jürn

    Dies ist der bisher informativste Artikel den ich über die Modellführung gelesen habe.
    Tolles Thema
    Gut geschrieben
    Einfach Klasse.

    Ich habe jetzt verstanden, dass man das Modell soweit wie möglich in den Prozess des Fotografierens mit einbeziehen sollte.
    Was mir aber noch fehlt sind die richtigen Anweisungen.
    Wo drauf achtest du bei den Posen?
    Was sollte man vermeiden?
    Gibt es Posen die fast immer gut aussehen?

    Mich als Anfänger der Portrait-Fotografie interessiern diese fragen sehr. Es würde mich freuen wenn du noch einen Artikel über „Posen“ schreiben würdest.

    Gruß Arne

  13. Danke für den tollen Artikel, wirklich sehr schön geschrieben!
    Die Tipps sind wirklich super, da bekomm ich gleich Lust mich selber mal am Shooting zu probieren (habe bis jetzt noch keine konkreten Erfahrungen mit Menschen).
    Besonders gefällt mir, dass du dich hier überhaupt nicht auf die Technik versteifst, sondern uns bildlich die „Arbeit“ am und mit dem Menschen näher bringst.

    Ich glaub, ich schau abbonier mir jetzt auch mal deinen Newsfeed ;)

  14. Einer der besten Artikel, die hier veröffentlicht wurden. Danke dafür!

    Für mich persönlich spannend, weil ich weder mit ‚echte‘ Models, noch im Studio arbeite. Und die gleiche Herausforderung habe: Menschen vor der Kamera zu koordinieren, ihnen ein gutes Gefühl zu vermitteln und das beste raus zu holen. Gerade mit Laien ist das oft echt schwer. Da muss man schon eine genaue Vorstellung davon haben, wie das Bild am Ende aussehen soll und VIEL kommunizieren, damit man das hinbekommt und beide Seiten zufrieden sind.

    @Jürn: bietest Du Workshops an? Würde Dir sehr gerne mal über die Schulter schauen.

  15. Ein toller Beitrag, sehr interessant und echt gut geschrieben!

    Personenfotografie ist ja nicht so meins, aber ab und an muss ich doch mal „ran“, wenn Freunde Fotos wollen. Da bin ich für solche „Anfänger-Tipps“ sehr dankbar!

    Hey, wie wär’s mit nem Folgebeitrag? Irgendwie kann man doch Kamera und Laptop direkt miteinander verbinden und dort die Bilder in groß betrachten, ohne das lästige SD-Karten-Gefummel. Wär das nicht ein Thema, wie das geht?

  16. Haha Das ist ja lustig. Ich habe mich in den ersten Abschnitten komplett wiedererkannt. Genau so ist es bei mir abgelaufen und so läuft es auch noch ab.. Da sind einige sehr gute Tipps bei. Gerade das durch die Kamera reden und das beim Kameraeinstellen vor mich hinbrummen hab ich schon perfektioniert.. Ok das werd ich dann wohl mal lieber abstellen. Meine Kamera geb ich schon aus der Hand. von mir aus dürfen die Models auch gerne mal selber ein Bild machen. Aber im Vorturnen tu ich mich immer noch schwer.
    Was ich allerdings jedem Anfänger empfehlen möchte:
    Geht raus in Park oder sonst eine halbwegs normale Lokation wo ihr einfach ein bischen Spazieren geht. Lasst all eure tolle Ausrüstung zu Hause und geht nur mit Model und Kamera los. Am besten finde ich es sogar wenn man mit dem Model alleine ist also ohne Begleitperson. Allerdings würde ich kein Model dazu drängen ohne zu kommen. Wie gesagt wenn ihr all euren schnick schnack zu Hause lasst habt ihr im Entefekt mehr Zeit für das Model und die Modelführung klappt viel besser da ihr euch auf keinen anderen Kram konzentrieren müsst. Und selbst wenn die Bilder am Anfang nicht so gut werden weil euch das Material fehlt.. Das wichtigste ist doch die Modelführung. Und erst wenn ihr die drauf habt könnt ihr auch gute Bilder machen.
    Jones

  17. Hollaho,

    sorry, dass ich so spät antworte – aber ich hatte ein Diplom zu bestehen ;) – also der Reihe nach:

    #3 Marco Schnitzler – da geb ich dir vollkommen Recht – Selbstkritik ist IMMER wichtig. Ich denke ohne würde es auch gar keine Weiterentwicklung geben – denn dann wäre man zufrieden und würde „still“ stehen.

    #4 Florian Rogner: hm das allererste Shooting, auf das ich mich beziehe, war am 29.10.2005 – da war ich ziemlich genau 25 1/2 Jahre alt *hust hust* – aber ich denke, da gibt es keine Einschränkung. Felix Rachor zB ist wesentlich jünger und macht richtig gute Bilder.

    #5 Christian: Vielen Dank :) Es ist doch tröstlich, wenn man erkennt, dass man nicht allein da steht. Das war auch etwas, was ich erst „lernen“ musste – das es vielen am Anfang so geht – ich kam mir immer sehr sehr – hm – unbeholfen vor und dachte, dass das nie was wird.

    #6 Klaus: mist .. der Fehlerteufel – danke =)

    #9 Manne: Ohja .. das habe ich – und ich habe mich dafür entschieden es zu meiden ;) Ich habe den „Fehler“ gemacht und für meinen besten Freund fotografiert – ich habe von der Feier nichts mitbekommen – eben WEIL der Druck so groß war … „äh – die Tauben – könnten wir die NOCHMAL steigen lassen…? Hab grad das Objektiv gewechselt“ ;) (nein – ist nicht wirklich passiert – wäre aber der Horror schlechthin :D)

    #10 Daniel Sievert: genau. Das ist ein wichtiger Punkt – schnell überträgt sich Nervosität und Unsicherheit auf den Kunden / das Model. Mir hilft da halt, zu reden – Gedanken, die ich mir mache eher „laut“ überlegen. Das sollte natürlich nicht sein: „Oh Gott – ich pack das nicht“ – sondern eher: „Ich finde die Treppe als Hintergrund nicht ganz optimal – ob es hier in der Nähe wohl etwas besseres gibt?“. Dann hat der Kunde auch da Gefühl, dass er in den Entstehungsprozess integriert ist – aber Achtung – dem Kunden nicht zu viel Freiheiten geben ;) :)

    #11 kingbaer da möchte ich mal auf den Artikel von Stephan Sachs verweisen : http://kwerfeldein.de/index.php/2009/06/28/stephan-sachs-portraits-in-schwarzweiss/ ich finde er hat eine sehr gute Herangehensweise. Prinzipiell ist es gerade mit ungeübten Personen schwer „natürliche“ Ausdrücke zu fotografieren – ich versuch dann oft, lange zu fotografieren – weil irgendwann „gewöhnt“ sich die Person dran, dass es „klickt & blitzt“ und wird „normaler“. Anweisungen geb ich eher zu Körperhaltung und Blick. „schau mal sexy“ … das klappt selten ;)

    #12 phischeye – Absolut. mein „Lieblingstrick“ ist die Windmaschine – wenn die an ist, dann sind die Models (vor allem Amateure) beschäftigt und machen sich keine Gedanken, was sie mit den Händen anstellen sollen. Autmatisch kommen natürlich Posen, was das Festhalten von Haaren / Sachen angeht.
    Und ja – der Bildcheck ist auch wichtig, um dem Model ein Gefühl dafür zu geben, wie das denn jetzt aussieht.
    Teilweise mache ich auch schnelle Retuscheansätze, falls ein Model einen (angeblichen) „Makel“ hat, der sie stört.

    #13 Arne: Worauf achte ich beim Posen? Nun – ich persönlich bin ein „Fan“ von etwas extremeren Posen – Hohlkreuz, extrem nach hinten gebeugt, Arme stark eingestützt etc. Das hat etwas mit „negativem Raum“ zu tun. Die „Freiflächen“, die zB entstehen, wenn ein Model die Arme in die Hüfte stützt etc.
    Dann schau ich, dass die Pose von den Proportionen zum Model passt. Gerad, wenn Arme / Beine angewinkelt werden, sieht das bei „ganz normalen“ Menschen schnell „klobig“ und „kurz“ aus – bei sehr schlanken Models wirkt es hingegen gut. Posen, die bei jedem gut aussehen – hm – ich weiß nicht. Jeder Mensch ist anders – aber ich versuche zwischen verschiedenen Extremposen das Optimum für die Person zu finden – zB Hohlkreuz oder „Extrembuckel“. Was auf jeden Fall hilft, ist das Wissen darüber, wie man „unschmeichelhafte“ Proportionen etwas optimieren kann. Wenn das Becken eines Model breit wirkt, dann lass ich sie sich seitlich stellen – aber den Oberkörper zu mir drehen – dadurch ergibt sich eine „V-Form“, die vielleicht etwas optimaler ist.

    so – uff – alles abgearbeitet =)
    Danke auf jeden Fall für das Feedback. Und etwas in „eigener Sache“: ich seh mich auf keinen Fall als unfehlbaren Profi – das hier niedergeschriebene ist lediglich ein „Erfahrungsbericht“ – Erfahrungen, die ich gern teile.

    @ Katja – ja, es gibt Workshops – Anfang September geht’s los Fotografie & Photoshop :) – wenn du Infos möchtest – meine eMail gibt’s auf meiner Website ;)

  18. Genau das was du beschreibst musste ich dieses WE auch durch machen. Ich hatte die ganze Sache total unterschätz. Bei mir allerdings war es so, dass das Model total Professional war. Was mich als Anfänger in der Peoplefotografie dann doch eine ganzes Stück weitergebracht hat.

    Daher super Artikel, der mich weitere Aspekte nah brachte.

  19. Wirklich ein exzellent geschriebener Artikel. Sehr aufmerksame Beobachtung und Selbstreflektion scheinen Deine Stärken zu sein und darüber hinaus hast Du einen sehr bildhaften Schreibstil. Kompliment.

  20. @j-c:Danke für den Artikel. Meistens ist es halt nur so dass die Leute, sei es bei einer Geburtagsparty oder so, gar nicht hinhalten möchten. Also sie möchten ein Foto, aber sich keine Minute dafür Zeit nehmen. Ich denke für ein paar „ordentliche“ Fotos, müssen sie gestellt sein (Gruppenfotos etc.). Klar kann man auch Schnappschüsse machen, aber das sind dann halt eben nur Schnappschüsse…

    Auch wäre es sicher interessanter einen Artikel über Posen, extreme Posen, unschmeichelhafte Seiten durch Posen kaschieren… etc. darüber zu lesen. Du scheinst ja doch einige Erfahrungen miteinzubringen, wo sicher jeder davon profitieren könnte… und mit deinem Schreibstil, deiner Art und Weise etwas näher zu bringen, wäre es wieder ein genuss zum lesen…

  21. Wirklich einer der besten Artikel über Modelführung, den ich je gelesen habe. Viele Dinge, die du hier aufgezählt hast, habe ich auch bei meinem ersten Shooting falsch gemacht und mich in sehr vielen Punkten wieder erkannt.

    Danke für die vielen Ratschläge und Hinweise :)

  22. @Christian(J-C): Naja ich werde schon noch so 3 Jahre warten, dann bin ich 16 und dann schau ich auch mal wegem dem Lichtzeug.
    Frage: Was haltest du von diesem Baustrahlerstudio? Links: Video und eine Site.

    Weil diese ganzen Geschichten mit Studioblitzen usw. ist ja für einen 13 Jährigen nicht gerade billig.

    Viele Grüße
    Flo

  23. Ganz ganz toller Artikel.

    Der Zeitpunkt könnte für mich nicht passender sein. Über die Kommunikation habe ich mir schon fast den Kopf zerbrochen (zugegeben sooo viele shootings habe ich noch nicht gemacht). Aber Danke vielmals für diesen Artikel.

  24. Nochmals Danke für das tolle feedback.
    @#38 Florian: Also ich persönlich würde sagen: Es ist ziemlich „egal“,mit welchem Licht man arbeitet. Sicher haben Studioblitze definitiv große Vorteile – aber wie man mit Licht arbeitet – das kann man auch mit einer Kerze ;) erlernen. Also „JA“ zum Baustrahlerstudio. Ebenfalls Empfehlenswert sind Leuchstoffröhren, die geben ein kälteres Licht ab – verlangen aber auch Belichtungszeiten von 1/30-1/50s – also sind „dynamischere“ Posings mit schnellen Bewegungen und zB Windmaschine nicht möglich – bzw mit ohne eine gewissen Unschärfe.

    @#24 kingbaer: Okay – ich bin da schon eher von einer „Shootingsituation“ ausgegangen. Schnappschüsse bei Parties etc müssen wirklich gelernt sein – das ist definitiv auch nicht mein metier – da ich es selbst nicht mag (auf Parties) fotografiert zu werden ;)

    Ein Artikel über Posing – da müsste man nochmal mit Martin reden :)
    vG
    J-C

  25. Blogartikel dazu: Wagnis: Aktfotografie | KWERFELDEIN | Digitale Fotografie