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05. Juli 2009 Lesezeit: ~3 Minuten

Fotografieren im Aquarium

Dies ist ein Gastartikel von Steffen Göthling. Er ist Webentwickler, Hobbyfotograf und bloggt auf lens-flare.de.

Steffen am Aquarium

Neben der Fotografie ist die Aquaristik ein weiteres Hobby von mir. Das Aquarium nimmt in unserem Wohnzimmer einen zentralen Platz ein. Schon lange versuche ich den Inhalt des Glasbehälters ansprechend festzuhalten. Heute möchte ich ein wenig von meinen Erfahrungen beim Fotografieren berichten.

Kampffisch

Eines der ersten eigenen Fotos, das mir richtig gut gefallen hat, ist das Portrait dieses Kampffisches. Es dokumentiert aber auch sehr gut, was man im Vorfeld nicht vergessen sollte. Fürs Fotografieren im Aquarium ist eine saubere Scheibe unerlässlich. Selbst kleinste Wasserflecken können das Ergebnis stark verschlechtern, da die Scheibe meist nur wenige Zentimeter entfernt ist. Kleinere Verunreinigungen kann man auch mittels EBV entfernen.

Guppy Männchen

Das Bild oben zeigt, warum man vor dem Fotografieren kein Wasserwechsel durchführen sollte. Die durch den Austausch ins Aquarium eingebrachten Luftblasen wirken auf Fotos wie Schwebeteilchen und sind nur mit viel Fleiß nachträglich zu entfernen.

Bevor man mit dem Fotografieren beginnt, macht man sich am besten ein wenig Gedanken um das Licht. Im Regelfall ist ja schon eine Beleuchtung im Aquarium vorhanden, doch reicht diese in den wenigsten Fällen aus. Durch die flotten Bewegungen der kleinen Schwimmer, sind Belichtungszeiten von mind. 1/200s anzustreben.

Scheibe spiegelt

Frontale Beleuchtung auf das gerade frisch geputze Aquariumglas, z.B. mittels Kamerablitz, verwandelt den Glaskasten in einen Spiegel. Besser sind seitlich oder oberhalb des Aquariums platzierte Lichtquellen. Aber vorsicht! Nicht das teure Equipment ins Wasser fallen lassen.

Blitz von oben

Es können Dauerlichtquellen sowie Blitze eingesetzt werden. Dauerlicht ist etwas schonender für die Nerven der Schuppenträger.
Einen Blitz steuert man wenn möglich per Kabel oder Funkauslöser fern. Eine Streuscheibe oder eine Softbox helfen, das Ergebnis zu optimieren.
Bei weniger agilen Fischarten ist es aber auch möglich, auf zusätzliche Beleuchtung zu verzichten und z.B. ein Stativ und einen Fernauslöser zu verwenden.

Neon Salmler

Da die meisten Aquariumbewohner nicht sehr groß sind, wie z.B. dieser ca. 2 cm lange Neon Salmler, setzt man am besten ein Makro-Objektiv ein. Aber auch „Immerdrauf“-Zooms ab 50 mm Brennweite eignen sich schon ganz gut für den Einsatz.
Wenn man einzelne Tiere fotografiert, verwendet man am besten das mittlere Fokusfeld. Bereits nach kleinsten Bewegungen sollte neu fokussiert werden. Es können auch mittels tethered Shooting die Bilder auf einen Laptop übertragen werden, damit man sofort die Schärfe kontrollieren kann. Ansonsten macht man besser ein paar Fotos mehr. Mit dem manuellen Scharfstellen habe ich im Aquarium keine guten Erfahrungen gesammelt.

Platy Weibchen

Wie in jedem Bereich der Fotografie gelingen besondere Fotos, wenn man schon ein wenig vom Standard abweicht. Beim letzten Bild habe ich mir eine Blumenvase besorgt, die wie ein Goldfischglas aussieht und einen Platy reingesetzt der wie ein Goldfisch aussieht. Unsere Katze brauchte ich erst gar nicht zum Mitmachen überreden. Die hat das ganze Geschehen sowieso schon neugierig verfolgt.

Fisch und Katze

Bitte achtet aber darauf, dass ihr die kleinen Gesellen nicht unter allzugroßen Stress setzt und brecht lieber ein Shooting ab, als dass ihr ein Tier quält. Die Aufnahme des Bildes oben hat für das Platyweibchen noch nicht mal 5 Minuten gedauert.

Habt ihr schon Erfahrung mit dem Fotografieren im Aquarium gesammelt? Gibt es noch was zu Ergänzen? Ich freue mich über euren Kommentar!

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