kwerfeldein
03. Juli 2009 Lesezeit: ~5 Minuten

Wer den Hafen nicht kennt…

Als Hochzeitsfotograf echte Hingucker sichernDies ist ein Gastartikel von Martin Krolop. Gemeinsam mit Marc Gerst ist er selbst Hochzeitsfotograf und ihre Bilder können auf 4ever1.de besichtigt werden. Ausserdem haben die beiden auch ein Blog zum Thema Fashion & Commercial Photography.

Im Rahmen unserer Thematik über Ausrüstung, Ausrüstungswut und fotografischer Notwendigkeit müssen wir auch einfach mal direkt über das Thema Ausrüstung sprechen. Klaro, je mehr Kohle in der Tasche, je länger das Preisschild umso mehr kann die Kamera logischerweise. Aber da kommen wir ja direkt zum Thema.

Es gibt mehrere Aspekte bei der Auswahl der richtigen Ausrüstung zu beachten und ich möchte an dieser Stelle einfach mal Schritt für Schritt die wichtigsten Punkte durchgehen. Hilfestellung bieten zur Suche nach eigenen objektiven Kriterien bieten. Wer heute eine DSLR kauft, der kann dann gleich Objektive, Zubehör, Blitze, Stative usw. kaufen. Die Reihe könnte ich beliebig lange so fortsetzen. Aber an dieser Stelle kann und will ich aber gleich mal die Überschrift vervollständigen.

„Wer den Hafen nicht kennt, in den er segeln will, für den ist kein Wind ein günstiger.“ Zital v. Seneca

Dieser Satz trifft es wie kein einziger wenn es um das Thema Ausrüstung geht. Mit kaum einer Sache kann man Geld so schön zum Fenster raus werfen wie mit falscher Ausrüstung. Mit kaum einer Sache haben wir schon Unmengen an Geld sprichwörtlich vernichtet :-). Allein das Zugeben bereitet mir schon Kopfschmerzen.

Ich möchte mit diesem Beitrag das Rad nicht neu erfinden, allerdings möchte ich aufs NEUE dazu anreizen darüber nachzudenken. Vielleicht auch mal etwas strukturierter darüber nachzudenken. Es gibt verschiedene Denkschritte die man immer wieder durchgehen sollte. Nicht das beste Objektiv macht die besten Fotos, auch nicht die beste Kamera, sondern der beste Fotograf. Der beste Fotograf kann aber auch aus einer Lochkamera kein Foto wie aus einem modernen Objektiv herausbekommen. Und das ist genau der Zwiespalt des es zu überwinden gilt. Auch Helmut Newton würde mit ner Lochkamera keine Fotos machen wie mit einer D3x.

Ziele?
Was sind eure fotografischen Ziele. Was wollt ihr fotografieren und vor allem wie. Seid ihr euch da sicher oder denkt ihr, dass ihr vielleicht eure Gewohnheiten komplett ändern werdet? Das Ziel bestimmt die Ausrüstung. Man kann kein Wildlife-Fotograf mit einem Fishauge werden. Jedenfalls nicht so wirklich. Oder schon mal einen Stilllifer mit einem 600mm Teleobjektiv gesehen?

Wenn ihr euer Ziel klar gemacht habt, dann solltet ihr auch mal vergleichen was Profis in dem Bereich nutzen und in welchem Kostenbereich die jeweilige ache liegt.

Leistung/Nutzen?

Erwarte ich wirklich bessere und andere Fotos durch die Ausrüstung?

Brauchen/Status Quo?

Jetzt mal „Butter bei dä Fischäää“… fragt euch doch selbst mal, ob ihr die Sache wirklich „brauchen“. Ich will euch auch mal ganz kurz „brauchen“ definieren. Brauchen ist es dann, wenn man ohne absolut nicht kann. Wenn man eine Sache „nur“ besser machen will, dann muss man sich fragen ob das Bessermachen wirklich ausschlaggebend ist. Oftmals vergisst man einfach, dass man selbst als Fotograf die Lage ganz anders sieht als es Außenstehende tun. Und ich kenn das von mir: Oftmals will mal etwas mehr als dass man es braucht…
Und das bringt uns auch direkt zum nächsten Thema… dem wahrscheinlich schwierigsten Punkt.

Wollen?

Die meisten von uns (ich eingeschlossen) sollten sich vor einem Kauf einfach mal selbst fragen: Will ich das Teil einfach nur haben??? Wenn ja, dann ist auch das ein legitimer Kaufgrund. Wir müssen es uns bloß eingestehen. Auch das kann zur Fotografie annimieren, neue Kräfte wecken und Türen öffnen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass wir ein Sachen oft auch kaufen weil wir sie eben wollen. :-)

Fazit: Schwierigster Punkt bei der Auslotung ob ein Ausrüstungsteil benötigt wird, ist sicherlich die Zielsetzung und darum geht es ja auch schlussendlich. Die fertigen Fotos. Wenn man als Fotograf weiß, was man wie wann wo fotografieren möchte, dann weiß man auch direkt, ob man dieses Objektiv irgendwann mal braucht und es sich daher auch kaufen sollte.

Und wie könnt ihr jetzt euren Hafen finden?

So banal es klingt, so einfach kann es auch sein. Geht tief in euch wenn ihr Fotos anschaut und wenn es einen wirklich tief innen drin packt, genau solche Fotos zu machen, dann seid ihr genau richtig. Wenn ihr nur denkt… „schönes Foto“… na dann reicht das sicherlich nicht. Und um das zu finden müsst ihr eben möglichst viel machen und ausprobieren. Schaut euch Videos im Internet an, sucht nach Fotos von anderen Fotografen, durchsucht Flickr und schaut euch möglichst viele Fotos an und macht genauso viele Fotos selbst. Je mehr umso besser, denn die nur die Erfahrung bringt die Erfahrung was genau ihr machen wollt.

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