kwerfeldein
30. Juni 2009 Lesezeit: ~6 Minuten

Photoshop CS4 für Digitale Fotografie

Das ist ein Gartikel von Jana. Jana (28) arbeitet freiberuflich als Herausgeberin eines Kreativmagazins und fotografiert hauptsächlich Portrait.

Martin: Jana hat mich vor einer Weile angeschrieben, ob sie nicht einmal eine Buchrezension über das neue Scott Kelby Werk auf kwerfeldein.de veröffentlichen könne. Ich finde es cool, dass sie diesen Schritt getan hat und ihre Beschreibung des Buches hat mir sehr gut gefallen. Jetzt liegen wir aber mal los – und ich überreiche Jana hiermit das Mikrophon. Viel Spass damit!

Autor: Scott Kelby
Titel:Photoshop CS4 für Digitale Fotografie
Verlag: Addison-Wesley, München
Gebundene Ausgabe: 462 Seiten
Preis: 49,95€

Ich geb es zu: als Frau fühl ich mich im ganzen Fotografie- und Photoshopwirrwarr manchmal ganz schön verloren. Da hilft meist nur der Austausch im Forum von Kwerfeldein und das ein oder andere Buch findet den Weg in mein Bücherregal.

Mit dem neuen Mac kam dann auch die neueste Photoshopversion und nun brauchte ich ein bisschen Lektüre. Allerdings wollte ich kein Photoshop-Lexikon, kein Buch für absolute Anfänger, in dem jedes Werkzeug haarklein erklärt wird. Aber ich wollte auch kein Buch für Profis bei dem ich nur die Hälfte verstanden hätte, irgendwas dazwischen wird es doch wohl geben?

Zum Glück ist auf Scott Kelby in Sachen Photoshop immer Verlass- seine Erfolgsrezepte für Digitalfotografen machten mich neugierig.

Das Buch ist in 15 Kapitel unterteilt, das Inhaltsverzeichnis ist übersichtlich und praktisch gegliedert: man erkennt auf Anhieb um was im jeweiligen Kapitel geht, keine blumigen Umschreibungen, einfach klare Ansagen. Mit einer solchen startet man auch in das Buch: jeder, der schon einmal einen Kelby in der Hand hatte, wird seinen ironischen Schreibstil kennen, für alle anderen gibt es eine kleine „Gebrauchsanweisung“ zur Nutzung des Buches.

Sehr praktisch finde ich die Angabe der Seitenzahlen- diese beschränkt sich nicht nur auf diese, sondern man findet auf jeder Seite auch die Info in welchem Kapitel man sich gerade befindet und worum es sich handelt. Sämtliche Fotos im Buch sind ausreichend groß abgebildet und mit Informationen versehen.

Inhalt des Buches
Für mich völlig neu und interessant: Bridge. Die Grundlagen werden kurz und knackig erläutert, es gibt Tipps zum Sichten und Suchen und besonders praktisch für mich: ich habe gelernt, wie Bridge „ ein bisschen schöner“ aussehen kann.

Weiter geht es mit den Grundlagen zu Camera Raw, Freistellen, Farbkorrektur, HDR, Spezialeffekten und Tipps zum Drucken und Farbmanagement. Jedes Kapitel wird umfassend behandelt, es wird aber weder in die Länge gezogen oder nur kurz angerissen. Kelby hat einen gesunden Mittelweg gefunden. Die Texte sind kurz und knackig und lassen sich einfach lesen und sofort umsetzen.

Das Kapitel über Camera RAW hat mich wirklich überrascht. Alle wichtigen Funktionen werden auf 70 Seiten beschrieben, an Beispielen erklärt. Ich hätte nicht gedacht, dass man mit dem Converter so viel anstellen kann, ehrlich gesagt habe ich mich bisher nicht damit befasst und meine Bilder erst in Photoshop direkt weiter bearbeitet- ein großer Fehler. Das gleiche gilt für das Freistellen- auch hier gibt es viele Informationen.


Das für mich nützlichste Kapitel ist

… das „99 Problems- das kommt in den besten Bildern vor“. Hier werden kurz und knapp die wohl häufigsten Probleme besprochen und gelöst. Von 15 Sekunden-Lösungen für falsch belichtete Fotos über Brillenreflexionen bis hin zu Roten Augen- die genannten Problemfälle kamen mir alle sehr bekannt vor.

Für die Portraitfotografen unter uns gibt es einen kleinen Geheimtip von Scott- in drei Schritten er klärt er, wie er es schafft, dass alle seine Portraits knackscharf sind, aber trotzdem „weich und zart“ wirken.

Im letzten Kapitel gewährt Kelby einen Einblick in seinen eigenen Workflow. Endlich! Bisher hat er dies in allen seinen Büchern vermieden. Doch nun „kommt der Gummi auf die Straße, die Ziegel aufs Dach, .. , hier machen wir Nägel mit Köpfen.“ Man erfährt, warum Kelby was wann tut und hier kommt alles zusammen: man schaut einem wahren Photoshop-Profi über die Schulter- ein lohnender Blick!

Ich war kein absoluter Photoshop-Neuling…
aber mit diesem Buch habe ich noch mal ganz von vorne angefangen. Das, was ich vorher einfach nur gemacht habe, weil es mal irgendwo erwähnt wurde, ergibt nun einen Sinn und ich kann Arbeitsgänge nicht nur beginnen, sondern auch sinnvoll zu Ende führen. Ist Photoshop geöffnet, liegt das Buch in der Nähe- da es einfach praktisch und kurzweilig ist, kann man jederzeit das gewünschte Kapitel aufschlagen und noch mal kurz nachlesen. Arbeitsabläufe prägen sich umso besser ein und Fragen werden gleich beantwortet.

Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der sich mit Photoshop auseinandersetzen möchte, der die gängigsten Probleme in der Digitalfotografie lösen möchte und seine Arbeit mit Photoshop vereinfachen will. Ein paar Grundkenntnisse sind sicherlich von Vorteil, aber nicht zwingend erforderlich. Für absolute Photoshop-Profis ist dieses Buch sicherlich nicht geeignet, wobei ein Blick über den eigenen Tellerrand nie verkehrt ist.

Ich hab mich bemüht, Fehler zu finden oder Dinge, die mir persönlich gar nicht zusagen. Im Buch selbst ist mir das nicht gelungen. Das Einzige, was mir wirklich etwas missfällt ist der Preis des Buches. Mit fast 50,00€ ist das schon eine Ausgabe, die gut überlegt sein will.

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8 Kommentare

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  1. Ich finde deinen Artikel sehr gelungen. Wer schon einmal etwas von Scott Kelby gelesen hat, weiß genau, wo deine Begeisterung begründet ist. Ein gutes Nachschlagewerk – auf den Punkt gebracht und lebendig formuliert – ziehe ich gern einmal einer Internetrecherche vor.
    Danke für die Anregung.

  2. Blogartikel dazu: Neue Links / Neustart-Magazin