Kwerfeldein
23. Juni 2009 Lesezeit: ~ 3 Minuten

Mit einem Trick extreme Macro-Fotos machen

In dem folgenden Video wird ein Trick gezeigt, wie man (relativ) einfach sehr extreme Macro Fotos machen kann. Wer das Video noch nicht kennt sollte es unbedingt gesehen haben.

Was im Video passiert
Und jetzt nochmal zum Mitschreiben: Der Herr im Video hat 2 Objektive. Seine 28-105mm Zoomlinse und eine 50mm Festbrennweite. Zuerst fotografiert er die Schrauben mit seinem 28-105mm. Schon nah dran, aber nichts besonderes.

Dann hält er einfach das 50mm vor seine Zoomlinse und fotografiert nochmal. Dabei stellt er beide im Fokus auf unenendlich und geht so nahe ran, bis die Schrauben scharf werden.

Das Ergebnis ist ein völlig anderes, denn die Schrauben sind auf einmal (wirklich) groß abgebildet und die Unschärfe ziemlich extrem. Fast zu extrem – aber darum geht’s ja bei dieser Technik.

Meine Erfahrung damit

Als ich vor einem halben Jahr dieses Video zum ersten mal gesehen hatte, musste ich sofort zur Kamera greifen und ausprobieren. Ich hatte diesen Trick noch nie gesehen und war deshalb so erstaunt über die Ergebnisse, die damit erreicht werden können.

Also habe ich das 50mm vor alle möglichen Objektive gesetzt und ausprobiert. Mit meinem alten Canon 70-300mm schien es am besten zu funktionieren. Mir wurde aber auch klar, dass es auch einiges an Übung braucht, um Fotos zu machen, die mir gefallen würden.

Nach vielen Tagen herumprobieren und zig Fehlschlägen kam dieses Foto (und dieses) zustande: Wer genau hinschaut, kann mich und die Softbox im Wassertropfen erkennen.


Mit einem Trick extreme Macro-Fotos machen

Eine Einschätzung
Wer mit seinen Objektiven einwenig herumspielen mag wird mit dieser Technik eine Menge Spass machen. Einfach deshalb, weil man auf einmal sehr nahe an Dinge herankommt und dadurch auch abstrakte Formen findet, die man evtl. so noch nie davor gesehen hat.

Um wirklich ernsthaft damit zu arbeiten und mit Konzept an ein Foto heranzugehen braucht es einwenig Übung. Die Herausforderung dabei ist, den winzigen Schärfebereich dorthin zu legen, wo etwas scharf sein soll. Doch wer gewillt ist, sich da reinzuknien wird unter Umständen tolle Fotos machen können.

Ein echter Ersatz für ein gutes Macroobjektiv ist diese Technik meiner Meinung nach nicht. Aber das ist ja klar – dafür ist der Handlungsspielraum viel zu gering. Zum experimentieren und abstrakte Fotos machen mit geringen Mitteln ist es aber eine der geilsten Sachen, die ich bisher gesehen habe ;)

Tja und jetzt wünsche ich Euch viel Spass beim Ausprobieren!

Habt Ihr das schon einmal probiert?Falls ja, wie sind Eure Erfahrungen damit? Habt Ihr noch weitere Tipps?

Mit einem Trick extreme Macro-Fotos machen

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73 Kommentare

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  1. auch ne Möglichkeit, noch ‘einfacher’ gehts in dem man ein Objektiv einfach andersrum an der Kamera benutzt (Retro-Stellung). Ist zwar nicht mehr ganz so komfortabel, aber für den Einstieg auch ganz ok.

  2. Wer noch ein altes, lichtstarkes Objektiv mit manuellem Blendenring hat, kann sich mit einem Makrokonverter behelfen, auch Retroadapter genannt.

    Der wird aufs Filtergewinde des Objektivs geschraubt und dann ans Bajonett der Kamera. So lassen sich Blende und Schärfe manuell einstellen, ohne das Objektiv von Hand balancieren zu müssen. Selbstverständlich funktioniert dann nichts mehr automatisch.

    Auch bei dieser Variante sind der enge Schärfentiefebereich und die Ausleuchtung die großen Herausforderungen. Ein echtes Makroobjektiv ersetzt diese Variante nicht, da stimme ich zu. Aber das Preis-Leistungs-Verhältnis ist phänomenal: Gebrauchte MF-Objektive gibt es schon für zehn Euro, und der Konverter ist mit knapp 20 Euro auch bezahlbar. Ich habe meinen bei enjoyyourcamera.com geordert: http://www.enjoyyourcamera.com/Makrofotografie/Retroadapter:::10_31.html

    Viel Spaß beim Ausprobieren
    Dominik

  3. @Martin – öhm – wieso sollte bei Retro Staub auf den Sensor kommen? der Retroadapter sollte doch genauso “dicht” sein, wie das Objektiv? oder meinstest du “von Hand”?

    Aber cooler Tipp das mit dem Vorhalten des Objektivs – eigentlich Logisch – es gibt ja auch Nahlinsen – nur wieso das Geld dafür ausgeben, wenn man doch eine supergute Linse (50mm) schon da hat ? =)

    Hast du das auch mal mit extremeren Objektiven probiert? 70-300+105er?

    J-C

    • @J-C, Moondragon: Full ACK. Mit dem Adapter passt das, wusste nicht, ob Max das gemeint hatte ;)
      @J-C: Nope, das hab ich noch nicht probiert… Wird halt noch extremer allet dann. Atome fotografieren und so – haha, nee Spaß ;)

  4. Es gibt glaub ich auch Adapter, um ein Objektiv (umgekehrt) vor ein anderes zu schrauben. Dann braucht man da auch nichts mehr festhalten.

    Ich benutze übrigens für meine Makros (die ich noch machen werde ;) ) eine achromatische +5 Dioptrien Nahlinse. Vorteile von Nahlinsen: kein Lichtverlust (im Vergleich zu z.B. Zwischenringen) und die Automatiken (Autofokus, Blende) bleiben erhalten.

    Mein extremstes Makro mit der Nahlinse könnte ich mit dem 70-300mm machen. Abbildungsmaßstab bei 300mm: 2.45:1!

  5. @Dominik: Also ich finde den Schärfentiefebereich auf deinen Fotos noch ziemlich groß. Bei richtig extremen Makros liegt die Schärfentiefe oft unter einem Millimeter! Und bei nicht ganz so extremen immerhin noch bei wenigen Millimetern.

  6. Das is ja wohl der Oberhammer! Warum bin ich da noch nicht selber drauf gekommen?

    Ich hab schon alles Mögliche vor das Objektiv gehalten…Sonnenbrillen können ganz coole Effekte ergeben. Aber das ist echt mal ne coole Idee!

    Werde ich heut Abend direkt mal ausprobieren!

  7. @Martin Gommel
    zunächst ums mal zu Hause auszuprobieren, meinte ich es wirklich ohne Adapter, wenn einem das dann zusagt, dann ist der Adapter natürlich zu bevorzugen und wenn man ganz viel Langeweile hat, kann man sich auch aus einem alten Body und Objektiv noch die Steuerung dranbasteln ;)

  8. Hi,
    mit Zwischenringen habe ich recht gute Erfahrungen gemacht. Einfach zwischen Cam und Objetiv schrauben und loslegen. Kommt zwar auch nicht an ein richtiges Makroobjektiv ran, aber zum rumspielen reichts und es ist ziemlich angenehm damit zu fotografieren.
    Grüße,
    Johannes

  9. Ich finde schon, dass das einE rsatz ist. Solche Abbildungsmaßstäbe bekommt man sonst nur mit einem Balgen hin und die Schärfe ist dadurch auch nicht (viel) besser. Also wer ein 300er (o.ä.) hat und ein 50er (hat sowieso fast jeder) kann mit nem Makroschlitten, kreativität und der richtigen technik einiges machen. Ich benutze ein 180er Tamron makro mit 50er Retro davor und billig Makroschlitten, den ich aber demnächst ersetze. Er hier: http://www.flickr.com/photos/7539598@N04/ fotografiert z.B. mit 28mm 1.8 (?)MF in Retrostellung, gibts günstig bei eBay, weil muss nicht AF sein und die Fotos sprechen für sich. Ich wüsste gern noch was das zweite ist?

    Gruß Philipp

  10. hab anfang des Jahres alle Videos von Realphotolife gesehen und mich dann auch mal dran getraut. leider hatte ich keinen Studioblitz zur verfügung deshalb ists etwas schwieriger geworden. Habe mein 50mm 1.8 und das 18-135mm Objektiv genutzt und mal die Stempel einer Blume fotografiert

    hier ein paar Bilder

    Kameraaufbau:

    http://promopics.pr.ohost.de/wp-content/uploads/2009/02/retrostellung.jpg

    und hier zwei bilder samt 100%ansicht im Kreis

    http://promopics.pr.ohost.de/wp-content/uploads/2009/02/macro41.jpg

    http://promopics.pr.ohost.de/wp-content/uploads/2009/02/macro11.jpg

  11. @e7: Der Lichtverlust bei Makroaufnahmen hat in der Regel andere Ursachen (z.B. die sogenannte Auszugsverlängerung bei Zwischenringen und Balgen). Gut erklärt wird das u.A. auf diesen beiden Seiten:

    http://www.fotografiez.de/Makrofotografie,6.3.html
    http://www.mhohner.de/macro2.php

    Hier werden auch die verschiedenen Möglichkeiten, Makroaufnahmen zu machen, verglichen und die Vor- und Nachteile der jeweiligen Methode aufgeführt.

  12. Blogartikel dazu: Macros, aber hardcore. | edgaa.de

  13. Beeindruckend, dass sowas funktioniert. Für mich wäre das zwar nichts, für die, die sich kein Makroobjektiv kaufen möchten aber vielleicht eine Lösung (obwohl ich da die Retrostellung besser finde).

    Dein Makrofoto gefällt mir sehr gut. Auf welchem Untergrund hast Du den Tropfen fotografiert?

    Liebe Grüße
    Julia

  14. Blogartikel dazu: Makrofotografie mal anders « Tigions Blog

  15. @Moondragon – ja ich war auch überrascht – die Objektivkonstruktionen dazu sind auch mehr als abenteuerlich. Ich hatte erst gedacht, dass es sich um einen extremen Crop-Faktor handelt – aber irgendwie (einige physikalisch besser bewanderte Leute können das sicher genauer erklären) scheint das Objektiv so aufgebaut zu sein, das die Hyperfokale Distanz (der Punkt, ab dem alles scharf ist) schon ganz kurz vor der Frontlinse anfängt, was durch eine kurze Brennweite noch begünstigt wird.

    Auf jeden Fall beeindruckend

    J-C

  16. Ganz am Anfang möchte ich doch ganz kurz den Klugscheißmodus anwerfen.
    Auch wenn das in den Kommentaren oft genug so genannt wurde, im Video werden immernoch Schrauben und keine Nägel dargestellt! ;)

    Aber, Spaß bei Seite!
    Ich finde diese Technik großartig und werde es bei Gelegenheit mit meinem 28-200 M42 Obj und meiner 50mm M42 FB ausprobieren, mal gucken wie das Ganze komplett manuell möglich ist.

  17. Blogartikel dazu: Digitalkamera Test Kamera News Blog

  18. Neu- und lernbegierig wie ich bin habe ich das direkt ausprobiert – kannte diesen Trick also noch nicht.
    In der Tat braucht man ein ruhiges Händchen, Geduld und Übung, weil der Schärfebereich so verschwindend gering ist. Hier mal eines der ersten gelungenen Bilder.

    Mein Fazit: auf jeden Fall mal ausprobieren, eine echte Alternative zu einem richtigen Makroobjektiv ist es nicht – wie Martin auch geschrieben hat. Einfacher ist es wahrscheinlich in jedem Fall mit einem Retroadapter.
    VG, Tanja

  19. Ich finde das ist ein klasse Trick. Als ich das Video gesehen habe, musste ich das sofort aus probieren. Ich hab allerdings bessere Ergebnisse erreicht, als ich es andersherum gemacht habe. Ich habe das 50mm draufgehabt und das 17-35mm davor gehalten. Das Ergebnis könnt ihr auf flickr sehen. Ich habe die Bilder nicht bearbeitet. Sie sind so, wie sie aus der Kamera kamen: http://www.flickr.com/photos/29521985@N04/

    Gruß, Freddy

  20. Blogartikel dazu: pictureArtist » Backstage: Wo ist der Tropfen?

  21. Blogartikel dazu: mahom@home » Blog Archive » worpress, macro, fog, tilt-shift, paul, passport-picture, flickr

  22. Blogartikel dazu: Macrofotos machen ohne Macroobjektiv - Fotodepp

  23. Blogartikel dazu: Oh là là? :: cimddwc

  24. Also, ich bin ja ein ziemlicher Anfänger, daher frage ich mich, ob zu blöd oder zu unerfahren bin, das zu verstehen. Kann ich dafür mein AF-50mm-Objektiv nehmen? Wie bekomme ich denn die Blende auf? Wenn ich den rückwärtigen Deckel des Objektivs abnehme, ist die Blende geschlossen. Wie soll ich denn dadurch ein Bild machen können?

    • Du musst schauen, dein 50mm hat wahrscheinlich einen Blendenring, an dem man die Blende manuell einstellen kann.

      Wenn du normalerweise mit Autofokus usw. fotografierst ist der Blendenring möglicherweise auf f/22 gesperrt (zumindest ist das bei mir so).

      Einfach den kleinen Sperrschieber öfnnen, eine große Blende (f/1.8) einstellen und ab geht’s…

  25. Blogartikel dazu: funkelwunder.de » ganz nah ran

  26. Blogartikel dazu: Linseneintopf » Blog Archive » Kleiner Trick für Makrofotos - Fotografie | Design | Bildbearbeitung

  27. Blogartikel dazu: FREELENSING: Interessante Foto-Effekte mit einfachem Trick erzielen (ohne Photoshop) | Digitale Fotografie Lernen - KWERFELDEIN - Martin Gommel

  28. Blogartikel dazu: Ein Makro-Experiment « Jibrils Sammelsurium

  29. Blogartikel dazu: Makro mit Retro | Der Stilpirat

  30. Habe damit auch schon beeindruckende Ergebnisse hinbekommen.
    Für alle die es ausprobieren wollen gilt zu beachten dass das umgedrehte Objektiv sehr lichtstark sein sollte F1,8 besser aber 1,4 oder 1,2 ist dabei fast Pflicht.
    Die Vergrösserung berechnet sich dann nach dem Muster Langes Objektiv geteilt durch Objektiv in Retrostellung
    Bsp. 100mm an der Kamera und 50mm in Retro ergibt eine 2:1 Vergrösserung. 300mm mit 50mm retro schon eine 6:1 Vergrösserung bei solchen Vergrösserungen wird die Schärfentiefe jedoch so klein dass sie quasi nicht mehr vorhanden ist. Ein kombiunieren der schärfeebenen in einer EBV wird dann absolut notwendig. Ausserdem wird das Sucherbild unerträglich dunkel so dass ohne ausreichende Arbeitsbeleuchtung nichts mehr geht.