15. Juni 2009 Lesezeit: ~4 Minuten

Was ist eigentlich der Crop-Faktor?

Die meisten Fotografen wissen, dass der Crop-Faktor Einfluss auf das Bild hat und man die Brennweite des Objektivs mit dem Crop-Faktor multiplizieren muss. Es gibt aber sehr unterschiedliche Auffassungen darüber, was der errechnete Wert denn nun genau bedeutet.

Dabei ist es eigentlich recht einfach, macht man sich folgende Grundlagen der Fotografie bewusst:

  • Wenn wir vom Crop-Faktor sprechen ist die wichtigste Bezugsgröße der Kleinbild-Film. Ein Negativ-Bild einer Kleinbild-Kamera ist immer 36x24mm groß. Genau diese Größe meint man heutzutage, wenn man von Vollformat spricht.
  • Jedes Objektiv, analog wie digital, erzeugt einen Bildkreis. Das ist eine kreisrunde, spiegelverkehrte und auf dem Kopf stehende Abbildung des fotografierten Gegenstands.

Damit das Bild vollständig abgelichtet wird, muss der Durchmesser des Bildkreises mindestens so groß sein, wie die Diagonale des Negativs bzw. des Chips.

Bei einer Kamera mit Crop-Faktor ist nun der Chip kleiner, als bei einer Kleinbild-Kamera bzw. einer DSLR mit Vollformatsensor. Die kleinere lichtempfindliche Fläche bewirkt einen Beschnitt (engl.crop) des sichtbaren Bildausschnittes. Dadurch verkleinert sich der Bildwinkel.

Der Crop-Faktor gibt das Längenverhältnis der Diagonalen im Vergleich zum Vollformat an.

Was ist eigentlich der Crop-Faktor?

In der Grafik sieht man einen Bildkreis, in dem eine Rose abgebildet ist. Der blaue Rahmen entspricht einem Film oder Sensor im Vollformat. Der orangene Rahmen zeigt einen Chip mit Crop-Faktor, der auf Grund seiner Größe weniger Bildinformation abbekommt.

Das Objektiv bildet die Rose also immer gleich ab, nur kommt bei einem Vollformatsensor mehr Umfeld auf das Bild als bei einem kleineren Sensor.Ein 100mm Objektiv ist an einer Vollformatkamera ein 100mm Objektiv.

Ein 100mm Objektiv ist auch an einer Kamera mit Crop-Faktor 1,6 ein 100mm Objektiv, zeigt aber den Bildauschnitt vergleichbar mit einem 160mm Objektiv an einer Vollformatkamera. Daher auch der irreführende Name Brennweitenverlängerung.

Der Crop-Faktor ist übrigens besser als sein Ruf. Kompaktere Bildsensoren sind kleiner, schneller und effizienter zu bauen, was die Kosten reduziert.

Objektive, die speziell für Kameras mit Crop-Faktor gefertigt werden, sind in der Regel kleiner, leichter und kompakter. Das liegt daran, dass nun der Bildkreis an den kleineren Sensor angepasst wurde.

Umgegehrt kann ein Kleinbild-Objektiv, das am Bildrand schon in der Abbildungsqualität abnimmt, ohne Probleme auf einem Body mit Crop-Faktor benutzt werden. Da der Bildkreis bei so einem Objektiv größer als der Sensor ist, wird der Rand abgeschnitten.

Fehler wie z.B. Vignettierung und chromatische Aberration, die vor allem am Bildrand auftreten fallen nicht mehr ins Gewicht.

Allerdings hat der Crop-Faktor nicht nur Vorteile:

Bei gleichem Abstand zwischen Objektiv und Objekt bekommt man bei Vollformat etwas mehr auf das Bild als bei einer Kamera mit Crop-Faktor.

Das kann zu Problemen führen, wenn man z.B. mit einer Festbrennweite Portraitaufnahmen macht und nun etwas weiter vom Model weggehen muss, um mit Crop-Faktor den gleichen Bildausschnitt zu erhalten. Durch den größeren Abstand verändert sich zusätzlich die Schärfentiefe.

Schwierig wird es auch bei der Verwendung von Weitwinkel- und Fisheye-Objektiven. Ein 24mm Objektiv bekommt bei einem Crop-Faktor von 1.6 den gleichen Bildausschnitt wie ein 38mm Objektiv, was nicht mehr unter die Kategorie Weitwinkel fällt.

Ein klassisches Objektiv, das für eine Vollformat-Kamera gebaut wurde, kann ohne Probleme an einer DSLR-Kamera mit Crop-Faktor betrieben werden (z.B. Canon EF-Objektive). Umgekehrt gilt das nicht.

Ein sog. digital Objektiv, das für eine Kamera mit Crop-Faktor ausgelegt ist, kann nicht an einer Vollformat-Kamera betrieben würden. Der Bildkreis wäre kleiner und somit käme es, ähnlich bei extremen Fisheye-Objektiven, zu schwarzen Ecken auf dem Bild.

Der Crop-Faktor hat keinen Einfluss auf die Brennweite. Es verkleinert sich aber der Bildausschnitt und somit der Bildwinkel. Daher entsteht der Eindruck, als hätte man eine Objektiv mit längerer Brennweite.

Ähnliche Artikel

38 Kommentare

Schreibe einen Kommentar zu Kaal – abbrechen –

Netiquette: Bleib freundlich, konstruktiv und beim Thema des Artikels. Mehr dazu.

  1. Dankeschön für den Beitrag,

    ich als Vollblut Fotografieneuling freue mich über jeden Theoretischen fachstoff.
    Bisher bin ich zwar noch nicht auf das Problem gestossen aber wenn es passieren sollte dann hab ich davon wenigstens schonmal gehört. :)

    lg Ubba

  2. Man hätte vielleicht noch erwähnen können, dass bei einem größeren Sensor (z.B. Vollformat gegenüber Crop) bei gleicher Auflösung die einzelnen Pixel deutlich größer sind und somit mehr Licht abbekommen. D.h. dass Kameras mit Vollformatsensor auch bei höheren ISO Werten noch weitestgehend rauschfrei arbeiten können.

  3. sehr schoener artikel – danke schoen!

    was mir allerdings bislang nicht so richtig klar geworden ist:
    a) ganz offensichtlich gilt die regel (im vergleich zum vollformat): je kleiner der chip – desto schaerfer die photos (lassen wir mal das 6mp-problemfeld beiseite, und auch das „schaerfe“-algorithmus-problem). demnach muesste zB bei einem 50mm/1.4 das bokeh bei vollformat staerker, deutlicher ausgeprägt sein als bei crop-1.5, dieses ausgepraegter sein als bei crop-1.6, und bei crop-1.6 staerker ausgeprägt sein als bei crop-2 (olympus etc.).
    ist das der fall?

    b) voellig unklar ist mir, wie es sich mit der „effektiven lichtstaerke“ verhaelt: ist es so, dass ein 50mm/1.4-objektiv bei crop-2 ***effektiv*** genauso lichtstark ist wie bei vollformat?
    (also, damit keine missverstaendnisse aufkommen: an der lichtstaerke des objektives wird sich natuerlich nichts aendern – meine frage zielt auf das, was auf dem chip „ankommt“) – ich frage auch deshalb, weil meinen beobachtungen zufolge hersteller von digital-objektiven fuer kameras mit großem crop-faktor (also crop-2 bei olympus) ja ganz offensichtlich sehr grosse probleme damit haben, lichtstarke objektive auf den markt zu bringen – obgleich ja ein markt dafuer vorhanden waere (siehe letzte kwerfeldein-umfrage) …
    danke schoen!!!

  4. Im Nachgang zum kmk:

    c) wie verhält es sich mit der Tiefenschärfe eines Objektives beim Crop- versus Vollformatsensor? Will sagen: Ein 50 mm Objektiv habe am Vollformat bei f/1.4 einen Schärfenbereich von z.B. 1 cm Schärfentiefe bei einer Entfernung von 2 m von Sensor zu Objekt. Wie sieht das bei einem Cropsensor aus (Faktor 1,3 oder 1.5 tec.), wenn sich ansonsten nichts ändert; wieviel cm tief ist die Schärfe dann?

    P.S: Fragen stellen ist leichter als sie zu beantworten, ich weiß ;-)

  5. Thema „Brennweitenverlängerung“ – eines habe ich noch nicht kapiert …
    Was ist mit den Objektiven, die speziell für Crop-Sensoren gebaut wurden – muss ich hier z.B. 17-70mm auch hochrechnen oder stimmt bei diesen dann die Angabe auf dem Objektiv?
    Sind also z.B. bei Sigma die 70mm eines DC Objektivs identisch mit den 70mm eines DG Objektivs?

  6. Zu kmk:
    a) Das Bokeh ist bei 50/1.4 erstmal gleich, das Objektiv weiss ja nicht, ob ein Kleinbild- (ich finde den Begriff „Vollformat“ irreführend) oder ein APS-C-Sensor dahinter liegt. Allerdings muss man mit einem Sensor mit Cropfaktor weiter weg vom Motiv sein (oder eine kürzere Brennweite wählen), um den selben Bildausschnitt zu haben – was sich darauf auswirkt, dass die Schärfentiefe grösser und das Bokeh weniger weich wird.
    Zusammengefasst lässt sich sagen: Bei gleichem Abstand ist das Bokeh gleich, egal wie das Sensorformat ist. Bei gleichem Bildausschnitt haben grössere Sensoren das weichere Bokeh.

    b) Blende f/1.4 bleibt f/1.4, egal ob Kleinbild oder Cropsensor. Bei gleichem Licht und gleicher ISO kriegt man bei gleicher Blende auch die gleiche Zeit, ob man eine Kleinbild- oder Cropkamera hat. Die effektive Lichtstärke des Objektivs bleibt also die selbe. Tendenziell lässt sich allerdings sagen, dass Kleinbildsensoren (bei gleicher Pixelanzahl) die grösseren Pixel haben als Cropsensoren und somit pro Pixel mehr Licht „auffangen“. Dadurch muss das Signal weniger verstärkt werden, sodass grössere Sensoren bei hohen ISO-Werten weniger rauschen.
    Zusammenfassend kann man hier also sagen, dass die effektive Lichtstärke des Objektivs gleich bleibt, aber die Lichtstärke des Sensors sich verändert (auch wenn die ISO genormt sind. ISO1600 sind auch an einem Kleinbildsensor ISO1600, was die Belichtungsparameter angeht – aber es sieht aus wie z.B. ISO800 an einer Cropkamera, was das Rauschen betrifft).

  7. Ach: Und grundsätzlich ist es eigentlich eher einfacher, Lichtstarke Objektive zu konstruieren, wenn der Sensor kleiner ist. So ist Olympus ja auch der einzige Hersteller, der Zoomobjektive mit durchgehender Blende 2.0 anbietet.
    Warum in dem System hochlichtstarke Festbrennweiten fehlen, weiss ich nicht. Möglicherweise sehen die Hersteller den Bedarf dafür an digitalen Kameras weniger gegeben als noch früher an analogen SLR. Siehe auch Pentax, wo die neuen, für digitale Sensoren gerechneten Festbrennweiten oft weniger lichtstark sind als ihre analogen Vorgänger. So richtig überzeugend finde ich die Erklärung selber aber auch nicht. :D

  8. @kmk: Natürlich wird bei einem kleineren Sensor nur ein Teil des Verfügbaren Lichts genutzt, da der Sensor nur ein Teil des Bildausschnitts abdeckt. Der Rest des Lichts wird von den Kamerawänden absorbiert. Pro Sensorfläche bleibt die Menge an Licht, die auf den Sensor fällt zwar gleich, aber nachdem die Pixel (bei gleicher Auflösung) beim Crop-Sensor kleiner sind, bekommt der einzelne Pixel hier im Endeffekt weniger Licht ab als der größere Pixel eines Vollformat-Sensors. Dieser „Lichtverlust“ wird vermutlich durch eine interne Erhöhung der Empfindlichkeit (ISO) des Sensors ausgeglichen. Natürlich ändert sich nicht der ISO Wert selbst, aber ein bestimmter ISO Wert (z.B. ISO 400) bedeutet bei einem Crop-Sensor eine höhere Verstärkung des Signals als bei einem Vollformat-Sensor um auf die gleiche Belichtung zu kommen.

  9. Oh, @zlak war schneller und hat es, wie ich finde, auch viel verständlicher formuliert als ich. ;)

    @Dominik: 70mm sind 70mm. Anders als bei Kompaktkameras wird bei Objektiven für (D)SLRs immer die tatsächliche und nicht die „effektive“ Brennweite angegeben. Man muss also auch bei Objektiven welche für Crop-Sensoren entwickelt wurden „umrechnen“. Das einzige, was solche Objektive von „normalen“ Objektiven unterscheidet, ist der kleinere Bildkreis und die dadurch mögliche kompaktere Bauweise.

  10. @kmk zu deiner zweiter Frage:
    also – wenn das f/1.4er für den 2er-Crop gerechnet / konstruiert ist, kommt natürlich weniger durch – weil weniger „Lichtfläche“ gebraucht wird. Zum Vergleich – bei Mittelformat hat man oft „nur“ f/4-Objektive … was aber da schon ordentlich lichtstark ist und auch eine verdammt knappe Schärfeebene hat. Aber idR werden die Objektive (gerade die Festbrennweiten) für KB-Sensoren konstruiert – von daher ist das Objektiv an KB und Crop gleich „lichtstark“ – beim Crop wird halt nur viel „pulver“ verschossen.

    zur ersten Frage – Achtung: Halbwissen! – ich vermute mal, dass Cropsensoren eine geringere „Einbautiefe“ haben. Soll heißen sie befinden sich relativ näher an der Objektivöffnung. Dadurch verkürzt sich der Abstand zu dem Punkt, wo sich die Lichtstrahlen kreuzen und die Unschärfen haben sich noch nicht so weit „aufgefächert“ – dadurch ist das Bokeh „weniger“ und halt auch die Schärfeebene länger.
    da reichen ja schon wenige Millimeter.

    Also so könnte ich es mir erklären – ähnlich dem Bild hier:
    http://www.bobatkins.com/photography/tutorials/cropped_sensor_view/cropped_sensor_view.jpg

    J-C

  11. @J-C: Das kann so nicht ganz stimmen, denn dann wäre der Bildausschnitt wieder so ähnlich wie beim Kleinbild, also effektiv kein Crop mehr. Umgekehrt kann es aber sein, dass Objektive, die speziell für Crop-Sensoren gebaut wurden, näher an den Sensor herangerückt werden. Bei den Canon EF-S Objektiven ist das z.B. der Fall, da ragt das hintere Ende des Objektivs etwas weiter in die Kamera hinein.

  12. @Moondragon – stimmt da hast du natürlich recht. dennoch muss es ja einen Grund dafür geben, dass das Licht sich nicht so stark „fächert“ – wenn man sich zB die typischen Handykameras anschaut, die haben ebenfalls f/2.8 und Tiefenschärfe von nahezu unendlich ( klar – auch eine Brennweite von 4mm – wie groß da der Crop ist, weiß ich nicht)

    Also das interessiert mich wirklich, wie das physikalisch zusammenhängt. *grübel*

    J-C

  13. Verdammt – ich hab mir die Antwort gerade selbst gegeben. Klar – wenn man einen „krassen“ Cropfaktor hat und mit 4mm Brennweite arbeitet (kurze Brennweite = große Tiefenschärfe) hat man NATÜRLICH eine verdammt große Tiefenschärfe. Merke: Kopf einschalten vor „Submit Comment“

    J-C

  14. @J-C: Irgendwo hab ich mal was dazu gelesen, weiß aber nicht mehr wo, und hab’s auch nicht ganz verstanden. ;)

    Tatsache 1: kleinere Brennweite -> mehr Schärfentiefe
    Tatsache 2: kleinerer Sensor -> stärkere Vergrößerung -> Zerstreuungskreise (http://de.wikipedia.org/wiki/Zerstreuungskreis) werden auch vergrößert -> kleinere Schärfentiefe

    Es muss wohl so sein, dass sich die Veränderung der Brennweite stärker auf die Schärfentiefe auswirkt als die verkleinerung des Sensors (und die damit verbundene Vergrößerung des Bildes).

    In dem verlinkten Wikipedia-Artikel steht anscheinend auch was über Sensorgrößen. Ich hab nur gerade keine Zeit mir alles durchzulesen.

  15. @carsten;
    @zlak;
    @moondragon;
    @j-c:
    danke schoen!
    (langsam wird mir einiges klarer…)

    (kann es sein, dass das phaenomen, dass es trotz offenkundigen bedarfs an lichtstarken objektiven nur wenige davon auf dem markt gibt, weniger ein crop-faktor/chip-groessenproblem ist, sondern moeg- licherweise eher ein problem des autofokussystems ist??
    sprich: man liest immer wieder kundenreports, dass man bei max. offener blende das obkektiv nicht richtig oder nur mit viel uebung scharf eingestellt bekomme; es gibt herstellerempfehlungen, etwas abzublenden etc. – ich hatte das bislang immer mit dem crop-faktor in verbindung gebracht… …und mich schon sehr gewundert, dass olympus, leica etc. sogar auf cropfaktor 2 gesetzt haben…)

  16. Also ob die AF-Systeme da versagen, wage ich zu bezweifeln.

    Mit der Schärfe bei Offenblende ist es nicht so, dass der AF falsch liegt, sondern, dass die Qualität des Linsensystems nicht gut genug ist – es streut zu stark – das kann man nur durch Abblenden beheben.
    Je besser ein Objektiv konstruiert ist – desto besser ist die Abbildungsleistung bei Offenblende. Aber dann wird das Objektiv auch teurer.

    mal gesponnen: was würde es nützen, ein 200mm f/1.0 zu haben, was dann 100’000€ kostet? Das würde keiner kaufen. Aber wenn man genug Geld hat, dann setzt sich zB Carl Zeiss auch schonmal hin und basteln einem ein 1700mm f/4 für Mittelformat:
    http://www.zeiss.de/C12567A8003B58B9/Contents-Frame/8BAAC109CB80BDDFC12571E100393A1B

  17. @kmk: Bei sehr lichtstarken Objektiven gibt es durchaus Schwierigkeiten mit dem Autofokus. Das liegt ganz einfach daran, dass man bei großen Blendenöffnungen, wie z.B. 2.8, 2.0, 1.4 oder sogar noch größer, eine winzige Schärfentiefe von wenigen Millimetern hat (abhängig auch von Brennweite und Motiventfernung). Da muss der Autofokus schon sehr präzise arbeiten, damit auch wirklich das scharf ist, was scharf sein soll. Bei kleineren Blenden (4.0, 5.6, …) gibt es das Problem eher nicht.

    Ein Beispiel:
    Ein Portrait-Shooting, Fokus auf den Augen.

    1. Situation: Blende 4.0, Schärfentiefe ca. 1,5cm
    2. Situation: Blende 2.0, Schärfentiefe ca. 0,5cm

    Angenommen der AF liegt um 1cm daneben. In der ersten Situation befänden sich die Augen noch im Schärfebereich, in der zweiten Situation schon nicht mehr.

    Ergebnis:
    1. Situation -> scharfe Augen
    2. Situation -> unscharfe Augen

    Die Hauptgründe, warum es so „wenige“ lichtstarke Objektive gibt, liegen aber wohl eher in den höheren Produktions- und Materialkosten. Zusätzlich ist der Markt für diese meist recht teueren Objektive nicht so groß. Nicht jeder kann oder will sich ein Objektiv > 1.000 € leisten…

  18. @ Moondragon – meinst du wirklich, dass heutige AF-Systeme derart „schwach“ auf der Brust sind, dass sie so daneben liegen? Selbst meine olle D70 hat mit einem guten Objektiv knackig fokussiert. Ich kenn nur: entweder der AF greift, oder eben nicht.

    Das andere Problem ist natürlich, dass der AF nicht „weiß“, was man scharf haben will – wenn er sich (bei deinem Beispiel „Auge“) am Augenwinkel „festbeißt“ kann die Iris uU schon unscharf sein – das stimmt. aber das liegt halt in der Natur der Sache =) Ansonsten sollten doch heutige AF-Systeme recht zuverlässig sein – oder?

    Aber irgendwie driftet das hier grad sehr vom Thema „Crop“ ab =)
    J-C

  19. @J-C: Zugegeben, das Beispiel war schon etwas übertrieben, aber es sollte auch nur das Problem verdeutlichen: Große Blende -> kleine Schärfentiefe -> schwieriger zu fokusieren. In der Praxis geht es wohl eher um Millimeter.

    Die Canon EOS 40D hat übrigens in der Mitte einen besonders empfindlichen AF-Sensor, um bei lichtstarken Objektiven noch genauer fokusieren zu können. Das ist glaub ich ein Kreuzsensor kombiniert mit einem diagonalen Kreuzsensor oder so ähnlich.

    Bei dem Problem „was“ eigentlich scharfgestellt werden soll hast du natürlich recht. Vor allem nachdem die AF-Punkte im Sucher nicht unbedingt exakt mit den AF-Sensoren übereinstimmen müssen.

    Als Beispiel für die letzten beiden Absätze siehe hier: http://www.imaging-resource.com/PRODS/E40D/E40DA4.HTM

  20. Zu den Fragen, wie es sich mit Schärfe und Bokeh verhält. Das Objektiv liefert immer den gleichen Bildkreis. Es weiß nicht, wie groß der Chip dort hinten ist. Es kann ein VF-Sensor sein, einer mit Crop und wenns blöd läuft, gar keiner (bzw. wenn man in der analogen Kamera vergessen hat, einen Film einzulegen). Somit liefert das Objektiv immer die gleiche Qualität. Ein kleinerer Sensor erhält dabei aber nur einen Teil davon.
    Ob der Chip über eine sehr hoche Pixeldichte verfügt oder nicht, spielt zwar für die Qualität des Bildes eine Rolle, ist aber unabhängig vom Bildkreis oder Crop-Faktor.

    Verwendet man ein Objektiv für VF-Kameras an einer Crop Kamera, verwirft man einfach einen größeren Teil des Bildkreises und somit dem, was das Objektiv leistet.

    Das Vorgehen ist so lange verständlich, wie man den Abstand zwischen Objekt und Objektiv nicht verändert. Natürlich kommt niemand mit einer Crop-Kamera auf die Idee, immer den Rand abzuschneiden. Darum bewegt er/sie sich weiter vom Objekt weg als jemand, der eine Kamera mit VF-Sensor hat. Dadurch ergeben sich aber andere optische Effekte, z.B. die Schärfentiefe verändert sich.

  21. Blogartikel dazu: Pentax FA 50 mm Objektiv - Pentax - Gimahhot

  22. Blogartikel dazu: Das erste Objektiv: Eine Empfehlung | Digitale Fotografie Lernen - KWERFELDEIN - Martin Gommel

  23. Folgende Frage bezüglich dieses Temas verfolgt mich schon seit langem und ich wäre sehr glücklich, es endlich zu verstehen. Alles was hier im Artikel steht verstehe ich und habe nichts einzuwenden. Nur das will mir nicht klar werden:

    WARUM überhaupt umrechnen. Im Sinne von: warum immer der Vergleich zum Vollbild (bzw. Kleinbild). Um einen einheitlichen Massstab zu haben und rechnen zu können oder warum sonst?
    Ich selbst zum Beispiel habe schon immer, seit ich fotografiere, eine Cropkamera gehandhabt. Ich bin kein alter Mann, der 40 Jahre lang Kleinbildfotografiert hat, derart vertraut mit meinen Brennweiten und den entsprechenden Bildausschnitten bin „von damals“, dass ich diesen Vergleich stets brauche, um mir das richtige Bild vorstellen zu können.
    Wisst ihr was ich damit meine?
    100 mm sehen bei meiner eos 450d einfach so aus, wie sie aussehen, ganz egal, wie sie bei Voll- bzw. Kleinbild aussehen. Nochmal: für was der Vergleich und die Umrechnung?
    Oder liegt das Geheimnis nicht nur im BildAUSSCHNITT, sondern auch in so Geschichten wie Proportionsveränderung…

    Vielleicht wäre guter Diskussionspunkt das „Normalobjektiv“ und die Frage, ob nun 28 mm oder 50 mm bei meiner Kamera mit Cropfaktor die „Normalbrennweite“ darstellen würde.

    Vielleicht sollte man klären, was überhaupt unter „normal“ zu verstehen ist. Man sagt so etwas, wie dass 50 mm bei Kleinbild dem natürlichen Blick der Augen entsprächen, weder tele noch weitwinkel seien. Doch warum?
    Weder Blickwinkel, noch Bildausschnitt entspricht dem sagen wir mal „superweitwinkel“ des Auges. Was ist es also dann, was daran so „normal“ sei.

    Vielleicht wäre es wichtig, erst einmal diese Frage zu klären, bevor es weiter geht um die Cropfrage.

    Wie gesagt, würde mich sehr über klärende Antwort freuen!
    Liebe Grüsse.

  24. Edit: Definition des Normalobjektivs: Brennweite entspricht der Diagonalenlänge des Aufnahmeformats. Somit wäre für mich das korrekte Normalobjektiv mit 28 mm (glaube ich), zumindest nicht 50, das laut Definition schon Tele entspräche.

    Aber was macht das Normalobjektiv so besonders und woher kommt der gerüchtige Vergleich zum Menschenauge? Einen Vorteil hat sehe ich, dass es, da die Brennweite der Diagonalen mehr oder weniger entspricht, relativ leicht zu entwickeln und bauen ist und somit sie somit schnell sehr lichtstark sind. Aber sonst, reine Definitionssache?

  25. Ich denke das Problem der tatsächlichen Brennweite und dem Crop-Faktor wurde hier geklärt. „Alte“ Fotografen haben hier eher ein Problem als die, die im Crop-Faktor-Zeitalter mit der Fotografie angefangen haben. Für die jungen sieht eine Aufnahme mit einem 100 mm DigiObjektiv genauso aus wie für einen alten mit einem 160 mm.
    Die Aussage, dass „analoge“ Objektive problemlos an Digi-Kameras angeschlossen werden können, wo sie vom Anschluss her dran passen (meist sog. Vollformat-Kameras), kann man so nicht stehen lassen. Digital-Objektive (so meine Recherchen!) haben im Austrittsbereich eine generell andere Konstruktion als die analogen. Die Strahlen werden von den letzten, dem Chip zugewandten Linsen, nicht gefächert abgegeben, sondern in einem parallelen Strahlenbündel auf den Chip geworfen. Das deshalb, weil die lichtempfindlichen Zellen so angeordnet sind, dass sie nur optimal Licht in el. Energie umwandeln, wenn das Licht senkrecht auf sie trifft. Man stelle sich den Chip wie eine Ansammlung von kleinen aneinandergereihten Röhrchen vor, in denen die Fotozellen übereinander angeordnet sind.
    Interessantes am Rande: Um alle Farben umzuwandeln,, werden nicht drei Fotozellen entsprechend für die 3 Grundfarben verwendet, sondern 4. Eine Farbe braucht aus photophysikalischen Gründen 2 Zellen. Diese Tatsache führte in der Vergangenheit zu Verwirrungen ob nun eine 4 MP-Kamera 4 MP oder nur 1 MP (echte Bildpixel) hatte.

  26. Vielen Dank für diese einfache und sachliche Erklärung im theoretischen Bereich der Fotografie!

    Ich bin zwar schon etwas mit meiner EOS 600D herumgekommen, habe diese bis jetzt nur mit den Kit-Objektiven genutzt (EF-S).

    Da ich mich nun für ein Tele-Objektiv interessiere und nun nach mehreren Wochen der Auswahl endlich für eines entschieden habe, kam immer wieder die Unbekannte „Crop-Faktor“ zum Vorschein. Selbst nach längerem lesen diverser Foren und Fachzeitschriften war mir der Begriff immer noch ein Buch mit sieben Sigeln. Nach dem Text oben nun endlich nicht mehr.

    Vielen Dank nochmals und machen Sie so weiter!

  27. Kann mir das mal bitte jemand anders erklären? ;-)
    Ich kenne meine D90. Ich kenne mein 300mm Objektiv. Wenn ich durch den Sucher schaue, weis ich was mich erwartet, sprich wie nah die Motive so herangezoomt werden.

    Nun möchte ich mir eine 500mm Festbrennweite kaufen und bei der D90 weis ich, was mich so erwartet, sprich wie nah so meine Motive sind.

    Also D90 (12,3 MP) + 500mm = Reh in der Mitte, schön groß
    D800 (36,3) + 500mm = Reh in der Mitte aber kleiner, weil mehr drumherum (wegen Vollformat)

    Jetzt kommt das was ich will, bzw. was ich verstehen will :)

    Jetzt habe ich bei einer D800 viel mehr Megapixel, als mit der D90. Wenn ich nun mit Photoshop einen Bildausschnitt des Rehs mache, damit am Ende so ungefähr wieder 12,3 MP herauskommen, dann habe ich doch mit einer neuen D800 bestimmt bessere Qualität der Aufnahme und auch diese Rehgröße wie bei der D90. Lieg ich da richtig?

    Wegen dem DX-Modus der D800 (ich habe die Kamera nicht, nur gelesen) habe ich somit bei einer Festbrennweite ein wenig Spielraum. Also ich bin auf der Pirsch, Reh ist weit weg, mache FX Aufnahmen, wähle schnell den DX Modus, mache weiter aufnahmen… hin und her je nach Motiv und Entfernung und zu Hause mit Adobe Photoshop kann ich dann entsprechend ein Bild nach meinen wünschen beschneiden und somit die Motive ohne Digitalzoom wieder größer machen und wenn man glück hat und auf der Pirsch war, sogar manchmal ein Reh das mal näher vorbeigerannt ist, mit den neuen 36,3 MP MP der D800 in bester Qualität erwischen.
    Also ich kann sozusagen wegen dem DX Modus mit meiner Festbrennweite ein wenig zoomen :)

    Seh ich das alles so richtig?

    Jedenfalls wird immer davon gesprochen, dass bei der Tierfotografie DX besser ist (weil man ja näher am Motiv ist). Das verstehe ich (wegen dem 1,5 Crop Faktor) aber wenn man doch mehr Megapixel mit FX (also bei der D800) hat, kann man doch seine aufgenommenen Motive die weiter weg sind wieder mit Photoshop größer machen. Man hat dann zwar keine (bei der D800) 36,3 MP mehr, aber die hälfte reicht wohl auch noch aus.

    Mir kommt aber nun noch ein anderer Gedanke.
    Eine D7100 mit 24,1 MP. Fast doppelt so viel wie eine D90. Wenn man mit der D7100 und 500mm ein Reh fotografiert, hat mein doch zum einen erst mal den 1,5 Crop-Faktor Verlust nicht und wenn man nachträglich das Bild wieder auf 12,3 MP herausschneidet (z.B. wenn das Reh in der Mitte noch etwas klein ist), dann hat man sozusagen noch mehr Zoom. Es ist ja dann alles noch kein Digitaler Zoom und somit kein Qualitätsverlust.

    Oder versteh ich jetzt mal wieder fast gar nichts? ;-)

    Gruß Petra

  28. Hallo,

    ich habe eine Frage bzgl. der Verwendung von Objektiven.
    Es kann sein, daß ich hier die falsche Adresse anschreibe – ich bitte Sie, meine Anfrage entsprechend weiterzuleiten.
    Vielen Dank im voraus.

    Ich habe eine Nikon DX5100, also eine DX-Kamera.
    Bisher habe ich verwandt ein Objektiv Nikon DX AF-S Nikkor 55-300 mm 4,5-5,6.

    Jetzt habe ich mir ein Tamron SP 40-300, 4-5,6 DI VC USD gekauft.
    Das ist ja ein FX-Objektiv.

    An einer DX-Kamera müßte ja durch den Formatfaktor von 1,5 die
    Abbildung/Objekte im Sucher größer sein als mit dem bisherigen DX-Objektiv.
    Man ließt ja im Internet, daß mit einem 300er FX-Objektiv an einer
    DX-Kamera die Abbildungsgröße wie ein 450er DX-Objektiv wirkt.

    Jetzt habe ich die beiden Objektive nacheinander an der gleichen D5100
    mit der Einstellung auf 300 mm probiert.

    Aber bei beiden Objektiven sehen die Größenverhältnisse im Sucher gleich
    aus.
    Das Tamron (FX) mit Einstellung auf 300 mm ergibt ein genau gleiche
    Objektgröße im Sucher wie das Nikon (DX) mit Einstellung auf 300 mm.

    Von einer vergrößerten Darstellung ist nicht zu sehen.

    Wie kommt das? Was ist zu tun?

    Vielen Dank für Ihre Antwort.

    Mit freundlichen Grüßen
    Peter S.

    • Hallo Peter,
      natürlich kannst du keine vergrößerten Darstellung durch den Sucher sehen, der Cropfaktor hat nichts mit dem Objektiv zu tun sondern mit dem Sensor der Kamera.

      Bei einer DX Kamera hast du einen kleineren Bildausschnitt als bei einer Vollformatkamera. Die Brennweite bleibt natürlich gleich aber 300mm wirken aufgrund des kleineren Sensors wie 450mm bei einer Vollformatkamera.

      Um einen Unterschied zu sehen müsstest du das in Tamron SP 40-300, 4-5,6 DI VC USD an eine Vollformatkamera wie die Nikon 600/610/750 anbringen .