kwerfeldein
18. Mai 2009 Lesezeit: ~2 Minuten

Retusche: Wo ist bei Euch die Grenze?

Dass wir mit Photoshop, Lightroom, Gimp und anderen Tools in Fotos eingreifen und sie verändern ist uns allen klar.

Landschaftsfotografen nutzen die Bildbearbeitung, um Tonwerte aufzubessern, Farben zu korrigieren oder z.B. den Himmel düsterer zu machen. Fashionfotografen retuschieren Fotos, um von Modelle von Hautunreinheiten oder anderen störenden Elementen zu befreien.

In Modemagazinen geht heute kaum ein Foto über den Tisch, welches nicht retuschiert wurde. So mancher Fotokünstler erstellt sogentannte Compositings, in der laternengroße Kochlöffel am Straßenrand stehen und überdimensionale Bügeleisen auf der Autobahn fahren.

Die Bildbearbeitung scheint „alles möglich“ machen zu können.

Doch wo ist die Grenze? Wann ist zu viel retuschiert, zu heftig manipuliert? Wo ist der Übergang von Realität zur Scheinwelt?

Eins ist sicher: Es gibt auf diese Fragen keine einfache Antwort. Die Fotografie ist zu komplex, die sind Möglichkeiten zu vielfältig und vor allem: Geschmäcker und Empfindungen unterschiedlich.

Ich selbst habe kein Problem damit, einen Himmel auszutauschen, Farben zu verändern und Bereiche aufzuhellen, abzudunkeln usw. Einen Pickel wegmachen oder Augen aufhellen – warum nicht? Doch wenn ich manchmal sehe, wie entstellt und ausperfektioniert so manches Modell in Fachzeitschriften aussieht, dann merke ich auch, dass ich das nicht mehr so gut finde.

Nun könnte ich hier weiter ausschweifen und begründen, was ich hier und dazu denke. Aber heute möchte ich Euch das Mikrofon-Monopol geben und danach fragen, wo Eure Grenze liegt:

Bildbearbeitung – Montage – Retusche: Wo ist bei Euch die Grenze?

Jede Meinung zu diesem Thema hat ihre Daseins-Berechtigung. Es gibt kein richtig oder falsch. Sagt, was Ihr denkt, ganz ehrlich und unverblümt.

Na dann legt mal lost! Ich denke, das kann eine spannende und (auch gerne) kontroverse Diskussion werden!

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56 Kommentare

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Netiquette: Bleib freundlich, konstruktiv und beim Thema des Artikels. Mehr dazu.

  1. Um mich kurz zu fassen. Ich beschränke mich bei meinem Photos auf Bildoptimierung. Dazu gehören höhere Kontraste, sattere odere garkeine Farben, aber auch die partielle Abdunklung oder Aufhellung eizelner Bildbereiche.

    Was ich selbst nicht mache, ist Objekte wegstempeln oder einen Himmel austauschen. Damit verändere ich das Bild was ich und meine Kamera gesehen haben und das möchte ich vermeiden.

    Aber diese Frage muss jeder für sich beantworten. Das Video oben jedoch hat für meinen Geschmack die Grenze weit überschritten.

  2. Die Grenze ist von der Aussage des Bildes abhängig. Umso mehr es sich um eine Dokumentation handelt, umso weniger Retusche ist erwünscht. Trotzdem muss jedem klar sein, dass fast alles, was in den Medien erscheint, für den Betrachter irgendwie „ansehnlich“ gemacht wird. Ganz ohne Verfälschung kann nämlich auch abstoßend wirken.

  3. Fotos wurden schon immer bearbeitet. Doch heutzutage ist so einfach wie nie zuvor.
    Grundsätzlich sage ich JA zur Fotobearbeitung! Aber wen es um Menschen Fotografie geht frage ich vorher nach ob und wie weit bearbeitet werden kann.
    Mir ist aber auch klar das wir damit eine Scheinwelt erschaffen womit einige, besonders Frauen, zu kämpfen haben. Viele wissen gar nicht was man mit PS etc. so anfangen kann.

  4. Ja nun, immer locker bleiben. Es kommt halt drauf an:

    – Reportage: So echt und authentisch wie möglich.

    – Auftragsfotografie: Was will der Kunde?

    – Der Rest dürfte dann Kunst sein. Was will der Künstler?

  5. Ich denke da kann es eigentlich keine Pauschalantwort geben. Ich glaube, dass die Antwort von Genre zu Genre, von Fotograf zu Fotograf und von Arbeit zu Arbeit anderns ausfallen wird.

    Ich würde hier auch klar einen Unterschied machen zwischen farblicher Retusche und Beautyretusche. Ersteres hat schon ohne die Hilfe digitalter Tools wie z.B. Photoshop in der Dunkelkammer durch gezieltes einsetzen verschiedener chemischer Vorgänge stattgefunden und soweit ich weiß hat man mit Beautyretuschen auch schon im analogen Zeitalter angefangen.

    Für mich persönlich ist es immer wichtig zu sehen, wo ich mich bei dem Bild bewege. Ist es ein Portrait, das genau die Persönlichkeit der abgebildeten Person widerspiegeln sollen halte ich mich mit der (Beauty-)Retusche sehr zurück. Gehe ich allerdings mehr in die Fashion-Richtung darf es auch mal etwas überperfekt sein.
    Ich denke das kann man alles nicht so über einen Kamm scheren. Es gibt einige Fotografen, die gerade mit der Grenze zum Surrealen ganz tolle Sachen machen und Fotografie, Photoshop und eventuell 3D-Renderings zu einem stimmigen Ganzen verbinden. Und auch extreme Beauty-Retuschen haben durch das absolute Makellose auch ihren Reiz und damit ihre Daseinsberechtigung.

    Wichtig ist in jedem Fall, dass Retusche nicht zur gesellschaftlichen Norm wird, d.h. immernoch als Stilmittel und nicht als gesellschaftlicher Anspruch zur Perfektion gesehen wird.

  6. Aaaalso:

    Wie ich in einem anderen Kommentar schonmal erwähnt habe, gehört für mich die Bildbearbeitung zum kreativen Prozess.
    Natürlich ist es schön, wenn ein Bild genauso wie man es sich vorgestellt hat aus der Kamera kommt, und man nur noch ein bißchen die Tonwerte verbessern muss. Mir macht es aber auch genausoviel Spaß ein Bild zu verändern/verbessern.

    Ich sehe da für mich nur eine ästhetische Grenze:

    Das Bild muß immer noch NATÜRLICH wirken. Das tun die von Dir angesprochenen Bilder auf z.B. TV Magazinen nicht, und wirken auf mich dadurch sehr kitschig.
    Das ist auch der Grund warum ich HDR Bilder (was ja auch eine extreme Form der Bildbarbeitung ist) fast immer kitschig und geschmacklos finde. Hab kürzlich mal eins auf flickr in s/w gesehen, das sah ganz cool aus.

    Fazit also:
    lospixeln was die Software hergibt. Aber mit Stil ;)

  7. Also ich bin immer auf der Suche nach „dem“ Foto, welches ich gar nicht mehr bearbeiten muß. Die Grenzen sind bei mir âllerdings fließend. Es gibt Fotos, die mich auf irre Ideen bringen und da gibts schonmal Hobbyabende mit haufenweise Verfremdungen und Montagen. Das ist allerdings eher die Ausnahme. Objekte wegstempeln finde ich gar nicht schlimm, wenn ich mir vorstelle, wie oft ich irgendwelchen Müll vor tollen Motiven übersehe…

  8. Ich finde es irgendwie sehr schade, dass die digitale Bildbearbeitung heute einen so starken negativen Beigeschmack hat und wir uns offensichtlich dafür schämen (müssen), wenn unsere Bilder nicht so aus der Kamera kommen, wie wir sie uns vorstellen, was btw. in vielen Fällen einfach nicht möglich ist.

    Egal ob analog oder digital: viele große Fotografen haben einen ganz markanten Bildbearbeitungsstil, der sie unverwechselbar macht. Für mich persönlich sind damit Fotografie und Bildbearbeitung untrennbar miteinander vereint; eben, weil es da draußen viele Fotografen gibt, die ganz spezielle und eigenen Tonungen haben, die kein anderer Fotograf hat.

    Ich finde es schlimm, dass die Bearbeitung zwangsweise so hingestellt wird als würde sie nur die Unfähigkeit des Fotografen kompensieren. Die wenigsten da wertschätzen, dass Photoshop unsere kreativen Möglichkeiten erweitert und damit ganz maßgeblich zum kreativen Prozess beiträgt.

  9. @Martin:
    Leider in sehr vielen Diskussionen (nicht auf deinen Eingangspost bezogen). Verfolgt man diese und die Reaktionen seitens der Fotografen hat man immer das Gefühl sie müssten sich für den Einsatz von Photoshop rechtfertigen, als wäre es etwas schlimmes.
    Bildbearbeitung wird leider von vielen durch die Tatsache abgewertet, dass es digital sei und demnach jeder könne. Ich selbst sehe Photoshop in einer Linie mit Programmen wie etwa Adobe Illustrator oder C4D – Werkzeuge um die eigenen kreativen Ideen auszudrücken. Jeder kann sich Adobe Illustrator irgendwo runterladen; das macht ihn aber noch lange nicht zu einem guten Grafiker oder Illustrator. Genauso wie in diesen benachbarten Diziplinen ist es das künstlerische Verständnis für Farbe, Bildwirkung & Co, das den Unterschied zwischen Effekthascherei und solider Bildbearbeitung ausmacht.

    • @Kosmow: Jupp, da gebe ich Dir recht. Leider werden solche Diskussionen häufig sehr polarisierend eingeläutet und unter einem Schwarz/Weiss-Verständnis von gut/schlecht und richtig/falsch geführt. Das führt dann meistens dazu, dass man sich gegenseitig den schwarzen Peter zuschiebt und am Ende keiner wirklich etwas daraus ziehen kann… Häufig bekommt die Bildbearbeitung dabei einen faden Beigeschmack und wird dadurch eher in die „Ecke“ gestellt. Ich selbst sehe die Bildbearbeitung ebenfalls als einen weiter Möglichkeit, mich kreativ zu betätigen, aber ich kenne ebenfalls meine Grenzen… Hm…

  10. Kurz gesagt, ich fotografiere in RAW und bei der „entwicklung“ möchte ich auf meinem PC eigentlich nur das machen, was ich auch in einer echten Dunkelkammer machen könnte.
    Also kein verschmelzen von verschiedenen Belichtungen oder so spielereien.
    Eventuell noch mit dem Stempel etwas Dreck wegmachen, der sich auf dem Objektiv oder dem Sensor festgeklebt hat, aber das wars dann auch.
    Leider finde ich, dass (vor allem im Internet) extrem viele Bilder sehr unnatürlich aussehen. Mag zwar auf den ersten Blick nett sein, aber dauerhaft dafür Begeistern könnte ich mich nicht, geschweige denn sowas in meiner Wohnung aufzuhängen.. oft sind die Fotos schon an der Grenze zu Kitsch mit zu vielen Farben im Himmel usw.

    Hoch lebe Adobe Photoshop Lightroom ;)

    Grüße, Johannes

  11. Ach ja – eine weitere Anwendung finde ich genial: Panoramafotos stichen, mit zB Hugin.
    Aber ob das unter „Bildbearbeitung“ im klassischen Sinn fällt ist auch noch mal ne andere Frage.

  12. Ich glaube schon das eine digitale Nachbearbeitung zum Handwerk dazugehört, Begriffe wie Abwedeln oder Nachbelichten kommen ja aus der analogen Dunkelkammer, gehörten also damals schon dazu. Jeder wie er mag – ich lege mich nicht fest solange mir die Bilder gefallen ist alles gut. ^^

  13. Die Frage ist, ob immer perfekte Bilder und Fotos erstellt werden müssen? Vielleicht ist ja irgendwann der Punkt erreicht, an dem man diese Perfektion über hat und wieder den Reiz an natürlich wirkenden Bildern, von mir aus auch mit allen Unzulänglichkeiten und Mängeln findet.

  14. So, nachdem ich hier bereits oft und gerne deine Blog Posts gelesen habe, möchte ich mich hierzu auch mal zu Wort melden:

    Im Großen und Ganzen vertrete ich da eine ähnliche Meinung wie wax.
    Ich arbeite sehr gerne mit Lightroom und beschränke mich dabei auf die Optimierungsmöglichkeiten, die mir LR für genau ein einziges Bild bietet. Ich habe nichts gegen Verlaufsfilter oder Adjustment Brush. Ich finde, damit interpretiere ich die Information, die mir die Kamera gibt, meinen eigenen Vorstellungen und Gefühlen entsprechend.
    Deshalb möchte ich auch keine Bildelemente entfernen oder hinzufügen (das Entfernen von Sensordreck möchte ich da mal ausschließen) oder Bilder kombinieren. Der Augenblick, den das Bild dann wiedergeben würde, entspräche dann meiner Meinung nach nicht mehr dem Augenblick, den ich beim Fotografieren festhalten wollte und mir teilweise viel Mühe mit dessen Auswahl gegeben habe.
    Ziel sollte dabei meistens sein, dass das Foto noch halbwegs natürlich wirkt, was meines Erachtens nach nicht bedeuten muss, dass es so aussieht, wie die Realität zum Aufnahmezeitpunkt vor Ort. Ich finde, das sind zwei Paar Stiefel; wobei das auch viele Leute anders sehen, was ich auch nachvollziehen kann. So hat zum Glück jeder seine eigenen Präferenzen in der Hinsicht.

  15. Ist es nicht so, „erlaubt ist was gefällt“? Bei meiner Bearbeitung, die ich auch meist in LR absolviere, versuche ich die Bilder zu optimieren bzw. Unzulänglichkeiten sei es meinerseits oder die der Kamera (die ja auch nur macht was ich ihr sage) auszugleichen. Jedoch kann es auch sehr spaßig sein, ein Bild komplett zu entfremden so dass etwas ganz anderes daraus entsteht was nichts mehr mit dem Originalbild zu tun hat.

    Es ist wie in allen Bereichen der kreativen Gestaltung: was dem einen gefällt stößt dem anderen auf. Schönheit liegt im Auge des Betrachters und man sollte sich in seiner Kreativität kein Dogma auferlegen lassen.

  16. Das Thema kommt ja immer wieder auf.. und da wird man nie zu einer allgemeingültigen Antwort kommen. Erlaubt ist halt, was gefällt, und jedem gefällt etwas anderes… und es kommt natürlich immer auf die Intention an.

    Du erwähnst ja z.B „Himmel austauschen“.. in einem Atemzug mit aufhellen/abdunkeln. Für mich ist „Himmel austauschen“ schon ein ganz derber Eingriff. Ich will damit nicht sagen, dass ich das nie machen würde.. aber für mich ist das (von dem Grad der Manipulation her) eine größere Montage, als würde man einem Menschen eine komplett neue Frisur geben.

    Hie und Da etwas Abdunkeln im Himmel.. die Gradiation dort manipulieren, um den Wolken mehr „Schmackes“ zu geben und ähnliches, okay. Mehr Sättigung eventuell… okay. Aber selbst da habe ich manchmal schon Bauchschmerzen. Es tröstet mich ja da manchmal, dass der Himmel oft eh nicht „unmanipuliert“ einzufangen ist bei einem Landschaftsfoto, da man entweder eh einen Grauverlaufsfilter draufschrauben muss oder halt nachher mit den Folterwerkzeugen der EBV ran muss, da der Helligkeitsunterschied zwischen Landschaft/Himmel oft so krass ist, dass man das ganze zusammen eh nie so „out-of-cam“ abbilden kann, wie man es selbst mit den eigenen Augen gesehen hat (oder glaubt, gesehen zu haben).

  17. meine grenzen sind mein wissen, koennen und wirkung.
    wenn ich die wirkung ohne ebv in meinem bild erreicht habe, super! falls nicht, schade!? ne…den naechsten halben tag keine langeweile juhuu :-)
    was mich stoert ist dass die konzertfotografie zur reportagefotografie zaehlt. jaja das schlechte gewissen. ;-)

    ich will meist nur dass zeigen was ich gesehen und gefuehlt habe oder eben meine fantasie.

  18. Gerade bei der Abbildung von Menschen ist die Grenze schon längst überschritten – was nicht retuschiert ist, wird kaum mehr als schön empfunden.

    Besonders krass finde ich, wie schon unser Nachwuchs mit dieser Ästhetik geimpft wird. Bei einer „junggebliebenen“ Kollegin habe ich aus dem Zeitschriftenstapel auf dem WC eine Bravo Girl gefischt und die Bilder waren meist ebenso künstlich wie die Plastikpuppen auf Fernsehzeitungen – und das bei einer Zielgruppe, bei denen die Pubertät eh auf die Haut geht.

    Well, irgendwo müssen die Minderwertigkeitsgefühle ja herkommen, wegen derer man teures Make-Up kauft. ;)

  19. Ich finde die Fragestellung an sich schon sehr konservativ.

    Die Fotografie war noch nie, wie trotzdem oft und gern behauptet wird, ein objektives Medium. Sobald wir durch den Sucher schauen und komponieren, sobald wir entscheiden welche Objekte scharf, hell oder dunkel sind, aus welchem Winkel wir fotografieren oder welche Einstellungen wir an der Kamera tätigen: Es ist immer nur unsere Sicht der Dinge, aber niemals die Realität.

    Natürlich kann man argumentieren, dass Pressefotografie objektiv und deswegen möglichst gar nicht retuschiert sein sollte, aber man kann einem Bild sowieso nicht vertrauen.

    Also: In meinen Augen gibt es keine Grenze, die man hier überschreiten kann. Seit dem Beginn der Fotografie wurde geschummelt und schon in der Malerei wurde beschönigt und stilisiert.
    Es ist immer die Entscheidung des Künstlers!
    Retusche ist Gestaltungsprozess.

  20. Abwedeln, Nachbelichten, Schärfen usw. – alles altbekannte Techniken aus der analogen Dunkelkammer, vor denen ich nicht zurückschrecke. Lediglich wenn der Inhalt, der Sinn des Bildes manipuliert wird, habe ich Bedenken.

  21. Im grossen und ganzen ist es doch immer eine Geschmackssache und was man erreichen möchte.
    Bei meinen Composings und Montagen gehört die Bildbearbeitung natürlich dazu, nur so komme ich genau zu dem Ergebniss, das ich möchte.
    Auch bei meinen Modelbildern retuschiere ich viel, weil ich eben einen bestimmten Look haben will. Mir geht es hier nicht um die natürlich Darstellung der Personen.
    Anders ist es, wenn ich Makros mache, da drehe ich evtl. ein bisschen an den Reglern in Lightroom, aber das wars.
    Eine Grenze wird für mich dann überschritten, wenn man nicht sagt, dass ein Bild retuschiert ist, sondern es als „Original“ hinstellt, obwohl es falsch ist. Dann wird das ganze nämlich zur Manipulation…

  22. Meiner Meinung nach liegen die Grenzen die nicht überschritten werden sollten nicht fest sondern sind fließend und dem Zweck des Bildes angepaßt.

    Also zum Beispiel (letztes Jahr gesehen) ein Bild einer Eisenbahnstrecke bei dem der Zug durch eine Computermaus dargestellt wird kann für Werbezwecke durchaus wirksam und gut sein.
    Wenn ich aber zum Beispiel selber nach Kenia fliege und da an einer Safari teilnehme, mir aber kein Löwe begegnet und ich dann das Bild eine Löwen aus dem Zoo in meine afrikanische Steppenlandschaft reinklone wäre es mir zu „gelogen“.
    Stemple ich aber aus meinem Urlaubsbild die störende Oberleitung aus der Ecke raus finde ich das noch in Ordnung (an manch einer Stelle kann man einfach nicht noch zwei Meter weiter nach vorne gehen um die Oberleitung nicht mehr im Bild zu haben :D)

    Modefotografie hat meiner Meinung nach die Grenze allerdings schon langsam weit überschritten – da muß man sich ja manchmal fragen wie ein halbwegs normal gebauter Mensch noch in die Klamotten passen soll die da vermarktet werden sollen – wer weiß vielleicht wollen die gar keine Klamotten verkaufen, vielleicht ist das nur der dezente Hinweis, dass man die mal mit einer Ladung Schokolade versorgen soll, weil sie sonst vom Fleische fallen :D

    Von Fotos die für eine Dokumentation aufgenommen worden sind erwarte ich dagegen schon, dass sie nicht wesentlich bearbeitet sind (klar, der fratzen schneidende Bengel kann dann vielleicht noch aus dem Bild geschnitten werden, aber wenn die Doku z.B. was von monsunartigen Regenschauern erzählt und die Gegend auf knochentrocken getrimmt wurde ist das irgendwie am Zweck vorbei)

    Wetter „austauschen“ würde ich nicht mal bei meinen Urlaubsbildern – dann schon eher während der Aufnahme dafür sorgen, dass man nicht zuviel vom Wetter sieht.
    Andererseits aus zwei Bildern eins machen um ein besseres Gesamtwerk zu erhalten (also z.B. Mondschein extra belichten und dann mit dem eigentlichen „Gegend“-foto kombinieren wäre schon wieder in Ordnung, weil ich da eigentlich eher etwas korrigiere was meine Augen können, mein Knipskasten aber nicht).

  23. Anfangs dachte ich, dass die nachträgliche Bildbearbeitung nicht richtig ist, da es nur auf das fotografieren ankommt. Nach einigen Gesprächen mit einem Freund habe ich dann gemerkt, dass es eigentlich nur ein schwerpunktmäßiges entwickeln ist.
    Trotzdem überarbeite ich die Bilder nur gering und veränder vom Kontrast, der Helligkeit oder der Farbsättigung.
    Meiner Meinung nach ist rausretuschieren oder feste Inhalte des Bildes umzugestalten schon an der Grenze.
    Wenn ich was im Bild habe, was über Bildausschnitt nicht abzuändern ist, lasse ich es drin. War dann halt mein Fehler.
    Aber wie gesagt, dass sind nur die aktuellen Ansichten von mir. Die können sich mit der Zeit auch verändern.

  24. Im Grunde habe ich ja nichts gegen Bildbearbeitung, nur in manchen Fällen sollte man anschließend von dem Wort Fotografie Abstand nehmen ;-)

    Ich habe mich schon immer für eine Kennzeichnung bearbeiteter Werke eingesetzt und tue das noch. Außerdem finde ich die Stellung der GDT zu diesem Thema gut, die z.B. bei Wettbewerben ganz klare Regeln zur Bildbearbeitung vorgibt. Habe auch schon darüber gebloggt: http://photoappar.at/bildmanipulation/

  25. Ich denke das ist nicht einfach zu beantworten und schliesse mich vielen Kommentatoren an. Richtig oder Falsch liegt einwandfrei im Auge des Betrachters.

    Für mich persönlich ist es wichtig das das Endresultat Glaubwürdig ist. Techniken wie Austauschen von Himmel oder so sind für mich in der Landschaftsfotografie absolut Tabu. Ich beschränke mich lediglich darauf das was schon da ist zu verbessern. Farben, Kontraste oder Schatten aufhellen wo nötig.
    Ich hab‘ einmal aus Spass mit mit der neuen Transformationsfunktion in Photoshop rumgespielt, und obwohl das Endresultat deutlich besser als das Original, bzgl. der Komposition war, kommt für mich sowas nicht in Frage.

    Andererseits habe ich kein Problem damit Sachen verschwinden zu lassen, die ich beim Fotografieren nicht verhindern konnte. Irgendein Müll, ein Haus, Menschen oder was auch immer können schonmal verschwinden.

    Ab und zu mache ich mal ein paar Portraits für Freunde oder so, und da lasse ich schonmal den einen oder anderen Barstoppel oder Pickel, oder sowas Verschwinden.

    Ich finde personlich diese ganze übertriebene Retouche im Beautybereich total pervers, weil es etwas Zeigt was schlicht und einfach nicht existert. Die Model sind so schon schön genug, da muss nicht gleich ’ne Barbie Puppe draus machen. Kleinere Retuschen find‘ ich ok, aber Beine und Hälse länger machen, Bäuche dünner, Augen vergrössern etc. empfinde ich als total unangemessen. Schlimm sind auch die kulturellen Folgen von so einem künstlichen Schönheitswahn, da hier viele junge Mädchen und Frauen versuchen genau sowas zu erreichen, was aber logischerweise nicht geht. Ich glaube aber schon das die Fotografen die solche Arbeit leisten, das nicht tun weil sie es selber gut finden, sondern weil es einfach von der Industrie verlangt wird.

  26. Ja, dieses Thema hatte ich neulich auch aufgergiffen, nachdem du hier den Beitrag zu Jim Raketes Video veröffentlich hast:
    „Wie stark darf eine Retusche sein?“

    ich hab mich da selbst etwas länger darüber ausgelassen:
    http://www.juern.de/?p=284

    Aber hier mal die Kurzform:
    Ich finde es legitim, bestimmte Veränderungen an einem Bild vorzunehmen, um eine Aussage oder ein Gefühl zu unterstützen.
    (Das natürlich nur, wenn es sich NICHT um dokumentarfotos handelt, die sollten NICHT angerührt werden) Die Frage ist halt wirklich – wann ist es nur „Nasepudern“ und wann ist es „plastische Chirurgie“?

    Man sag natürlich „ist doch okay“, wenn man die Farben an einem Bild ändert. Doch ist das immer „okay“? Dadurch kann die Bildaussage auch extrem verfälscht werden. Aus einer Mittagssonne wird eine Abendsonne… Und damit ist das Foto eigentlich nicht mehr das, was man aufgenommen hat.

    Ich persönlich bin so ein „Verbrecher“, der im Auftrag von Kunden im Agenturalltag perfekte Schönheiten inszenieren, oder Composings machen soll.
    „Nehmen sie doch bitte das Auto von Bild A, den Herrn aus Bild B – aber mit dem Kopf aus Bild C und stellen sie das ganze vor einen Hintergrund, den sie sich aus Bild D,E,F,G und H zusammenbauen. Achso – und die Frau aus Bild J bruachen wir noch – aber bitte mit etwas größerer Obwerweite und die Farbe des Kleides nicht ganz so knallig – vielleicht eher in unserem CI. Orientieren können sie sich an Bild Z aus der Werbekampagne von Firma Schnickenfiddich, die gerade überall zu sehen ist.“

    Da möchte man manchmal am liebsten schreiend durch’s Büro rennen =)

    Prinzipiell find ich auch starke Bildmanipulation auch okay, aber dann sollte man nicht suggerieren wollen, dass es eine Abbildung der Realität ist – oder die EBV so übertreiben, dass man erkennt, dass es bearbeitet wurde. Ein schönes Beispiel ist da das Bild vom „realen“ Homer Simpson. Sieht echt aus – aber durch die comichafte Übertreibung sieht man, dass es „shopped“ (order sogar gerendert) ist
    http://www.katyvasz.hu/wp-content/uploads/2009/03/the-real-homer-simpson-realistic-photoshop.jpg

    apropos – die „Sache“ mit der Bildbearbeitung würde ich auch auf Renderings beziehen =)

    J-C

  27. das was man in einer dunkelkammer machte, bemühe ich mich nicht zu überschreiten.
    meist fällt mein augenmerk doch auf die kleinen dinge des alltags und dann überlege ich mir schon im vorfeld, wie ich das so ablichten kann wie mein auge es wahrnimmt.
    und ab und zu spüre ich ein kribbeln in den fingern, wenn ich ein – für mich – deklariertes ausschußfoto auf meinem bildschirm sehe, dann drehe und schiebe ich gern mal an den reglern in LR und freue mich, wenn ich ein „Kunstbild“ erschaffen habe.
    staub und fusseln auf einer weißen fläsche stempel ich schon weg, weil ich meist vergesse den sensor zu reinigen, aber ein ins bild hängender ast lass ich da und gehe das bild lieber noch mal machen und nehm jemand mit, der den ast aus ‚em blick hält.

    und dann gibt es die Kunstbilder – die auf ganz hohen Nieveu bearbeitet wurden. die mit zischtausend Ebenen, übereinanderlagerungen, wegstempeln und hinzufügen, austauschen und leuchten wo keine spots waren oder dunkelheit schaffen, wo die sonne schien – für die Macher solcher Werke habe ich Respekt und Anerkennung. das sind begnadete Künstler in meinen Augen.
    und das ausgangsmaterial ist ein oder mehrere Fotos, die so entstanden sind, dass sie diese weiterentwicklung vollziehen können.

  28. Ich beschränke mich bei meinen Arbeiten auch auf die Bildoptimierung bzw. Bearbeitung. Solch eine Bildmanipulation würde ich nie im Leben machen. Ich finde es dem Menschen gegenüber einfach nicht würdig. So wie man ist, ist man einfach und gerade das macht uns ja aus und einen Menschen persönlich. Wenn bei Models der Bauch noch dünner retuschiert wird, alle Fältchen entfernt werden usw., da hört es für mich auf..

  29. Eine weitere interesssante Frage in diesem Kontext wäre dann wo man die Grenzen in der Beauty-Retouche zieht? Für mich macht es keinen großen Unterschied, ob das Gesicht nun mittels Photoshop verfremdet wird oder durch Make-Up. Beides sind Hilfsmittel, die verfremden und verfälschen.

  30. Es gibt gleich Geld für’s Phrasenschwein, aber es passt..

    In der Kunst ist (fast) alles erlaubt..
    Ich finde es beeindruckend, was möglich ist und finde es keinesfalls verwerflich.
    Erlaubt ist, was gefällt, finde ich.

    Es ist in der Form sicherlich aber nicht klug, ein Idealbild einer Frau zu zeichnen, an dem sich die 16jährigen messen werden, denn damit schafft man (nachgewiesen) Probleme wie Anorexia oder Bulimie.

    M.

  31. Ich denke, dass das Ganze vielleicht eine ganz andere Frage ist. Eine Frage des „Zeitgeistes“ und der Gesellschaft.

    Der Mensch strebt immer nach Perfektion und nach Unerreichbarem. Die Fotografie bildet unbarmherzig die Realität ab – manchmal auch eine Realität, die leicht verzerrt ist – auch durch den Rezipienten. Körperfalten, die entstehen, wenn man den Körper „verdreht“ werden als Speckröllchen wahrgenommen. Und im kritischen Blick der Zeit ist das ein „No-Go“ – also muss es weg. Hm – das geht also – na dann kann man sicher auch die Makel entfernen, die man eh schon nicht an sich leiden kann. Und schon entsteht ein Idealbild, was SO eigentlich nur im Kopf des Bearbeiters / des Kunden existiert.

    Ich weiß nicht, wie oft ich mir als Bearbeiter den Mund fusslig geredet habe, weil ich die gewünschten Veränderungen „falsch“ fand. Gerade Frauen unterliegen da (gesellschaftlich) einem extremen Perfektionszwang, den sie unerbittlich „durchboxen“ wollen, wenn sie einmal sehen, was EBV-mäßig möglich ist. weigert man sich, dann ist das gleich ein „Scheißbild“. Selbst Frauen, die ich mit dem digitalen Skalpell nicht anrühren würde, weil sie perfekt proportioniert sind – (er-)finden Makel an sich, die scheinbar nicht verkraftbar / hinnehmbar sind.

    Wo da die Ursache zu suchen ist – keine Ahnung, kommt mir vor, wie die Frage nach Huhn oder Ei.

  32. Bei der Portraitfotografie zum Beispiel muss man leider des öfteren etwas mehr returschieren. Der Sinn dahinter ist ja der, dass man den Menschen vor der Kamera in ein gutes Licht bringt, und da stören Augenschatten & Pickel (Also jetzt primär hautbezogen gesprochen). Was ich jedoch niemals entferne sind Muttermale und Leberflecken, sie gehören einfach zu dem Menschen, pickel nicht ;)
    Jedoch tu ich das ganze in einem gewissen Maß der Natürlichkeit. Die Persönlichkeit und die Einzigartigkeit jedes Gesichts soll da noch vorhanden sein.

  33. Das ist eine gute Frage. Ich persönlich finde dass oft bei den Augen zu viel retuschiert wird. Auch die Haut schaut oftmals unnatürlich und unecht aus. Natürlich ist das Entfernen von Hautunreinheiten etc. was Anderes *find*, aber wenn die Haut wie die einr Puppe ausschaut, das ist einfach zu viel.
    Mag sein dass es ein Unterschied ist, ob nun privat oder whatever.
    Meine Meunung :-)

  34. Ich bin grundsätzlich gegen eine übermäßige Nachbearbeitung. Als ich vor ein paar Monaten anfing, habe ich aus jedem meiner „speziellen“ Fotos versucht ein Kunstwerk zu machen, indem ich an den Farben drehe, schärfere Kanten erzeuge, etc.
    Irgendwann war mir das alles aber zu viel, weshalb ich einfach damit aufgehört habe, um mir selbst eine Grenze zu stecken und zu sehen, was passiert. Ergebnis: Ich bin höchstzufrieden mit den Bildern, die ich jetzt produziere – inzwischen lade ich nur noch Zeugs auf meine flickr-Seite, das genau so der Kamera entsprungen ist.
    Und irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich kreativer geworden bin, seit ich aufgehört habe, nicht so tolle Fotos „schöner“ zu machen. Ich drücke jetzt einfach sooft den Auslöser und spiele an den Einstellungen der Kamera herum, bis ich zufrieden bin.

    Aber Ausnahmen mach ich trotdem: Bei der Jugendweihe meiner kleinen Schwester hab ich leicht nachbearbeitet, um das ganze märchenhafter aussehen zu lassen.
    Beim Menschen fotografieren ist es sowieso schwer, mehrere Minuten an der perfekten Bildkomposition zu arbeiten ;)

  35. Ich muss ehrlich sagen das ich diese ganzen bearbeitungs-diskussionen einfach nicht nachvollziehen kann.
    Du hast mal dieses schöne Zitat gebracht „wo bildmanipulation anfängt“…
    Interessant finde ich das diese Diskussion nur bei Fotografie zu finden ist.. über eine komplett durchretuschierte Anzeige regen sich alle auf aber in nem StarTrek-Film habe ich noch keinen erlebt der aufgestanden ist und sich beschwert hat „Jetzt wirds aber unrealistisch!“

    und zum abschluss das wunderbar altkluge „Der Zweck heiligt die Mittel.“ :)

  36. Krass, wie weit man mit Photoshop gehen kann. Ich find es nicht schlimm, solange es seinen Zweck erfüllt ist es ok. Bei retuschierten Models kommt das Wort „ungerecht“ dem ganzen vllt. näher. Es gibt so viele Bildhübsche Mädchen, da braucht man keine „verzogenen Bratzen“ zu retuschieren.

  37. Die Bildbearbeitung fängt doch schon bei der Aufnahme an. Mit der Blende, ISO und Verschlusszeit bestimmen wir die Helligkeit eines Bildes. Da kann eine eigentlich schon dunkle Wiese plötzlich nochmal hell erscheinen. Einen Himmel den wir mir als grau sehen, ist bizarr blau.
    Mit einem Polfilter, Verlaufsfilter kann ich auch ein Bild im Vorfeld manipulieren. Und ein Blitz verändert ebenfalls das Bild.
    Auch die Perspektive und der Ausschnitt verleitet bei einem Photo den persönlichen Charakter. Eine Blume am Wegesrand kann schön romantisch sein, sieht man aber daneben den Dreck und vielleicht noch verarmte kranke Menschen, bekommt der Eindruck den wir bekommen eine ganz andere Note.

    Bildbearbeitung ist ein Teil der Bildgestaltung, die mit der Aufnahme des Bildes beginnt.
    Für mich gibt es kein Bild ohne Bildbearbeitung.

  38. Also ich mache nur leichte Korrekturen: Sättigung, Kontrast, Helligkeit, Schärfe/Weichzeichner.
    Wenn ich einen guten Effekt haben möchte arbeite ich noch mit Fremdfarben. Montiert wird aber nichts!

    So long

  39. Die digitale Bildbearbeitung war damals eine Revolution, was die Dunkelkammer in den Laboren völlig ersetzt hat. Ich habe das Farbfiltern aus dem Labor gelernt. Wenn ich daran denke das ich mit Pinsel und Eiweißlasurfarben abgestempelt habe anstatt mit der Maus, ist das schon zwei große Unterschiede.
    Das Abstempeln war auch dafür da, Fussel aus dem Bild zu entfernen die durch Belichtung unerwünscht mit drauf sind. Klar ist das ein Vorteil auch mal Pickel usw. zu entfernen, aber der spaß hört wirklich auf, bei Verfremdung und Montage. Wie RALF JÜRGEN STILZ so schön gesagt hat „nur in manchen Fällen sollte man anschließend von dem Wort Fotografie Abstand nehmen“. Was in der Mode Welt verkauft wirk ist schon pervers. Ich kann noch damit leben, das ich ein Burger bei Mc Donald’s niemals so bekomme wie auf dem Bildern. Alles andere ist wirklich Veraschung! Ich finde es schon traurig dass ich heute nicht mehr ein Bild vertrauen kann, ob es Echt oder Fake ist, was in der Analogen Fotografie ein ganz anderer Stellungswert für mich hat. Was noch trauriger ist, das Fotografen sich nicht mehr so viel Mühe geben bei der Aufnahme, wenn Sie schon vorher wissen, wie sie es mit Photoshop ausbügeln können (diejenige dürfen sich freuen, die Arschkarte zu bekommen). Bei Kunstfotografie ist wirklich alles erlaubt, man kann die Ergebnisse auch wirklich genießen. Bei einen Bild wo ein Ufo abgelichtet wird, da kann ich nur ein lachanfall bekommen.
    Trotzdem, wir lieben Bildbearbeitungsprogramme, weil sie unsere Arbeit mit Bilder erleichtern :)

  40. Blogartikel dazu: Extreme Photoshop-Retusche – Aus alt mach neu

  41. Schön, meinen ersten Senf auf kwerfeldein.de dazugeben zu können.

    Als Fotografie-Neuling und Musik-Altling habe ich folgende Meinung:

    Entscheident ist meiner Meinung nach das Auge (=das Ohr) des Betrachters und des Producers (=Fotograf, =Produzent, =Musiker, =Komponist).

    Der Producer will (oder sollte meiner Meinung nach) Gefühle transportieren.
    Egal, ob man das Bild (=das Musikstück [denkt an Remixe!]) verfremdet, verzerrt, filtert, nachbelichtet, oder wie im Vid oben: heavy retuschiert. Wenn der Producer das so sieht, ist es ok. Ob es einem gefällt, ist eine andere Sache.
    (Obwohl, das Video ist l’art pour l’art. Gehört also nicht ganz in diese Diskussion, es dient meiner Meinung nach einem anderen Zweck…)

    Ich für meinen Teil versuche eine Stimmung (im besten Falle die, die ich beim Entdecken eines Ortes, beim Sehen eines Irgendwas, beim ersten Hören eines Songs) empfunden habe, mit der Aufnahme UND der Nachbearbeitung zum Betrachter zu transportieren (bei Bässen/Bass-Tracks fällt mir das eindeutig leichter…)

    Kurzum: Emotion. Emotion. Emotion.
    Scharf? Unscharf? Nachgezogen? B/W? Farbkorrektur? Kontrast? Gestempelt? Verfremdet? Crop? Filter?

    EGAL.

    Emotion.
    P.S. Kann sein, daß ich irgendwann auf Nachbereitung verzichen kann, weil ich meine Technik verbessert habe, und ich Dinge so fotografieren kann, sodass sie nachher so aussehen, wie ich sie in diesem Moment gefühlt habe… Schön wärs.

    Bassig Benjamin

  42. Also so das Standartprogramm in Lightroom: Sättigung, Kontrast, Nelichtung…
    Dann eventuell noch mit Photoshop ein paar sachen zB Bei Gruppenfotos: zwei übereinanderlegen und dann schwarze ebenenmaske… .
    Zum Schluss noch ein bisschen Kontrollieren ob keine Flecken da sind und dann FERTIG!

    Das da im Video gehört verboten! Das wirkt nicht mehr natürlich, obwohl das Ergebniss sehr krass ist. Wenn man das Original kenn… ;-(

    Grüße
    Flo

  43. @ Florian Rogner:
    „Das da im Video gehört verboten!“ – ich kann schon verstehen, dass man so etwas nicht gut heißt – aber „verbieten“? Das Video an sich ist ja auch nur eine Karikatur dessen, was möglich ist. Eben UM zu zeigen, wie man vorgeführt wird.

    Letztendlich ist es so, dass „spätestens“ für Geld alles erlaubt ist ;) Der Kunde wünscht, der Kunde zahlt – der Bearbeiter tut – trauriger Agenturalltag.

    J-C

  44. Ich versuche grundsätzlich, wirklich invasive Bearbeitung (wegstempeln etc.) auf ein Minimum zu beschränken. Was ich eigentlich immer mache, ist eine Anpassung von Kontrasten und Farben und kleine Korrekturen wie Pickel, Augenringe aufhellen etc.
    Dabei gilt für mich bei Portraits aber immer: Die Person mit ihren Ecken und Kanten muss erkennbar sein. Die klassischen Mode/Werbefotografieeingriffe (Augen größer/weiter auseinander/Lippen voller, Wangen schmaler…) mag ich bei meinen Bildern nicht haben. Zumal ich ja auch meistens Menschen fotografiere, die ich kenne und mag, wie sie sind.

  45. ahoi,

    also was Retusche/Bearbeitung usw. angeht finde ich kommt es auf die Grundausrichtung an.
    Will ich etwas im weitesten Sinne Dokumentieren, will ich bestehende „Schönheit“ festhalten und herausheben. Da sind meiner Meinung nach nur die Basics drin! Realistische Darstellung eben.
    Oder will ich etwas neues schaffen?
    In der Kunst ist ja bekanntlich fast alles erlaubt.
    Das kann man jetzt gut finden oder nicht.
    Ergebnisse sind immer Geschmacksache ob eher natürlich oder völlig unnatürlich.
    Ich persönlich steh gar nicht auf überzogen leuchtende Farben oder faltenlose glatte Gesichter mit nachgetönten Apfelbäckchen. Es gibt soviel „Schönheit“ zu entdecken! Warum so maßlos übertreiben und immer nur nach der vermeintlichen Perfektion streben?

    Grüße, Ilana

  46. Hallo,

    ich finde, zu dem Thema gehoert noch eine andere (meiner Meinung nach wichtige) Information:
    Wird denn angebeben, ob das Bild manipuliert ist?

    Wenn ich an meinen Bildern arbeite, halte ich es so, dass ich die Bilder, an denen ich mehr als nur Grundeinstellungen aendere, als manipuliert markiere.
    Damit zeigt man der Welt, dass es kein reales Abbild mehr ist.
    (Okay, die Farben sind wahrscheinlich nicht 100% gleich, aber
    alle Dinge sind noch da, wo sie waehrend der Aufnahme auch
    waren…)

    Und genau dass passiert bei den ganzen Magazinbilder nicht. Wenn alle Leute wissen, dass die Bilder ohne Photoshop ganz
    anders aussehen, dann wuerde sich auch keiner mehr die heile
    Welt aus Photoshop als Vorbild nehmen.
    Leider ist diese Info noch nicht bei allen Leuten angekommen :-(

    Alles Gute,
    Marc

  47. Für mich gibt es nur eine relevante Einteilung:

    – Dokumentarische Fotografie: Finger weg, maximal Tonwertkorrektur
    – Künstlerische Fotografie: Alles erlaubt.

    Bei Letzterer gibt es für mich eher eine „Geschmacksgrenze“: Ich mag es nicht wenn Bider allzu künstlich aussehen. Pop-Art ist für mich ok, aber die von Dir erwähnten Magazin-Gesichtscover oder auch 99% aller HDR Aufnahmen finde ich einfach unästhetisch.

    Was mich immer amüsiert: die Fraktion der – auch dokmentarisch – arbeitenden Fotografen die sagen „keine Retusche!“ und dann ohne jeden Skrupel S/W fotografieren – die wohl härteste „Retusche“ überhaupt.

  48. Digitale Extrembearbeitung ist sicherlich auch eine Form der Kunst und hat dementsprechend auch seine Daseinsberechtigung. Allerdings muss man unterscheiden ob ich fotografiere um dann erst zu arbeiten beginnde oder zuerst arbeite und dann leichte Korrekturen/Verbesserungen vorzunehmen.
    Ich möchte fotografieren und nicht am Rechner sitzen und so versuche ich es auch umzusetzten. Andere wiederum wollen eine Idee im PS umsetzten und brauchen dazu eigentlich nur eine Vorlage (–>Foto).
    Meiner Meinung nach sind es zwei verschiedene Arbeitsweisen!

    So long

  49. Blogartikel dazu: Photoshop mich mal ein paar Jahrzente jünger « okej

  50. Das Beispiel ist kein gutes Beispiel, würde ich sagen. Da wird so viel mit Liquify gearbeitet, dass es am Ende zwar in einem youtube-Video gut aussieht, das Bild würde aber jeder sofort als heftigst bearbeitet erkennen. Die Grenze zur „Photomanipulation“ (imho eine eigene und ebenso tolle digitale Kunstform) ist meine Meinung nach dort überschritten, wo man sofort die Retusche als unnatürlich und künstlich wahrnimmt.

  51. Blogartikel dazu: Bildbearbeitung: Aus alt mach jung | tobre.de

  52. Blogartikel dazu: … things for what Else they are. » blog.intermayer.com