kwerfeldein
09. April 2009 Lesezeit: ~3 Minuten

Gelassen mit unangemessenen Bildkritiken umgehen

„Boa, was isn das für ein bescheuertes Foto?“
„Also das Bild hätte ich nie im Leben hochgeladen!“
„Alter, Du kannst ja mal gar nicht fotografieren. Wie schlecht ist das denn…“

Das sind Kommentare, die einem schlichtweg den Tag versauen können. Worte, die unter Umständen nicht nur ärgern, sondern auch verletzen. Solche Kommentare sind zwar selten, kommen aber immer wieder vor und können den ein oder anderen ganz schön aus der Reserve locken.

Und gerade in der Anfangszeit, wenn man eingestiegen ist in die Fotografie und seine ersten Bildchen in Galerien, Foren, Communities oder auf das eigene Blog läd, kann einem schonmal passieren, dass man sich solch einen Kommentar einfängt. Doch was tun? Wie reagieren?

Jetzt möchte ich mit Euch darüber sprechen, wie ich heute mit solchen Situationen umgehe und hoffe, dass Ihr daraus einen Nutzen ziehen könnt.

Wichtig: Ich bespreche hier ausschliesslich die Kommentare, welche sehr wenig bis gar keinen sinnvollen Gehalt haben und bei denen der Absender weder konstruktiv kritisiert noch den Anschein macht, ein echtes Interesse meinem Foto zu haben. Wie oben in den 3 Beispielen.

Warten
Ich weiss noch, wie ich bei den ersten destruktiven Kommentaren auf Flickr teilweise schier durchgedreht bin. Meistens habe ich auch dementsprechend „angepisst“ darauf reagiert. Doch das hat oft zu unnützen Wortgefechten geführt, welche mich nur noch mehr geärgert haben. Ergo: Nen halben Tag warten. Innerlich abkühlen. Und dann die Sache angehen.

Nicht persönlich nehmen
Ich versuche jedes mal solche Worte nicht auf mich zu beziehen. Ich mache mir dann immer wieder bewusst: „Diese Worte sagen mehr über den Absender aus als über mich.“

Drüber lachen

Einen Schritt weiter können wir gehen, in dem wir versuchen über die Situation zu schmunzeln. Somit nehmen wir den sinnlosen Kommentar und vor allem uns selbst nicht ganz so ernst und lassen uns den Tag nicht verderben. Das braucht einwenig Übung macht aber irgendwann sogar ein bissken Spass, hihi.

Ignorieren
Da stelle ich dann mehr oder minder „auf Durchzug“ und fertig. Denn häufig macht es einfach keinen Sinn, in irgendeiner Weise zu reagieren. Und da passt auch ganz gut das alte Sprichwort: „Reden ist Silber, schweigen ist Gold.“ Immer cool bleiben.

Löschen
Falls ich die Möglichkeit habe, zu löschen, dann kann auch mal vorkommen. Wenn jemand unerbitterlich und zum x-ten Mal jenseits von gut und böse bei mir kommentiert und ich einen „Löschen – Button“ habe, dann drück da schonmal drauf. Das ist zwar die allerletzte Option für mich, aber unter Umständen komme ich nicht drumrum. That’s life.

Also Leute: Lasst Euch nicht runtermachen. Auch nicht, wenn ihr gerade erst angefangen habt, zu fotografieren.

Wie geht Ihr mit solchen Kritiken um?
Kennt Ihr das?
Habt Ihr weitere Vorschläge?
Was würdet Ihr anders machen?

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25 Kommentare

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  1. So heftige Kommentare wie von Dir beschrieben, musste ich bisher glücklicherweise nicht ernten. Dennoch waren schon einige dabei, die recht negativ waren. Da versuche ich einfach ersmtal die Kritik zu akzeptieren und mich in die Person hineinzuversetzen. Oft steckt in negativer Kritik viel Wahrheit die einen weiterbringt, auch wenn sie nicht so schön verpackt ist.

  2. Boh Alter,
    für das Foto hättest du dich doch nun wirklich mal rasieren können!

    Na, geht der Puls hoch?
    War doch nur ein kleiner Scherz ;-)

    Zum Thema Kritik:
    Ist sie unangemessen, destruktiv und verletzend: LÖSCHEN!
    Ist sie fachlich unangemessen, wobei sich der Kommentator selbst als Laie kennzeichnet? DRIN LASSEN!
    Dann haben andere auch etwas davon.
    Möglicherweise sind überharte Kritiken auch ein Zeichen von Neid, nicht selbst dieses Niveau zu erreichen.

    Also, nicht ärgern, sondern ´ne Kiste Bier kaufen, Eier färben und sich startklar für Ostern machen!

    Alles Gute und immer gutes Licht ;-)

  3. bei soviel dummheit (die von dir erwähnte beleidigungen), neige ich eher zum ignorieren – in jeglichen situationen – wie du so schön sagt: reden ist silber, schweigen ist gold.

    wenns „harte“ & sachliche kritik ist (was scheinbar sehr selten zu kombinieren ist) – schlaf ich gern die ein oder andere Nacht darüber und nutze dies zur analyse.

    dann reite ich auch mal auf deinem bild rum: aha – neue Sonnenbrille? *kicher*

  4. Vielleicht noch eine Randbemerkung zu unangemssen positiven Kommentaren: Mich persönlich treiben die Kommentare vom Typ : Nett, tolles Foto, Wow ohne irgendeine nähere Bestimmung auch in den Wahnsinn, vor allem in Fotocomunities, wo sie eine vor allem soziale Funktion erfüllen sollen, also halt nett sein sollen. Der Weiterentwicklung dient das leider dann auch nicht….

  5. Ich finde solche Kommetare meistens sehr lustig. Es gibt sogar extra Gruppen dafür, sich gegenseitig Kommentare solcher Art zu geben, in deutsch ist das LöschMich.
    Mein Lieblingskommentar war da „Gar nicht mal so gut.“ :-)

    Ein eher selten gesehener Spaß sind in flickr Kommentare auf YouTube-Niveau, wie dieser.

    Löschen tu ich höchstens mal negative Kommentare, die die abgebildete Person betreffen. Denen kann ich sowas nicht antun.

  6. Wenn man mal schlechte Kommentare bekommt, dann muss das Bild doch auf jedenfall mal interessant sein, sont wäre der Person das Bild ja nicht ins Auge gefallen und würde sich die Mühe machen was dazu zu schreiben… keep on smiling! :)

  7. Ich muss sagen, dass solche Kommentare zumindest noch einen Tick hilfreicher sind als die von Michael schon angesprochenen „Toll, Super, Wahnsinn“-Kommentare. Die bringen für die persönliche Weiterentwicklung rein gar nicht, sind unter Umständen sogar kontraproduktiv weil man sich auf seinen Lorbeeren ausruht.

    Mögen die Dinger auch noch so hart klingen. Vielleicht findet man beim genauen Hinsehen doch ein Fünkchen Wahrheit. Und das kann man dann sinnvoll nutzen und vielleicht auch drauf eingehen.

    Klar, bekommt man wirklich mal richtig gute Kritik, also schon recht detailiert und teilweise etwas hart, fühlt man sich im ersten Moment möglicher Weise schon unwohl. So wie immer wenn uns jemand sagt, das ihm/ihr etwas an uns nicht gefällt. Aber wenn man etwas später nochmal drauf guckt und vor allem auch offen für Kritik ist, wird man merken wie wertvoll es doch ist von Aussenstehenden ehrliche Meinungen zu bekommen.

    Sind es dann noch selbst gut Fotografen, umso besser!

  8. Leider kommen wirklich hilfreiche Kommentare selten. Mich würde zB interessieren was *negativ* an meinen Bildern ist oder was ich besser hätte machen können.
    Es ist zwar schön von seinen Freunden oder von Community-Membern zu hören „Boah super Bilder“, aber wirklich ‚hilfreich‘ finde ich das nicht.

  9. Meiner Meinung nach darf man Kommentaren im (sozial) Web nicht allzu viel Gewicht geben. Weder den guten noch den schlechten. Man muss sich einfach überlegen, wer die Leute sind, die kommentieren. Wieviel Ahnung haben die von Fotografie? Können die das beurteilen? Und welche Motivation haben sie?

    Am deutlichsten wird es immer bei Portraitsfotos: Ist das Model hübsch und zeigt vielleicht sogar noch etwas Haut, wird schnell über den einen oder anderen technischen Fehler hinweggesehen. Und schon steht unter einem (ungewollt) überbelichteten Bild, bei dem dem Model ein Baum aus dem Kopf wächst: „Boa, geil. Klasse Arbeit“. Da fragt man sich, was man diesem Kommentar noch abgewinnen kann.

    Genauso habe schon in einem Flickr-Stream gelesen: „Irgendwie sind alle deine Bilder unscharf“. In dem Stream ging es dummerweise um ein Tilt n‘ Shift Objektiv. Das sagt einiges über den Kommentator aus.

    Was man sich aber merken kann. Wann immer man einen Kommentar bekommt, sei er nun gut, schlecht oder unter aller Sau: Das Bild hat jemanden bewegt. Es hat Emotionen ausgelöst und jemanden veranlasst, etwas zu schreiben.

    Das ist für sich erstmal noch ohne jegliche Wertung. Weder positiv noch negativ. Darum sollte man dem Kommentar auch nicht zu viel Gewicht beimessen.

    Wer wirkliche, konstruktive Kritik möchte, sollte seine Bilder explizit jemandem zum kritisieren geben. Einem befreundeten Fotograf oder, warum denn nicht, einer Jury bei einem Fotowettbewerb. Das ist echte, sinnvolle Kritik. Alles andere ist nur Rauschen im Internet.

    Phil

  10. Ich lösche Bildkommentare nur, die ganz offensichtlich „Rachekommentare“ oder Spam sind. Wer sich damit auseinandersetztn, der kann auch gerne sehr ausführlich destruktiv bei mir kommentieren :). Es hilft oft, wenn jemand einen auf den Boden zurückholt und erstmal alles kurz und klein schlägt. Beim Scherbenaufsammeln lernt man dann was.

  11. pixelboogie erinnert mich an was. Ist nicht lange her, da habe ich eine ehrliche Meinung zu einem Bild abgegeben, zu dem der Verursacher explizit kritische Kommentare angefordert hat. Dieser Kommentar wurde gelöscht und ich geblockt. (Und nicht, weil ich unfreundlich oder dummdreist gewesen wäre) Das Problem war einfach, dass der Verursacher von seinem Bild überzeugt war. Ich denke, man sollte niemals zu überzeugt von seinen eigenen Bildern sein. Ich pflichte außerdem Robert Voigt bei, wenn er das Fünkchen Wahrheit anspricht. — allerdings habe ich gerade entdeckt, dass du den Aufmacher geändert hast. :D

    Witzig fand ich immer die BK in d.r.f., da konnte man sich solche Kommentare quasi auf Anfrage einfangen. :)

    Das Hauptproblem mit solchen Kommentaren dürfte neben dem verletzten Stolz vermutlich sein, dass man nicht weiß, was den Kommentator dazu motiviert hat. Wenn man die nötige Energie dazu hat, sollte man einfach nachfragen. Ein „Das ist totaler Müll“-Kommentar inmitten von „Oh wie toll!“s kann zwar pures getrolle sein, aber eben auch einfach der misslungene Versuch, in Richtung des Bodens der Tatsachen zu zeigen. Wenn der Kommentator es ernst meint, bekommt man auf Nachfrage in aller Regel einen wertvollen Kommentar; Wenn nicht, bekommt man gar keine Antwort, hat dann aber wenigstens den Mut gehabt, sich dem Horror zu stellen und die Gewissheit, dass es wirklich nur ein Troll war. – Und kann ihn dann getrost löschen. ;)

    Witzig finde ich die Aussage, wenn man kommentiert, hätte einen das Bild wenigstens bewegt. Bewegen tut mich auch die Hundescheiße auf den Bürgersteig – spätestens, wenn ich hineintrete, Fluche ich hörbar. Nach dem 20ten HDR-Tankstellen-/Blümchenbild zuckt bei mir auch der Finger. :D

  12. Ich versuche meist einfach einen solchen Kommentar zu ignorieren. Darauf zu antworten macht meiner Meinung nach keinen Sinn. Der andere wird seinen Standpunkt wohl eher nicht ändern und dann gibt es nur sinnloses „geflame“.

  13. weder auf meinem blog noch bei flickr hab ich bisher irgendwelche bösen kommentare bekommen. in foren ist das jedoch so eine art volkssport hab ich das gefühl.

    ich hab in einem forum letztes jahr fotos gezeigt die ich sehr gut fand. zu der zeit war ich auch kein anfänger mehr. ich bin bis heute von den bildern überzeugt, weiß aber inzwischen was ich anders hätte machen können.

    die „besten“ kommentare waren dazu:
    „Weder Lichtführung noch sonstige Gestaltung erkennbar: reine Doku, für die man am besten ein Handy nimmt.“
    „mein 8jähriger sohn fotografiert auch so.“
    „Ich weiß nicht ob Du Änfängerin bist, aber ich finde Deine Bilder selbst für einen Anfänger recht bescheiden.“

    das war schon hart! Geholfen hat’s mir nicht!
    Und spätestens seitdem bemühe ich mich selber meine Kritik so zu begründen, dass es auch Sinn macht und dem Fotografen hilft. „Tolles Foto“ klingt zwar erstmal super, sagt mir aber am Ende genausowenig über mein Bild wie eine Beleidigung.