kwerfeldein
08. April 2009 Lesezeit: ~3 Minuten

Ist mein Foto gut?

Wie ich schon am Montag erwähnt habe, geht es vielen Foto Einsteigern so, dass sie einerseits grossen Enthusiasmus erleben und andererseit mit vielen Unsicherheiten konfrontiert sind.

Dieses Thema möchte ich heute nocheinmal aufgreifen.

Als ich mit dem Fotografieren anfing, da hatte ich ein grundlegendes Problem: Die unterschwellige Gefühl, mein neues Foto sei „schlecht“ oder „doof“ oder „komisch“.

Der ein oder andere kennt das bestimmt: Ich hatte gerade 200 Fotos gemacht und das allerbeste Stück davon ausgesucht, in Gimp bearbeitet und versucht, das Optimale herauszusuchen. Alles klar, Foto ins Netz gestellt und gewartet was passiert. Irgendjemand sah mein Foto und kommentierte:

„Was ist denn das für ein schlechtes Foto? Also die Bildkompostion ist ja noch halbwegs gelungen, aber die Farben! Geht gar nicht.“

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Aua! Da trifft einen der Blitz, oder? Ich zumindest sass nicht selten knallrot vor dem Rechner. Das war mit das Letzte, ich damals hätte brauchen können…Und natürlich ist diese Kritik kein bisschen hilfreich. Sie hat mich damals trotzdem kalt erwischt.

Ich möchte jetzt hier nicht darauf eingehen, wie wir auf solch einen Kommentar am besten reagieren könnten. Denn das eigentliche Problem war: Die Unsicherheit. Angespannt-Sein. (Zu) grosse Erwartungen.

#1 Völlig normal

Damals hätt ich jemanden gebraucht, der mir das mal sagt: „Das ist völlig normal“. Diese Unsicherheiten über das eigene Foto gehören einfach dazu. Ist doch klar. Wer zum ersten Mal in einem Auto sitzt und aufs Gas drückt ist ja auch unsicher und weiss nicht, ob das nun richtig ist oder nicht. Ich zumindest hab damals ganz schön geschwitzt.


#2 Feedback ist wichtig aber nicht alles

Ich bin so jemand, der sehr viel auf das Feedback von anderen Leuten hört. Und gerade in den ersten Monaten ist konstruktive Kritik etwas, das einem Halt und Sicherheit geben kann. Das Ganze hat aber auch Grenzen. Denn schliesslich habe ich ja auch meinen eigenen Geschmack –  und das ist ebenso wichtig. Der bestimmt den eigenen Stil.

#3 Abstand gewinnen

Wer mit dem Fotografieren anfängt, konzentriert sich oft sehr auf das eine Foto. Das letzte. Das ist auch normal. Da kann es helfen, die eigenen Bilder in einem grösseren Kontext zu sehen. Zum Beispiel die Fotos eines Jahres! Das entspannt und darunter liegen mit Sicherheit einige Fotos, auf die man stolz sein kein. Also: Nicht alles auf das eine Bild projezieren.

#4 Keep on rockin‘, Dude
Auf die Gefahr hin, dass ich mich diese Woche zum zweiten Mal wiederhole: Kein Meister ist vom Himmel gefallen. Altes Sprichwort – hochaktuell. Routine und Souveränität kommt mit der Zeit und vor allem: Mit der Erfahrung. Also: Keep on rockin.

Ist mein Foto gut?

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