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06. April 2009 Lesezeit: ~4 Minuten

Tipps für Foto-Einsteiger, die an ihrem Können zweifeln

Tipps für Foto-Einsteiger, die an ihrem Können zweifelnImmer wieder begegnen mir Fragen und Zweifel von Leuten, die das Fotografieren seit ein paar Monaten für sich entdeckt haben. Sie wollen vor allem eines: Supercoole Fotos machen, die auch anderen gefallen könnten. Doch nach einer gewissen Zeit begegnen ihnen immer wieder Fragen wie diese:

„Macht das eigentlich Sinn? Kann ich das überhaupt? Oder hab ich einfach kein Talent?“

Auch ich habe mir diese Fragen immer wieder gestellt und über die Jahre habe ich versucht, damit umzugehen. Als ich mit der Kamera die ersten Monate „durchlebte“ begegneten mir vor allem 2 Dinge:

Enthusiasmus. Das Gefühl, mit der Kamera alles einzufangen. Grosse Lust und der Drang, supergeile Fotos zu machen.

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Fragen, Selbstzweifel, Kritik an den eigenen Bildern. Unsicherheit.

Nun ist es nicht so, dass ich die Universal-Antworten gefunden habe, die man wie eine Arznei einnimmt und alles passt danach. Nein. Aber weil ich mich immer wieder genau mit diesen Zweifeln konfrontiert sehe, setze ich mich intensiv damit auseinander und möchte Euch mit folgenden Anregungen dabei helfen, selbst damit umzugehen.

Zu Beginn tut es gut, sich selbst Zeit zu lassen.

Da ich genau diesen Punkt schon einmal beim Kamerakauf angesprochen habe, scheine ich mich zu wiederholen. Aber das tue ich gern, denn es ist auch ein wichtiger Punkt. Ich selbst hatte zu Beginn oft den Eindrück, ich müsste in möglichst kurzer Zeit möglichst viel übers Fotografieren lernen. Das ist zum einen gut (Wissensdurst bringt uns weiter) aber auch ein Zeichen unserer Zeit, in der wir gar nicht genug lernen und in die Birne kloppen können (die Schule ist daran nicht gerade unbeteiligt).

Doch viel Wissen im Kopf führt zu Frustrationen, wenn dem Gelernten die viel wichtigere Portion Praxis fehlt. Man fühlt sich fehl am Platz, weiss gar nicht, wo man anfangen soll und dann geht das ganze „Theater“ los.

Erfahrung und Praxis lassen sich nicht einimpfen.

Das dauert einfach. Da passieren Fehler. Da werden Bilder unterbelichtet. Sehen komisch aus. Nicht so richtig geil, wie wir uns das vielleicht vorgestellt haben. Schräger Horizont. Unscharfe Portraits. Alles irgendwie nicht sooo der Hammer.

Das braucht Zeit. Und wer sich selbst in diesem Prozess nicht „zu hart ins Gericht“ nimmt, der ist ein grossen Schritt weiter.

Und Fehler, die sind erlaubt.

Oh ja. Wie gut ich das kenne. Draussen gewesen und zwei Stunden fotografiert. Das Gefühl gehabt, die geilsten Bilder des Jahres gemacht zu haben. Ab nach Hause, Rechner an. Bilder in gross sehen.

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Und dann: Ernüchterung. Wie gerade beschrieben – alles nicht so richtig geil. Aua. „Hätte ich doch bloss xy gemacht“ oder „F****. Warum hab ich nicht darauf geachtet?“ usw…. Diese Leier kenn ich gut genug. Geht mir heute oft noch so. Doch immer wieder mach ich mir dann eine Sache klar: Das ist okay. Das gehört dazu. Ich erlaube mir, Fehler zu machen. Manchmal muss ich mir das dann laut aufsagen: „Ich – erlaube – mir – Fehler – zu – machen“. Mir hilft das, denn manchmal brauchts einwenig, bis das vom Kopf ins Herz rutscht. Aber es macht frei, locker. Ich entspanne mich und freue mich schon fast wieder auf das nächste Shooting, weil: Hey Fehler sind okay.

Inspiration und Hingabe leben Hand in Hand (zumindest bei mir). Ja, das Fotografieren ist eine kreative Arbeit, die davon lebt, inspiriert zu sein und andere zu inspirieren. Ihr kennt es bestimmt, wenn ihr wisst, dass ihr „im Flow“ seit und es einfach läuft.

Doch gerade dann, wenn wir uns „nicht inspiriert“ fühlen, ist die grösste Herausforderung dennoch zu fotografieren.

Das Dranbleiben, das mitderKameraleben, das viel Fotografieren bringt uns den Ergebnissen näher, die wir uns doch so sehr wünschen. Also: Nicht dem Mut verlieren und weitermachen.

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Fragen an die Einsteiger:

Geht es Euch manchmal so wie oben beschrieben?
Wie geht Ihr damit um?
Oder passt das alles für Euch?

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