kwerfeldein
06. April 2009 Lesezeit: ~4 Minuten

Tipps für Foto-Einsteiger, die an ihrem Können zweifeln

Tipps für Foto-Einsteiger, die an ihrem Können zweifelnImmer wieder begegnen mir Fragen und Zweifel von Leuten, die das Fotografieren seit ein paar Monaten für sich entdeckt haben. Sie wollen vor allem eines: Supercoole Fotos machen, die auch anderen gefallen könnten. Doch nach einer gewissen Zeit begegnen ihnen immer wieder Fragen wie diese:

„Macht das eigentlich Sinn? Kann ich das überhaupt? Oder hab ich einfach kein Talent?“

Auch ich habe mir diese Fragen immer wieder gestellt und über die Jahre habe ich versucht, damit umzugehen. Als ich mit der Kamera die ersten Monate „durchlebte“ begegneten mir vor allem 2 Dinge:

Enthusiasmus. Das Gefühl, mit der Kamera alles einzufangen. Grosse Lust und der Drang, supergeile Fotos zu machen.

+

Fragen, Selbstzweifel, Kritik an den eigenen Bildern. Unsicherheit.

Nun ist es nicht so, dass ich die Universal-Antworten gefunden habe, die man wie eine Arznei einnimmt und alles passt danach. Nein. Aber weil ich mich immer wieder genau mit diesen Zweifeln konfrontiert sehe, setze ich mich intensiv damit auseinander und möchte Euch mit folgenden Anregungen dabei helfen, selbst damit umzugehen.

Zu Beginn tut es gut, sich selbst Zeit zu lassen.

Da ich genau diesen Punkt schon einmal beim Kamerakauf angesprochen habe, scheine ich mich zu wiederholen. Aber das tue ich gern, denn es ist auch ein wichtiger Punkt. Ich selbst hatte zu Beginn oft den Eindrück, ich müsste in möglichst kurzer Zeit möglichst viel übers Fotografieren lernen. Das ist zum einen gut (Wissensdurst bringt uns weiter) aber auch ein Zeichen unserer Zeit, in der wir gar nicht genug lernen und in die Birne kloppen können (die Schule ist daran nicht gerade unbeteiligt).

Doch viel Wissen im Kopf führt zu Frustrationen, wenn dem Gelernten die viel wichtigere Portion Praxis fehlt. Man fühlt sich fehl am Platz, weiss gar nicht, wo man anfangen soll und dann geht das ganze „Theater“ los.

Erfahrung und Praxis lassen sich nicht einimpfen.

Das dauert einfach. Da passieren Fehler. Da werden Bilder unterbelichtet. Sehen komisch aus. Nicht so richtig geil, wie wir uns das vielleicht vorgestellt haben. Schräger Horizont. Unscharfe Portraits. Alles irgendwie nicht sooo der Hammer.

Das braucht Zeit. Und wer sich selbst in diesem Prozess nicht „zu hart ins Gericht“ nimmt, der ist ein grossen Schritt weiter.

Und Fehler, die sind erlaubt.

Oh ja. Wie gut ich das kenne. Draussen gewesen und zwei Stunden fotografiert. Das Gefühl gehabt, die geilsten Bilder des Jahres gemacht zu haben. Ab nach Hause, Rechner an. Bilder in gross sehen.

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Und dann: Ernüchterung. Wie gerade beschrieben – alles nicht so richtig geil. Aua. „Hätte ich doch bloss xy gemacht“ oder „F****. Warum hab ich nicht darauf geachtet?“ usw…. Diese Leier kenn ich gut genug. Geht mir heute oft noch so. Doch immer wieder mach ich mir dann eine Sache klar: Das ist okay. Das gehört dazu. Ich erlaube mir, Fehler zu machen. Manchmal muss ich mir das dann laut aufsagen: „Ich – erlaube – mir – Fehler – zu – machen“. Mir hilft das, denn manchmal brauchts einwenig, bis das vom Kopf ins Herz rutscht. Aber es macht frei, locker. Ich entspanne mich und freue mich schon fast wieder auf das nächste Shooting, weil: Hey Fehler sind okay.

Inspiration und Hingabe leben Hand in Hand (zumindest bei mir). Ja, das Fotografieren ist eine kreative Arbeit, die davon lebt, inspiriert zu sein und andere zu inspirieren. Ihr kennt es bestimmt, wenn ihr wisst, dass ihr „im Flow“ seit und es einfach läuft.

Doch gerade dann, wenn wir uns „nicht inspiriert“ fühlen, ist die grösste Herausforderung dennoch zu fotografieren.

Das Dranbleiben, das mitderKameraleben, das viel Fotografieren bringt uns den Ergebnissen näher, die wir uns doch so sehr wünschen. Also: Nicht dem Mut verlieren und weitermachen.

——
Fragen an die Einsteiger:

Geht es Euch manchmal so wie oben beschrieben?
Wie geht Ihr damit um?
Oder passt das alles für Euch?

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46 Kommentare

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Netiquette: Bleib freundlich, konstruktiv und beim Thema des Artikels. Mehr dazu.

  1. Grade gestern, als ich die Bilder meines Berlinaufenthaltes gesichtet hab, hatte ich dieses Gefühl. Ich merke mir einfach immer ein paar Dinge, die ich im Eifer des Gefechts falsch gemacht habe und versuche sie in Zukunft zu vermeiden. Dieses Mal im Wesentlichen: Der automatische Weißabgleich hat versagt – lieber mal selbst versuchen.

  2. Toller Artikel !
    Ich fotografiere jetzt seit ungefähr zwei Jahren und diese beschriebenen Gefühle kommen natürlich auch manchmal auf.
    Ich denke das wird immer passieren, egal wie lange man nun dabei ist.
    Ich versuche dann einfach locker zu bleiben, wie du selbst beschrieben hast, und mir klar zu machen, dass es ok ist, Fehler zu machen.
    … und ich versuche dann auch mit dem Grafikprogramm noch etwas aus den Bildern zu holen ;D

  3. Hallo Martin,

    Bin zwar kein Anfänger mehr aber ja das kenne ich sehr genau, habe diese Erfahrung erst am Wochenende wieder machen müssen. Den halben Tag fotografiert und nix bei rumgekommen. Bei mir ist das aber meisstens Liebe auf den 2. Blick, erst mal finde ich die Fotos schlecht und beim 2. mal hinsehen wirds dann besser.
    Bei der Sache mit dem Wissen im Kopf muss ich dir widersprechen, ich finde nicht das zu viel Wissen zu Frustration führt, vielmehr kann man sich am Rechner erklären warum das Bild nicht so wirkt wie man es möchte. Es nicht zu können finde ich frustrierender.
    Fehler gehören dazu und müssen sein, mnachmal sind sie auch sehr kreativ und genau das was ein Foto einzigartig macht.

  4. Der Artikel ist toll und gibt Kraft. Danke.
    Schön wenn man merkt das man nicht der Einzige ist der solche Phasen hat in denen man sich fragt ob es man es kann, etc. Das Problem mit der Enttäuschung wenn ich die Bilder am Rechner anschaue hab ich zur Zeit häufiger, da ich mich gerade an der Makrofotografie versuche und dann leider doch sehr oft der Schärfenverlauf, bzw. überhaupt auch der Schärfenpunkt nicht so ist wie ich das wollte. Aber da hilft wohl einfach nur weitermachen :)

  5. Das fasst meine Gefühlswelt beim Fotografieren sehr gut zusammen. In Wellen kommt auch immer noch dieses Ich-muss-jetzt-alles-können-Gefühl durch.

    Aber prinzipiell fotografiere ich für mich und kann mit Fehlern in der Zwischengut sehr gut umgehen. Die Masse der Fehler lässt wohl abstumpfen ;-)

    Und der (neidische) Blick auf die Werke der Profis bleibt und das ist auch okay so. Dafür investiere ich viel zu wenig Zeit ins Fotografieren und Neid kann ja auch anspornend wirken …

  6. Ich bin auch Anfänger und fotografiere nun seit 8 Monaten mit einer DSLR und habe seitdem…
    – einige Bücher zum Thema verschlungen
    – kilometerlange Forenbeiträge gelesen
    – zig-tausend Bilder gemacht
    – experimentiert, was das Zeug hielt
    – Bilder anderen Leuten gezeigt
    – und und und…

    …und erst jetzt krieg ich so laaaangsam das Gefühl, dass meine Kamera und ich ein gutes Team werden können. Erst jetzt weiß ich so richtig, wie sie wirklich tickt.

    Das funktioniert natürlich nur dann, wenn man dranbleibt! D.h. auch mal mit weniger guten Ergebnissen „zufrieden“ geben.

  7. Ich finde mich da gut wieder bei dem was du beschreibst. Fotografie betreibe ich zwar nur als ambitioniertes Hobby, aber doch steckt Herzblut drin.
    Das gute am digitalen Bild ist, dass ich durch ausprobieren Lernen kann und die Erfahrung und investierte Zeit mein einziges Lehrgeld sind, dass ich zahlen muss und nicht wie frueher bei der analogen Fotografie massenweise Filme, die man vielleicht „vermurkst“ hat. Das motiviert mich immerwieder einfach loszuziehen und auszuprobieren, auch wenn ich grade malwieder einen ganzen Tag Fotos groeßtenteils in den Sand gesetzt habe. ;)

  8. Ohjaa, wie ich das kenne! Bei mir ist der Zeitfaktor und das finanzielle Budget ein grosses Thema. Neben Familie, Haus und Halbtagsjob kann ich eben nicht zum perfekten Zeitpunkt am perfekten Ort sein. Ich muss meistens das nehmen, was ich vorfinde, wenn ich Zeit habe, die Kamera auszupacken. Meistens ist dann die Sonne zu grell, der Wind für Makros zu stark oder es fehlen schlichtweg die Motive. Wenn ich dann in der FC diese tollen Landschaftsbilder sehe, frage ich mich schon nach dem Sinn. Warum mache ich weiter? Kann ich mit dem geringen Zeitaufwand überhaupt noch besser werden oder bleibe ich bei den ewigen minimalistischen, für mich mittlerweile langweilen Naturmakros? Die sind nicht schlecht, aber mein Anspruch ist gestiegen und um den zu befriedigen, müsste ich viel mehr Zeit investieren. Für Workshops fehlt mir auch das Geld und die Zeit. Ich kann nicht eben mal ein Wochenende auf Tour gehen.
    So stecke ich gerade tief in einer Schaffenskrise und weiss nicht wirklich, wohin die Reise weitergeht. Und dann ist die Frage für wen mache ich das überhaupt? Für mich? Für die Wände im neuen Haus? Um ein paar Anmerkungen in der FC zu bekommen? Ich habe gerade keine Ahnung! Aber bisher bin ich aus so einem Tief immer wieder herausgekommen. LG Frau Zausel

  9. Mir geht es sehr oft wie Du schreibst.Andere können’s besser! Ich werde nie wie die anderen sein. Die Dinge scheinen unschaffbar. Das Kreative Loch kommt vllt. auch noch dazu…
    Schön zu wissen,das man damit nicht alleine ist und völlig normal tickt :-)

  10. Gerade erst vor ein paar Tagen habe ich den Schritt zu einer echten DSLR gemacht. Im Moment bin ich noch in auf „Aufsaug-Phase“ und lese alles zum Thema Fotographie. Zum einen helfen Tutorials von Sony, Bücher und natürlich Blogs wie dieses hier…

    Ich bin aber überzeugt, dass der Faktor Erfahrung eine grosse Rolle spielt. Daher versuche ich viele Fotos zu schiessen um auch vieles falsch zu machen. Denn nur so kann ich mich verbessern!

    Unsicher bin ich mir besonders jeweils bei der Anschaffung von Hardware… Welcher Blitz ist der Richtige? Stativ? Objektiv?

  11. Mit deinem Artikel sprichst du mir echt sowas von aus der Seele! Ich hab mich grade total wiedergefunden in deinem Artikel, ich fotografiere selbst erst seit ca. 4 Monaten und mach den ganzen Tag fast nichts anderes mehr wie mir „Fotopodcasts“ anzuhören, Bücher zu lesen und mich durch diverse Foren zu wühlen, da auch ich hinter das Geheimniss der z.B. bei flickr zusehenden Bilder kommen will.
    Was ich doch auch merke, ist das dadurch die Praxis einfach auf der Strecke bleibt und wenn man dann mal selbst unterwegs ist die hälfte eh wieder vergessen wird und es einfach auch an der Umsetzung hapert. Ein weiteres Problem ist es wohl auch selbst dadurch kreativ zu werden, so merk ich z.B. das wenn ich cool in Szene gesetzte Bilder sehe ich im Prinzip einfach nur das gleiche Bild nachmachen will und mir meine eigenen Ideen ausbleiben oder ich mit sovielen Themen überhäuft werde die ich mal ausprobieren will das ich überhaupt nicht dazu komme mich mit einem Thema etwas genauer zu beschäftigen (HDR, Panorama, Strobist…)
    Also ich finds wirklich klasse was du da geschrieben hast, da wir jetzt klar wird das ich nicht der einzige bin dem es so geht :).
    Ich werde mir jetzt einfach auch mal mehr Zeit lassen und versuchen das ganze lieber in kleinen Schritten in die Praxis umzusetzen. Danke!

    Viele Grüße
    Nico

  12. Mir geht es sogar nach knapp zehn Jahren photographieren noch so, dass ich manchmal sehr unsicher werde, ob ich überhaupt weiß, was ich da tue, ob meine Bilder jemals mit der zum Teil einfach grandiosen internationalen Konkurrenz mithalten könnnen (durch das Internet steht man ja plötzlich nicht mehr mit dem Nachbar, sondern mit Starphotographen auf einer Seite) und so weiter. Dagegen hilft eigentlich nur: Weitermachen, weitermachen, weitermachen. Nicht verunsichern lassen. Seinen eigenen Stil entwickeln, niemanden kopieren und das Ganze konsequent durchziehen.

  13. Mal wieder ein Artikel, der mich persönlich anspricht. Ich bin erst seit ca. 3 Monaten mit meiner Cam unterwegs und muss leider sagen, dass ich noch viel zu lernen habe. Unischerheit ob das eigene Foto wirklich gut ist, stellt sich bei mir bei jedem weiteren Upload ein. Wenn dann die Kommentare wie z.B. bei Flickr ausbleiben, wird das ganze noch verstärkt.

    Die von Dir angesprochene Lockerheit und das Fehler okay sind, kann sich wohl nur derjenige leisten, der nicht seine täglichen Brötchen damit verdienen muss. Daher bin ich ganz froh, dass Bilder schießen, zur Zeit jedenfalls, nur ein Hobby von mir ist.

    Das Wissen über die Fotografie spielt in meinen Augen eine wichtige Rolle, um gute bis sehr gute Fotos zu knipsen. Drück dem Profi eine noch so billige Cam in die Hand und er wird auch daraus etwas machen. Anders sieht es beim Neuling aus, der selbst mit der besten Knipse kein vorzeigbares Foto hinbekommt. Daher – Wissen ist Macht…oder so ähnlich. ;)

    Als Neuling kann ich nur sagen, dass es einem unheimlich weiterhilft, wenn man die Möglichkeit hat sich mit Anderen auszutauschen und für Kritik offen ist. Den eigenen Stil dabei zu finden, ist für mich die größte Herausforderung zur Zeit.

    LG
    Stefan

  14. Mit dem Artikel sprichst Du mir aus der Seele. Auch mir geht es genauso, wie Du es beschrieben hast. Ich will gerne viel fotografieren, viele geile Bilder machen und am Ende des Tages ist man dann doch enttäuscht. Ich habe aufgehärt mich an anderen zu messen, sondern zunächst mal lediglich an mir selbst. Wenn ich nach einem extrem beschissenen Foto ein beschissenes Foto aufnehme, ist das für mich ein klarer Fortschritt ;-) Außerdem habe ich damit begonnen mich mit einzelnen guten Bildern zufrieden zu geben. Wenn ich 100 Bilder geschossen habe und eins dabei ist, was ich auch anderen zeigen will, dann bin ich zufrieden.

  15. Ach je :) Hey, das geht Fotografen, die den Job (oder das Hobby) schon jahrzehntelang machen auch immer noch so. Diese nagenden Selbstzweifel. Die Angst, von der Muse ungeküsst und unbeachtet am Wegesrand stehen gelassen zu werden.Die ewige Sucht nach d e m Bild – und hat man es, sucht man gleich wieder das nächste ;) Für die einen ist es der Frust schlechthin für die anderen die Antriebsfeder. Und dann wieder umgekehrt. Wer kreativ schafft, der muss sich damit abfinden, dass sein Schaffen in Wellenbewegungen läuft.

    Was ich jedoch festgestellt habe: Es hilft, einfach mal die Verantwortung für das Bild abzugeben und eine Spielzeugkamera in die Hand zu nehmen. Das bläst den Kopf frei ;)

  16. Blogartikel dazu: Tilt-Shift Foto: Kritik vom Profi | Shockmotion

  17. Hey,
    bin auch relativ frisch dabei, seit Ende letzten Jahres, und habe jeztt endlich diese doofen Technik Spielereien hinter mich gebracht. Ich lese noch 2 Blogs (incl. diesem; also fühl‘ dich geehrt;-) ), sonst nichts mehr. Man verliert bei der ganzen Technik (Objektive, Blitz, Stativ, Tasche) so schnell das Wesentliche aus den Augen.
    Inzwischen nehme ich also meine Cam mit (aber nicht überall hin) fotographiere dort viel, und wenn am Schluss nur 2, 3 gute Bilder dann war es das für mich wert.

    Lieber über das freuen, das man hat, als über das ärgern was einem fehlt!

    Was mir nur fehlt, ist das Selbstbewusstsein, auf Fremde zuzugehen, und zu fragen, ob man sie ablichten darf

  18. Ich fotografiere nun seit fast 3 Jahren wieder ziemlich intensiv und kann hier mal kurz über meine bisherigen Erfahrungen sprechen.

    Ich habe schon ziemlich viele Bücher über die unterschiedlichsten Themen das Fotografie gekauft und gelesen. Ich will jetzt nicht sagen das es mir nicht viel gebracht hätte aber es führt zumindest bei mir kein Weg daran vorbei die Erfahrungen und die damit verbundenen Fehler selbst zu machen. Hier mal ein Beispiel. Als ich die Kamera gerade erst hatte und mir ein Ultraweitwinkel gekauft habe bin ich damit nach Venedig gefahren und habe dort jede Menge Bilder gemacht. Ich hatte zur schon mal was über stürzende Linien gelesen aber der Lichtblick kam mir erst nach dem ich die Bilder aus Venedig anschließend betrachtet habe. Vor kurzem ging es mir bei meinen ersten Portraits genauso. Wenn Du erst mal jede Menge unscharfe Bilder gemacht hast lernst Du mit der Zeit auf den Fokus und die Tiefenschärfe zu achten. Man darf sich da einfach nicht entmutigen lassen und mit der Zeit werden die Bilder auch besser. Wenn es gut läuft ;-)

  19. Schön zu lesen, dass es auch den erfahrenen Fotografen noch so geht :)

    Was mich besonders ärgert ist nur, wenn ich bei einem Fotoshooting jemanden ablichte und die Fotos fast ausnahmslos unscharf werden, bzw. am Ende so gar nichts wirklich dabei ist, das man nutzen kann. Natürlich ist es ok Fehler zu machen, doch ich möchte denjenigen eigentlich nicht enttäuschen. Aber wenn am Ende keine brauchbaren Bilder herauskommen, was tun? Ist es dann immer noch so ok?

    Wie ich sonst damit umgehe? Ich sage mir: „Na ja, nächstes Mal wird’s besser, nun ist’s auch zu spät“, und dann gehe ich was essen :)

  20. Habe vorhin noch was vergessen.
    ich bin quasi über meinen Opa zum Fotografieren gekommen. Am Wochenende habe ich alte Alben von ihm angeguckt, und gemerkt, dass er am Anfang ähnliche Bilder wie ich heute gemacht hat, allerdings halt rein analog, sowohl von den Motiven wie auch Technisch. Und noch ne tolle Anekdote: Er hat sich seine Cam mit ca 20 gekauft, und zwar im Jahre 1929 oder ’30, also genau zur Weltwirtschaftskrise, genau so wie ich heute. Ich 20 und hier Krise.

    Und die letzten Fotoalben waren echt super. Nur war das dann 40-50 Jahre später…

  21. Dein Artikel trifft es und spiegelt auch meine Erfahrungen wieder. Ich fotografiere seit 2004. Und manchmal fall ich in ein Loch… Kreativität funktioniert halt nicht auf Knopfdruck. Nehmt euch Zeit für Ideen!

  22. Ja, und ob mir das so geht!
    Ich denke sehr oft, meine Bilder sollten „besser“ sein, obwohl ich weiß daß es darauf vermutlich gar nicht ankommt, sondern darauf, daß ich mich weiter mehr mit der Kamera vertraut mache, daß ich meinen Blick für Motive schärfe und den Spaß daran nicht verliere.

    Wie gehe ich damit um?
    Ich lese viel über Fotografie, probiere viel aus, fotografiere oft und gerne und tausche mich mit den netten Kwerfeldeinern hier aus!

  23. Sehr interessant… mein grösstes Problem ist meistens, WO ich überhaupt hingehe zum Fotos machen… wie macht ihr das? Wie entscheidet ihr? Lauft ihr los? Setzt ihr euch aufs Rad? Fahrt ihr mit der Bahn einfach mal wohin? Oder mit dem Auto? Habt ihr was bestimmtes vor oder „rennt“ ihr einfach mal drauflos?

  24. Es ist schon fast unglaublich, aber jedesmal, wenn ich auf die Blogeinträge schaue (neuerdings fast täglich) überrascht es mich, wie sehr du dich in alle Fotografen (/Amateure mit einbezogen) hineinversetzen kannst.
    Jeder Eintrag mit Bezug zur Realität, immer wieder Themen, die einen interessieren und interessieren sollten. Es ist immer aktuell und sehr hilfreich. Allein, dass du sagst, „Fehler gehören dazu“, macht es leichter, Fehler zu erlauben. Das nimmt man dir irgendwie ab, es ist so glaubwürdig.

    Ich find’s auch wichtig, sich niemals den Mut nehmen zu lassen, sei es nur durch das Betrachten von „richtig geilen“ Bildern, sondern sie immer als Art Inspiration zu sehen.

  25. …ich steh noch vor dem kauf meiner ersten DSLR….seit ca. 4 monaten fotogrfiere ich vom schulunterricht aus mit einer Film SLR…und vor allem da ist man oft dann ziemlich frustriert, weil man vielleicht einen Film mit 14 möglichen Bildern hat und manchmal einfach keines der Bilder rauskommt. Dazu kommt noch das ich mir die Themen im Untericht halt nicht aussuchen kann…und ja, momentan bin ich EXTREM frustriert um ehrlich zu sein…

    aber ich denke es kann nur besser werden :)…
    Es hat mir och nicht die laune verdorben es weiter zu versuchen…

  26. Erst mal ein super Beitrag Martin. Hmm manchmal bist Du echt der Fotophilosoph ;)

    War mir bei der Sache ganz wichtig ist: Ich habe meine Bilder nie alleine bewertet. Entweder war es damals mein Fotomeister, oder andere Fotografen, oder es waren Kollegen oder Modelle oder jetzt gerade mein Mitbewohner, die mit mir meine Arbeit sichten und dann auch bewerten.

    Dabei geht es nicht um Lob oder Kritik, sondern es geht darum meinen schöpferischen Akt zu erklären, sprich warum ich was gemacht habe, und dann die Gedanken der Anderen dazu zu hören. Mein Fotomeister hat damals eigentlich immer nur gesagt, was er in der Situation gemacht hätte und dann gesagt, was man später bei der Entwicklung noch rausholen könnte. Oder Modelle, die dann auch Ihre Wünsche äußerten.

    Daher mein Tipp, geht in einen Dialog mit anderen Fotografen über eure Arbeit.

  27. Hey, es trifft soziemlich alles zu was du geschrieben hast. Bin auch blutiger Anfänger und kenne es also bestens, draußen gewesen zu sein, die Sonne scheint mal wieder und man denkt sich: WOW tolle Fotos werden dann jetzt und dann…pustekuchen. Danke also das du uns Anfängern mal mut machst :)
    toller blog!

  28. Schöner Artikel! Ich fotografiere seit November 2008 und kenne viele dieser Probleme. Oftmals bin ich hochmotiviert, nehme mir extra genug Zeit (meist ein paar Stunden) und ziehe in aller Ruhe los um Bilder zu machen.

    1.Problem – Ich finde zwar die mir zusprechenden Motive, jedoch sehen die Bilder am Computer dann meist ganz anders aus wie vorher gesehn. Woran liegts? Falsches Objektiv? Schiefer Blick? Keine Ahnung.

    2. Problem – Die Bearbeitung. Ich sehe immer wieder Bilder bei flickr die mit der gleichen Kamera und dem gleichen Objektiv gemacht werden, jedoch viel „schöner“ sind. Damit meine ich das sie viel bunter, farbenfroher, klarer, schärfer sind. Egal was ich bei der Bearbeitung mache, egal an welchem Regler ich drehe, ich bekomm es einfach meist nicht so hin wie ich will.

    3. Problem – Ich habe festgestellt das es mir selber viiiieeelll mehr Spass macht zu zweit auf Tour zu gehen. Drei mal schon war ich mit anderen zusammen unterwegs und es ist einfach viel schöner jemanden um sich herum zu haben der quasi das gleiche denkt und vor hat wie man selbst. Alleine komm ich mir eben meist so nackt und alleine vor – was aber auch mal nicht schlecht ist wenn man mal seine Ruhe haben will.

    Trozdem weiß ich von mir das ich noch ein blutiger Anfänger bin und mich dadurch nicht entmutigen lasse. Anderen gehts ja anscheinend auch ein bissl so. Wir werden uns schon alle irgendwie mit der Zeit entwickeln wenn wir weiterhin auf kwerfeldein.de weiterlesen ;)

  29. @ Ulli
    Ich nehme meistens die Kamera mit auf die Familienausflüge, meistens ergeben sich dort dann von ganz alleine Motive. Wir gehen z.B. oft in den Botanischen Garten, wo ich dann meine „langweiligen“ Blumenaufnahmen machen kann.
    Für Ostern habe ich mir aber endlich mal was Neues vorgenommen. Meine Freundin wird mir Model stehen, damit ich mal in der Portraitfotografie weiterkomme. Dafür bereite ich mich auch schon vor, gucke mir andere Fotos an, schaue mir Posen ab und lese mein Geburtstagsgeschenk (ein Buch über Portraitfotografie) durch.
    Vor dem Hausbau bin ich oft auch mal morgens alleine durch die Natur gestreift oder mit meinem Mann durch die nähere Umgebung gefahren. Bei einem Spaziergang an schönen Plätzen findet man dann das eine oder andere Motiv. LG Frau Zausel

  30. Es geht mir ganz ganz oft so wie beschrieben.
    Ich hab mir zur Geburt meiner Tochter eine DSLR gewünscht und bekommen.
    Seitdem gibt’s unendliche viele Schnappschüsse, aber das was ich als richtige Fotografie bezeichne kommt selten bis gar nicht dabei raus, dabei weiss ich dass ich mehr kann.
    Aber dann hapert’s an der Zeit, am Wissen und dann hält das „Gör“ natürlich auch nie lange genug still das ich als Anfängerin die Zeit hätte da noch groß zu testen… Andere Motive zu nehmen ist auch schwer da die Kleine mich nicht so lässt wie ich will und dann steht am Ende ne Menge Frustration.

    Derzeit überleg ich mir noch ne Kompakte zu zu legen, einfach weil’s schneller geht – bilde ich mir ein – und sie nicht so groß und schwer ist.

  31. @Ulli,
    naja wenn ich eine Idee habe, aber gerade niemanden zum fotografieren, merke ich mir das, in dem ich die szene skizziere um später das Bild also Foto umzusetzen … oder wenn ich ein Thema habe, zu dem ich Bilder machen will, überlege ich mir zunächst die Umsetzung und gehe dann fotografieren.

  32. @Frau Zausel …
    Ich lese ja jetzt auch schon eine Weile bei dir mit und ich muss sagen du hast ein tolles Auge für Bilder und deine Umsetzungen schwarz/weiss besonders gafallen mir!

    @Ulli…
    auch zu dir … starkes Portfolio das du hier dein eigen nennen kannst.

    Ihr beide seit schon fixer Bestandteil in meiner „Link-Sammlung“ …

    @Martin…
    Danke dir zu deiner Ispirationskraft … dein Ideenreichtum verblüft mich immer wieder.

  33. sorry – ich sehe gerade – wenn jemand einen guten Deutschkurs für mich weiß … bitte melden.

    Aber ich schreibe leider schneller als ich lesen kann und mit dem Korrekturlesen hab ich es scheinbar nicht so … sorry.
    *grins*

    Würde also gerne für die Inspiration ein „n“ kaufen und eine Satzumstellung für meinen Gefallen der schwarz/weiss Bilder bei Frau Zausel …

  34. @ Roland
    Danke für das Lob! *freu* Wobei mein Blog momentan ja hauptsächlich von Schnappschüssen lebt und es auch um viel anderen Kram geht. Vielleicht muss ich das in Zukunft mal trennen, aber jetzt fehlt mir die Zeit dafür. LG Frau Zausel

  35. Hi Martin,
    ganz herzlichen Dank fuer den Artikel!
    Mit geht es oft genauso und da lindert es schon ein wenig den
    Schmerz, wenn andere von den gleichen Problemen sprechen!
    Den Beitrag oben (100 Bilder, eins gefaellt) ist meiner Meinung
    nach auch wichtig: Es wird immer ausschuss geben, aber er wird
    immer kleiner mit der Zeit ;-)

    @Ulli
    Ich nehme oft meine Kamera einfach auf Spaziergaenge mit
    oder gehe einfach mal abends durch die Stadt. Manchmal sehe
    ich auch eine schoene Landschaft und ueberlege mir, wann ich
    sie am besten aufnehmen moechte.
    Hier in Aachen bietet ausserdem die VHS eine Menge Exkursionen
    an, wo man viel neue Eindruecke festhalten kann!

    Alles Gute und viel Spass beim Fotografieren,
    Marc

  36. Heute war ich mal auf Fototour. Die ersten ein-zwei Stunden habe ich beinahe gar kein Motiv gefunden. Irgendwann war es dann so weit, dass die Sonne vom Horizont verschwunden war und ich auf die Beleuchtung des Mondes angewiesen war. Bis dahin ist mir das alles ordentlich wohin gegangen, ich hatte ungefähr fünf Bilder im Kasten..danach habe ich dann doch ein paar Motive gefunden und einige Bilder gemacht die vielleicht sogar ganz gut sind (hab sie mir noch nicht angesehen). Jedenfalls hatte ich bevor der Mond hell leuchtete Zweifel an meinem Talent (die habe ich eigentlich immer noch), aber ich sehe ja das mit der Praxis auch Fortschritte kommen. Auch wenn ich mir untalentiert erscheine, ich denke keineswegs ans Aufgeben, ich ziehe das durch mit der Fotografie und eines Tages werde ich mit meinen Bildern richtig zufrieden sein, da bin ich mir ganz sicher.

  37. Blogartikel dazu: Ist mein Foto gut? | Digitale Fotografie Lernen - KWERFELDEIN - Martin Gommel

  38. Blogartikel dazu: Links 97 « FreiheIT-Blog

  39. Hallo Martin,
    wieder so ein Beitrag, der mir aus der Seele spricht!
    Ich bin zwar kein Anfänger mehr, habe aber immernoch Phasen, in denen mir gar nichts gelingen will, oder in denen es mir zumindest so vorkommt. Ich habe gerade zwei ausgedehnte Fototouren hinter mir, von denen ich augenscheinlich fast nichts mitgebracht habe – aber mal sehen, beim erneuten Sichten, nach ein paar Tagen, sieht man mehr. Wie Du geschrieben hast – man soll sich Zeit lassen (das haette ich mir beim Fotografieren sagen sollen) :-).
    Carsten