kwerfeldein
13. März 2009 Lesezeit: ~7 Minuten

Hochzeiten fotografieren – Kann ich das als Hobbyfotograf?

Hochzeiten fotografieren - Kann ich das als Hobbyfotograf?

Die zwei netten Herren hier im oberen Foto sind Martin Krolop (links) und Marc Gerst (rechts), deren Hochzeitsfotos man auf 4ever1.de einsehen kann. Martin Krolop hat sich angeboten, hier auf kwerfeldein.de eine Reihe Gastartikel zum Thema Hochzeitsfotografie zu veröffentlichen, welche wir nächste Woche fortsetzen werden. Er ist Jurastudent und fotografiert seit 2,5 Jahren. Na dann mal viel Spass mit seinen Tipps!

Wirklich jeder mit einer DSLR wird ohne Zweifel gefragt werden, die Hochzeit des Freundes, der Schwester oder des Bruder zu fotografieren. Glaubt mir, das kommt! Meine Antwort auf die Frage ob ein Amateur eine Hochzeit fotografieren darf und kann? Natürlich ein schallendes JA! Vielleicht sogar viel besser als der „Profifotograf“ welcher für 2 Stunden in die Kirche kommt und ein paar schnelle Schüsse abgibt, kaum erwarten kann endlich sein Wochenende zu haben und sich gleich seinen Sekundenlohn ausrechnet.

Oftmals sehe ich, dass Hobbyfotografen allein aufgrund ihrer Begeisterung und ihres Engagements schönere und ausgefallenere Fotos erschaffen als der auf einer Hochzeit anwesende Profi.

Man muss kein Profi sein um tolle Hochzeitsfotos zu machen.

http://www.4ever1.de/gallery-images/behindthescenes/12_klein.jpg

Da wären wir aber auch schon mitten im Thema….

Wenn man in der Verantwortung steht, Fotos für das Brautpaar abliefern zu müssen, befindet man sich in einer komplett neuen Situation.

Mein Vorschlag daher: einfach mal ein oder zwei Hochzeiten neben einem engagierten Fotografen „mit fotografieren“. Dabei kann man sich dann ganz besonders auf die Motivsuche konzentrieren. Und das Brautpaar freut sich immer über tolle Fotos. Man braucht nicht alles und jeden abzulichten, nur weil man Angst hat, das Brautpaar würde diese Fotos dann vermissen. Auf einigen Hochzeiten fotografieren wir zu zweit. Dann wird vorher unter uns ausgemacht wer die „Safe-Shots“ macht und wer absolute Freiheit hat. Der zweite Fotograf kann sich dann austoben und muss nix im Hinterkopf behalten. Macht das auch so. Vielleicht fotografiert ihr nicht gerade im Team aber behaltet euch trotzdem die Freiheit ohne Druck und Erwartungen zu fotografieren. Evtl. ist ein engagierter Fotograf vor Ort und ihr seid das geniale Extra :-)

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Ihr braucht sonst plötzlich gleich eine Ersatzkamera, Ersatzobjektiv, ihr braucht mehr Planung, ihr müsst viel mehr Fotos machen, weil sie dazugehören und nicht weil ihr sie so toll findet. Und ein Fakt wird oftmals vergessen. Man kann nie Gast und Fotograf sein. Man kann beides machen, aber nix davon 100%.

Entweder oder – Gast oder Fotograf

Etwas korrigieren müssen wir dieses Credo allerdings. Der teilweise fotografierende Gast, der geht sehr wohl sehr gut. Aber dann lasst euch keine Versprechungen entlocken. Die schönsten Sachen entstehen ohne Druck. Sollte es dazu kommen, dass ihr alleine für die Fotos auch wirklich verantwortlich seid, dann geben wir euch mal einige Ratschläge, deren Befolgung unserer Ansicht nach, absolut bedeutsam sind.

Kamera, Zoomobjektiv bei f2.8 und lichtstarke Festbrennweite und und und…

Das fängt an bei der Ausrüstung. Viele Dinge sollte man einfach haben. Die Kamera und ein Zoomobjektiv am Besten bei guter Blende 2.8. Damit habt ihr die größten Freiheiten. Dann solltet ihr euch auch eine 50er Festbrennweite einpacken. Mit Blende 1.8 gibt es die schon für 100 Euro. Damit bekommt ihr die schönen freigestellten Aufnahmen hin und habt die Möglichkeit den Blitz in der Kirche zu minimieren.

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Tja, was brauch ich denn noch an Ausrüstung? Unverzichtbar sollte auch ein guter Aufsteckblitz sein. Damit könnt ihr z.B. indirekt über die Decke beleuchten, ohne das Bild totzublitzen.

Denkt auch mal daran, dass ihr auf einem kompletten Tag viele Aufnahmen macht. Kontrolliert wie lange eure Akkus halten, ob das auch reichen mag, wie viel Speicherkarten ihr dabei habt. Lieber 2GB zu viel als keine Fotos mehr machen können. Und der vielleicht wichtigste Tipp bzgl. Ausrüstung: nehmt eure leisesten Sohlen mit. Also keine Ledersohlen sondern Gummisohlen. Wenn ihr das erste Mal in der Kirche steht und den Standort wechsel wollt, dann könnt ihr damit absolut geräuschlos bleiben.

Lang lebe die Kreativität

Es gibt selten Momente und Gegebenheiten, welche kreativer sind, als eine Hochzeit zu fotografieren. Darin liegt auch gleichzeitig der Knackpunkt vieler Fotografen. Fotografie ist oftmals sehr techniklastig und techniklastig ist nicht der große Bruder von kreativ. Ganz im Gegenteil. Ausrüstung ist unter anderem der Punkt Nr. uno, welcher gegen die Kreativität des Fotografen arbeitet.

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Ich möchte hier auch nicht viel mehr schreiben als ein kleines Beispiel, ein Schmankerl aus der Vergangenheit.

Auf einer Hochzeit vor ungefähr zwei Jahren waren 3 Hobbyfotografen zusätzlich zu uns auf der Hochzeit. Kein Problem, ich freue mich wenn noch mehr tolle Fotos für das Brautpaar enstehen und ich muss auch zugeben, dass 10 Augen eben mehr sehen als nur 4. Alle haben sehr engagiert fotografiert und wir kamen am Abend auch sofort ins Gespräch. Sie versprachen mir allesamt die Fotos des Tages zu schicken. Mich interessiert immer, was andere aus der gleichen Situation fotografisch machen. Deswegen hatte ich auch nach den Fotos gefragt. Und sie hielten alle drei ihr Wort, einige Wochen später trudelten die CDs mit den Fotos ein.  Und eine der drei CDs die ich bekam, die hob sich von allen anderen Ergebnissen deutlich ab.

Nach dem Blick auf das Etikett des Versenders dieser CD stellte sich sofort heraus, dass dies die einzige Hobbyfotografin der Hochzeit war.

Mit ihr hatte ich am Abend auch gesprochen. Sie fotografierte die gesamte Zeit mit ihrer damals brandneuen 400D im Vollautomatikmodus. Beide anderen Fotografen hatten sich technisch erkünstelt, verwackelt, überbelichtet und sehr viele Aufnahmen versemmelt aber allesamt mit „besserer Ausrüstung“. Das ist einfach ein geniales Beispiel dafür, was oftmals wirklich zählt. Nämlich das Auge und die Kreativität. Und gerade bei einer Hochzeit lohnt es sich das eine oder andere Objektiv zuhause zu lassen, einfach um gar nicht in die Versuchung zu kommen.

Seit diesem Tag hat es sich bei uns eingeführt, dass wir jedesmal am Morgen vor der Hochzeit uns (nur!) zwei Objektive pro Fotograf heraussuchen und die gesamte Hochzeit nur mit diesen beiden Objektiven fotografieren. Natürlich kann ich ohne richtiges Teleobjektiv keine langen Teleaufnahmen machen. Ich bin dann aber auch mehr gezwungen uns nach Motiven zu richten und die Situation zu verfolgen. Kreativer zu arbeiten und weniger auf die Technik zu achten. Absolut empfehlenswert ist es auch einmal nur zwei Festbrennweiten zu nehmen. Eine längere und eine kürzere! Und voila… die Kreativität ist gefordert!

ERGO: Habt keine Angst vor Herausforderungen. Natürlich ist eine Hochzeit schwierig und nicht Alltag. Aber bleibt locker, lastet euch keine zu großen Aufgaben auf und seid kreativ. Spaß an der Fotografie ist der beste Garant für gute Fotos.

***
Übrigens, Martin und Marc führen auch ein englisches Blog zum Thema Licht und Blitzen– welches es bald auch auf deutsch geben wird. Schaut mal rein!

Hochzeiten fotografieren

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49 Kommentare

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  1. Cooler Beitrag!
    Ich gehe regelmäßig mit einem Freund fotografieren. Da haben wir oftmals Sessions, die so techniklastig sind, dass hinterher kaum ein gutes Foto dabei ist. Meine Freundin hält von dem ganzen Schnick-Schnack nichts und arbeitet nur im Automatik-Modus. Ihre Bilder sind fast immer besser… :-|

  2. Genau das Thema habe ich jetzt gebraucht!
    Auch bei mir steht im April die erste Hochzeit an, die ich fotografisch begleiten soll. da kommt mir dein Artikel genau recht – hatte mich schon in sämtlichen Foren verrückt machen lassen!
    Vielen Dank für die sehr gute Beschreibung der Aufgabe und die hilfreichen Tipps. Ich freue mich auf weitere Artikel.

  3. @Jens, da würd ich sagen, steige auch auf Automatik um oder übe weiter.;-)
    Der Automatik Modus ist ja nicht schlecht, weis ja garnicht warum der so verpöhnt ist. Ich nutze ihn zwar nicht, aber wenn das manche machen, warum denn nicht.
    Danke an die Gastschreiber. Das macht doch immerwieder Hoffnung und Mut sich an die Hochzeit seines besten Freundes ranzutrauen. Er „traut“ sich ja auch. :-D
    Aber wenn ich auf eure Seite schaue, dann muss ich auch erstmal Schlucken.

  4. Toller Artikel!
    Ärgerlich ist es, wenn bei einer Konofirmation (wie bei der meiner Tochter) nur der „offizielle“ Fotograf in der Kirche zugelassen ist, und dieser dann ähnlich „tolle“ Bilder abliefert wie die beiden genannten in der kleinen Anekdote…

  5. huch, da bin ich aber wirklich erstaunt, sowas zu lesen, vor allem von einem profi. Denn normal hört man immer nur, lass die finger davon, lass das nen profi machen, ne hochzeit ist einmalig, das paar wird euch danach die freundschaft kündigen bla bla.

    Ich bin nämlich auch der meinung, dass das thema total überbewertet wird. Wer mit seinem equipment umgehen kann, der wird auch was ansprechendes zustande bringen. Das ist natürlich die voraussetzung.
    Muss man natürlich im vorfeld auch klären, was das paar möchte. Wenn sie ondro-mäßige fotos haben wollen, dann müssen sie ihn eben auch bezahlen.
    Meine privaten erfahrungen der letzen hochzeiten im umfeld haben aber gezeigt, dass der stellenwert guter fotos bei den meisten paaren (erschreckend) gering ist. Und auch viele bilder aus dem „fotostudio um die ecke“ erschreckend schlecht sind!

  6. sehr schoener beitrag!

    einzige anmerkung (kritikpunkt): photographieren in der kirche — wenn ueberhaupt, und dann auch nur mit einverstaendnis der sich-trauenden und des priesters — sollte meiner meinung nach auf sehr wenige aufnahmen reduziert werden, und es sollte meiner meinung nach ueberhaupt nicht geblitzt werden (slr/dslr „klicken“ oder „klacken“ und summen – besser eine leisere bridge-kamera nehmen)!. es geht in der messe nicht ums photographieren, es geht um die brautleute und es geht um die trauung. alles was da durch blitzlicht oder geraeusche oder hin-und hergerenne des oder schlimmer noch: der photographen – auch auf leisen sohlen! – stoert, gehoert da nicht hin und sollte waehrend der trauung auch nicht stattfinden! es stoert die zeremonie, es stoert die eheleute, es stoert den priester, und es stoert die gaeste. und zwar massiv! (wenn man unbedingt auch photos aus der kirche haben will, dann kann man die nach der trauung, nach der messe auch noch nachstellen – da hat man ruhe, da kann man ausleuchten, da stoert man auch niemanden, die brautleute/eheleute sind vermutlich deutlich entspannter – und wahrscheinlich sehen die photos dann auch noch besser aus…)

    ok – schimpft mich altmodisch, aber es ist meine meinung!
    :-)

  7. sehr schöne tipps, kann ich nur sagen. Mein Favorit: entweder Fotograf oder Gast, beides geht nicht, besonders wenn ihr Geld für die Fotos nimmt. Von Freundschaftsdiense ratte ich dringend ab. „Ich mache zwar Fotos, aber ob was wird…“ – solche Aussage sind tötlich :) Verantwortung übernehmen und sich richtig ins Zeug legen oder sein lassen und das Hochzeit genießen

  8. Bin auch schon gespannt was noch an weiteren Beiträgen so kommt und freu mich darauf.

    Vom Einstand bin ich aber noch nicht so überzeugt, weil ich denke das es sich in der Hochzeitsfotografie doch irgend wie um eine Königsdisziplin handelt und der Erwartungsdruck nicht unterschätz werden sollte. Ich kenne eure Seite schon länger, weil ich mich auch mal mit diesem Thema beschäftigt habe und doch noch keine Hochzeit fotografiert habe – der Respekt davor hat mich bis jetzt davon abgehalten. Kann aber auch sein, dass ich einfach nur ein „Schisser“ bin. Eure Bilder zeigen es auch – das sind keine Hobbybilder die einfach nur eine Hochzeit dokumentieren. Nein ihr habt euch spezialisiert und wisst was ihr Tut.

    Am Anfang heißt es zwar „… ja – mach uns doch bitte nur ein paar Bilder“ und alles scheint als würden alle Bilder akzeptiert werden – doch es handelt sich hier um einen der wichtigsten Tage im Leben eines Paares. Die Ernüchterung kann sich oft sehr schnell nach dem Betrachten der „Meisterwerke“ heraus stellen und schlimmer „die widererwartende Enttäuschung des Brautpaares“ – wo man doch sein bestes Können präsentiert.

    Sicher kann es jeder Probieren – aber der Artikel ist mir zu leichtfüßig und stellt die Verantwortung des Fotografen etwas in den Hintergrund.

    In der Hochzeitsfotografie bekommst du keine zweite Chance!
    Du musst den Ablauf der Hochzeit kenne – wissen wo sind die interessanten Abläufe, die du auf keinem Fall versäumt werden dürfen. Wie sehen die Lokalitäten aus. Wer sind die nächsten Verwandten … und und und

    Aber – es kann sein das ich hier schon vorgreife und in den nächsten Artikel kommt die Wichtigkeit der Vorbereitung mehr zur Geltung – jetzt kommt die Tragweite nicht ganz rüber, finde ich.

    Ich persönlich finde das Thema nicht so leicht wie es zum jetzigen Zeitpunkt im Artikel dargestellt wird.
    Für einen Hobbyfotografen kann eine Hochzeit zum Albtraum werden, wenn man nicht weiß was man tut.

    Ist aber nur mein bescheidene Meinung
    Gruß Roland

  9. Zwar bin kein Fan der Hochzeitfotografie, aber der Artikel ist dennoch sehr gelungen und ich kann einiges auch für mich heraus zu ziehen.

    @Jens: Das kenne ich nur zu gut. Wenn ich mit meiner Frau unterwegs bin und bei meiner Sony Alpha 200 mit Belichtung, Blende etc. experimentiere und dabei nicht selten rein gar nichts rum kommt, macht meine Frau mit der kompakten Ixus 60 im Automatikmodus die schönsten Fotos.

  10. Ich finde der Atikel ist sehr gut gelungen, aber wie schon Roland sagt, ist es was völlig anderes nebenher zu fotografieren oder Hauptverantwortlicher zu sein. Das geht auch schon mit dem Equipment los (ohne jetzt zu technisch zu werden). Bei einer Hochzeitsreportage ohne Ersatzbody z.B: aufzutauschen kann tödlich sein.

    Als Hochzeitsfotograf musst du dich mit der Hochzeit auseinander setzen. Du musst den Ablauf kennen, die Location. Du musst Ansprechpartner haben, dich mit dem Pfarrer bzw. Standesbeamten auseinander setzen und und und.

    Ich erlebe das auch immer wieder in meinen Vorgesprächen, dass ein Brautpaar was sagt wie „Wir brauchen nur ein paar schöne Bilder“. Das aber zu pauschal ist. Ein Brautpaar ist auch nicht im Thema und kann das schwer einschätzen. Deswegen muss man hier als Fotograf auch entsprechend beraten.

    Ich möchte das keinem Hobbyfotografen vermiesen, denn ich persönlich finde die Hochzeitsfotografie als was sehr schönes. Man bekommt so viele tolle, emotionale und schöne Momente mit. Ein gefundenes Fressen für einen Fotografen, aber es muss klar sein, was man tut. Welche Arbeit dahinter steckt incl. Vor- und Nachbearbeitung und welche „Verantwortung“ man hat.

    Gast und Fotograf sein geht im übrigen absolut nicht.

    Gruß

    Michael Wessel

  11. Es gab vor gar nicht langer Zeit bereits einen Beitrag zu diesem Thema, der auch schon ganz gut war. Dieser ist ebenfalls klasse. Ich verstehe Eure Sorgen nicht, wenn von „Verantwortung“ und „Freundschaft kündigen“ die Rede ist. Das klang auch beim letzten Beitrag an: man muss eben deutlich machen, dass auch nur Schrott rauskommen kann! Wer es nicht schafft, dem Brautpaar dies wirklich verständlich zu machen, der lebt natürlich mit so einem Gefallen gefährlich.
    Mir gefällt es auf Hochzeiten zu knippsen, weil es Momente sind, wo einfach alle ausgelassen sind und sich auch gerne mal knippsen lassen. Lachende und glückliche Gesichter, tolles Essen, Gäste im feinen Zwirrn…das ist doch wie eine Pralinenschachtel..man muss nur reinlangen!
    Danke für den tollen Artikel
    Grüße Blue

  12. danke für den tollen Artikel.
    ich fotografiere seit Mitte letzten Jahres ab und an Hochzeiten und ich muss sagen euren Tipp anfangs die Profis nur zu begleiten kann ich so nur unterschreiben. die ersten beiden Hochzeiten hab ich auch „nur“ begleitet. Einfach um zu schauen ob das etwas für mich ist und ob ich mit der Situation zurecht komme…. das war der beste Einstand. Mittlerweile geh ich auch allein…. Unterschätzen sollte man eine Hochzeit nicht – aber wer ein bißchen sinn fürs Motiv hat brauch sich nicht ganz so heiß machen….

  13. Da ich auch schon zwei Hochzeiten fotografiert habe und dieses Jahr auch schon mindestens zwei geplant sind kann ich auch nur empfehlen keine Angst davor zuhaben!
    Und auch mal mit einer Festbrenweite zu fotografieren ist eine sehr schöne Gelegenheit kreativer zu werden und den Blick zu schulen.

  14. hochzeiten sind schon absolut gehobenes niveau… hatte bisher zweimal die „ehre“, bei sowas als fotograf dabei zu sein! werde folgendes zitat auch nie vergessen, was ich zu diesem thema mal gelesen habe: „wenn dich jemand fragt, ob du für in den fotograf machst bei seiner hochzeit, mach nur zwei sachen: sag nein und lauf sofort weg…“ bei hochzeiten hat man nur eine chance und die muss man nutzen!

    im ersten moment denkt man immer, passt schon irgendwie, aber wenn man sich näher damit beschäftigt, dann denkt man sich „ach du scheiße, worauf hat man sich jetzt eingelassen“. das a und o ist einfach ne vernünftige vorbereitung. man schaut sich vorher die location an, spricht mit dem brautpaar, organisiert sich einen ansprechpartner, der stellvertretend für das brautpaar sprechen kann und alle kennt.
    natürlich sollte man auch das entsprechend equiqment am start haben (auch das beste auge hilft nicht weiter, wenn die technik schrott ist…) und auf alle möglichkeiten vorbereitet sein! was ein absoluter bringer ist, ist eine mobile festplatte, wo man die speicherkarten schnell sichern kann und platz schafft. außerdem kann man schon mal checken, ob die bilder was geworden sind!

    die erste hochzeit war für mich persönlich sehr hilfreich, was man machen muss und was nicht! die zweite hochzeit, war qualitatätsmäßig nen quantensprung zur ersten… ich freu mich schon auf die nächsten ;-)

  15. Schöner Beitrag zu Hochzeitsfotografie.

    Den Vorschlag das einer sich auf die „wichtigen“ Bilder konzentriert und ein zweiter frei fotografiert finde ich super.

    Auch dass man als angestellter Fotograf auch noch andere Fotografen an der Hochzeit mitmachen lässt gefällt mir. Habe leider auch schon erlebt das der beauftragte Fotograf keine weiteren Fotografen auf der Hochzeit haben wollte.

  16. @kmk sehr umstrittene Thema. Du hast ja im Prinzip Recht, aber… In der Kirche entstehen u.U. die beste Fotos. Da ist der große Kunst, als Fotograf unbemerkt zu bleiben, kein klicken, kein summen und kein blitzen. Ob man da eine Bridge kanera nimmt oder eine Film-Leika mag jeder selber wissen – die Stimmung die dort herrscht darf nicht zerstört werden. Und selbstv. – Einverständniss vorher hohlen.

  17. danke, danke, danke! endlich mal jemand, der nicht mit erhobenem zeigefinger dasteht und sagt: hochzeiten? das schaffst du nie!

    ein toller artikel und ich freu mich sehr auf die fortsetzung!

  18. ist ja witzig. ich wurde tatsächlich vor zwei wochen von meiner schwestern gefragt, ihre hochzeit zu fotografieren. dabei hat kaum jemand aus meiner verwandschaft (meine schwester eingeschlossen) jemals ein bild von mir gesehen. nur, dass ich nun eine DSLR besitze scheint sich herumgesprochen zu haben…
    naja, ich habe sie erst einmal hingehalten und heisse deshalb auch diese beitragsreihe herzlich willkommen und werden sie aufmerksam verfolgen!

  19. Ich würde mal sagen: Wenn man ein paar (auch gering) bezahlte Shootings vorher gemacht hat, bei denen man lernt, dass man auch unter Druck, dass die Bilder gut werden „müssen“, locker bleibt und einfach photographiert, dann sollte die Hochzeit auch meisterbar sein. Oft entstehen bei „Amateuren“ sowieso die besseren Bilder als bei Profis, denen es nur auf Effizienz und Geschwindigkeit ankommt (schnell ein paar solide Bilder und wieder nach Hause, damit der Stundenlohn passt).

  20. Es freut mich wirklich außerordentlich, dass solch eine Reihe kommt. Ich persönlich interessiere mich auch ein wenig für die Hochzeitsfotografie, (auch weil man, wie erwähnt, immer gefragt wird) und dieser Artikel hat es auch geschafft, ein wenig die Angst zu nehmen, denn als Hobbyfotograf hat man schon Angst, dass die ‚Safe-Shots‘ nicht gelingen.
    Freut mich.

  21. Für mich sehr interessanter Artikel, da ich vor kurzem selbst „gezwungen wurde“ ein paar Bilder für das Brautpaar zu machen, und ich dort merkte, wie schwierig das ist mit begrenzten Mitteln Fotos zu machen.

  22. Jetzt falle ich nach all dem Lob aber voll aus der Reihe…

    Aber als Profifotograf, der schon diverse Hochzeiten fotografieren durfte muss ich natürlich der Aussage in Bezug auf „Vielleicht sogar viel besser als der „Profifotograf“ welcher für 2 Stunden in die Kirche kommt und ein paar schnelle Schüsse abgibt, kaum erwarten kann endlich sein Wochenende zu haben und sich gleich seinen Sekundenlohn ausrechnet.“ heftig widersprechen!

    Finde ich schon recht $“§$()%… ärgerlich, so etwas zu behaupten. Als ob alle Profis nicht wüssten, wer Ihnen den Lebensunterhalt finanziert und wie wichtig gute Fotos für das Paar sind.

    Auf der Gegenseite habe ich es schon öfter erlebt, dass Paare aus Kostengründen einen Amateur („Onkel Heinrich hat ja eine Kamera…“) geholt haben, der die ganzen Hochzeitsbilder versaut hat. Unwiederbringliche Augenblicke. Also nicht nur auf den Profi schimpfen.

    Ich kenne zudem keinen Hochzeitsfotografen, der seinen Auftrag nicht ernst nimmt. Der kümmert sich im Vorgespräch um die Wünsche des Paares, holt Erkundigungen ein, was wann und wo geplant ist und kümmert sich auch sonst um die Logistik, den Ablauf, das drum herum. Das alles ist vielen Amateuren (und Kunden) so manchmal gar nicht bewusst.

    Zitat:“einfach mal ein oder zwei Hochzeiten neben einem engagierten Fotografen „mit fotografieren“.“

    Was ich als gebuchter Hochzeitsfotograf nun gar nicht gebrauchen kann, ist ein Fotograf, der (vielleicht in Ermangelung eigener Ideen) neben mir mit seiner Kamera steht und die Bilder simultan auch macht, die ich gerade arrangiere. In solchen Fällen lege ich meine Kamera beiseite und lass ihn machen. Die zu fotografierenden Gäste wissen dann nämlich gar nicht, in welche Kamera sie schauen sollen. Und ich, der für die Bilder bezahlt wird, muss mich dann über Bilder ärgern, auf dem die Personen z.B. in verschiedene Richtungen schauen. Oder ich habe die doppelte Arbeit, weil ich die Aufnahme bei Gelegenheit noch einmal machen muss.
    Zuschauen und in einer Pause fachsimpeln: sehr gerne. Aber meine Arbeit mache ich alleine.

    Das soll jetzt nicht heissen, dass ich keine Fotografen auf der Hochzeit haben will – im Gegenteil. Denn wie schon im Bericht erwähnt, kann man nicht alles sehen und mehrere Fotografen sind schon nicht schlecht. So lange man mich nicht bei *meiner* Arbeit zu sehr stört.

    Das mag alles recht egoistisch klingen – aber *ich* muss damit mein Geld verdienen und von daher bin ich in diesem Bereichen auch wirklich sehr egoistisch.

    Das soll auch niemanden davon abhalten, mal eine Hochzeit zu fotografieren. Aber es gehört mehr dazu, als nur die Kamera in die Hand zu nehmen und drauf los zu knipsen. Und seid euch der Verantwortung dem Paar und den Gästen gegenüber im Klaren: die Bilder kann man (normalerweise) nie wiederholen.

    Sorry – ist jetzt doch etwas länger geworden. ;-)

  23. Erstmal Danke für den Beitrag. Der macht Mut und Lust, sich dem Thema zu widmen.

    Und ich gebe Euch, aber auch einigen Kommentaren hier Recht.

    Ich denke, dass viele Hobbyfotografen gute Hochzeits-Bilder machen können. Dass sie sich genauso wie Profis in die Materie einarbeiten können und vergleichbare Ergebnisse liefern können. Der Vorteil von Hobbyfotografen ist meines Erachtens, dass sie teilweise mit viel mehr Spaß und Elan an die Sache ran gehen und nicht auf die Uhr und das vereinbarte Budget schauen. Der eigene Ehrgeiz kann ein guter Motivator sein.

    Anderseits: Es ist wirklich der wichtigste Tag im Leben des Paares. Nichts ist schlimmer, als danach ohne gute Bilder darzustehen und die vielen schöne Momente nicht im Bild festgehalten zu haben. Und richtig: Man kann diese Bilder nie wiederholen. Daher ist die hier angesprochene Planung und Koordination der Hochzeit, das Wissen um die Termine, um die wichtigen Personen der Feier, um die Location und Persönlichkeit des Brautpaares ganz wichtig. Viele sprechen ja davon: „Ach, so gestellte Bilder brauche ich gar nicht …“. Aber dann später haben sie keine Fotos für die Danksagungen. Wer das als Hobbyfotograf dem Brautpaar nicht darlegt (und andere Dinge), der muss mit Enttäuschungen rechnen.

    Also daher denke ich, dass bevor man sich selbst traut, die Kamera auf so einer Feier in die Hand zu nehmen, sich ganz bewusst den organisatorischen Dingen widmen sollte. Die Vorbereitung beginnt und endet nicht mit der Bereitstellung des passende Equipments, sondern sollte eine Rund-Um-Betreuung beinhalten. Wer gut vorbereitet ist (und wohl wirklich schon mal als „zweiter Fotograf“ dabei war), hat viel weniger gedanklichen Stress und kann sich viel besser auf das Brautpaar einstellen. Und es sollte vorher auch abgestimmt werden, was genau das Brautpaar an „Output“ erwartet. Vielleicht vorher mit dem Paar einfach mal ein Probeshooting machen, um sich auch näher zu beschnuppern? Auf der Feier selbst ist dafür ja viel zu wenig Zeit.

    Und zum Abschluss noch mal mein Statement vom Anfang: Wenn ich mir meine eigenen Hochzeitsfotos anschaue, dann weiss ich heute (damals habe ich noch nicht fotografiert), dass dieses Output vom Profi keine Meisterleistung war.

    Und auch Profis passieren Fehler: Eine Freundin von mir hat ihre Bilder nie gesehen, denn der Profi-Fotograf hat die Bilder nicht richtig gespeichert, sondern gleich alle komplett gelöscht, unwiderruflich.

  24. Blogartikel dazu: 8 top Blogs über digitale Fotografie | Shockmotion

  25. Würdet Ihr Euch nicht auch ärgern, wenn ihr einen Dienstleistungsberuf erlernt, damit Euer Geld verdienen müsst und dann kommen da unglernte Amateure her und nehmen Euch die Aufträge weg? Und dann schreibt noch einer, dass die Amateure das vielleicht noch besser könnten als die Profis. Finde ich sehr geagt und auch nicht OK. Aber in der heutigen „Geiz ist Geil“-Gesellschaft ist das wohl normal.

    Meine Hochzeit hat ein Profi fotografiert. Er war von morgens (7:30 Uhr) bis Nachts bzw. früh (5:30) anwesend. Es gab Vorshootings und Treffen, also keinerlei fehlendes Engagement oder der gleichen.

    Gruss Eichi

  26. @eichi
    Willst du bestreiten dass es Amateure gibt, die es besser machen als ein Profi. Sagst du also, dass es Amateur nie besser sein kann? Also ich finde was die beiden im Beitrag schreiben absolut richtig. Sie sagen ja nicht, dass es keine Profis geben soll oder gibt. Aber es geht darum, dass Amateure genauso gut oder eben sogar noch besser sein KÖNNEN!!!!!! NICHT MÜSSEN!!!! Und das rechne ich Ihnen hoch an. Profis die sich eingestehen können, dass in einem kreativen Beruf auch Amateure richtig geniale Arbeit abliefern können, die gibt es nicht oft.
    Und jetzt kommt noch meine Meinung. Wer als Profi Angst vor Amateuren haben muss, die sowas garnicht erlernt haben geschweige denn so eine Sache Tag für Tag machen, der sollte lieber sofort aufhören.

    Also weiter so… und toller Lichtblog von Martin und Marc…

  27. Mich hat der Artikel darin bestärkt, weiterhin nicht auf einer Hochzeit zu fotografieren. Zumindest nicht als Hauptverantwortlicher, dessen Bilder später an Omi, Opi, Schwiegermutter und Co. gehen sollen … ;-)

  28. Blogartikel dazu: Linkschleuder KW11: Leica, Canon, Olympus | Digitalkamera Test Kamera News Blog

  29. Blogartikel dazu: Hochzeitsfotografie Teil 2!!!

  30. Sehr sehr klasse, dieser Beitrag.
    Ich bin Visagistin und habe gelernt bei Top Fotografen…und habe das Glück meine Kreativität meistens ausleben zu dürfen…seit 25 Jahren fotografiere ich nun….und es macht immer noch großen Spass….besonders, wenn man nachher sieht, wie glücklich die Menschen mit ihren Fotos sind… das ist das eigentliche Honorar für mich.
    Genau so spielt es sich ab, bei einer Hochzeit, genau die Dinge werden angesprochen auf die man achten sollte…(bin selbst auf manche gar nicht gekommen, weil sie mir inzwischen selbstverständlich waren…) sehr hilfreich…mir fällt auf jeder Feier auf, dass manche Gäste mit ihrem Equipement qualitativ höher ausgestattet sind als ich… ABER….das Auge für den Moment…..das schöne Gegenlicht…..die angrenzende Mauer oder die gut gelaunten Gäste—-es ist der Moment……manche fotografischen Mängel lassen sich noch im Photoshop ausgleichen…
    Gut Licht allen Ambitionierten! :) ….Christina

  31. Hallo ihr beiden!
    Eure Seite hat mir wirklich sehr geholfen und mich ermutigt!
    Ich soll in ein paar Wochen eine Hochzeit fotografieren und habe mir selbst wahnsinnig viel Druck gemacht. Ich bin auch Hobby-Fotografin. Ich bastle zwar immer mal wieder manuell an den Einstellungen rum, aber es dauert bis ich die richtige gefunden habe.
    Euer Text hat mich jedenfalls sehr motiviert – vielen dank dafür!

  32. Dieser Artikel ist eine bodenlose Frechheit und sowie eine Respektlosigkeit gegenüber einem Professionellen Fotografen! Immerhin ein geschützer Beruf und bis vor kurzem noch Meister-Pflichtig! Kaufen Sie sich einen Foto und sie können fotografieren?! Wenn sie sich ein Klavier kaufen – können sie dann auch Klavier spielen?
    Ich bin Fotografenmeister – lebe von meiner Arbeit und versuche damit meine Familie zu finanzieren! Leider erlebe ich es all zu oft dass sogenannte „Hobby-Fotografen“ welche wie Pilze aus dem Boden schießen, und die sich einbilden fotografieren zu können nur weil sie im Besitz einer DSLR sind, Hochzeiten von Bekannten für einen Appel und ein Ei verknipsen. Eine Frechheit ist es zu behaupten die Profi-Fotografen würden „ein paar schnelle Schüsse abgeben“ und nur das Geld zählen! Einen Profifotografen bei der Arbeit zu beobachten um sich dann Ideen zu holen? Geht es noch? Was für einen Schwachsinn verzapfen Sie hier eigentlich?
    Leider muss ich feststellen dass sie keinerlei Ahnung von der Arbeit eines richtigen Fotografen haben. Solchen selbsternannten Fotokünstlern wie ihnen gehört schnellstmöglich das Handwerk gelegt damit die echten Fotografen weiterhin die Möglichkeit haben Kreativ und Frei Ihrer Arbeit nachzugehen! Leider werden diese immer weniger um dann auf der Straße zu sitzen. Vielen Dank dafür!

    Ich würde mir sehr wünschen dass es bald „Hobby-Juristen“ gibt welchen solchen Typen wie Ihnen das Leben schwer machen!

    • Sehe es wie Ralf Seidel.
      Wtf…
      Hobbyfotografen auf Hochzeiten loslassen… Ja geht’s noch ?
      Der Profi weiß mit jeder Situation umzugehen. Auch wenn sie sehr kurzfristig entsteht.
      Ein hobbyfotograf ohne Erfahrungen kommt da schnell an seine Grenzen.
      Hat schon nen Sinn wieso es Profi und Hobby heißt.