kwerfeldein
10. März 2009 Lesezeit: <1 Minute

Videopost II: Kreativ Fotografieren …

Im Anschluss an das Video von gestern und ein paar sehr wichtigen Kommentaren dazu habe ich mich entschieden nochmal per Videopost zu bloggen. Für diejenigen, die das Video hier nicht sehen können der Direktlink zu Vimeo.

Wie im Video schon erwähnt, geht es hier morgen wieder ganz normal mit Text weiter. Achja, und diesesmal sitz ich auf nem Hocker. Der ist zwar steinhart aber wesentlich unbeweglicher ;)

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13 Kommentare

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  1. Da stimme ich mit Martin komplett überein.
    Gerade das Baum Thema greif ich doch gerne auf.
    Da ich genau dazu zwei Bilder habe, die innerhalb weniger Minuten aufgenommen worden sind und Martin’s Worte unterstreichen:

    http://www.flickr.com/photos/leibig/3019283567/in/set-72157609527512307/
    http://www.flickr.com/photos/leibig/3019289249/in/set-72157609527512307/

    Deswegen ich bin der Meinung wenn Ihr etwas Photographieren wollte. Macht viele Photos, aber geht vor allem auch um die Objekte herum schaut nach anderen Aufnahmewinkeln, Brennweiten, ISO –> spielen macht spass :)

    lg
    Philipp

  2. Hallo Martin,

    die Aussage „mehr Gedanken = bessere Fotos“ würde ich so nicht unterschreiben. Ein Werk wird nicht zwangsweise besser, je mehr (gedankliche) Arbeit man in seine Umsetzung steckt. Das kennt man ja aus allen kreativen Bereichen: Bücher, die zu Tode formuliert, Bilder, die kaputt gemalt, Produkte, die überdesigned worden sind.

    Ich hab auch schon von Fotografen gelesen, die die Gedanken, die sie über eine Szene anstellen, als Fluch empfinden. Weil sich diese Gedanken automatisch und teilweise auch unbewusst einstellen. Weil sie durch diese Gedanken automatisch in eine bestimmte (Denk-) Richtung gedrängt werden und nicht mehr offen für andere Zugänge bleiben. Weil dadurch Spontanität verloren geht.

    Es geht wohl schlicht und einfach darum, geistig beweglich zu bleiben. Wenn man dann auch noch das richtige Gespür, ein kleinwenig Glück sowie die Technik im Griff hat, sollte man schon das eine oder andere aktzeptable Bild in den Kasten bringen. :-)

  3. @Martin: Das Thema der „Faulheit“ und des sich „nicht mehr Mühe machen“ kann ich sehr gut nachempfinden.

    Oft stellt sich (immer wieder) die Situation ein, dass der Weg, der zum Ziel führt als notwendiger Prozess ausgeblendet wird und nur noch rein ergebnisorientiert gedacht wird.

    Klar, das Bild ist der Ergebnis und als solches auch alleine sichtbar aber man muss sich immer wieder bewusst machen, wie wichtig der Weg dort hin ist: Das Scouten, das Bewegen, das Auseinandersetzen mit der Technik und neuen Methoden …

    Das leitet auch direkt weiter zu dem Kommentar von @Johannes:

    Das Denken, dass hier angesprochen wurde (so unterstelle ich es), ist wichtig im Hobbybereich und bei (ambitionierten) Amateuren. Es geht darm die Kamera und all die Einstellungen und Möglichkeiten kennen zu lernen, um dann später, wie du genau gesagt hast, eben „nicht mehr dran zu denken“: Denn dann ist es verinnerlicht und der „Sinn fürs Bild“ ist geschärft. Dann wird die ganze Sache eher zum Gefühl.

    Aber die Basis ist sicherlich das „viel fotografieren“ im Sinne von: Wechseln, Umstellen, Ausprobieren, sicherlich auch die ein oder andere Theorie wälzen (nicht jeder wird mit dem Künstler-„Gen“ geboren).

    Dem entsprechend finde auch ich, dass das „viel“ in viel fotogrfieren eher auf das Auseinandersetzen mit Mühe, Verständnis und Abwechslung zu tun hat und nicht mit vielen Bildern vom gleichen Motiv vom gleichen Standort aus bei unveränderten Lichtsituationen oder unveränderten Kameraeinstellungen.

    Wie immer sind das natürlich nur meine 2cent zu so einem Thema und in Zyklen verwerfe ich auch wieder meine eigenen Ansichten und versuche die Gedanken zu so etwas neu zu erfinden. Das hält den Geist wohl auch fit ;)

  4. Fotografie ist für mich „Leben einfangen mit der Kamera“. Klingt etwas pathetisch, aber wenn ich ein Motiv durch die Kamera sehe versuche ich entweder, es nach dem Thema aussehen zu lassen, das ich mir gerade gesetzt habe (momentan ist das „Vergangenes loslassen und verarbeiten“), oder das einzufangen, was das Motiv mir anbietet. Dadurch kommt es fast von alleine dazu, daß ich mich um das Motiv herumbewege, das Licht anschaue, Blickwinkel verändere.
    Manchmal sehe ich auch einfach nur etwas, das mir genau so gefällt wie es ist. Da geht es dann etwas schneller mit dem Foto :)

    Allerdings muß ich mit der Kamera selbst noch mehr experimentieren und mehr Einstellungen versuchen, das habe ich in letzter Zeit vernachlässigt, indem ich nur manuell und mit der „richtigen“ Belichtung fotografiert habe. Also, da geht noch was…

  5. Ich finde, es gibt den grundsätzlichen Unterschied zwischen Leuten, die einfach intuitiv geile Fotos schießen und dann die, die über das Bild nachdenken (müssen). Dazu gehört ich eher. Was ich manchmal schade finde.. ich muss Motiv suchen und sehe es nicht zwingend einfach.
    Nur draufhalten und knipsen ist dabei aber nicht förderlich (vor allem, wenn man jemand ist, der nicht gut wegschmeißen kann..). Ich schaue viel durch den Sucher, versuche zu komponieren, versuche zu lernen, mit meinem eigenen Auge ohne Sucher das Motiv zu sehen, vorher zu komponieren, bevor die Kamera am Auge ist. Ich denke, dass ist etwas, was man lernen kann *hoff* und ein ewiger Prozess.

    Die Kamera kennegelernt habe ich mit schlechten Bildern.. Seitdem ich weiß, was ich damit machen kann, fotografiere ich weniger (quantitativ), aber die Fotos werden besser..
    Abgedroschen, aber richtig: Sehen lernen.. dann klappt’s auch mit dem Foto.
    (Das sind alles keine Ratschläge, sondern eigene Gedanken..).

    M.

  6. 105 Prozent. 105 Prozent meine Meinung!

    Wenn man grad seine Kamera neu hat und man sich denkt, „hey, ich bin der Größte, alle Bilder werden geil“, dann ist die Gefahr echt riesengroß, dass man einfach so vor sich hin knipst, sich keine Gedanken macht und alle Fotos nicht geil, sondern mega scheiße werden. Man steht da vor nem Motiv, dass es wirklich verdient hätte, und entweder, man drückt einmal drauf und sagt „im Kasten“, oder, was am Ende vielleicht sogar noch schlimmer ist, haut 50 mal auf den Auslöser und macht 50 Fotos die alle das selbe aussagen — nix.

    Ich bin zwar kein Fußball-Fan, ich der Vergleich scheint mir grad ganz passend; wenn du 10.000 mal gegen nen Ball trittst, wird der 10.001. Tritt nicht unbedingt als der erste. Wenn du aber 10.000 mal versuchst einen Ball ins Tor oder zu nem Spieler zu schießen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass der 10.001. Schuss ankommt schon um einiges höher, als das beim Ersten war. Genauso beim Fotografieren, jedes Foto sollte bemüht und bewusst gemacht sein, dann wird man auch besser! Auch wenn man es erst später merkt.

    Und das hab ich mir jetzt nicht aus den Fingern gesaugt, das seh ich immer wieder, wenn ich mich trau, doch noch mal meine alten Fotos anzugucken.

    Ich kann mittlerweile auch locker sagen, meine ersten 10.000 Fotografien waren totaler Dreck. Oder ne, nicht meine ersten 10.000 Fotografien, meine ersten 10000 Auslösungen, denn ob ich schon 1.000 — geschweige denn 10.000 — echte Fotografien gemacht habe, die nicht einfach nur „Fotos“ oder „Bilder“ im ganz platten Sinne sind, wage ich gar nicht mal zu beurteilen.

    Pascal

  7. Ich stimme Christoph und Phil, die du zuerst zitierst, zu. Viele Bilder aus der gleichen Position machen ist wenig Sinn. Die wahre Arbeit passiert im Kopf. Trotzdem muss experimentieren erlaubt sein. Also: verschiedene Positionen und Bedingungen auszuprobieren, bereichert.

    Vor ein paar Jahren habe ich bei einem professionellen Shooting assistiert. Ein Fotograf hat für eine Motor-Zeitschrift in Rüsselsheim ein paar Opels fotografiert (kommt im Moment wahrscheinlich nicht so oft vor…). Wir haben stundenlang die Autos verschieden arrangiert, Leitern organisiert, damit er von oben fotografieren konnte, usw. Wenn ein Aufbau stand, dann hat er immer nur ein- oder zweimal abgedrückt. Und die Bilder waren super. Das war professionell: der Mann hatte im Kopf, wie das Bild aussehen sollte. Das kommt mit der Erfahrung.

  8. @Martin

    ^^ hehe hatte gestern im Bus eine tolle Diskussion mit meinem Mitbewohner darüber … wie bereits beschrieben … vielleicht hilft es mal sich selbst in der Anzahl der Bilder zu beschränken … mal bewusst nur 36 Bilder machen ;)

    Schön dass Du die Kommentare noch mal aufgegriffen hast!

  9. die beiträge gestern und heute haben mir gezeigt, wie wichtig es ist das „eigentliche“ fotografieren nicht (im wahrsten sinne des wortes) aus den augen zu verlieren, gerade comments wie „rausgehen bei mistwetter“ helfen ungemein den eigenen zugang zum fotografieren auszubauen und neue wege zu entdecken.
    die posts als video ist ein netter gimmick und für dieses thema sicher auch optimal geeignet, denn diese gedanken und emotionen aufzuschreiben halte ich doch für sehr schwierig…

  10. Hallo Martin!

    Ich würde ganz gerne mal den Titel dieses Videos hinterfragen: Ich denke, dass _kreativ_ fotografieren einiges mehr verlangt als nur das Verändern der Brennweite oder ein paar „ungewöhnliche“ Blickwinkel.

    Ich sehe immer mehr, wie konservativ die Online-Fotografie-Szene eigentlich ist, und auch wenn ich bei vielen Bildern die Technik bewundere, die Bearbeitung oder vielleicht sogar die Komposition (und ich gleichzeitig auch zugeben muss, dass ich viel davon nicht Zustande bringen würde), denk ich immer mehr, dass sechs Siebtel der Fotos auf Flickr (zB) irrsinnig kitschig sind. Die Motive schon so oft gesehen, die Möglichkeiten sie ins Bild zu setzen auch. Bei vielen Bildern denke ich mir, dass die im Baumarkt neben der Rahmenabteilung verkauft werden könnten… Ist das schlecht? Bin ich da überheblich, oder stell ich nur andere Ansprüche an mich?

    Mir fehlt Expression, Individualität, Mut zur Einzigartigkeit und künstlerischer Anspruch. Und genau bei dem Punkt habe ich mich gefragt, wie sehr sich denn der Durchschnitts-User eigentlich stellt. Seht ihr, liebstes Kwerfeldeinpublikum, euch als Künstler? Wenn ja, ehre klassisch, oder deffiniert ihr euch als modern?

    Was ist euch wichtiger/macht euch mehr Spaß: Gute Technik oder künstlerischer Anspruch?

    grooce,
    Tobi

  11. Blogartikel dazu: Videoposts veröffentlichen -