kwerfeldein
23. Februar 2009 Lesezeit: ~2 Minuten

Strassenfotografie: Welche Erfahrungen habt Ihr damit gemacht?

Fotografieren auf der Strasse: Eure Erfahrungen damit

Die Streetphotography oder Strassenfotografie ist eine allseits beliebte Form zu fotografieren. Menschen in einem städtischen Umfeld abzulichten hat für viele einen ganz besonderen Reiz und Fotografen wie Matt Stuart haben uns gezeigt, wie stimmungsvoll solche Bilder wirken können. Doch so toll das alles ist, handelt es sich hier (wie viele von Euch sicher wissen) auch um ein … naja … „spannendes“ Thema. Denn auf der Strasse zu fotografieren hat nicht nur seinen Reiz sondern auch seine Probleme und Grenzen.

Die meisten unter uns kennen das zu gut. Fragen wie „Darf ich diese Person überhaupt fotografieren, die da an der Ecke steht?“ oder „Kann ich das Bild nun ins Netz stellen mir der Touristengruppe drauf?“ schwirren in unseren Köpfen herum und wir wissen oft keine Antwort darauf.

Aus diesem Grund wird hier auf kwerfeldein.de morgen ein Interview mit Rechtsanwalt Phillipp Dorowski erscheinen, welcher genau auf diese Fragen eingeht. Das wird uns helfen, die rechtliche Situation etwas klarer zu betrachten und somit nicht mehr völlig im Dunkeln zu tappen.

Doch bevor es morgen hier ein juristisches Intermezzo geben wird, möchte ich mal in die Runde fragen, welche Erfahrungen ihr auf der Strasse bisher gemacht habt. Denn es ist doch superspannend, sich einmal so über das Thema auszutauschen und ein bissken aus dem Nähkästchen zu plaudern.

Deswegen:

Welche Erfahrungen habt Ihr mit der Strassenfotografie gemacht?

Die Frage bezieht sich auf alles, was Euch so bisher passiert ist. Positive Begegnungen mit Menschen, die sich gerne fotografieren liessen nd weniger positive mit Leuten, die das gar nicht gerne hatten. Oder sogar, dass Ihr selbst nicht begeistert ward, als ihr auf offener Strasse fotografiert wurdet und und und..

Also Leute, dann legt mal los, ich bin schon sehr gespannt!

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31 Kommentare

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  1. Wir sind mal unter Androhung von „Hundestaffeln“ und „Verstärkung“ von einem einzelnen Sicherheitsmännchen der „Munich Highlight Towers“ vom offensichtlichen Privatgelände und auch von der angrenzenden öffentlichen Straße (angeblich gehört die auch zu Privatgelände) vertrieben worden. Das war aber eher witzig, eben weil sich der Herr so aufgeplustert hat. Außerdem hatten wir schon schöne Fotos im Kasten.
    Gerade an solchen Locations sollte man sich wohl vorher mit der Verwaltung absprechen, dann klappt das häufig besser.

  2. Aus solchen Ereignissen, wie Hans Schneider es schildert, habe ich bisweilen auf die Streetfotografie verzichtet. Ich habe keine Ahnung wie es rechtlich aussieht, was mach darf, was nicht, usw. Daher warte ich geduldig auf des Interview morgen und werden dann gegenfals mal auf die Straße gehen. Dann kann ich berichten, was mir so wiederfahren ist.

  3. ich finde Streetfotografie immer aufregen – Flohmärkte, Einkaufsmeilen, Parks etc. …
    Auf „Diskretion“ ist dabei immer zu achten. Solange man Personen als solche nicht erkennt, ist da sicher kein Problem – ich warte mal auf das Interview morgen :)
    Als ich aber mal zum „Opfer“ der Streetfotografie wurde, und somit als Akteur VOR und nicht HINTER der Linse fungieren durfte, war mir klar: heikles Thema!

    Szenario: ich war in einem „Konfliktgespräch“ am Telefon. Verzog mich heulend in eine „stille Ecke“ – rede, gestikuliere leise vor mich hin, verzweifle, weine…… und als ich das alles tuend aufblickte, sah ich in den Megazoom eines Fotografen – ich war völlig entsetzt, in einer solchen „privaten“ Atmosphäre abgelichtet worden zu sein.

    Bin hin und habe ihn angepöbelt (gar nicht meine Art!), was das soll und dass er die Bilder löschen soll.

    … wunderte mich damals… und wundere mich heute noch, wie Menschen für ein Bild die Privatsphäre eines anderen nicht ernstnehmen können!

    (obgleich in meinen Fotoschätzen ein Bild schlummert, welches ich wohl nicht veröffentlichen werde: Ein Typ Frau, neben sich eine Tasche mit der Aufschrift „too sexy for you“ – aufgrund der Sonnenbrille wird sie wohl nicht erkennbar sein – mir reicht allerdings der Gedanke, dass sie sich selbst erkennen könnte…)

  4. Street Photography kann unheimlich stimmungsvoll und spannend sein; richtig interessant sind die Bilder meist aber erst dann, wenn man die Personen darauf auch erkennt – was dann der Punkt ist, wo’s richtig heikel wird.
    Ich kann nachvollziehen, wenn da Leute gereizt reagieren; ich fühle da mit meiner Vorrednerin mit. Deshalb meide ich das Genre – ich habe Skrupel, die „feine rote Linie“ der Privatsphäre anderer Leute zu übertreten.

  5. Ich hab mich letzten Herbst in London damit versucht und eifnach überall versucht Fotos zu machen. Und was soll ich sagen, es hat funktioniert. Ich hab zwar drauf geachtet, in Maßen zu fotografieren (und nicht irgendwelche Leute in ihrer Privatsphäre einzuschränken), aber bei dieser Art von „ungestellen Fotos“ sind halt ziemlich schnell und sogar gewollt unbekannte Menschen drauf. Zumindest hat mich keiner angesprochen und gefragt, ob ich ihn gerade fotografiert habe, kann aber auch daran liegen, dass ich nur aus der Hüfte fotografiert hab und dazu noch aussah wie ein Tourist… ;)

    (Werbung: Mein Street Set)

  6. Für mich ist Streetfotografie ein wesentlicher Bestandteil der sowohl alltäglichen Fotografie als auch der Reisefotografie. Dabei stelle ich deutliche Unterschiede zwischen den Kulturen fest. So ist es z.B. in Indien so, dass die Menschen von der Kamera gradezu angezogen werden. Insbesondere Kinder, aber auch Erwachsene, sind richtig neugierig, und werden gerne fotografiert.
    Das gilt natürlich auch besonders für „Selbstdarsteller“, wie z.B. die Manga-Mädchen in Shibuya (Tokyo). Die wollen natürlich auch gerne fotografiert werden.

    Allerdings: ich nehme prinzipiell immer erst den Kontkat mit meinen „Modellen“ auf. Sei es per Blickkontakt, Gesten (die typische „Fotoknipsgeste“ oder einfaches Zeigen auf die Kamera) oder direkte Ansprache. Ich fotografiere nur, wenn ich (glaube) das Einverständnis des Fotografierten zu haben. Ansonsten versuche ich, möglichst Diskretion zu wahren, Menschen eher von der Seite, von Hinten oder als Silhuetten zu fotografieren.

  7. Streetfotografie heißt nicht, das da immer Menschen auf den Bildern sein müssen. Da in unseren Breitengraden dies ein ganz heikles Thema ist, speziell wenn man auf den Bildern die Gesichter erkennen kann, versuche ich das elegant zu umgehen, in dem ich keine Gesichter zeige!
    Und Panoramafreiheit und dieser ganz Unfug, ist auch wieder von Land zu Land verschieden, was in Deutschland verboten ist, ist in Österreich und in der Schweiz erlaubt. Der große Knackpunkt ist meiner Meinung nach, ob die Bilder Kommerziell genutzt werden oder nicht. Werden die Bilder Kommerziell genutzt, kennen halt einige Menschen bzw. deren Anwälte keinen Spass.

  8. Wer offen und nicht heimlich (und schon gar nicht mit einem Teleobjektiv!) fotografierend durch die Straße geht, der trifft in den meisten Fällen auf Menschen, die interessiert und neugierig sind. Diejenigen, die abweisend oder gar ungemütlich reagieren, sind in der Minderheit. Streetfotografie erfordert natürlich Fingerspitzengefühl und eine gewisse Ethik, Situationen wie sie von Frau Ö. geschildert werden, haben nichts mehr mit Streetfotografie zu tun, sie sind einfach nur indiskutabel. Ein Fotograf sollte niemals fotografieren, um einen anderen Menschen bloßzustellen! Ein Augenzwinkern im Bild ist sicherlich erlaubt und auch bezweckt, das Hauptstreben bei Bildern in der Streetfotografie liegt allerdings woanders. Wer heimlich und versteckt fotografiert, der wird mit Argwohn und Misstrauen betrachtet.Zu Recht, meine ich. Ein Fotograf sollte immer in der Lage sein, zu erklären, warum er gerade dieses Bild haben möchte, er muss bereit sein, sich mit den Menschen zu unterhalten und auseinanderzusetzen. Selbstverständlich sind Kommunikationsbereitschaft und Kommunikationsfähigkeit dabei Grundvoraussetzung. Dabei müssen nicht immer Worte gewechselt werden, oft reichen ein Lächeln oder ein Nicken den Fotografierten um davon ausgehen zu können, dass er mit der Aufnahme einverstanden ist. Ein klärendes Gespräch nach dem Schuss tut ein Übriges. Die meisten Streetfotografen sind mit 35mm Objektiven unterwegs. Schaut Euch die Bilder an – die sind so nah dran gewesen, dass es gar nicht nicht auffallen kann, dass sie fotografiert haben. Dennoch ist es eine Gratwanderung, das „Recht am eigenen Bild“ ist inzwischen so weit bekannt und verbreitet, dass man sich nicht mit „alles für die Kunst“ herausreden kann, will jemand partout nicht veröffentlicht werden. Den Wunsch muss man respektieren und das wirklich. Das Fotografieren ist nicht der springende Punkt – der Haken an der Sache ist die Veröffentlichung!
    Wer mich mit einem Teleobjektiv in vermeintlich sicherem Abstand ablichtet und von mir ertappt wird, der bekommt nicht nur Ärger sondern auch einen gewaltigen Vortrag! ;) Wer sich an mich herantraut, mir erklären kann, warum er dieses Bild jetzt machen musste, der bekommt sogar eine schriftliche Einverständniserklärung zur Veröffentlichung.

  9. Eine Anmerkung zum Kommentar von zimtsternin: Kann es sein, dass die meisten Leute auf Normalbrennweiten eingestellt sind?

    Beispiel 1: Man fotografiert mit einem Tele an einem Menschen vorbei, der meint aber er kommt aufs Bild und posiert, wendet sich ab oder beschwert sich.

    Beispiel 2: Man fotografiert mit einem (Ultra-)Weitwinkel relativ weit an der Person „vorbei“, die Person ist aufgrund des Weitwinkels aber noch deutlich im Bild. Die Person kümmert sich nicht weiter um den Fotografen und sieht evtl. sogar noch unbedarft in die Kamera.

    Ist euch so etwas auch schon mal passiert?

  10. ich halte „strassenphotographie“ eigentlich fuer ein extrem wichtiges thema, da sich -insbesondere hier im rheinland – sehr viel „leben“ auf der strasse abspielt- nicht nur im karneval! zudem ist es meiner meinung nach ein sehr geeignetes mittel, um kuenstlerisch auch soziale fragen anzugehen…
    nur: ich muss ganz ehrlich sagen – zumeist trau ich mich nicht, da ich (mglw. faelschlicherweise?) meistens das gefuehl habe, mit meinem photographieren „uebergriffig“ zu werden (etwas „intimes“ abzulichten, was mir eigentlich nicht zusteht) – auch dann, wenn es sich um wirklich ganz banale, harmlose bildmotive handelt – deshalb habe ich bislang fast immer die finger davon gelassen….

    ist das fuer andere auch ein problem (jenseits der rechtsfragen)? und wenn ja: wie gehen andere damit um?

  11. @Moondragon: Das kann durchaus vorkommen, ja. Jedoch bin ich zweimal angesprochen worden, was ich denn da fotografiere, und dass man Menschen nicht ohne deren Einverständnis fotografieren dürfe etc. Und beide Male waren das Situationen, in denen ich meine Kamera auf den Boden gestellt habe und definitiv keine Personen erkennbar darauf zu sehen gewesen wären. Einmal war es ein Sonnenuntergang, das andere Mal Lichter in einer Pfütze.
    Und ja, da hat der Herr doch sehr seltsam dreingeschaut, als ich ihm sagte: Wir haben Sie nicht fotografiert, wir fotografieren Pfützen.

  12. Mein bisher interessantestes Erlebnis beim Fotografieren in der Öffentlichkeit ist mir in der Stuttgarter U-/S-Bahn passiert. Ich wollte Menschen fotografieren, die aus der S-Bahn aussteigen und habe mich deshalb in ca. 5m Abstand der Gleiskante in der S-Bahn-Station aufgestellt. Den Fokus habe ich auf die Tür der Bahn eingestellt und dann auf den nächsten Zug gewartet. Als dieser dann kam und die Türen aufgingen, drückte ich ab. Heraus kamen zwei Polizisten und der größere der beiden (ein ziemlicher „Schrank“ könnte man sagen) sah mich und kam direkt auf mich zu. Und dann fragte er: „Kann ich davon einen Abzug bekommen?“. Ich meinte nur: „Klar, wenn Sie mir Ihre Adresse geben“, aber das tat er leider nicht…hätte mich aber wirklich gefreut. Er fragte dann nur noch, ob ich für die Presse fotografieren würde und nachdem ich ihm erklärt hatte, dass ich die Bilder nur privat verwende, ist er mit seinem Kollegen wieder weitergegangen.
    Nachdem ich das Foto entwickelt und festgestellt hatte, dass der Polizist durch einen Schatten auf seinem Gesicht nicht erkennbar ist, habe ich es auch online gestellt: http://netflash33.deviantart.com/art/is-this-for-the-newspaper-34801777 (auf dA gibts auch noch mehr Street-Fotos von mir).

    Ich muss sagen, dass ich immer wieder unterschiedliche Reaktionen erlebe, wenn ich in der Öffentlichkeit fotografiere. Dabei versuche ich meist möglich direkt zu sein und verwende hauptsächlich Brennweiten unter 50mm. Damit ist man meiner Meinung nach einfach näher dran und muss sich mit seinem Motiv stärker auseinandersetzen. Mit Teleobjektiven aus der Ferne zu fotografieren halte ich auf der Straße für eher hinterhältig. Die Menschen sollen bei meinen Fotos ruhig mitbekommen, dass sie fotografiert werden. Dabei muss man jedoch den richtigen Moment erwischen, damit das Bild nicht gestellt aussieht. Wenn Menschen bemerken, dass ich sie fotografiere und dann abwinken (passiert mir bei Standbetreibern auf Flohmärkten öfter), erzwinge ich auch nichts weiter. Eine richtige Konfrontation habe ich bisher noch nicht erlebt.

    Ich bin wirklich gespannt auf das Interview, um mal die rechtlichen Hintergründe, besonders zur Veröffentlichung solcher Fotos zu erfahren. Meist erfährt man in dem Bereich ja leider nur Halbwissen.

  13. @kmk
    Das „sich trauen“ muss man ebenso üben wie das fotografieren als solches. Ihr habt doch gerade Pappnasenveranstaltung im Rheinland – wunderbar geeignet um Streetfotografie zu üben ;)
    Und wenn innen drin etwas sagt „Neee, das ist jetzt zu intim“, dann muss man sich ernsthaft überlegen, ob man eine Grenze überschreitet. Das ist nämlich so eine Art Frühwarnsystem. ;)

  14. Die Deutschen und ihr geliebter Knigge. Obwohl, geliebt? Wohl eher „davon gehört“ und aus Bequemlichkeit spontan für gut befunden. Promoter und Interviewer haben ein ähnlich schweres Leben wie Streetfotografen, die Menschen ablichten wollen. Ich selber habe alle drei Dinge schon gemacht. Menschen die am bummeln sind, durch die Gegend schauen speisen dich mit Ausreden ab, sie „hätten ja keine Zeit“. Was ist der Grund für diese Ausrede? Sind sie „Sozialscheu“, „Kommunikationsfaul“, „unsouverän“? Wenn ich die Möglichkeit habe mich mit jemandem zu unterhalten, nehme ich diese wahr und ich liebe es. Aber gerade wegen den Erfahrungen aus der Promo und ähnlichen mache ich ungern Streetfotos, obwohl ich so gerne würde. Nur die Freiheit etwas abzulichten, was bewundernswert wäre, ist mir nicht gegeben. Und dann macht das keinen Spaß.

    PS: Für den Eigengebrauch darfst du fotografieren was du willst. Da kann dir keiner reinreden. Kritisch wird es bei Publikationen, sogar wenn du erwägst das Bild auszudrucken.

    PPS: Ich selber habe Promotern natürlich auch schon öfter die kalte Schulter gezeigt. Ich bin halt ein typisch Deutscher :-p

  15. Ja, das mit dem Tele bzw. Weitwinkel und Menschen, die das nicht einschätzen können, ist mir auch schon oft passiert. Ich fotografiere auf der Straße meistens mit grob 18-24mm (x1,6) und weil die Leute nicht immer im Bildmittelpunkt sein sollen, sieht das öftern schon mal für diese so aus, als wären gar nicht auf dem Bild. Genauso, wenn ich meine Kamera mit einer Hand festhält und so am Bein baumeln lasse. Die meisten gucken einen im ersten Moment ewas komisch — wenn übrhaupt — an, dann aber wieder weg. Aber, klack, sind auf dem Foto.

    Das ist für mich auf so ein Punkt, warum Streetphotography so spannend ist, die Leute verstellen sich einfach nicht. Ich finde, es macht einfach Spaß, sich mit der Kamera „unsichtbar“ zu fühlen und dann relativ nah mit Weitwinkel doch die ganze Szenerie einfangen zu können, ohne jemanden zu belästigen oder zu stören (unsichtbar eben).

    Ich sollte wirklich nochmal in ne Stadt fahren.

  16. @Sebastian

    Sehr geiles Bild… mutig von dir, so einen Mut, direkt da zu stehen, hätte ich (noch) nicht… ich hab mich allgemein eigentlich noch nicht mit dem Thema beschäftigt, bin aber auch mal gespannt auf den Beitrag morgen.

  17. Ich möchte auf der Straße selber nicht fotografiert werden und, auch wenn es reizvoll ist, mache es deswegen auch nicht. Wenn da aber dann so leute mit Ihren 300er oder 500er Teles auf der Lauer liegen, merken die meisten das nichtmal.
    Und trotz eindeutiger Rechtslage kann man massenhaft solcher Lauerbilder aus Deutschland im Netz sehen.

  18. Macht Spaß. Mit Streetphotography eine Stadt / Gegend zu erkunden, die Augen offen für Details und Ansichten zu halten intensiviert das Erlebnis. Hin und wieder kommen auch Bilder heraus, die gedruckt werden und für meinen Geschmack dauerhaft schön aussehen.

    Allein schon die Wahl der (Fest?)Brennweite schärft den Blick, man sieht vor dem geistigen Auge dann zahlreiche Fotomotive und Gelegnheiten für diese Brennweite. Welche Brennweite ist eigentlich egal, von 14mm bis 50mm geht da bei mir alles. Gerne mit geringer Schärfentiefe (f/1.4 bis f/2.8).

    Auch die Recherche auf Flickr nach fotogenen Zonen und Plätzen einer Stadt im Vorfeld einer Reise macht schon Lust und schärft die Auswahl – es geht hierbei nicht ums nachfotografieren, sondern um das webscouten von lohnenden Locations bei begrenzter Zeit vor Ort.

    Mal einen tollen Hintergrund zu finden und auf Leute zu warten, die das Bild komplett machen, kann auch Freude machen.

    Ich kann Street also nur empfehlen, wenn man Lust auf intensives Erleben und wahrnehmen einer Gegend / STadt hat.

    Viel Spaß!

  19. noch was . . .

    Ich bin öfters angesprochen worden (Bundespolizei auf dem Bahnhof, Bedienung im Kaufhaus, Passagier der aus der S-Bahn steigt). Mal freundlich, mal agressiv.

    Meine Reaktion ist stets höflich, aber bestimmt – eben freundlich und nicht ängstlich (da ich glaube zu wissen, wie die Rechtslage ist). Wenn jemand bittet, sein Bild sehen zu dürfen und es gelöscht haben möchte, mache ich sofort. Wenn man mich wegschicken möchte, weil fotografieren angeblich verboten sei (und dies mal nicht zutrifft), dann bleibe ich aber auch (freundlich) und fotografiere weiter.

  20. Hallo Zusammen.
    Diese Thema ist für mich auch sehr interessant. War ich bisher mit Tele unterwegs, so möchte ich mittlerweile näher ran, ehrlicher, authentischer und nicht mehr heimlich. Bruce Gilden hat mich inspiriert und so zog ich dann das erste mal am Samstag mit Vollformat,UWW @16-19mm und entfesseltem Blitz los. Ich habe viele sehr positive und eine negative Reaktion erlebt. Von 45 Fotos durfte ich 40 online stellen (Rest natürlich gelöscht). Ich habe mit allen hinterher gesprochen, Erlaubnis erhalten und Visitenkarte übergeben. So werde ich an dem Thema dran bleiben und immer mal wieder los ziehen.

    greetz, Harry

  21. Kurz vor dem Beitritt vom Polen zum Schengenraum wollte ich die Grenzstation im Zittau fotografieren – mit Grenzabfertigung und Stau. Ich stand gute 100m weit weg, hatte das Kit-Objektiv drauf und mein Motiv war das ganze Gebäude. Die Beamten der Bundespolizei waren also zwar im Bild, aber keinesfalls Hauptmotiv.

    Allerdings haben die sehr ungewöhnlich reagiert. Denn obwohl ich auf deutschem Staatsgebiet stand und die deutsche Grenzstation ablichtete, schickten sie mir ihren polnischen Kollegen an den Zaun, um mein Tun zu unterbinden. Der konnte erstaunlicher Weise weder deutsch noch englisch. Anscheinend hatten die darauf vertraut, dass allein eine Uniform als Legitimation ausreicht.

    Nachdem ich ihm zu verstehen gegeben hatte, dass doch besser der deutsche Kollege kommen solle, so zwecke Kommunikation und so, entspann sich mit diesem eine länge Diskussion ob ich dies nun dürfe oder nicht. Bin gespannt, ob ich damals Recht hatte.

    Davon abgesehen hatte ich mit normalen Menschen (also solche, die keine Uniformen tragen) bisher kaum Probleme. Ab und zu mal ein „Nein“, aber dafür fragt man ja…

  22. Ich war neulich in Polen unterwegs. Dummerweise spreche ich keinen Ton polnisch. Aber jemand hatte mir in Lautschrift auf einen Zettel geschrieben, was „Darf ich ein Foto von Ihnen machen?“ auf polnisch heißt. So kam ich dann doch noch zu einem passablen Porträt :)

  23. Ich habe in der Regel wenig Probleme, wenn ich auf der Straße unterwegs bin. Ich bin zwar vorsichtig, spreche aber die Leute an, erkläre ihnen freundlich, worum es mir geht, ob die Lust haben, ich das machen darf – und es klappt normalerweise ganz gut. Und wenn nicht, gut, dann eben nicht. Am wichtigsten finde ich, ist es auf jeden Fall mit den Leuten zu sprechen und nicht einfach *abzuschiessen* – das tut mir und ihnen nicht gut – und wer weiß, wen man dabei so alles kennenlernt ;o)

    Deswegen fand ich ja diesen Link zum Thema Streetfotorgafie in New York so klasse: http://www.flickr.com/photos/16536699@N07/3231634872 ;o) – denn nur so funktioniert es für beide (Fotografen/Subjekt) Seiten – auch fürs nächste Mal, oder andere Fotografen.

  24. Ich hatte mal das Problem, dass in der Fußgängerzone ein Herr ungeniert fotografierte. Meiner Tochter fiel das auf, dass er sie offensichtlich mehrere Male abgelichtet hatte. Darauf hin habe ich ihn ein wenig verfolgt und gesehen, dass er offensichtlich kleine Kinder fotografierte. Nach dem Bild steckte er seine Kamera (war irgendeine Bridgekamera) immer schnell wieder in seine Fototasche.
    Nun kann man alleine vom Verhalten eines Menschen nicht darauf schliessen, dass der etwas Böses will. Aber komisch war die Situation schon.
    Naja – ich habe dann den Spiess umgedreht und ihn einige Male fotografiert. Er hat dann den Bereich recht schnell verlassen.

    Ich versuche jedenfalls nach einem Foto Kontakt mit der Person aufzunehmen, die ich abgelichtet habe. Dann erkläre ich meine Arbeit, zeige das Foto und tausche Adressen. So können sich die Modelle bei mir melden und sich zum Dank ein Foto abholen, wenn sie das möchten. Wenn möglich, lasse ich mir noch ein Release unterschreiben oder hole das später nach.
    Wer nicht einverstanden ist, der kann sich vor Ort ansehen, wie ich sein Bild lösche. Bisher gab es bei mir keine Probleme

    Wenn mal ein übereifriger Wachmann nervt, entweder die Kamera weg packen und gehen, oder auf einen (real existierenden) Pressesprecher des Unternehmens verweisen. Oft reicht es, wenn man ganz frech behauptet, man hätte sich die mündliche Erlaubnis eingeholt. Ist zwar nicht immer die feine englische Art, aber so kommt man meistens ohne Probleme weg vom Geschehen. („Wie? Herr Müller – ihr Pressereferent – hat Sie gar nicht informiert? Naja, ich bin sowieso fertig und damit Sie jetzt keinen Ärger bekommen, höre ich dann lieber auf. Nicht, dass Sie wegen mir noch ihren Job verlieren.“) Wie gesagt: nicht ganz fein, die Art, aber bevor ich mir Schläge abhole… ;-)

  25. Noch ein Nachsatz: was bei der Streetfotografie auch hilft ist, sich gleich als Fotograf zu outen. Das kann eine zweite Kamera sein oder eine größere Tasche. Eventuell – für die Streetfotografie auch ein gutes Hilfsmittel – die oft verpöhnte Fotoweste.
    Menschen, die nicht fotografiert werden wollen, machen dann einen kleinen Bogen. Nach einiger Zeit kann man das recht gut erkennen.

  26. Ich suche meist Blickkontakt um zu sehen ob die Leute einverstanden sind. In gewissen Situationen muss man aber schon selbst einschätzen können, ob man jetzt das Richtige tut. Desshalb mache ich lieber einmal ein Bild weniger. Andererseits sind es genau diese spontanten Bilder, bei denen die Menschen ganz natürlich drauf sind, die spannensten.
    Man kann ja auch bewusst so fotografieren das die Menschen nicht erkennbar sind.

    Ich fand ein Vollformat-Fisheye ganz lustig für die Streetfotografie. Mit dem extremen Blickwinkel, kann man auch ein Stück weiter danebenhalten. und die Verzerrung kann man auch gut als Stilmittel nutzen. Dafür muss man halt sehr nahe ran und es gibt dieses Mittendrinfeeling.
    zb.
    http://www.flickr.com/photos/akisrb/3250637003
    oder
    http://www.flickr.com/photos/akisrb/3251514082

  27. Hab das Blog heute erst gefunden (und den Feed mitgenommen), aber ich antworte trotzdem mal auf den alten Eintrag mit einer kleinen Begebenheit: Ich bin mal an einem Fluss lang, mit der Kamera in der Hand, und habe auf das mehr oder weniger sinnvolle abstrakte Ding („Moderne Kunst“) im Wasser geblickt und fotografiert. Hinter mir war eine Bank, auf der wohl irgendein Penner oder so was saß. Ständig Rufe: „Wenn du mich fotografierst, ist die Kamera hin…“ oder „… im Fluß“ oder „… bist du im Fluß“…

    Den Typ hätte ich nicht mal mit nem 5mm-FishEye drauf gekriegt. Er war glaube ich auch leicht angesäuert, dass ich mich nicht umgedreht und auch keinen Ton von mir gegeben habe. Ich habe damals überlegt, ans andere Ufer zu gehen und ihn von da aus demonstrativ zu knippsen. War dann aber doch zu faul, da Brücke zu weit weg und so :)

  28. Tja ich weiß duieser Beitrag ist älter .. aber muss trotzdem mein bestes Erlebnis in der Richtung loswerden … Kieler Woche 08, wir stehen bei einem Konzert relativ weit vorne. Am Bühnenrand steht ein „Fotograph“ der mit Tele nicht die Band sondern schön „stasimäßig“ systematisch das Puplikum ablichtet. Ich also genüßlich mein Tele auf die Kamera, angelegt und gewartet. Die entstandene Bilderserie ist bis heute meine liebste. Das Unglauben durch die Kamera, das böse gucken ohne Kamera und das beleidigt wie ein geprügelter Hund abziehen .. alle Gesichtsausdrücke innerhalb von 5 Sekunden .. Herrlich *G* Ok ich gebe es zu nicht nett aber witzig :D