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18. Februar 2009 Lesezeit: ~4 Minuten

Online Backups bei Mozy.com – Ein Erfahrungsbericht

Online Backups bei Mozy.com - Ein Erfahrungsbericht
Vorgestern hatte ich ja hier gefragt, wie Ihr Eure Foto Backup macht. Und da kam unter anderem auch das Thema Online Dienste auf. Der Kai hatte mit einem Kommentar angemerkt, dass er seine Bilder über Mozy.com sichert. Tja, und da hab ich ihn einfach mal gefragt, ob er ein bisschen was darüber schreiben möchte – denn Mozy’s Preis-Leistungs-Verhältnis wirkt auf mich ausgesprochen gut. Also Kai, dann schiess mal los!

Nach meinem ersten Plattencrash vor einigen Jahren habe ich angefangen, mich mit Datensicherung zu beschäftigen. Meine Fotos habe ich zunächst bei Flickr, später bei Smugmug gesichert. Doch da beide Anbieter reine Bilderdienste sind, habe ich mich nach Alternativen umgesehen um auch andere wichtige Daten sichern zu können. Mit dieser Aufgabe habe nun Mozy betraut. Mozy läßt sich ohne Zeitlimit mit 2 GB Kapazität ausgiebig testen; für unbegrenzten Speicher werden 4.95 $ fällig. Bezahlt wird mit Kreditkarte.

Die Einrichtung

Zunächst einmal muss man sich registrieren und ein Konto erstellen um dann den Software-Client herunterzuladen. Ein Wizard führt nach der Installation durch die erste Einrichtung, bei der die zu sichernden Daten in sog. Backup-Sets ausgewählt werden. Diese Sets können bei Bedarf sogar mit Filterregeln ergänzt werden. Nach der Einrichtung startet das erste Backup – man sollte hierfür aber sehr viel Zeit einplanen (Über mein 6000er-DSL wurden in 24 Stunden ca. 6 GB übertragen). Im Arbeitsalltag sichert das Programm dann nur noch die veränderten und neuen Dateien, die durch die Sets erfasst werden.  Mozy behält zudem die Versionen der letzten 30 Tage vorrätig. Lokal gelöschte Daten werden somit auch erst dieser Zeit vom Mozy-Server entfernt.

Die Software

Der Client ist unter Windows Vista, XP, 2000, und Mac OS X (10.4 und 10.5) lauffähig und läuft dezent im Hintergrund. Alle Daten werden verschlüsselt und über eine gesicherte SSL-Verbindung übertragen. Das Programm ist (wie auch die Website) zwar nur in englisch, aber gut dennoch verständlich.  Größter Kritikpunkt ist die Geschwindigkeit des Clients: ich habe derzeit 75.000 Dateien zur Sicherung ausgewählt und das Laden der Konfiguration schon mal 2 Minuten. Ich hoffe, da wird noch einmal nachgebessert.

Der Support
Ich habe es leider viel zu schnell geschafft, die programminterne Datenbank für die Backups zu zerstören. Also habe ich die Client-Software kurzerhand neu installiert und meine Sets erneut angelegt. Die wichtige Frage war nun: Müssen jetzt alle Ordner nochmal übertragen werden?? Ich habe mich mit dieser Frage an den Support gewandt und binnen 1 Stunde eine hilfreiche Antwort erhalten. Diese bestand zwar aus ferigen Textbausteinen, aber solange es hilft, soll es mir recht sein. (Die Antwort war: „Nein, die Daten, die sich nicht geändert haben und bereits vorliegen müssen nicht nochmal hochgeladen werden.“)

Der Restore

Die gesicherten Dateien können wahlweise über die Software, das Kontextmenü im Explorer, über ein virtuelles Laufwerk oder über ein Webinterface wiederherstellt bzw. heruntergeladen werden. Das Webinterface stellt die Daten im Zip-Format bereit und ist eher für kleinere Datenmengen (lt. Mozy bis 20 GB) gedacht. Auf einem ‚frischem System‘ soll Mozy direkt anbieten, die gesicherten Daten wiederzustellen (aber diese Option kann ich zum Glück noch nicht bestätigen).

Zusammenfassung

Wer ein Systemimage habe möchte, ist mit Mozy sicher nicht gut beraten. Auch wenn täglich etliche Gigabytes gesichert werden müssen, sollte man nach Alternativen suchen.
Wer aber regelmäßig Fotos, Dokumente, etc. sichern möchte, für den kommt vielleicht ein solcher Online-Dienst in Frage. Mögliche Alternativen wären z.B. Carbonite oder JungleDisk.

Fragen zu Mozy.com? Nur her damit, ich antworte gerne!

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