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10. Februar 2009 Lesezeit: ~3 Minuten

Teil des Weges – Ein Kommentar über Zweifel, Fragen und Unsicherheiten im Hinblick auf die Fotografie

Vielleicht habt Ihr schon beim Lesen des Titels gemerkt, das dies ein ungewönlicher Post wird. Denn es geht heute um …

… Unsicherheit,
… Zweifel,
und Fragen.

Mit grosser Warscheinlichkeit sind uns allen diese Begriffe bekannt. Und zwar nicht nur wörtlich, sondern aus eigener Erfahrung. Auch – oder gerade in der Fotografie. Mir geht das genau so. Und deshalb möchte ich jetzt einmal das Ganze aus meiner Sicht beschreiben.

Beim Fotografieren
Es gibt Tage, an denen es schon beim Fotografieren losgeht. Draussen in der Landschaft. Jeder Schuss scheint irgendwie nix zu sein und ich frage mich, was ich da überhaupt mache. Warum ich jetzt hier bin und nicht woanders. Zu einer anderen Tageszeit mit schönerem Wetter und  besseren Licht. Fragen steigen auf. Ich fotografiere weiter, aber ich bin mir einfach nicht sicher.

Beim Bearbeiten
Wie jeder weiss, bearbeite ich meine Bilder gerne mal etwas stärker. Und da gibt es dann Momente, in denen ich ganze zwei Stunden an einem Foto sitze, an allen möglichen Reglern drehe und mit jeder Minute unzufriedener werde. Es scheint nicht besser zu werden. Ich raffe mich auf und beginne noch einmal von vorn. Doch ich zweifle an dem Foto grundsätzlich. Ist es wirklich so gut, wie ich dachte? Oder ist es eigentlich gar nichts besonderes? Fragen über Fragen machen sich breit. Nicht selten speichere ich das Foto ab und wende mich einer anderen Tätigkeit zu.

Beim Veröffentlichen
Manchmal ist der Zeitpunkt, an dem ich ein Bild hochlade der Schwierigste. Da frage ich mich dann, ob die Leute das Foto mögen werden oder nicht und ob ich viele Kommentare oder wenige bekommen werde (was für ein Bullshit). Es gab schon Momente, in denen ich das Bild nach einer halben Minute wieder runtergenommen habe, einfach weil ich dran gezweifelt habe.

Wie ich damit umgehe
Ich muss hier dazusagen, dass solche Situationen nicht permanent sind. Ich erlebe es auch, dass ich mir meiner Sache sicher bin, aber eben nicht immer. Nicht immer. Seitdem ich fotografiere kenne ich meine Zweifel. Zu Beginn dachte ich, dass das Gründe seien, wieder mit dem Fotografieren aufzuhören. Gründe, es einfach sein zu lassen, weil ich nicht dazu gemacht bin. Doch gerade in den letzten Monaten lerne ich, diese Gefühle und Gedanken anzunehmen.

Sie nicht mehr wegzuschieben.

Und sie als einen Teil des Weges mit der Kamera zu sehen.

Nicht als Gründe anzusehen, die Flinte ins Korn zu werfen.

Sondern um weiterzufotografieren. Dranzubleiben.

Das Bild hochzuladen (und dort auch zu lassen) – selbst wenn ich mir unsicher bin.

Erst recht, wenn ich mir unsicher bin.

Wie geht es Euch mit dem Thema? Könnt Ihr Euch damit identifizieren, also mit dem, was ich hier gesagt habe?

Teil des Weges - Ein Kommentar über Zweifel, Fragen und Unsicherheiten im Hinblick auf die Fotografie
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32 Kommentare

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  1. Ich habe mir dafür einen Fotoblog eingerichtet. Dort erkläre ich warum ich das Foto gemacht habe. Sollte es ein Foto etwas schlechterer Qualität (nach meinem Massstab!) auf den Blog geshafft haben, beschreibe ich, was ich eigentlich wollte und warum es nicht so geworden ist.

    So long

  2. So ist das, wenn man ein schaffender, kreativer Mensch ist – eine Portion gesunder Zweifel und Experimentierfreudigkeit sind, wie ich persönlich finde, ganz gute Wegbegleiter – allerdings muss man sich auch manchmal selbst über den Haufen werfen um sich zumindest ein Stück weit neu zu erfinden – sonst kömen wir im Kopf und der Fotografie ja nicht weiter. Finde es gut, dass es anderen Leuten auch so geht ;o)

  3. Ein bißchen Zweifel ist gesund.
    Immer wenn ich von einem Shooting komme hab ich irgendwann den Punkt das ich unsicher oder sogar unzufrieden bin. Entweder schon beim Shooting oder dann beim Nachbearbeiten. Spätestens wenn ich die Fotos weiter gebe. Mein Mann sagt dann immer dass das gut ist. Wenn ich die Angst und den Zweifel nicht mehr hätte, nicht mehr jedes mal ein bißchen nervös wäre – dann wäre das Fotografieren zu sehr Routine.
    Und Routine ist nicht wirklich gut – wenn man immer denkt man macht alles richtig – was spornt uns dann noch an unser Bestes und noch mehr zu geben?

  4. Jaja, das kenne ich….in meinen Augen ist keins meiner Bilder irgendwie wirklich wert bearbeitet oder gar veröffentlicht zu werden…Zweifel, Zweifel, Zweifel….Außenstehende sind oft begeistert. Ich glaube, man verliert den Bezug zur „Foto-Realität“, wenn man sich immer nur die Portfolios der absoluten Überflieger anguckt, oder sonst zuviel im Netz surft ;-).

    Dann schaut man sich an, was andere so als „tolle Fotos“ fabrizieren, und dann gehts einem wieder besser….bis zum nächsten Zweifel :-).

    Stefan

  5. Dein Post hat doch ein wenig negativ begonnen – und meine Gedanken kreisen in letzter Zeit ebenfalls um solche Dinge, weil im Gegensatz zu dir, mir manchmal sogar die Motivation bzw. die Idee ansich fehlt – soll heißen, es gibt nicht mal ein Bild das ich nicht gut finden könnte. Diese Situation macht mich ein wenig stutzig, weil ich dies von früher nicht kenne – mir ist zumindest immer ein Thema eingafallen … doch zur Zeit – Nada!

    Doch beim Lesen von Saxi´s Post … kam doch ein klein wenig Optimismus auf und bei längerer Betrachtung ist es wohl so, daß man diese Zweilfel auch für sich nutzen kann – eben das kleine „sich neu erfinden“.

    Krativität (glaube ich) hat viel mit Wandlung zu tun und das streben nach Höherem. Meine Zweifel kommen sehr oft dann, wenn mir vor kommt alle meine Bilder schon gesehen zu haben … einfach keine Neuigkeit zu erschaffen und auf der Stelle zu treten – dann ist der Zeitpunkt zum Wandeln.

    Einfach etwas neues probieren und wie Saxi sagt „sich ein wenig neu zu erschaffen“ – doch das Neue immer gleich zu finden ist derzeit mein größtes Hindernis.

    Aber ich merke zumindest – postiv Denken – kehrt so manchen Zweifel um. Der Wille zu Perfektion kann auch ein Stolperstein sein und gegen die Fortbewegung wirken. Manchmal hilft auch einen kleinen Schritt zurück um wieder das Ganze zu sehen. Eines der wichtigen Dinge in der Fotografie ist doch die Perspektive – so ist es auch im Kreativen Bereich, Dinge von mehrern Blickwinkeln betrachten.

    Ich glaube es ist auch wichtig zu versuchen einen eigenen Stil zu entwickeln und diesen zu leben … etwas eigenes / ein kleines Markenzeichen. In der jezigen, doch sehr schnell lebigen Zeit kommen doch manchmal zu viele Inputs und man verliert den Überblick was man selber machen will – und versucht auf zu viel Zügen mitzureisen.

    Das wesentlich filtern und für sich nutzen – in der Ganzen Informationsflut die sich jeden Tag ändert wie eine Fahne im Wind. Die Krativität nicht nur in der Fotografie suchen sondern auch in anderen Hobbys und dadurch entstehen eventuell auch neue Inspirationen für neue Bildgeschichten …

  6. Was für ein Post! Genauso geht es mir gerade! Mich deprimiert das graue Wetter und wenn ich rausgehe um Fotos zu machen, kommen nur schlechte Bilder dabei raus. Ich erwische mich dabei, zu knipsen und mir keine Zeit zum Fotografieren zu nehmen. Daheim auf dem Rechner deprimieren mich diese Bilder dann noch mehr und ich würd sie am liebsten gleich löschen.
    Ich hab für mich beschlossen, eine kreative Pause einzulegen und mich nicht unter Druck zu sezten, das ist aber auch nicht so einfach. Ich hoffe dass ich diesen Punkt bald überwinde und lese in der Zwischenzeit Bücher und guck Fotopodcasts, als Inspiration und zum Lernen.

  7. das, was du so treffend beschreibst, hat mich in der letzten woche kalt erwischt. ich war soweit, dass ich ernsthaft darüber nachgedacht habe, meine ausrüstung zu verkaufen. ich weiß, dass ich nicht perfekt bin und nicht die beste fotografin. ich weiß aber auch, dass ich ab und zu ganz gute bilder mache. ich denke, ein zweifeln kann auch manchmal hilfreich sein- immerhin denkt man so mal über sich selbst nach und kann evt auch etwas verändern…
    danke für deine offenheit !

  8. Wie meine Vorredner denke ich auch, das Zweifel ganz gut sind, denn sie bringen uns dazu, uns weiter zu entwickeln. Man sollte sich von ihnen nur nicht aufhalten lassen.

    Ansonsten hat es mir die Sichtweise der Antike bezüglich Kreativität sehr angetan: das kreative, die Kunst, die Idee, kommt nicht aus dem Künstler, sondern von einer Muse, die ihn sporadisch besucht. Und wenn man eine Zeitlang nicht kreativ ist, nichts vernünftiges raus kommt, dann liegt das nicht am Künstler, sondern daran, dass die Muse grad nicht zu Besuch kommt.
    Also Geduld haben, solche Zeiten durchstehen, oder Pause machen: die Muse wird wieder kommen! Und dann solltet ihr dafür offen sein, da sein, aktiv sein.

    Sehr schön beschrieben ist das auch in diesem Text (englisch):
    http://blog.wired.com/business/2009/02/ted-how-we-kill.html

  9. Ich denke, diese Zweifel sind normal und menschlich. Und auch nützlich. Immerhin lassen sie dich über das, was du tust, nachdenken. Und dadurch erfolgt bestimmt auch eine Weiterentwicklung.
    Ich würde mir mehr Sorgen machen, wenn du alles vollkommen super findest und überhaupt keinen Zweifel zulässt. Das schlägt glaub ich schnell in Arroganz um.
    Das Wichtige ist das Weitermachen. Nicht aufgeben.

    Aber ich bin da auch teilweise voll von Selbstzweifeln. In jeglichen Lebensbereichen. Das kann anstrengend sein. Aber es gilt sie zu überwinden.

  10. Ja, eine sehr treffende Beschreibung. Was man sich immer wieder vor Augen halten muss, wie sehr wir uns alle vom Zuspruch Dritter abhängig machen , denn was ist der Selbstzweifel denn anderes, als die Angst nicht genug Zuspruch zu bekommen (Du hast das so treffend mit dem Beispiel genug oder zu wenig Kommentare aufgezeigt). Letztlich sind wir doch an der Stelle alle gespaltene Persönlichkeiten. Wir versichern Kritik haben zu wollen um uns zu entwickeln, aber lechzen doch insgeheim nach Lob. Provokant ausgedrückt sind wir doch alle „Rampensäue“ die vom Applaus leben.

  11. Motivation gleich null, Kreativität bei 10%. Ich habe mich gerade dazu gezwungen, raus zu gehen und Bilder im Schnee zu machen. Egal, was dabei rauskommt. Aber irgendwie wollte ich einfach Bilder machen und den inneren Schweinehund besiegen.
    Gesichtet habe ich die Bilder noch nicht, die werden gerade auf den Rechner geladen. Aber etwas mehr Motivation und Kreativität habe ich jetzt wieder.

    Vielleicht liegt es auch nur an der frischen Luft, die man im Gäbäude nicht bekommt.

  12. Ich hatte in letzter Zeit manchmal ein ähnliches Erlebnis. Z.B. war ich mal mit einem Kollegen auf ner kleinen Fototour in der Stadt (abends/nachts) und wurde mit der Zeit immer unzufriedener. Ich hab mich geärgert, dass wir die Blaue Stunde verpasst hatten, dass es zu wenig schön beleuchtete Gebäude gibt, dass ich mir nicht die Zeit nehmen konnte, die ich mir nehmen würde, wenn ich alleine unterwegs gewesen wäre, usw. Als ich aber die Fotos anschließend aussortiert und bearbeitet hatte, habe ich gemerkt, dass mich mein Gefühl getäuscht hat und doch ganz interessante Fotos bei dieser Tour entstanden sind.

  13. Es tut gut zu lesen, dass wir alle hin und wieder mit solchen Gedanken und Gefühlen zu kämpfen haben. Danke Martin, dass gibt mir das Gefühl weniger allein zu sein. … und das wiederrum ist ein positives Gefühl.

  14. Ich weiß inzwischen, dass es tatsächlich keinen Zweck hat, Fotos machen zu wollen, wenn ich nicht mit der Seele dabei bin. Ohne diese leichte, fast elektrische Spannung und Konzentration, bei der ich dann auch mein Zeitgefühl verliere, werden die Bilder typischerweise Quark. Bei gutem Licht maximal Sahnequark.

    Wenn ich ein Foto länger als 5 Minuten nachbearbeite und immer noch nicht zufrieden bin, lasse ich es fallen. Was nicht einigermaßen (von Zuschnitt, Helligkeits- und Sättigungswerten abgesehen) schon so aus der Kamera kommt, dass es mir final gefällt, war wohl auch nichts. Das ist allerdings mein ganz persönliches Ideal und heißt nicht, dass ich effektvoll nachbearbeitete Fotos nicht auch gut finden kann.

    Und die Veröffentlichung… nun, auch hier die Zweifel ganz normal. Was soll man auch denken, wenn ein persönlicher Favorit manchmal keinen einzigen Kommentar bekommt, aber ein anderes Bild, das man für naja, mittelmäßig hielt, Begeisterung hervorruft. Und trotzdem bleibt der persönliche Favorit das „bessere“ Foto, nicht?

    Was tun? Abstand vom Bildergucken, auch mal ohne Kamera rausgehen, Bücher lesen etc. – und plötzlich weiß ich oft wieder, was ich ausdrücken wollte und ob ich es erreicht habe. Luxus des Amateurdaseins.

  15. Wow. Also was du beschreibst ist irgendwie haargenau das, was ich mir manchmal auch denke.
    Ob ich für das Fotografieren überhaupt geeignet bin, ob ich nicht doch zu wenig Talent habe.

    Du machst mir Mut, Martin :D

  16. Mir geht’s grad auch so. Verbessere ich mich überhaupt? Warum, verdammt, fotografier ich überhaupt? Macht das einen Sinn? Ich weiß es nicht.

    Darum ist auch bei mir grad kreative Pause.

    Wobei mein Interesse, das vorher doch sehr stark auf dem Fotografieren selbst lag, grad in Richtung Photoshop schwenkt. Ich arbeite Tutorials durch und entdecke meine Begeisterung für dieses Programm von Neuem.

    Vielleicht zäume ich grad das Pferd einfach von der andren Seite auf. Vielleicht lerne ich so viel, dass meine Bilder dank der Nachbearbeitung nochmal besser werden und das Ganze wieder einen Sinn macht…

  17. Zweifel – was ist den das?! Laserschwert, ehm… Kamera (superteuere digitale Mittelformat), raus, knips – großartiges Foto in Kasten. Zu Hause – 13 PlugIns un 8 Aktionen in PS angewendet – Foto noch perfekter! Hochladen – Foto sofort in der „Galerie“ meines bevorzugten (foto)Community. Was soll ich daran zweifeln :)
    Ja, ich weiß – alles Bullshitt. Mir geht’s genau so wie dir, Martin. Ich fotografiere seit 20 Jahre analog und seit 5 Jahre digital. Trotzt dem, sind die Zweifel bei analog immer noch größer. Habe ich alles beachtet? Sollte ich nicht lieber pushen? Und dann das ganze Entwicklungsprozess… Am Ende Foto anschauen – ist das wirklich das, was ich mit den Bild sagen wollte? Nein, Foto in Papierkorb, wieder von vorne…
    Uns allen geht so, Martin. Nur wer nicht fotografiert hat, kennt diese Gefühle nicht. Und trotzt dem (oder gerade deswegen) mache ich weiter. Weil diese Zweifel ein Teil der Entstehung meinen Fotos ist. Und wenn das Wetter noch so grau draußen ist, es werden Fotos gemacht. Und ab und zu, ganz, ganz selten, werden die Fotos auch gut :)

  18. Es sind nur Fotos… Man sollte trotz Profiambitionierter Internet-Foto-Community nicht den Blick auf das Wichtige im Leben verlieren! Keiner denkt schlecht von einem, wenn man ein „schlechtes“ Foto auf flickr uppt! Seid nicht so traurig und geht in solchen Zeiten euren anderen Hobbies nach! :)

  19. Weißt Du Martin, was interessant ist: Dass Du mit Deinen Gedanken und Zweifeln nicht alleine bist, wovon nicht zuletzt auch die vielen Kommentare zeugen. Ich befürchte, Leben heißt Zweifeln und nur dem Einfältigen ist das Glück beschieden, unberührt davon zu sein.

    Ich gehe gerade den Weg, all mein kreatives Schaffen und somit auch die Fotografie, als Teil meines Lebensweges, meines persönlichen Wachsens zu verstehen. Ich habe festgestellt, wie wertvoll und lieb mir vieles im Rückblick, im zeitlichen Abstand wird, als ein Teil meines Lebensweges, meiner ganz persönlichen Geschichte.

    Diese Momente kehren wieder zurück, wenn ich alte Fotografien betrachte, gefolgt von langem Innehalten, Nachdenken und Erinnern. Momente, die mir lieb und teuer sind.

    So gesehen ist es vielleicht auch eine gute Idee, einer kleinen Auswahl von Fotografien einen ganz besonderen Stellenwert zukommen zu lassen, sei es in Form einer hübsch gerahmten Aufnahme in Deiner Lieblingsecke, oder als sehr persönliches Foto(-tage)buch.

    Und eines Tages, wenn Du gebeugt und müde über den Bildern Deiner „Jugend“ sitzt, wird Dir ein Lächeln über das Gesicht huschen, ein Lächeln der Erinnerung, weit ab jeden Zweifels.

    Gruß, Hannes

  20. Kann Dir da voll und ganz zustimmen, Martin.
    Man hat einfach so Phasen und Momente wo man an sich zweifelt. Und nicht erst einmal habe ich darüber nachgedacht ob ich vielleicht einfach nicht der Richtige für Fotografie bin. In anderen Momenten aber denke ich wieder; hey, ich bin doch eigentlich echt gut!

    Also einfach weitermachen und lernen mit Zweifeln umzugehen und sich davon nicht abschrecken lassen. ;) Auch wenn das nicht immer leicht fällt…

  21. Dass diese Gedanken und auch Zweifel hin und wieder einmal auftreten, ist normal, denke ich. Es ist meiner Ansicht nach Ausdruck dessen, dass es keinen Stillstand gibt, weil die Gedanken um Veränderung/Verbesserung kreisen.
    Wenn ich Tage habe, an denen ich Zeit habe, denke, dass ich geeignete Motive finden werde und es aber dann nicht an dem ist, dann warte ich einfach eine Zeit. Jeder Kreativling hat schöpferische Tiefs und dann auch wieder Hochs. Dass es uns allen noch nicht so gewohnt ist, liegt wohl an der Tatsache, dass wir noch im Lernprozeß begriffen sind und schnell lernen und viel ausprobieren.
    Die Tatsache, dass es so ist, bemerke ich immer wieder, wenn ich mir Fotos von mir anschaue, die ich vor nem Jahr gemacht habe.. Schon damals sagten Freunde, dass ich wohl ein Talent dafür haben müsste und dass es unglaublich sei, wie tolle Fotos ich wohl machte. Ich war zufrieden und der Zuspruch tut natütlich auch gut.
    Heute würde ich diese Bilder wohl anders schießen, bearbeiten oder vielleicht gar nicht machen.. Der alte Spruch Quantität beudetet nicht Qualität stimmt in diesem Falle auch.. Aber die Fotofrequenz hochzuhalten hat ja trotzdem einen Lerneffekt..

    Und ich glaube, dass gewisse Zweifel und die Tendenz, sich nicht auf seinen Loorbeeren auszuruhen, für kreatives Schaffen zwingend notwendig sind..

    Gerade nach diesem Beitrag von Dir, bist Du mir noch sympathischer geworden, als Du es eh schon warst.. :)

    M.

  22. Hi Martin,

    ja, so geht es mir total oft!! Ich bin eh nicht so selbstbewusst was meine Bilder angeht, und ich staune dann immer, wenn mir jemand sagt, daß ihm meine Bilder gefallen und freu mich dann auch sehr.
    Ob ich mich weiterentwickle kann ich nicht so genau sagen, das merke ich meist erst wenn es mir jemand sagt.

    LG, Yogamupfel

  23. @Yogamupfel: Das erstaunt mich auch immer. Erst neulich hat jemand behauptet, er wisse, dass ich gute Bilder mache… Ich mein, woher will er das wissen, wenn ich selbst nichtmal weiß ob meine Fotos so gut sind. Ok, es sind schon gute dabei, aber so wirklich 100%-ig zufrieden bin ich mit meinen Bildern selten.

  24. Hallo Martin!
    Du sprichst anscheinend nicht nur mir,sondern auch vielen anderen Grüblern, Denkern und Zweiflern aus der Seele!
    Ich denke Deine Schlussfolgerung ist völlig richtig! Zweifeln gehört dazu zu dem Prozess des Weiterentwickelns, Streben nach Perfektion, Selbstbestätigung.
    Da wir Menschen uns immer weiterentwickeln wollen, besser werden wollen in dem ,was uns Spass macht, müssen wir auch selbst reflektionieren, damit nur die guten Ideen weiterentwickelt werden.
    Mir geht es jeden Tag so und ich muss jeden Tag neue Probleme lösen, sei es im Beruf oder in der Familie. Und wenn ich mal eine falsche Entscheidung treffe–Ich bin auch nur ein Mensch und lerne (hoffentlich) daraus.
    Auszeit ist übrigens super, @Ms Marple, Batterien aufladen! Wird nur schwierig, wenn Du vom Fotografieren lebst.(ich nicht) Ausgleiche wie Sport oder andere Hobbies können so Schwankungen bei mir gut ausgleichen und neue Lust aufs fotografieren machen.
    schönen Gruss

  25. Hallo,
    ich habe nur indirekt mit der aktiven Fotografie zu tun, meine bessere Hälfte sieht die Welt durch die Linse, aber ich darf dabei helfen. Und ganz wie ihr alle beschreibt ist es auch bei uns daheim. Oft ruft sie mich von unterwegs an, wenn wir mal nicht zusammen auf Motivjagd sind und ist kurz davor ihre Expeditionen abzubrechen, vor allem wenn die Motive die sie sich ausgesucht hat nicht mehr erreichbar sind (zB Burgen, die werden immer häufiger eingzäunt, oder verlassene Gegenden). Ich spreche ihr dann Mut zu und ertrage ihr genörgel am PC, wenn sie die Bilder dann dort gespeichert hat und anfängt sie zu bearbeiten. Wenn ich überlege wie oft ich mir in den letzten Monaten anhören musste, dass sie alles hinschmeißt und zu viel Geld ausgegeben habe, wenn mal wieder was nicht so ist wie in ihrem Kopf. Sie wollte sogar schon ihre Ausstellung sausen lassen.
    Dies alles gehört aus meiner Sicht zu jedem kreativem Kopf. Er ist selten auf Anhieb vollkommen zufrieden mit seinem Werk und das ist auch ok und gut so. Denn nur wenn man immer wieder mal hinterfragt bleibt alles spannend und man ist gewillt noch einen Schritt weiter zu gehen, zu lernen.
    Ich denke was wichtig ist, dass man auch jemanden hat, den man nach seiner Meinung fragen kann, aber der einem auch bereit ist zu sagen, dass es ihm nicht gefällt was da entstanden ist, der vielleicht auch Anregungen bringt. Meiner Holden sag ich auch immer wieder, dass es ok ist wenn sie auf ihre Website mal was stellt von dem sie denkt, es passt nicht, oder gefällt nicht.
    Leider hat sie noch keinen Blog wo sie auch ihre Bilder zur Diskussion stellen kann, in meinen Augen gibt es keine wirklich 100% schlechten Bilder (Partypics von div. Internetplattformen mal abgesehen), denn selbst in einem Bild, was der Fotograf vielleicht schrecklich findet,kann jemand anders ein Wunder sehen!
    Also Kopf hoch und weitermachen :-)

  26. Hallo Zusammen,

    ich „fotografiere“ seit September 2008, aber irgendwie habe ich manchmal das Gefühl, dass ich besser Briefmarken sammeln sollte. Die Kommentare die ich hier gelesen habe, sprechen mir aus der Seele. Gab mal einen Tag wo nichts aber auch gar nicht gelingen wollte und ich meine Kamera am liebsten um den nächsten Baum (der Arme) geschleudert hätte. Dann gabs im Januar einen Tag wo mir total schöne Fotos gelungen sind, das gibt dann wieder Auftrieb und man freut sich beim Betrachten daheim total über die Ergebnisse.

    Manchmal frage ich mich, wie Daniel dass so nett beschreibt, ob ich zu doof zum Fotografieren bin, denn oft habe ich trotz Lesens des ein oder anderen Fachbuches das Problem, dass ich nichts verstanden habe, dass Begriffe wie Belichtungszeit, Verschlußzeit, Blendenöffnung immer noch böhmische Dörfer sind. Dann, und da muss ich mir an die eigene Nase fassen, gibts Tage wo ich mich nicht mit der Kamera raustraue, weil mir könnten ja andere Fotografen über den Weg laufen und mich in ein Gespräch verwickeln und mit Fachchinesisch zu überhäufen und ich stehe dann da wie der Ochs vorm Berg;-)

    Leichte Paranoia, aber es ist ja noch kein Meister vom Himmel gefallen, mal schauen ob ich morgen (Sonntag) den inneren Schweinehund erschlagen bekomme und raus gehe..mit Kamera:-)

    LG
    Ole

  27. bin über umwege zufällig hier gelandet und habe mich sehr gefreut, dass ich nicht der einzige bin, der sich solche gedanken macht. allerdings fällt diese unsicherheit und vor allem das kritische beäugen der ganzen fotografie-sache bei mir noch etwas krasser aus.

    meine lust hat nachgelassen und ich frage mich, was dieser ganze neue mist an den kameras soll. liveview??? ich spaziere durch die stadt und sehe irgendwelche möchtgern fotografen ihre slr einen halben meter von der rüben entfernt halten und denke mir: was zum henker soll das?! (das ich vor 3, 4 jahren, als ich mit meiner 350d anfing, vll. irgendwelche älteren semester verägert habe, die sich dachten „was zum henker macht der jungspund da mit dieser digitalen slr?“ und für die mit dem digitalen zeitalter vll. auch eine welt zusammengebrochen ist, habe ich nicht vergessen. aber subjektiv betrachtet fühlt sich das nicht so schlimm an.)

    meine lust hat nachgelassen und ich frage mich, wieso ich immer noch leute „shoote“, wenn eh jeder glaubt, mit den fotos machen zu dürfen, was er will. beim thema bildrechte wird man nur amüsiert angeschaut und/oder für einen völlig überheblichen nöchtegern-hobbyfotograf gehalten, der glaubt, er habe jetzt die überknaller-fotos gemacht. das ich einfach nur auf mein recht bestehe und nicht will, dass hinz & kunz die bilder selbst in ps vergewaltigt, versteht keiner! das übliche freiwild-problem.

    ach, ich könnte noch so viel anderes schreiben. aber was bringt es mir?! wollte nur mal ein bisschen loswerden, weil es mich gefreut hat, die problematik mal von wem anderes angesprochen zu sehe. (äh, ist das noch deutsch?!) was natürlich nicht heisst, dass ich bis dato geglaubt habe der einzige mit diesem gedankengut zu sein.
    fotografie als ganzes muss sich glaub ich mal (wieder?) gesund schrumpfen!

    gruss aus köln,
    merlin

  28. hallo martin, du hast jetzt schon des öfteren bilder von lee jeffries (lj) in deinen browserfruits gezeigt. ist dir schonmal aufgefallen, wie oft er bilder bei flickr hochlädt und wieder rausnimmt? selbst nachdem er zig positive kommentare erhalten hat? könntest übrigens ruhig mal über ihn berichten…ein ganz ganz toller und engagierter und selbstkritischer mensch.

    take care
    sylvie

    ps:

    http://www.ljlifephotography.com/

  29. Blogartikel dazu: “Habe ich das Zeug dazu, gute Fotos zu machen?” | Digitale Fotografie Lernen - KWERFELDEIN - Martin Gommel