kwerfeldein
10. Februar 2009 Lesezeit: ~3 Minuten

Teil des Weges – Ein Kommentar über Zweifel, Fragen und Unsicherheiten im Hinblick auf die Fotografie

Vielleicht habt Ihr schon beim Lesen des Titels gemerkt, das dies ein ungewönlicher Post wird. Denn es geht heute um …

… Unsicherheit,
… Zweifel,
und Fragen.

Mit grosser Warscheinlichkeit sind uns allen diese Begriffe bekannt. Und zwar nicht nur wörtlich, sondern aus eigener Erfahrung. Auch – oder gerade in der Fotografie. Mir geht das genau so. Und deshalb möchte ich jetzt einmal das Ganze aus meiner Sicht beschreiben.

Beim Fotografieren
Es gibt Tage, an denen es schon beim Fotografieren losgeht. Draussen in der Landschaft. Jeder Schuss scheint irgendwie nix zu sein und ich frage mich, was ich da überhaupt mache. Warum ich jetzt hier bin und nicht woanders. Zu einer anderen Tageszeit mit schönerem Wetter und  besseren Licht. Fragen steigen auf. Ich fotografiere weiter, aber ich bin mir einfach nicht sicher.

Beim Bearbeiten
Wie jeder weiss, bearbeite ich meine Bilder gerne mal etwas stärker. Und da gibt es dann Momente, in denen ich ganze zwei Stunden an einem Foto sitze, an allen möglichen Reglern drehe und mit jeder Minute unzufriedener werde. Es scheint nicht besser zu werden. Ich raffe mich auf und beginne noch einmal von vorn. Doch ich zweifle an dem Foto grundsätzlich. Ist es wirklich so gut, wie ich dachte? Oder ist es eigentlich gar nichts besonderes? Fragen über Fragen machen sich breit. Nicht selten speichere ich das Foto ab und wende mich einer anderen Tätigkeit zu.

Beim Veröffentlichen
Manchmal ist der Zeitpunkt, an dem ich ein Bild hochlade der Schwierigste. Da frage ich mich dann, ob die Leute das Foto mögen werden oder nicht und ob ich viele Kommentare oder wenige bekommen werde (was für ein Bullshit). Es gab schon Momente, in denen ich das Bild nach einer halben Minute wieder runtergenommen habe, einfach weil ich dran gezweifelt habe.

Wie ich damit umgehe
Ich muss hier dazusagen, dass solche Situationen nicht permanent sind. Ich erlebe es auch, dass ich mir meiner Sache sicher bin, aber eben nicht immer. Nicht immer. Seitdem ich fotografiere kenne ich meine Zweifel. Zu Beginn dachte ich, dass das Gründe seien, wieder mit dem Fotografieren aufzuhören. Gründe, es einfach sein zu lassen, weil ich nicht dazu gemacht bin. Doch gerade in den letzten Monaten lerne ich, diese Gefühle und Gedanken anzunehmen.

Sie nicht mehr wegzuschieben.

Und sie als einen Teil des Weges mit der Kamera zu sehen.

Nicht als Gründe anzusehen, die Flinte ins Korn zu werfen.

Sondern um weiterzufotografieren. Dranzubleiben.

Das Bild hochzuladen (und dort auch zu lassen) – selbst wenn ich mir unsicher bin.

Erst recht, wenn ich mir unsicher bin.

Wie geht es Euch mit dem Thema? Könnt Ihr Euch damit identifizieren, also mit dem, was ich hier gesagt habe?

Teil des Weges - Ein Kommentar über Zweifel, Fragen und Unsicherheiten im Hinblick auf die Fotografie
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