kwerfeldein
02. Februar 2009 Lesezeit: ~4 Minuten

Picabee: Kostenlose Fotos – Ein Erfahrungsbericht

Dies ist ein Gastartikel von Yannick. Er ist Schüler an einem Gymnasium und fotografiert in seiner Freizeit digital und analog, am liebsten auf Reisen und mehr und mehr auch Landschaften. Seine fotografischen Arbeiten können auf seinem Flickr-Stream besichtigt werden.

Das Konzept von picabee ist sehr einfach erklärt: Das Team um Christoph Lienke & Kei Nozaki möchte kostenlose Fotoausdrucke vermarkten – die Finanzierung erfolgt allein durch Werbepartner. Im Gegenzug entsteht ein Werbestreifen deren Unternehmen am Bildrand und teilweise auch noch ein Logo links unten im Bild.

Da ich in diesem Konzept – wenn auch mit starker Skepsis – einiges an Potential sehe, habe ich den kostenlosen Service getestet und möchte Euch nun davon berichten.

Derzeit ist eine einfache Registrierung noch nicht möglich, man muss sich auf der Website in eine Warteliste eintragen und bekommt nach wenigen Stunden bis Tagen eine Einladung per Mail und kann sich dann auf der Website mit seinem persönlichen Einladungscode registrieren.

Picabee bietet dem User 1 GB Speicherplatz für Fotos, für die jedoch einige Restriktionen gelten: Nur JPEG-Format, max. 60 Bilder pro Album, max. 6MB pro Foto (man kann die Bilder vorher ruhig auf dem Rechner Skalieren, picabee empfiehlt hierzu 1200x1600px, denn bisher sind Prints nur in einer Größe von 10x18cm (inkl. 4cm Werbestreifen) erhältlich). Weitere Bearbeitungsfunktionen oder gar eine automatische Korrektur – wie Sie von vielen andere Anbietern angeboten wird – ist leider nicht vorhanden. Die gesamte Bildverwaltung basiert auf einer sehr übersichtlichen Flash-Anwendung.

Wenn man sich nun kostenlose Fotos bestellen möchte, muss man einfach 20-30 Bilder (nicht mehr und nicht weniger)  in die „Order-Box“ ziehen und dem weiteren Verlauf folgen. Per E-Mail kommt nach wenigen Tagen (bei mir nach 2) nun eine Bestätigung, wenn die Bilder dem Versand (Hermes) übergeben worden sind. Der Versand läuft leider nicht so schnell wie z.B. per DHL, bei mir kamen die Bilder nach etwa einer Woche an. Die nächste Bestellung ist dann erst wieder nach genau einem Monat möglich, man kann somit effektiv 360 kostenlose Prints pro Jahr erhalten.

Hier sind sie nun (leider etwas später als vermutet): Die fertigen Prints. Sie kamen in einem etwas dickeren Umschlag an und sahen auf den ersten Blick recht gut aus. Bei der Bestellung waren enthielten alle Bilder den seitlichen Werbestreifen, jedoch nur 40% ein Logo in der linken unteren Ecke. Wer also eine Schneidemaschine oder notfalls auch Schere zur Hand hat, muss einfach nur die Werbestreifen abschneiden und hält sein kostenloses Bild in den Händen.

Leider beträgt die eigentliche Bildgröße gerade mal 10x14cm, also kein echtes 2:3, was zur Folge hat, dass 1cm abgeschnitten wird, man sollte dies am besten vorher beim Beschneiden beachten. Die Farbwiedergabe sieht sehr in Ordnung aus.

Allgemein war es ein sehr interessantes Experiment und ich werde sicherlich noch einmal dort bestellen, denn bei diesen Prints tut es mir auch nicht weh, diese mal aus der Hand zu geben oder irgendwo „hinzupappen“. Für Dinge, bei denen jedoch qualitativ bessere Prints nötig sind (z.B. Kalender), werde ich jedoch weiterhin bei meinem gewohnten Anbieter (dm bzw. dm-digifoto) bleiben.

Ausblick

Ob das Geschäftsmodell wirklich Zukunft hat, ist sehr schwer abzuschätzen, denn niemand kann deren Kostenrechnung einsehen. Was ich mir jedoch wünsceh, wären Ausdrucke in anderen Größen oder gar andere Produkte – z.B. eine Tasse (auf der einen Seite ein Logo des werbenden Unternehmens und auf der anderen das persönliche Motiv). Es bleibt abzuwarten und zu hoffen, dass aus diesem Unternehmen noch einiges hervorgeht.


twitter das

Ähnliche Artikel