Kwerfeldein
23. Januar 2009 Lesezeit: ~ 2 Minuten

Mehr aus RAW-Dateien machen

Das ist ein Gastartikel von Andreas Levers. Er arbeitet als Mediengestalter in Potsdam. Wenn er gerade keine Architektur- oder Tabletop-Fotos auf flickr hochlädt, veröffentlicht er Video-Tutorials auf 96dpi.de. Andreas verwendet in diesem Tutorial Adobe Camera RAW 5.2, die vorgestellte Technik funktioniert aber auch mit älteren RAW-Programmen.

Selbst Aufnahmen von verregneten und bewölkten Tagen können
nachträglich sonniger gestaltet werden. Um diese Flexibilität zu
erhalten, verwende ich grundsätzlich RAW-Aufnahmen, damit ich den
Weißabgleich und die Belichtung im Nachhinhein verändern kann. Hier
bietet das RAW-Format deutlich mehr Reserven als die JPG Bilder aus der
Kamera.

Um gerade in den hohen Bildteilen viele Information zur nachträglichen Bearbeitung zu haben, verwende ich die Tonwertpriorität meiner Kamera. Diese Funktion stuft die hellen Teile des Bildes etwas präziser ab zum Preis, dass die Schatten etwas mehr Rauschen. Bei Nikon heißt das Äquivalent dazu D-Lighting.

Als ersten Schritt entwickele ich das RAW so, dass die Fassade der Philharmonie gut gestaltet ist. Dazu erhöhe ich die Klarheit um die Details der Architektur hervorzuheben. Außerdem ändere ich den Weißabgleich so, dass das Bild wärmer wirkt. Die Sättigung kann noch über den Dynamikregler angehoben werden, während Kontrast und Schwarzwert die Plastizität verbessern. Hier ist aber erlaubt, was gefällt.

Als zweiten Schritt entwickele ich das RAW so, dass nur der Himmel richtig aussieht. Dazu stelle ich die Temperatur des Weißabgleichs so ein, dass das verhangene Grau im Himmel in ein sympathischeres Blau übergeht. Mit den Reglern für Belichtung, Kontrast und Reparatur kann ich zudem die Struktur der Wolken etwas hervorheben. Diese Entwicklung öffne ich ebenfalls in Photoshop und kopiere den Inhalt als neue Ebene über das Bild mit der korrekt belichteten Fassade.

Um die beiden Ebenen leicht miteinander zu kombinieren, verwende ich die Kanal-Palette, während die Ebene mit dem Himmel ausgewählt ist.

Bei gedrückter Command-Taste (Window: Strg) klicke ich auf den Blaukanal, da dieser den höchsten Gesamtkontrast hat. Mit einem Klick auf das Ebenenmasken-Piktogramm wird aus dieser Auswahl die Maske für den Himmel. Details der Maske können natürlich wie gewohnt mit Pinsel, Radiergummi und Co. fein bearbeitet werden. Alle weiteren Bearbeitungen, z.B. die Tonwertkorrektur, lokale Anpassungen oder den Crop lege ich erst nach der Kombination der beiden Ebenen fest.

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13 Kommentare

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  1. Ist eine gute Idee – im Endefekt zwei einfache Belichtungen welche ich übereinanderlege und mir das Beste aus beiden hole.
    Ich glaube mit der letzten Camera RAW Version kann man das auch in einem Schritt erledigen, da man dort Bereiche unterschiedlich bearbeiten (zb. Belichten) kann.

  2. Sehr guter Artikel… will das auch mal probieren.. versthe aber folgendes nicht. bzw weiss ich nicht wie ich das mache: “…kopiere den Inhalt als neue Ebene über das Bild mit der korrekt belichteten Fassade.”

    Wie kriege ich den Inhalt bzw. eine Kopie aus einem Arbeitsfenster in ein anderes kopiert??

    Wäre für jede Hilfe sehr dankbar.

  3. Blogartikel dazu: Photoshop Tutorials - Quicklinks