kwerfeldein
18. Januar 2009 Lesezeit: ~4 Minuten

Bildvorstellung : A Warm Place

A Warm Place by you.

Nachdem auf meinen letzten Beitrag mit Bild so viel positives Feedback kam, werde ich nun die Gelegenheit nutzen ein weiteres Bild vorzustellen. Zwar fühlt es sich für mich immer noch komisch an, so viel zu nur einem Bild zu sagen – andererseits weiss ich aber, dass es manchen Lesern durchaus einen Nutzen bringt. Na dann legen wir mal los.

Bildgeschichte

„A Warm Place“ entstand auf einer Fotosafari mit meinem Buddy Matthias Pabst. Nachdem wir die Gertelbach Wasserfälle fotografiert hatten, kamen wir bei diesem Häusschen an. Matthias meinte spontan, ich solle doch von innen blitzen und das habe ich dann auch getan. Mir hat die Idee gefallen, die Hütte zu beleuchten und da ich gerade sowiso „geil auf entfesseltes Licht“ bin hab ichs einfach mal versucht.

Mit meinen 2 Lieblingen, den Blitzen 580EX und 480EX habe ich via Skyports (Sender + Empfänger) die Hütte aufgehellt und zum Leuchten gebracht. Auf die Idee, das Ganze etwas unterzubelichten kam ich erst später, was mich dann zusätzlich Zeit kostete. Übrigens habe ich die Blitze selbst hochgehalten. Zeitauslöser auf 10sec, hinrennen und Blitze schön nach oben halten. War ein Gefussel, aber was tut man nicht alles für gut Licht ;)

Kameradaten

Modell : Canon EOS 30D
Verschlussgeschwindigkeit : 1/20s
Belichtungsprogramm : Blendenpriorität
Blendenwert : f/7.1
ISO : 100
Brennweite : 28 mm
Stativ : Jupp.
Blitz: 430EX + 580EX extern gezündet

Originalbild

Autsch, ich zeig sowas ja eigentlich gar nicht so gerne. Aber gut. Wie man sieht ist das Bild, so wie es geschossen hat wesentlich dunkler. Und wer genau hinschaut, der sieht auch, dass der Balken am rechten Fenster nicht so hell ist, wie im fertigen Bild. Das ist mir vor Ort auch aufgefallen und deshalb habe ich noch ein zweites Bild geschossen.

Klitzekleiner Unterschied – aber ziehmlich wichtig für das Bild im Nachhinein.


Postprocessing

In meinem Lieblingsprogramm Adobe Lightroom habe ich über die Farbtemperatur einen wärmeren Touch hinzugefügt. Für mich war das wichtig, denn das Gesamtbild sollte das Glühen des Hauses intensiv unterstützen. Zusätlich habe ich den Schwarzanteil reduziert, um noch mehr Zeichnung in den Bäumen zu gewährleisten. Nächster Schritt war : Beide Bilder in Photoshop öffnen.

In Photoshop habe ich dann beide Bilder übereinandergelegt und jeweils das herausradiert, was nicht wichtig war. Somit habe ich die Bilder in ein einziges zusammengesetzt. Anschliessend habe mit 2 Einstellungsebenen „Farbbalance“ und „Selektive Farbkorrektur“ noch mehr Gelb hinein und Cyan herausgedreht. Diese Ebenen habe ich dass teilweise um das Haus herum gelöscht, um dem Haus noch mehr das Alleinstellungsmerkmal zu verleihen.

Abschliessend mit einem Blick auf das Histogramm die Helligkeit angezogen und ein leichte Vigniette hinzugefügt, fertig.

Wie immer habe ich mir bei der Bildbearbeitung extra viel Zeit gelassen, zwischendurch kurze Pausen gemacht und über die Bildwirkung nachgedacht. Das hilft mir, um nichts übers Knie zu brechen und mit Feingefühl an die Sache heranzugehen.

Zusatzinformation

Da das Bild doch sehr viele dunkle Teile hat, wirkt es auf weissem Hintergrund leicht zu düster. Besonders auf dem Flickr-Hintergrund ist mir dies aufgefallen. Somit wirkt es auf meinem Photoblog noch einmal ganz anders. „A Warm Place“ ist definitv ein Bild, welches ich mir drucken lassen werde und da bin ich mal gespannt, wie es wirken wird.


Fazit
Nun, das Foto ist bestimmt nicht eins meiner Besten. Trotzdem mag ich es, einfach weil ich kein anderes habe, welches auch nur ansatzweise Ähnlichkeit mit diesem hat. Somit ist und bleibt es unverwechselbar. Mir hat es Spass gemacht, es aufzuhübschen und das Ergebnis wird hoffentlich bald an meiner Wand hängen.

Hat Dir die Beschreibung geholfen? Welcher Schritt besonders?

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21 Kommentare

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  1. „Übrigens habe ich die Blitze selbst hochgehalten. Zeitauslöser auf 10sec, hinrennen und Blitze schön nach oben halten.“

    Da bekommt der Begriff „Sportfotografie“ doch eine ganz neue Bedeutung :-D. Ich mag das Bild, es strahlt Ruhe und Gemütlichkeit aus. Danke für die ausführliche Vorstellung!

  2. Toller Beitrag. Die Beschreibung hat mir als Anfänger sehr geholfen. So bekommt man einen guten Einblick in die Möglichkeiten der Nachbearbeitung und wird animiert, eigenes auszuprobieren. Die Beschreibung zur Entstehung eines Bildes ist für mich immer wieder sehr interessant.

  3. In der großen Version auf dunklem Hintergrund wirkt das Bild völlig anders und man erkennt viel mehr Details.
    Danke wiedereinmal für die Beschreibung und auch die Originalbilder.
    Sehr gut aufgepasst hast du mit der einen beleuchteten „Säule“. Wäre sicher nur halb so gut, wenn die dunkel wäre.

  4. “Übrigens habe ich die Blitze selbst hochgehalten. Zeitauslöser auf 10sec, hinrennen und Blitze schön nach oben halten.”

    Ein guter Fotograf hat für solche Fälle immer eine Rolle Gaffa Tape mit und ausgeprägte Mc Gyver Skills ;D

    Echt gut, was du in der Nachbearbeitung da noch rausgeholt hast! :)

  5. Mein erster Gedanke bei dem Bild: warum hatten wir heute bei unserer Norwegischen Arktisexpedition (auch bekannt als Schlittschuhlaufen in der Nähe von Oslo mit Sichtweiten von Teilweise unter 100m wegen Schnee) so eine kuschelig warme Hütte nicht?
    Wahnsinn was man aus Bildern noch alles rausholen kann – zumal sich meine Nachbearbeitung im Moment noch auf Schärfen, Kontrast und vielleicht noch die ein oder andere kleine Histogramm-Kurvenanpassung beschänkt oder aber das Testen eines mitgelieferten Gimp-Filters…

  6. Hallo!

    Geniale Idee, extra Punkt hierbei für die Spontanität! :)

    Die Bildidee kommt imho exzellent rüber.
    Danke für Dein Blog, kenne es noch nicht sehr lange und sicher wird es mir helfen, aus meinem Fotomotivationstief herauszufinden! :)

    Komme also jetzt sicher öfter. (auf Empfehlung im Übrigen. Offenbar bist Du berühmt, hehe.)

  7. Hi Martin,

    super Artikel – ganz große Klasse!
    Danke für den Einblick – deine Bildvorstellung ist super interessant und animiert dazu sich mit so manchem Bild tiefer zu beschäftigen und „mehr“ rauszuholen…

    Gruß
    Jan

  8. Super Beitrag. Besonders wie mich als Anfänger zu sehen dass auch bei den Guten Fotografen die Fotos genau so aussehen wie bei mir. Bloß das ich den Sprung leider noch nicht schaffe mit PS & Co.
    Mir hat der Beitrag auf jedenfall weitergebracht. Insbesondere was man noch so alles das Blitzgerät nutzen kann.

  9. Hallo Martin, als du das erste Bild dieser Reihe gepostet hast, schriebst du, dass du befürchtest durch die Gegenüberstellung des Originals und des bearbeiteten Bildes könnte das Geheimnisvolle verfliegen. Recht hast du. Mir zeigt es nämlich, dass es einfach ist in den Wald zu gehen und mit der Kamera irgendwas zu fotografieren. Das Wichtigste ist nämlich die richtige Nutzung der Werkzeuge Photoshop, Gimp oder Lightroom zu beherrschen. Ohne diese wird man kaum noch wahrgenommene Bilder produzieren. Ich spreche mich nicht gegen die Nutzung dieser Werkzeuge aus, doch zeigt sich mir in dem großen Unterschied zwischen Original und „Bearbeitet“, dass die Fotoausrüstung und die Bildausage vor Ort nicht viel wert ist, wenn man nicht in der Lage ist die Bilder daheim digital zu gestalten.

  10. @Peter

    Gewiss, viele denken sich nun vielleicht: Ich mach nen unterbelichtetes raw und der Style kommt in der Post… Naja, ich sehe das ein wenig anders, klar, ich retuschiere selbst einiges, aber gut ist das Bild nur, wenn der Fotograf ein gutes Auge hat, einen guten Crop wählt etc.

    Ich finde es super das Martin seinen Workflow präsentiert, meiner sieht eigentlich genauso aus.
    ABER:Ich denke die birgt auch eine Gefahr, wie wir es hier in den Kommentaren nachlesen können.

    Es geht nicht alles in der post, man kann nur jedem raten sich genug Zeit zu nehmen, um das Bild so zu belichten, wie es auch im Endbild sein soll… Klar, gedreht muss bei jedem Bild werden, aber nur weil es Raws gibt, bedeutet dies _nicht_, dass man aus jedem Mist noch ein geiles Bild machen kann.

    Hätte Martin kein gutes Auge und schon vor Ort das fertige Bild im Kopf gehabt, so wäre auch nichts gutes draus geworden (;

  11. Hm. Okay. Das Bild gefällt mir echt gut. Augenscheinlich hast du gute Fähigkeiten in der Bildnachbearbeitung, aber ich dachte stets „der Typ ist echt ein genialer Fotograf…“. Ich bin ehrlich gesagt etwas enttäuscht. Ich dachte zuerst, du hättest es wirklich perfekt ausgeleuchtet und vor Ort insziniert und direkt am Set in Trickkiste gegriffen… seis drum.

  12. Hi. Ich war heute auch mal dort. Sehr schöner Wanderweg. Jetzt weis ich auch auch wo Mace2000 das ein oder andere Foto gemacht hat :-)
    Danke für die Beschreibung des Postprocessing, für mich als Anfänger ungemein wichtig.