kwerfeldein
17. Januar 2009 Lesezeit: ~3 Minuten

Die Verwendung von GND Filtern Teil 2

Dies ist ein Gastartikel von Sven Seebeck. Er arbeitet als Jazz-Musiker in Oulu/Finland und fotografiert, wann immer der Zeitplan es zulässt, die Landschaft um ihn herum. Seine Arbeiten können auf From 10 to 300mm besichtigt werden.

In meinem letzten Beitrag habe ich beschrieben was GND- oder Verlaufsfilter sind, und was man alles benötigt um sie zu verwenden.

In diesem Teil versuche ich an zwei Beispielen zu zeigen wie ich sie verwende.

Hier seht Ihr mein Foto “Being There”, und ich beschreibe mal wie ich hier vorgegangen bin.



Dadurch das die Sonne noch nicht vollständig untergegangen war, war der dynamische Umfang dieser Szene natürlich recht groß. Der Himmel am Horizont war viel heller als der Vordergrund und ich verwendete Filter um den Unterschied auszugleichen.

Wie misst man die Szene?

Um herauszufinden welchen Filter man verwenden sollte, sollte man die Szene kurz messen. Hierzu gehe ich wie folgt vor:
Ich wechsel auf “Center Weighted” Messmodus und stelle die Kamera auf TV (bei Nikon ist das glaub’ ich S).

Ich richte die Kamera auf den dunkleren Teil der Szene und stelle die Kamera so ein das ich z.B eine Blende von f4 oder f5.6 erhalte.
Dann richte ich die Kamera auf den helleren Teil der Szene und zähle die differenz an Blenden, zum Beispiel: dunkler Vordergrund f4, heller Himmel f16 entspricht einer Differenz von 4 Blenden (4;5.6;8;11;16;22). Man sollte also einen 4Stop oder wenigstens einen 3 Stop Filter verwenden.

Danach stelle ich die Kamera dann wieder auf meine gewünschte Blende, Messmodus (hier verwende ich wieder Mehrfeldmessung) und AV oder M Modus ein. Man kann aber natürlich auch einfach noch eine Messung des Vordergrundes mit der gewünschten Blende machen und danach die Filter aufstecken.

Welche Filter sollte man Verwenden?

Hierbei hängt es von der Beschaffenheit des Horizontes ab. Bei einem relativ geraden Horizont, wie z.B. am Meer oder in diesem Beispiel, bieten sich die harten an und bei einem Unebenen Horizont Berge, Baumkronen etc. die weichen Filter.

Anwendung in der Praxis

In dem Foto “Being There” habe ich zwei harte Filter mit zusammen 5 Stops verwendet um den Unterschied zwischen Himmel und Vordergrund zu kompensieren. Ich hab’ sie ungefähr wie in dem Beispielfoto bis etwas unterhalb des Horizontes ausgerichtet, manuell fokussiert, die Schärfentiefe gecheckt und das Foto gemacht. Noch einmal das Histogramm überprüft und ein wenig korrigiert und das war’s.

Selbstverständlich kann man die Filter auch anders platzieren. In dem Foto “Autumn Rocks” habe ich zum Beispiel einen 2 Stop GND Soft Filter diagonal angebracht um den Unterschied zwischen dem Himmel, dem Wasser und den Bäumen auszugleichen.

Filter erlauben es einem fantastische Ergebnisse schon in der Kamera hinzukriegen, und reduzieren die Nachbearbeitungszeit erheblich. Natürlich gibt es Situationen in denen HDR und ähnliche Techniken ratsamer sind. Seit ich Filter verwende, hat sich die Qualität meiner Arbeit auf jeden Fall verbessert und ich werde auf jedenfall damit weiter arbeiten und mein Sortiment an Filtern noch erweitern.

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