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21. Dezember 2008 Lesezeit: ~5 Minuten

44 Dinge, die ich 2008 über die Fotografie gelernt habe

Wie letztes Jahr möchte ich auch heute einmal über das berichten, was ich 2008 über die Fotografie gelernt habe. Und wenn ich mir das so anschaue, dann ist das jede Menge. Digitale Fotografie Lernen, das ist nicht das Motto dieses Blogs. Ich habe mir das auf die „Stirn geschrieben“ – und diese Liste soll umreissen, was 2008 dabei herausgekommen ist.

Ich möchte nicht behaupten, alle diese Dinge nun perfekt zu können oder einen aufgeführten Punkt perfekt Umsetzen zu können. Nein.

Und bestimmt kann man so manchen Satz nicht auf alle Situationen übertragen und ich erhebe mit diesen Aussagen keine Allgemeingültigkeit. Denn Verallgemeinerungen liegen meistens daneben. Doch um etwas klar zu formulieren, muss man es manchmal einfach auf den Punkt bringen.

Ich weiss einfach, dass mir ein paar Sachen klar geworden sind. Die haben einfach klick gemacht. Dann legen wir mal los.

  1. Es gibt nicht nur einen einzigen Weg, etwas zu fotografieren.
  2. Fotografiere aussergewöhnliche Dinge, um aussergewöhnliche Fotos zu bekommen.
  3. Es ist okay, ein paar Wochen nicht zu fotografieren.
  4. Ich mag keine Presets für Lightroom und Photoshop.
  5. Wer (wirklich) exzellente Fotos haben will, muss sich reinknien. Üben, Üben, Üben.
  6. Du wirst Deinen Weg mit der Kamera finden, solange Du nicht aufhörst zu laufen.
  7. Wer braucht schon einen Lichtmesser ?
  8. Ich kann und ich muss nicht perfekt fotografieren. Das perfekte Foto gibt es nicht.
  9. Hab Geduld mit Dir selbst. Selbst auferlegter Druck macht nur unnötigen Stress.
  10. Spreche mit der Person, die Du fotografierst. Sage Ihr, was sie tun soll. Und vergesse dabei nie die gute Laune. Bei schlechter Stimmung entstehen selten gute Fotos.
  11. Säubere Deine Kamera regelmässig (auch ich kapier das langsam,haha).
  12. Auch die Profis machen offensichtlich Fehler.
  13. Frage Deinen Fotofreund offen nach seiner Meinung über Deine Bilder. Sei aber nicht beleidigt, wenn er Dich krisitsiert.
  14. Höre auf, ständig nach Inspiration zu suchen. Geh fotografieren. Sei am Start.
  15. Im Zweifelsfall das Stativ immer mitnehmen. Weglegen geht immer. Herzaubern nicht.
  16. Den Beruf Fotograf auszuüben ist kein Zuckerschlecken.
  17. Trau Dich, auch einfache und minimalistische Fotos zu schiessen. Diese wirken oft besonders harmonisch.
  18. Eine Festplatte ist schnell abgeraucht. Ohne Backup Deiner Bilder hast Du (eigentlich) keine.
  19. Zeige Deine Bilder Menschen, die sie auch sehen wollen.
  20. Fehler gehören nicht (nur) dazu, sie bringen Dich sogar einen Schritt weiter.
  21. Geniesse die Natur, wenn Du sie fotografierst. Nicht einfach fotografieren und abhauen.
  22. Niemand sieht die Welt wie Du. Alleine das macht Deine Bilder einzigartig.
  23. Bücher über Fotografie sind die Nahrung für einen langen Weg mit der Kamera.
  24. Frust und Enttäuschung sind ein Teil des Weges mit der Kamera.
  25. Stelle Fragen. Wenn sie Dir keiner beantworten kann, dann suche selbst nach einem Weg.
  26. Ein gutes Fotolexikon kann bei kniffligen technischen Angelegenheiten für schnelle Hilfe sorgen.
  27. Die besten Tipps über Fotografie machen Dich nicht zum Profi. Üben musst Du selbst.
  28. Wer gute Streetfotos machen will, muss lernen, sich unsichtbar zu machen.
  29. Fotografie dreht sich nicht um den Fotografen, auch wenn er noch so gut ist. Fotografie dreht sich alleine um das Bild.
  30. Prahle nicht mit Deiner Kamera. Du machst Dir keine (echten) Freunde.
  31. Das Fotografieren ist durch die Digitalisierung nur scheinbar billiger geworden. Ein Blick auf die Kassenzettel 2008 reicht aus, um das klarzustellen. Zumindest bei mir.
  32. Es gibt immer noch Nischen in der Fotografie.
  33. Den eigenen Stil zu finden braucht einfach seine Zeit. Eine gute Handschrift erkennt man auch erst nach jahrelanger Übung.
  34. Versuche, weniger abzudrücken und Dich anstattdessen mehr um eine gute Komposition zu bemühen.
  35. Es lohnt sich, auf ein teures Stativ zu sparen. Wirklich.
  36. Megapixel sind nicht alles. Eine niedriges Rauschen bei hohen ISO-Zahlen schon eher.
  37. Das könnte die Zukunft der Kameras sein.
  38. Im Alltag gibt es Milliarden vom Situationen, in denen Du ein besonderes Foto machen kannst.
  39. Es gibt auch andere Dinge im Leben wie die Fotografie.
  40. Es kostet manchmal Überwindung, ein Foto zu zeigen, bei welchem man sich gar nicht sicher ist, ob es andere Menschen mögen werden. Daran kann man sehen, wie sehr man auf die Anerkennung von anderen angewiesen ist – oder nicht.
  41. Schau nicht immer auf den LCD am Rücken Deiner Kamera. Während dessen könntest Du ein gutes Foto verpassen (Joe McNally).
  42. Gute Fotos enstehen nicht beim Surfen im Web.
  43. Es gibt Möglichkeiten, den Sensor zu reinigen, auf die auch nicht gekommen wäre.
  44. Zeige Deine Bilder nicht nur online. Lass sie drucken. Auch mal so richtig gross (mein letztes Foto ist 1,61m lang).

Was hast Du 2008 über die Fotografie gelernt. Gibt es einen ganz wichtigen Punkt, den Du mir und den anderen Lesern mitteilen möchtest? Trau Dich!

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16 Kommentare

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  1. Das ist eine schöne Liste. Zu Punkt 35 könnte man auch sagen das es sich generell Lohnt auf gutes Equipment zu sparen.
    Ich hab‘ mich mehr als einmal zunächst für die Budget Version eines Produktes (Objektiv, Software etc.) entschieden, nur um mir dann später doch das zu kaufen was ich von anfang an eigentlich lieber gehabt hätte.

  2. Oja, einige Punkte kann ich blind unterschreiben.

    Wenn mir eins klar geworden ist in diesem Jahr, dann das: ich fotografiere zu wenig. Die meisten verpatzten Fotos sind entstanden, weil ich die Kamera nicht dabei hatte als es darauf angekommen wäre.

    Ich wünsche uns allen ein bilderreiches 2009.

  3. Ich hab mal eine Frage zum Thema Street Photography. Die Situation ist doch rechtlich in Deutschland eher eine Grauzone oder? Also in dem Video fotografiert er ja lustig drauf los – aber dabei ist er in New York. Kann mir jemand sagen wies damit in Deutschland aussieht? Kann ich einfach auf die Straße gehen und fotografieren?

    • @Nemox: Da gebe ich Dir vollkommen recht. Das Thema Streetfotografie muss in Deutschland ganz anders angegangen werden als in den USA, gerade weil wir ein viel strikteres gesetzliches System haben. Dennoch fand ich das Video hilfreich.
      @JG: Danke, berichtigt.
      @Sven: Jupp, guter Punkt!
      @Ines: Das sollte nur ein gutes Beispiel sein. Leider gibt es keine Photography Disasters (wäre auch schwierig umzusetzen), sonst hätte ich die genommen ;)

  4. Hallo Martin,

    ich habe 2008 gelernt, daß ich überhaupt in der Lage bin, Fotos zu machen, die mir (und Menschen die mir wichtig sind) gefallen. Perfekt sind sie nicht, aber das müssen sie auch nicht sein. Da ich dieses Jahr im August erst angefangen habe, denke ich, daß ich wohl noch ein paar Jahre habe und einiges dazulernen werde.

    Dein Video „Du bist einzigartig“ hat mich sehr motiviert. Danke dafür!

    LG,
    Yogamupfel

  5. „# Fotografiere aussergewöhnliche Dinge, um aussergewöhnliche Fotos zu bekommen.“

    Dem wiederspreche ich!

    ´Ich behaupte, dass Fotos, welche aussergewöhnliche Gegenstände / Menschen / Dinge reproduzieren, viel schneller Gefahr laufen, als Foto gewöhnlich als Foto zu werden, da der Inhalt das Bild trägt und nicht die wirklich fotografischen Aspekte. Vielmehr sollten gestalterische Aspekte wie Komposition, Bildaufbau, Perspektive ausschlaggebend für ein aussergewöhnliches Foto sein. Aussergewöhnliche Dinge zu reproduzieren ist keine Schwierigkeit. Ein aussergewöhnliches Ding als Objekt der Fotografie, macht, ein Foto längst nicht gut/interessant/aussergewöhnlich… Anspruch ensteht (u.a.) doch gerade erst dadurch, gewöhnliche Dinge aussergewöhnlich/interessant darzustellen.

    Meiner Meinung nach erlangen z.B. viele Starfotografen nur dadurch Ruhm und Ansehen, weil sie dem Leien berühmte Subjekte präsentieren. Die Art der Präsentation rückt leider viel zu oft in den Hintergrund. Dieses Problem ensteht nach meiner Auffassung ebenso im Bereich der Aktfotografie (von der Pressefotografie ganz zu schweigen). Einen erotischen Körper zu fotografieren ist keien Schwierigkeit. Der Körper allein ist dann schon anziehend genug.


    Alle anderen Punkt: top!
    ;)

  6. Tolle liste obwohl nicht alles meine Zustimmung bekommen kann. Die meisten Aussagen kann ich zustimmen, andere entsprechen meine Auffassung aber gar nicht. Es ist aber gut so, jeder hat seinen eigenen Weg. Leider kann ich mich nicht bremsen einige Punkte zu kommentieren:
    Pkt 2. Deine Standpunkt teile ich nicht; volle Zustimmung mit acy
    Pkt 10. Manchmal braucht man nichts zu sagen. Es hängt von der Person ab. Viele Regieanweisungen zerstören meistens die Stimmung
    Pkt 13. Viel besser: „Frage Dich selbst nach Deine Meinung über Deine Bilder. Du bist das einzige Kriterium. Wenn Deine Bilder Dir gefallen, dann sind sie gut!“
    Pkt 14. … Fotografiere nie ohne Inspiration; die Fotos werden schlecht
    Pkt 15. „Im Zweifelfall…“ strichen :)
    Pkt 21. „… die Natur…“ streiche. Genieße immer und alles, wenn du Fotografierst. Das gilt nur für Amateurfotografen. Profis gehen mit diesem Tipp meistens pleite.
    Pkt 28. Eine umstrittene These. Die großen Meister der Street-Fotografie (z.B. Garry Winogrand) fotografierten mit Brennweiten kürzer als 50mm. Damit „sich unsichtbar machen“ ist fast unmöglich. Meine These lautet „Verwende bei Stree-Fotografie nie eine Tele. Lange Brennweiten wirken fast wie ein Blitz – die Stimmung wird zerstört“
    Pkt 39. nicht wirklich :)
    Pkt 40. wie Pkt 2. „…auf die Anerkennung von anderen angewiesen ist – oder nicht.“ – eigentlich nicht

    Und noch eine Sache von mir:
    45. Traue Dich auf M und MF zu fotografieren. Du wirst staunen, was man deine Kamera noch machen kann.

    Frohe Weihnachten, Martin
    Sweti

  7. 11.: Aber bitte ohne Staubsauger ;D

    37: Wo hast du den das gefunden? Würde sowas auf jeden Fall sehr stark begrüßen. Mehr Flexibilität und Kombiniermöglichkeiten.

    Ist ne schöne Liste Martin.
    Nun noch eine Sache die ich gelernt habe:
    Versuche nicht immer nur Sachen zu Fotografieren die dir liegen.
    Stattdessen trau dich immer mal wieder an Herausforderungen die unmöglichen scheinen. Denn, wie ein schlauer Mensch sagte, man muss das unmögliche versuchen um das Mögliche zu erreichen.

    MfG Jim

  8. Blogartikel dazu: Archivgestöber #2 | Reingezoomt