kwerfeldein
10. Dezember 2008 Lesezeit: ~6 Minuten

Wie Du einen Fotobuddy findest: 8 + 1 Vorschläge, um ein Frusterlebnis zu vermeiden

Ich hatte ja geschrieben, dass eine Fotofreundschaft viele Vorteile hat. Einen Fotobuddy (und damit meine ich auch die Frauen) an der Seite zu haben, ist einfach toll. Wer einen guten Fotofreund hat, der möchte ihn in den meisten Fällen nicht mehr hergeben.

Doch wie findet man jemanden? Was tun? Was nicht?

Diese Fragen wurden mir aufgrund meines Artikels wiederholt gestellt. Ich werde nun versuchen, aus meiner Erfahrung zu schöpfen und ein paar Vorschläge zu bringen. Ich möchte gleich dazu sagen, dass ich mich keineswegs als Spezialist auf diesem Gebiet sehe. Ich habe einfach über längere Zeit jemanden gesucht und auch gefunden. Dabei sind mir ein paar Punkte klar geworden, und die möchte ich mit Dir teilen.

Praktische Tipps

Ja, wo sind sie denn, die Fotoleute? Hier mal ein paar Ideen, wo Du schauen kannst. Natürlich gibt es noch viel mehr Quellen, aber diese scheinen mir besonders gut zu sein.

1. Schau Dich in Deinem Freundeskreis um
Alleine in meinem Freundeskreis gibt es 3,4,5, Menschen, welche gerne fotografieren. Die fotografieren vielleicht nicht das, was ich gerne mache, aber ich habe schon häufige mit ihnen geplaudert. Mit manchen war ich auch schon auf Fotosafari. Vorteil davon ist, dass die Wellenlänge meistens auf Anhieb stimmt, weil diese Leute sowieso in Deinem Freundeskreis sind. Es kann sein, dass sie nicht den gleichen Elan wir Du an den Tag legen, aber das ist ja auch okay.

2. Wirf mal ein Auge auf Flickr Gruppen
In fast jeder etwas grösseren Stadt gibt es Flickrgruppen. Dort tummeln sich gerne Leute, welche kontaktfreudig sind. Je nach Grösse der Gruppe gibt es immer wieder Treffen, gemeinsames Kaffeetrinken, organisierte Fotoshootings und vieles mehr. Schau mal rein und scheue Dich nicht, einfach mal selbst ein Treffen vorzuschlagen. Oder jemanden direkt anzuschreiben, der stilmässig ähnliche Bilder macht wie Du. Kommentiere seine Bilder, stelle Fragen, lerne ihn / sie ein bissken kennen. Mach was aus, treff Dich.

3. Foren
Ja, die Foren. Ein schwieriges Kapitel, ich weiss. Doch es gibt solche und solche. In diesem Fall möchte ich Dir das Kwerfeldein Forum nahelegen. Anhand der Mitgliederkarte lässt sich schon ganz gut erkennen, ob nicht ein potentielles Opfer (haha) in Deiner Nähe wohnt. Einfach anschreiben. Fragen stellen. Treffen ausmachen. Und klar gibt es noch andere Foren, da hat jeder seine Vorlieben. Aber auch das ist nicht jedem sein, gell. Muss ja nicht.

Anregungen fürs Zwischenmenschliche

Da das Miteinander meist ein schwieriger Part ist beim Suchen und Finden, möchte ich hier gesondert darauf eingehen. Fotoleute gibt es überall, doch wie man auf sie zugeht und eine Freundschaft etabliert ist manchmal gar nicht so einfach.

4. Nichts erzwingen
„Entspannt“ ist das Stichwort. Freundschaften – auch mit Gleichgesinnten – brauchen Zeit. Gebe sie Dir und Deinem Gegenüber. Manche Menschen brauchen etwas länger, andere sind da eher flott unterwegs. Schaue, was drin ist, aber setze Dich und andere nicht unter Druck. Das tut Dir gut und macht Dich zugänglicher.

5. Klasse statt Masse
Du musst nicht mit jedem gut befreundet sein. Und Du musst auch nicht jeden superarg mögen. Und andersrum genauso. Meine Meinung ist: Lieber in eine Person und somit Freundschaft richtig investieren als mit 200 Leuten oberflächlich bekannt zu sein aber nie einen echten Austausch zu haben. Und gerade deshalb ist der nächste Punkt zu ungeheuer wichtig.

6. Eine Wellenlänge
Auf einer Wellenlänge liegen – wenn das der Fall ist, macht es erst richtig Spass. Kann zwar ein bisschen dauern, aber das macht ja nix. FotoFachGedusel hat seinen Platz, aber lass das Gadgetzeuch auch mal beiseite und frage nach, wie es dem anderen geht oder was er sonst für Sachen macht. Finde heraus, wer der andere ist und ob die Chemie stimmt. Du kannst mit dem Besten Fotograf der Welt bekannt sein – wenn ihr Euch nicht mögt bringt dat allet nüschd.

7. Dranbleiben
So sehr wie Freundschaften Zeit brauchen, so sehr brauchen sie auch „Commitment“. Eine gute Freundschaft will gepflegt werden. Das kostet Kraft, aber es lohnt sich. Nutze Chat, Email oder auch das Telefon, um in Kontakt zu bleiben. Sei dabei feinfühlig, um dem anderen nicht auf die Nerven zu gehen oder ihm zu arg auf „die Pelle zu rücken“. Je nach Persönlichkeit braucht auch der/die andere Zeit.

8. Stelle den anderen in den Vordergrund
Behalte bei ersten Treffen mit mehreren Leuten oder einer Einzelperson Deine persönlichen Fotoerfolge erstmal für Dich. Stelle den anderen in den Vordergrund. Frage nach, was er so mit der Kamera erlebt hat. Was ihm besonders gut gefällt, wo seine Stärken sind. Es kommt einfach nicht gut, mit der Tür ins Haus zu fallen und sich selbst fett zu präsentieren. Wenn Du weisst, wer Du bist, dann brauchst Du das nicht zu tun. Klar, Du musst nix verstecken, und auch die Erfolge gehören zu Dir. Aber Du weisst, was ich meine. So die grobe Richtung ist hier wichtig.

Bonuspunkt Nr. 9
All diese Punkte können Dir ein Stückchen weiterhelfen. Doch das wichtigste von allem bist Du. So wie Du bist. Was Du magst und was Du nicht magst. Niemand ist wie Du. Du bist einzigartig. Sei Dir darüber bewusst. Trau Dich, Du selbst zu sein. Keine Angst. Das wird.

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9 Kommentare

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  1. Ach Martin, auch wenn ich noch nicht lange mitlese hier und bisher nur ein „stiller Verfolger“ bin, eines muss mal gesagt werden: Du schreibst sooo schön! Durch Deine motivierenden Texte wurde bei mir der Wunsch ausgelöst, mich noch mehr mit der Fotografie zu beschäftigen als bisher. Deine Artikel sind locker geschrieben, verständlich und machen vor allem Lust darauf, sich mit der Materie noch mehr auseinanderzusetzen. Vor allem Deine aufmunternden Worte wie hier unter „Bonuspunkt No. 9“ heben Deine Schreibe von vielen anderen ab. Respekt. Und wenn ich es tatsächlich in naher Zukunft schaffe, auch mal mit einem echten „Foto-Buddy“ loszuziehen, ist das auch zu einem großen Teil Dein Verdienst. Danke dafür. ;-)

  2. Man sollte „seinen“ Fotobuddy jetzt nicht krampfhaft suchen. Das muss sich einfach im Laufe der Zeit ergeben. Ich selbst habe viele Fotofreunde. Eigentlich kann jeder mal mein Buddy sein, das kommt immer ganz darauf an, was wir gerade so fotografieren wollen. Und ich lerne gerne von ihnen. Ebenso gerne gebe ich meine Erfahrungen auch weiter.

    Ich persönlich bin kein Freund von Fotocommunities, wie flickr und der fc. Insbesondere letzte zeichnet sich doch nur dadurch aus, dass man sich gegenseitig den Bauch pinselt. Konstruktive Kritik unter den Bildern ist nicht (oder kaum) erwünscht. Wie man da einen ernsthaften Fotobuddy finden soll, ist mir etwas rätselhaft.

  3. Blogartikel dazu: Wie Du einen Fotobuddy findest: 8 + 1 Vorschläge, um ein … | niwym.com

  4. Blogartikel dazu: Flickr Favoriten | Minimalismus | hellyeah!!!