kwerfeldein
04. Dezember 2008 Lesezeit: ~6 Minuten

Terry Hope : Landschaften – Die Top Fotografen der Welt und ihre besten Fotos

Terry Hope : Landschaften - Top Fotografen der Welt und ihre besten FotosBevor ich jetzt mit irgendwelchem Standart-Gedöns über das heisse Buch loslege möchte ich etwas betonen, wovon ich heute mehr denn je überzeugt bin : Gute Fotobücher rocken. Sie inspirieren, fordern heraus, bringen neue Ideen und man lernt einfach dazu. Klar, nur wenn sie wirklich gut sind.

Denn nicht jedes ist supergeil und ich habe schon viele mittelmässige Bände in den Händen gehalten. Gerade deshalb habe ich es mir zur Aufgabe gemacht hier über hochwertige Bücher zu schreiben.

Fotografie Bücher, bei denen sich jeder einzelne Cent lohnt. Zumindest aus meiner Sicht. Landschaften von Terry Hope hat es in diese Kategorie geschafft. Warum, darüber mehr in „Meine Eindrücke vom Buch“.

Infos

Titel : „Landschaften: Wie haben sie das gemacht ? Die Top-Fotografen der Welt und ihre besten Fotos“
Originaltitel der Ausgabe: „The World’s Top Photographers and the stories behind their greates images“
Gebundene Ausgabe: 176 Seiten
Verlag: Christian; Auflage: 1 (Juli 2004)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3884726315
ISBN-13: 978-3884726310
Größe und/oder Gewicht: 25,8 x 25,6 x 2 cm

Einblick ins Inhaltsverzeichnis

Der Einblick sieht dieses Mal etwas anders aus als bei den gewöhnlichen Buchbesprechungen hier. Denn in „Landschaften“ steht nicht der Hausgeber Terry Hope im Mittelpunkt sondern die nun aufgeführten Fotografen. Und da heisst es genau hinschauen, denn es sind ein paar Größen dabei. Die sind uns Kindern der Digitalen Jahre zwar eher wenig bis gar nicht bekannt*, nach dem Bestaunen des Besuches aber mit grosser Wahrscheinlichkeit. Also im Buch vertreten sind :

Theo Allofs, Catherine Ames, Andris Apse, Yann Arthus Bertrand, Niall Benvie, Jim Brandenburg, Christopher Burkett, Michael Buselle, Joe Cornish, Charles Cramer, Ken Duncan, Jack Dykinga, Patraick Endres, Macduff Everton, Michael Fatali, Michael Frye, Sally Gall, Bob Hudak, Yousef Khanfar, Marty Knapp, Tom Mackie, Shinzo Meada, Nick Meers, David Muench, Marc Muench, William Neill, Pat O’Hara, Colin Prior, Lynn Radeka, James Randklev, Galen Rowell, John Shepard, Tom Till, Jan Töve, Charlie Waite, David Ward, Kennan Ward, Art Wolfe

Und ? Einen der genannten gekannt ? Falls nicht, wirds höchste Zeit. *Und ja, auch ich habe keinen einzigen bisher gekannt ausser Yann Arthus Bertrand. Ich gebs ja zu. Jetzt aber mal Buchbesprechung !

Meine Eindrücke vom Buch

Als mir letzte Woche der Matthias Pabst im Krankenhaus den Schmöker in die Hand drückte und meinte, ich sollte mal einen Blick reinwerfen, waren meine Erwartungen an das Buch schon recht hoch. Denn Matthias und ich haben einen ähnlichen Geschmack und wenn er sagt, etwas sei gut, dann ist es das auch. Doch meine Erwartungen wurden um ein vielfaches übertroffen. Nein, anders gesagt : Es war der völlige Schönheitsoverkill. Selten habe ich ein Buch weggelegt, weil ich soviel gute Fotos nicht auf einmal aufnehmen konnte. Liebe auf den ersten Blick.

Soweit so gut, jetzt aber mal ran an den Speck.

Wie schon jedem klar ist, handelt es sich bei „Landschaften“ nicht um ein Lehrbuch im herkömmlichen Sinne. Vom Aufbau her ist es viel mehr ein Fotoband. Doch diese iese Bilder werden haben für mich den Begriff Fotoband neu definiert. Ein verdammt hoher Standart ist angesetzt.

Warum das Buch so knallt ? Nun, das ist ganz einfach zu erklären : Hier haben wirklich saumässig gute (sorry für den Ausdruck) Landschaftsfotografen ihre besten 3-5 Fotos sitzen und das kann ja nur krachen. Tom Mackie verzaubert durch seine farbgewaltigen Bildkompositionen, Michael Fatali flasht mit fast malerischen Felsen- und Gebirgslandschaften, und Andris Apse legt kräftig vor, was das Thema Panoramen und landschaftliche Weite betrifft.

Von allen Bildern, welche in dem Buch enthalten sind gefallen mir 80-90 % und das ist schon eine sehr hohe Quote. Dies ist nur möglich durch die schöpferische Dichte, welche das Buch hergibt. Wenn ich daran denke, dass diese Sammlung für 14,95 bei Amazon zu erwerben ist, frage ich mich, warum es denn so billig ist. Denn billig sind die Fotos allemal nicht.

„Landschaften“ spricht durch seine Bilder UND Texte, welche doch sehr dezent gehalten sind. Zu Beginn gibt es immer eine Kurzbiografie über den Fotografen. Dazu kommen noch die kurzen Bildgeschichten am Rande jedes Fotos. Und über die bin ich wirklich superfroh. Denn ich bin schon ein paar Mal hängen geblieben und habe mich gefragt : Wie hat er das bloss gemacht?

Was mich erstaunt hat ist, dass wirklich alle abgebildeten Fotos analog fotografiert worden sind. Das ist nicht gut oder schlecht, aber es überrascht einfach. Denn da war kein Photoshop dran und somit ist alles was zu sehen ist echte Handarbeit. Klar, da wurde bestimmt auch in der Dunkelkammer einiges gedreht. Sicher. Aber dennoch hatten die Fotografen nicht all die Vorteile, welche wir heute geniessen. Um so mehr beeindruckt mich dieses Buch.

Ein „anderes“ Zitat

Ich darf hier ja keine Bilder einsetzen, so gerne ich das auch tun möchte. Aber um Dir wenigstens einen kleinen Einblick in das Buch zu geben, hier eine Bildbeschreibung von Jack Dykinga. Sie gibt auch ein gutes Bild der Arbeitsweise des Fotografen, die doch sehr bemerkenswert ist :

„… Ich musste fünf Kilometer zu Fuß gehen. Nach schweren Regenfällen hatte sich dieser Tümpel in einer Vertiefung gebildet, und mittendrin la g die bizarre Bauwurzel. Ich versuchte sie zu fotografieren, aber das Licht stimmte nicht, Ich lieb mich nicht abschrecken, sonder gin in den folgenden Wochen noch mehrmals hin, aber jedes Mal war irgendwas nicht so, wie es sein sollte. Entweder passte mir das Licht nicht, oder der Wind zerstörte das Spiegelbild. Eines Abends hatte ich gegen fünf Uhr nachmittags gegessen und beschloss spontan, noch einen Versuch zu wagen. Ich fuhr wieder hinauf, kam gegen Mitternacht an und kampierte, bis um vier die Sonne aufging. Diesmal war alles perfekt, und das ist das Bild, das an jenem Morgen enstand.“

Fazit

Wie schreibt man ein gutes Fazit ? Ich weiss es nicht. Ich weiss nur eines. Und zwar, dass ich Matthias das Buch zurückgeben und es bei meiner nächsten Bestellung dabei sein wird ;)

Ähnliche Artikel


19 Kommentare

Schreib’ einen Kommentar

Netiquette: Bleib freundlich, konstruktiv und beim Thema des Artikels. Mehr dazu.

  1. @ manne, genau mein Reden. Hab auch noch nicht das nötige Kleingeld übrig gehabt, um mir denn „Moment“ zu kaufen.

    Aber ein gutes „Bilderbuch“ fehlt grad in meiner Sammlung und für den Preis ist es ja unschlagbar. Ich werd einfach mal in eine große Buchhandlung gehen und es durchblettern; wenn sie es haben.

  2. Das klingt auf jedenfall Spannend. Vielleicht bringt mir das ja dann der Weihnachtsmann.

    Ich lese gerade ein anderes Buch von einem Fotografen und plane darübe auch was zu schreiben. Bei meinem Lese- und Schreibtempo kann das aber noch dauern ;-)

  3. Da kann ich dir nur beipflichten Martin. Hab das Buch im Sommer in der Bibliothek entdeckt und wollte es gar nicht mehr hergeben. Habe es glaube ich mindestens 3mal komplett durchgearbeitet. Ist einfach ein Genuss diese genialen Fotos zu betrachten.

  4. „…sondern ging in den folgenden Wochen noch mehrmals hin, aber jedes Mal war irgendwas nicht so, wie es sein sollte.“

    Das kommt mir doch irgendwie bekannt vor. Ich suche manche Locations mehrmals auf und habe dennoch jedesmal andere Bedingungen.
    Ich habe mir bisher nicht so viele Bildbände gekauft, aber hier werde ich wohl doch eine Ausnahme machen! Danke für den Tipp!

  5. Ich habe nicht lange gefackelt und mir das Buch sofort bestellt. Der Grund: George Barr fragt den Leser in seinem Buch ‚Besser fotografieren:
    ‚Ist es wahrscheinlicher, dass Sie die Zahl Ihrer guten Fotos mit einem neuen Zoom erhöhen oder mit ein paar richtig guten Fotobüchern…?‘ Ich denke, da hilft ein Buch doch für viel weniger Geld eher weiter.
    Also, danke für den tollen Buchtipp!
    Viele Grüße
    Beke

  6. Oh wow danke für den Tipp.
    Das klingt echt super.

    gut in dem zusammenhang fand ich damals auch „Die Erde von oben“ von Yann Arthus-Bertrand… ist schon älter… aber ich hab die bilder vor Jahren in Hamburg am Hafen bei einer Freiluft-ausstellung gesehen… wahnsinn

    solche Aufnahmen sind goldwert – nur leider hat halt nicht jeder nen Piloten nebst passendem Maschinchen…

  7. Tolle Buchvorstellung! Wenn ich es nicht schon besitze würde, wäre es jetzt schon bei Amazon im Warenkorb.

    Ich kann dem Martin nur beipflichten: das Buch ist für den Freund der Landschaftsfotografie (Fotograf und Betrachter) mehr als empfehlenswert. Und ich stimme auch zu, dass dieser Bildband sicher mehr wert ist als ein Fotografie-Lehrbuch im herkömmlichen Sinne.

  8. Klasse Buchvorstellung.
    Ich hab das Buch auch und bin NUR begeistert davon. Nicht nur, dass die Bilder einzigartig sind. Eben auch die Storys darüber sind beeindruckend. Am meisten hat mich auch die Tatsache beeindruckt, dass es sich hierbei um analoge Fotografie dreht und daher keine digitale Bildmanipulation im Spiel war. Ich kann dem ganzen nur zustimmen: SEHR kaufenswert.

  9. Es scheint das recht viele Leser Deiner Leser das Buch bestellt haben. Hab‘ gerade ’ne Mail von Amazon bekommen, das sich der Versand und eine Woche verschiebt, sollte eigentlich innerhalb von 24 std gewesen sein ;-)

  10. Blogartikel dazu: Fotobücher 2009: Die grosse Vorschau | Digitale Fotografie Lernen - KWERFELDEIN - Martin Gommel