kwerfeldein
24. November 2008 Lesezeit: ~3 Minuten

Kontrastumfang ohne Belichtungsreihe erhöhen

Dies ist ein Gastartikel von Steffen Göthling. Er ist Webentwickler, Hobbyfotograf und bloggt auf lens-flare.de.

Jeder ambitionierte Fotograf kennt die Probleme, die sich beim Erfassen kontrastreicher Szenen ergeben. Eine Kamera kann leider den Augenblick nicht so abbilden, wie man ihn mit den eigenen Augen wahrnimmt. Eine Möglichkeit für das Beherrschen solcher schwierigen Aufnahmebedingungen, ist das Erstellen eines HDR Bildes. Doch auch diese Technik hat nicht nur Vorteile.

Man kann aber mit einfachen Handgriffen in der elektronischen Bildverarbeitung mehr Kontrast aus einer Aufnahme heraus kitzeln. Manche Fotografen scheuen den Einsatz von Photoshop & Co., dabei ist der Umgang meist nicht sonderlich kompliziert. Man muss halt nur wissen wie es geht. Dies möchte ich euch an einem einfachen Beispiel zeigen. Grundkenntnisse in Photoshop werden dabei vorausgesetzt.

Ausgangsbasis ist das RAW-Foto eines alten Hauses. Der Vordergrund könnte hier noch etwas mehr belichtet werden, der Himmel ist dagegen viel zu hell und enthält nur wenige Details.

Für die weitere Verarbeitung in Photoshop benötigen wir zwei Versionen des Bildes. Zum einen ein gut strukturierter Himmel, zum anderen ein perfekt belichteter Vordergrund. Diese beiden sollen dann zu einem Bild verschmelzen.

Die Ausgangsfotos können entweder mit dem RAW-Entwickler erstellt werden, in dem man die Belichtung wie gewünscht ändert, oder mit Camera Raw. Einfach die Datei mit Photoshop öffnen und dann in dem erscheinenden Dialogfenster am Belichtungsregler ziehen. Klickt man auf die Pfeile links und rechts über dem Histogramm, werden die weißen und schwarzen Bereiche mit rot und lila besonders hervorgehoben. So kann man diese „Problemzonen“ beim Anpassen der Belichtung besser im Blick behalten.

Wenn die Belichtung stimmt öffnet man das jeweilige Bild in dem man die „Alt“-Taste drückt und auf „Kopie öffnen“ klickt. Danach kopiert man z.B. das etwas dunklere Bild mit richtig belichtetem Himmel in das andere Bild, so dass dann beide Aufnahmen auf je einer Ebene zur Verfügung stehen. Das Himmelbild muss in die oberste Ebene.

Nun geht es an das Zusammenführen. Mit Rechtsklick auf die obere Ebene und Klick auf „Fülloptionen“ öffnet sich der Dialog, der das ineinander Kopieren ermöglicht. Ganz unten bei Farbbereich befinden sich zwei Schieberegler. Wenn man beim Oberen den linken, schwarzen Regler nach rechts bewegt, verschmelzen beide Aufnahmen miteinander. Man kann aufhören, wenn der komplette, richtig belichtete Himmel ohne helle Ränder zu sehen ist. Hierbei verändert sich aber auch ein wenig der Vordergrund. Das ist nicht weiter schlimm und wird als Nächstes korrigiert.

Hierfür wählt man die obere Ebene aus. Mit dem Radiergummi-Werkzeug mit weicher Kante werden die durchscheinenden dunklen Bereiche, welche im Vordergrund (Haus, Bäume) stören, vorsichtig wegradiert. Um vergessene Stellen besser zu erkennen, kann man die untere Ebene ausblenden.

Wenn keine Artefakte im Vordergrund mehr übrig sind, blendet man die andere Ebene wieder ein. Mit der Lupe kontrolliert man die problematischen Kanten und bessert eventuell nach.

Abschließend kann man noch mittels Tonwertkorrektur die Vordergrundebene etwas aufhellen, sowie mit Hilfe der selektiven Farbkorrektur das Grün des Rasens etwas mehr betonen.

Das Ergebnis sieht dann so aus:

Hier findest du die Aufnahme in hoher Auflösung.

Diese Vorgehensweise eignet sich nicht für jedes Motiv. Wenn aber wie hier, der Himmel und der Vordergrund deutlich voneinander abgegrenzt sind, erzielt man gute Ergebnisse.

Ähnliche Artikel