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10. November 2008 Lesezeit: ~3 Minuten

Der Schnappschuss : Locker aus der Hüfte

DerDies ist ein Gastartikel von Christian Schulze. Er ist seit 2004 als selbständiger Webdesigner tätig und privat leidenschaftlicher Hobbyfotograf. Um mehr über’s Fotografieren zu lernen schreibt er Fotoartikel auf www.digitalkamera-guide.de. Daneben bloggt er über Gutscheine und Spartipps.

Erst schießen, dann fragen!

Nach allgemeiner Auffassung ist der Schnappschuss ein spontanes und unperfektes Foto. Aus dem Handgelenk heraus aufgenommen, ungeplant und einfach aufs Motiv gehalten. Er widerspricht allen Regeln der Fotokunst und ist doch selber zu einer Art Kunst geworden. Was ist so faszinierend an den Spontanfotos und wofür können Sie gut sein?

Das Besondere an Schnappschüssen

Gerade weil ein spontanes Foto keinen Regeln entsprechen muss, entzieht es sich auch den hohen ästhetischen Ansprüchen der Betrachter. Dabei kann es sogar mehr Emotionen und Gefühl vermitteln als eine perfekt komponierte Aufnahme. Ein verwackeltes Familienfoto erinnert an eine unvergessliche Feier, ein spontan geknipstes Bild der ersten Liebe weckt längst vergessene Gefühle, auch wenn nur der halbe Kopf abgelichtet wurde. Oder ein glücklicher Schnappschuss eines Naturschauspiels begeistert Freunde und Bekannte. Diese Beispiele lassen sich unendlich weiterführen, selbst wenn man professionelle Schnappschussfotografen wie die Paparazzi außen vor lässt.

3 Tipps zum Schnappschuss

Das tolle an Schnappschüssen ist der geringe technische Aufwand. Du brauchst nur deine Kamera und das Gespür für interessante Motive und Winkel. Dabei ist alles erlaubt: Verwackeln, schiefe Bildausschnitte, extreme Perspektiven.

  • Am schnappschusstauglichsten sind sich bewegenden Objekte wie Menschen und Tiere
  • Fotografiere doch einfach mal von dir geliebte Objekte aus total verrückten Perspektiven
  • Auch auf Porträts oder Familienfotos machen sich spontane Situationen besser als das eingeübte Fotogrinsen


Es gibt also Situationen die du als Fotograf unbedingt nutzen solltest. Und zwar genau dann, wenn Sie passieren. Es bleibt also keine Zeit zum überlegen, halt einfach drauf und knips! Nachdenken kannst du hinterher.

Lomographie

Der Schnappschuss als Kunstrichtung gipfelt in der Lomographie, einer fotografischen Stilrichtung die es seit Anfang der 1990er Jahre gibt. Mit speziellen Lomo-Kameras gibt diese Kunstform dem Schnappschuss eine tiefere Daseinsberechtigung. Dabei kommt eine Kamera mit mehreren Objektive, meist 4 bis 8, die mit kurzer Verzögerung das gleiche Motiv ablichten, zum Einsatz. Daraus entstehen dann Mini-Fotoserien die bewegte Abläufe dokumentieren.

Wenn du ein wenig nach dem Begriff „Lomographie“ googelst, wirst du eine Menge spannender Fotos, Menschen und Communitys finden.

Fazit

Nicht immer muss man Regeln und technische Details beachten um faszinierende Fotos zu schießen. Probier es einfach mal aus! Der geübte Umgang mit der Kamera kann natürlich trotzdem nicht schaden. Ansonsten gibt es keine Beschränkungen, du hast es in der Hand.

Der Begriff „Schnappschuss“ stammt übrigens aus der Jägersprache und meinte das Schießen aus der Hüfte ohne sorgfältiges Zielen. Ein gutes Motto zum Anfangen.


Ein paar Gedanken von Martin
Schnappschüsse sind für mich persönlich deshalb so reinzvoll, weil eben alles erlaubt und der Fokus auf den Moment und die Stimmung liegt. Ich selbst ziehe hier und da gerne mal durch Städte und fotografiere Situationen, welche keineswegs technisch sauber eingefangen, für mich aber viel Tiefe vermitteln. Solche Fotos haben einfach einen ganz eigenen Reiz und auch hier gilt : Kein Hokus Pokus. Dasein ist alles.

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