kwerfeldein
30. Oktober 2008 Lesezeit: ~6 Minuten

EBV unter Linux

EBV unter Linux Dies ist ein Gastartikel von Mirco Iseli.

Er ist Technischer Kaufmann und fotografiert in seiner Freizeit, wenn er mit seinen Hunden unterwegs ist, wobei der Schwerpunkt seiner Arbeit bei der Landschaft und Street Fotografie liegt.

Seine fotografischen Arbeiten können auf shutter-speed.ch besichtigt werden.

Die Meisten werden nun wohl laut aufschreien und sagen: „Nein nie und nimmer, kein Photoshop, keine vernünftige Bildverwaltung und mit GIMP komme ich nun gar nicht klar und sowieso ist in Linux nichts mit Farbverwaltung!“

Ja Ihr habt recht.Oder doch nicht ganz, denn immerhin gibt es ein paar verrückte die das machen Bildbearbeitung unter Linux. Ich selber gehöre ja auch zu denen.

Ok gehen wir mal der Reihe nach durch.

Bildbearbeitung

  1. Kein Photoshop. Ja dass stimmt, es gibt wohl eine Windows und OSX (das im Kern ein Bruder von Linuxist) Version, aber keine für Linux. Man kann aber ein Windows Photoshop mit Hilfe von WINE, ein Programm das ein Teil von Windows nachbildet, Photoshop auf Linux laufen lassen. Die Versionen 7. CS, und CS2 laufen fast ohne Probleme. CS3 und CS4 aber „noch“ nicht. Aber mal im ernst reicht CS2 für die meisten nicht bei weitem aus. ;)
  2. GIMP ist unübersichtlich kann kein 16bit, CMYK etc. Klar das Stimmt auch 16bit, CMYK, LAB ist alles noch nicht drin, aber HEY die Jungs arbeiten daran und das erst noch kostenlos und in Ihrer Freizeit daran und, Hand aufs Herz, wer braucht das alles von uns wirklich. Wohl die wenigsten, die meisten glauben es nur zu gebrauchen, oder etwa nicht. Zur Unübersichtlichkeit. Die meisten haben GIMP wohl schon mal ausprobiert. Dazu haben sie die Version für Windows gebraucht. Ja ich gebe zu da ist es mühsam damit zu Arbeiten damit, die Fenster verschwinden untereinander man muss sie immer wieder mit  einem Klick oder per TAB hervorholen, UFFFFF mühsam, ich konnte mich damit unter Windows auch nie richtig anfreunden. Etwas aufgefallen, ich habe nur von der Windowsversion gesprochen. Unter Linux kann man GIMP aber sagen es soll mir den Werkzeugkasten, Ebenen immer im Vordergrund halten. Schon ist es sehr ähnlich zu bedienen wie PS7 – CS2 unter Windows. Das man dass nicht auch unter Windows geht hängt nicht an GIMP sonder am Betriebssystem selber, dass ist aber anderes Thema. Windows Nutzer könne sich ja mal das Programm PowerMenu anschauen – damit erreicht man das gleiche. Der Rest sind die Menüs und Dialoge, aber daran kann man sich gewöhnen, haben wir ja auch mit PS gemacht.

Bildverwaltung

Unter Linux gibt es kein LR oder Aperture, wie soll ich da meine Fotos Verwalten? Aua! Nun habt Ihr auch einen meinen Minuspunkte erwischt. Die momentanen Möglichkeiten, muss ich sagen, sind zur Zeit noch nicht wirklich brauchbar vor allem wenn Ihr in RAW Arbeitet, mit Jpg ist es allerdings kein Problem. Zuerst hat man mal den Primus unter Linux DigiKam. Ein mächtiges Programm, das allerdings in Kleinigkeiten, aber leider wichtigen stellen für mich, Schwachstellen hat. Man kann damit alles machen über ITPC Daten editieren, Stichwörter zuweisen und suchen Geodaten RAW Konvertierung etc. Es würde zulange dauern es hier alles aufzuzählen. Nun kommt aber das grosse Minus die ITPC Daten, Stichwörter werden nur in jpg Datengeschrieben. Bei Tiff Daten dagegen nur in die Datenbank von Digikam. Also wenn Ihr mit TIFF arbeitet wird es etwas Problematisch. Der zweite Vertreter unter den Bildverwaltern in Linux ist FSpot. Um es kurz zu machen, für Jpg ganz nett. Der Dritteund letzte ist PICASA, ja genau das Picasa von Google, ich glaube dazu muss ich auch nichts mehr schreiben.

Es gibt allerdings ein Hoffnungsschimmer, Bibble. Bibble ist ja eigentlich nur als RAW Konverter bekannt der eine etwas eigenartige Bedienoberfläche hat. Schon in der Aktuellen Version ist es möglich, eine Rudimentäre Bildverwaltung zu machen. In der nächsten Version soll die Bildverwaltung aber stark ausgebaut worden sein. Wenn Ihr euch Bibble4 jetzt kauft könnt Ihr auf die nächste Version Upgraden ohne weiter kosten. Nun sind wir schön bei den RAW Konvertern gelandet.
RAW Konverter

Zuerst mal mein Favorit unter Linux: Bibble in der Pro Version vom Funktionsumfang sehr mächtig auch Tethered Shooting ist möglich, Die Pro Version dürft Ihr unter Linux, Apple und auch Windows einsetzen. Ok weiter. Da gibt es noch RAWTherpee, UFRaw, DigiKam, LightZone und Sicher noch ein paar mehr. ;)

Ok das war nun mal die EBV-Seite.

Nun wollen wir unsere Photos auch mal ausdrucken und anschauen.

Ok mein Drucker wurde vom meinem Linux sofort erkannt und auch eingerichtet. Ich rate aber jedem zu TurboPrint. Ja genau TurboPrint, ein paar werden sich bestimmt noch daran und an ihre Amiga erinnern. TuboPrint ist das beste für Foto verrückte, weil man kann seinen Drucker gleich beim Hersteller der Software kalibrieren lassen. Aber was nützt einem ein Kalibrierter Drucker, wenn der Monitor mit den Farben daneben ist. Auch da ist Abhilfe geschaffen worden und zwar mit Argyll CMS. Die Software kann zum Beispiel mit dem Spyder2 ein Monitorprofil erstellen. Das muss man dann nur noch mit Hilfe von xcalib einbinden.

Wie Ihr seht es geht also doch, ich sage mal für den Hobby Bereich, ist das mehr als ausreichend. Für Profis, also Leute die damit Ihr Lebensunterhalt verdienen, eher weniger.

Aber Achtung: Linux ist nicht Windows (OSX) und wird auch nie wie Windows sein. Wenn Ihr wechseln wollt, müsst Ihr eine Umgewöhnungszeit in kauf nehmen. Das Meiste kann man Heute schon mit  einfachen Klicks erledigen, aber man kommt um die Konsole nicht ganz herum. Aber Probiert es doch einfach mal aus. Am besten mit einer Live-CD, so könnt Ihr mal reinschnuppern und seht auch ob eure Hardware unterstützt wird.

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