kwerfeldein
16. Oktober 2008 Lesezeit: ~4 Minuten

Möglichkeiten mit JPEG

RAW und JPEG sind zwei Dateiformate, welche beide ihre Vorteile haben. Mit dieser Reihe möchte ich Dir neue Möglichkeiten offenlegen und Dir helfen, in beiden Formaten eine Chance zu sehen. Obwohl ich selbst lieber in RAW fotografiere, weiss ich, dass meine Sicht nur eine von vielen ist. Und auch, wenn ich selbst warscheinlich nicht mehr so schnell JPEGs nutzen werde, sehe ich, das JPEGs auch viele Vorteile haben. Und die möchte ich heute mal beleuchten.

Beginnen möchte ich mit ein paar Punkten, welche Moritz in seinem heutigen Kommentar aufgeführt hat. Danke Moritz.

„Serienbilder: mit JPG lassen sich mehr Bilder in den Buffer schreiben und die Frequenz ist höher.“
Wer schnell fotografieren muss (z.B. bei einer Trauung), der kennt das schreckliche Gefühl, wenn die Kamera fast stehenbleibt um die Fotos abzuspeichern. In diesem Fall hast Du mit JPEGs die Nase vorn, da sie kleiner sind und die Kamera  mehr Fotos zwischenspeichern kann.

„Kompatibilität: Man braucht keinen speziellen RAW Konverter“
Ein durchaus wichtes Argument, welches Moritz hier nennt. Denn JPEGs lassen sich immer auf jedem Rechner anschauen und editieren, da die Fotos nicht erst konvertiert werden müssen. Und schliesslich lassen sie sich mit 100% Sicherheit in jedem Bildbearbeitungsprogramm editieren. Das kann für den ein oder anderen ein wichtiger Grund sein.

Zu Moritz‘ Argumenten möchte ich noch ein paar eigene hinzufügen.

Schnellere Ladezeit am Rechner
Hast Du schoneinmal mit einem mittelschnellen Rechner versucht, einem Freund oder Kunden die gerade geschossenen Fotos zu zeigen ?  Bei RAWs kann das manchmal nervig sein, wenn man die meiste Zeit auf das Fertigladen der Bilder warten muss. Da JPEGs kleiner sind, sind auch die Ladezeiten kürzer und es ist wesentlich komfortabler, mit anderen JPEGs anzuschauen, da sie einfach schneller präsent sind.  Deshalb fotografieren manche Fotografen auch in RAW und JPEG (diese Funktion gibt es nicht bei jeder Kamera).

Leichte Korrekturen
JPEGs sind auch editierbar. Das heisst, dass ich sehr wohl auch bei einem JPEG Kontraste und Helligkeit und vieles mehr nachträglich verändern kann. Zwar nicht in dem Maß und der Feinheit wie bei einem RAW, aber trotzdem. Wer nicht viel an seinen Bildern herumdreht, sondern sie aus beruflichen oder geschmacklichen Gründen nur minimal bearbeitet, der kann mit JPEGs auf der richtigen Spur sein.

Speicherplatz : Karte & Computer
Ein weiterer Vorteil von JPEGs ist, dass sie RAW Files gegenüber kleiner sind. Somit passen mehr Fotos auf sowohl die Speicherkarte als auch auf den Rechner. Das dürfte für den ein oder anderen ein triftiger Grund sein, erst einmal für den kleinen Geldbeutel zu fotografieren. Ich hatte zu Beginn meiner Fotozeit auch nur eine 1GB CF Karte und war froh um jedes weiter Foto, welches ich machen konnte. In RAW ist 1GB sehr schnell voll.

Fotografieren Lernen
Für die absoluten Cracks da draussen nun ein Argument, welches nicht für jeden gilt. Wer in JPEG fotografiert, der kann es sich zur Aufgabe machen, schon vor Ort so zu fotografieren, dass im Nachhinein alles passt. Das ist eine der schwierigsten Aufgaben, die es wohl gibt und fordert ungemein heraus. Manche würden behaupten, dass dies nicht möglich sei, doch ich habe schon sehr feine undn qualitativ hochwertige Fotos gesehen, welche vor Ort in JPEG fotografiert wurden.

Zum Schluss möchte ich nochmals betonen, dass es mir bei dieser Reihe nicht darum geht, das eine oder andere Format als das „Bessere“ hinzustellen. Denn jeder muss für sich selbst herausfinden, welches Format am besten zu ihm passt.

Deine Erfahrung mit JPEG
Fotografierst Du mit JPEG ? Welche Vorteile sind Dir dabei besonders aufgefallen ? Ich freue mich über Deinen Kommentar !

 

Ähnliche Artikel


10 Kommentare

Schreib’ einen Kommentar

Netiquette: Bleib freundlich, konstruktiv und beim Thema des Artikels. Mehr dazu.

  1. Ich habe jetzt seit knapp 2 Monaten meine Cam und habe mich noch nicht „getraut“ in RAW zu fotografieren, weil ich nicht genau weiß, mit welchem Programm ich genau diese Feintunings machen soll. Desweitern graut es mir davor, dass ich dann nachher vor einem Berg RAW-Files sitze wie vor einem Berg Kartoffeln, die ich alle schälen muss, ich dazu aber keine Zeit habe.

    Ich habe im Moment nur Photoshop CS 3. Lightroom habe ich getestet, aber hab da noch nicht so ganz durchgeblickt. Ich bin im Moment auch am überlegen, mir ein Macbook Pro aus der alten Serie zu kaufen (die neuen mag ich wegen dem Glossy Display nicht) und mir Aperture zu holen.

    Ich weiß einfach nicht…

  2. Ich fotografiere bei guten Lichtverhältnissen in JPEG und wenn ich weiß, dass ich die Fotos nicht mehr sehr viel bearbeiten muss oder will. Insgesamt kommt bei mir dabei ein Mischmasch von den beiden Formaten raus. An RAW nervt mich am meisten die lange Verarbeitungszeit. Ich finde nicht immer die Zeit dazu.

  3. Den Vergleich ‚RAW ~ Filmnegativ; JPG ~ Dia‘ mag ich zwar nicht wirklich, nach 25 Jahren Diafotografie passt mir JPG besser zur ‚quality in camera‘-Philosophie als RAW.
    Martin hat völlig recht: das ist eine große Herausforderung, aber eben auch Potential um bei der Nachbearbeitung Zeit zu sparen. Kurz: mein Ziel.

    Trotzdem praktiziere ich (nach Möglichkeit) RAW + JPG. Also den Hosenträger zum Gürtel :-) Just in case …

  4. Als ich meine Digitale Spiegelreflex neu hatte, habe ich zuerst nur in jpg fotografiert, weil ich das von vorher ja nicht anders kannte. Dann hatte ich aber die Editiermöglichkeiten von RAW kennengelernt und ab dann fast nur noch in RAW geschossen.
    Zur Zeit speichere ich zwar beides (RAW und jpg) ab, benutze aber wieder vermehrt jpg, weil ich nicht mehr so krass an den Reglern zum Nachbearbeiten drehen will.
    Da das jpg das von meiner Sony Alpha 350 produziert wird sowieso schon durch diverse kamerainternen Programme gelaufen ist (z.B. Farbanpassung oder die Erweiterung des Dynamikumfangs) ist das Ergebnis oft schon sehr zufriedenstellend, wenn man nicht vor hat ein Kunstwerk daraus zu basteln. Beim RAW müsste ich all diese Anpassungen erst selbst machen.

  5. Ich habe aus Platzgründen sehr viel mit JPEG fotografiert (Nikon D80). Mittlerweile wechsle ich oft nach RAW, wenn ich sehe, dass die Lichtverhältnisse schwierig sind. Ich kann nur jedem empfehlen mal, z.B. bei Sonnenschein in einem Wald ein Foto in JPEG und eins in RAW zu machen, und dann mal zu vergleichen, wie man bei den Bildern über- und unterbelichtete Bereiche retten kann. Das ist wirklich ein riesen Unterschied.

    Viele Kameras bieten ja übrigens die Möglichkeit, wie Simon schon erwähnte, beide Formate abzuspeichern. Aber dann hat man natürlich immer noch den Aufwand, bei allen Bildern, die unproblematisch sind die RAW Versionen zu löschen, sonst hat man ja keinen Platzvorteil. Zumindest hätte ich mir bei manchem JPEG schon gewünscht noch eine RAW-Version im Petto zu haben.

    Ich benutze übrigens Aperture und finde die Möglichkeit Bilder nur per „Anweisung“ zu bearbeiten sehr gut, d.h. man hat ein Originalbild (JPEG oder RAW), und alle Manipulationen, die man mit dem Bild macht wird nur als Werte gespeichert (z.B. „Helligkeit -0.3, Rotiert um 2,3 Grad“). Das spart Platz und funkioniert zumindest auf einem schnellen Rechner hervorragend.

    Man kann dann auch bequem Bilder exportieren, als Mai verschicken oder in einer Webgalerie veröffentlichen. Dann braucht einen das ursprüngliche Format gar nicht mehr zu interessieren, es wird immer JPEG aus den sog. Arbeitskopien. Ich nehme an, Lightroom macht das ähnlich.

  6. Martin, es freut mich, dass mein Kommentar dich zu einem weiteren Posting angeregt hat. Man hilft wo man kann ;-)

    Darf ich hinzufügen, dass ich, seit ich eine Nikon DSLR habe, ausschließlich in RAW fotografiere. Warum habe ich es vorher nicht getan? Ich hatte eine Olympus C-8080, und bei der war die RAW Verarbeitung in der Kamera schlicht zu langsam (was die Kamera die ganze Zeit getan hat: keine Ahnung). Mit der Nikon ist das aber ein großer Genuß (wie bei – meines Wissens – allen DSLRs).

    Simon, ich habe mich seit der Einführung von Lightroom mit dem Programm beschäftigt, und kann es für bedenkenlos empfehlen, auch wenn es am Anfang noch recht kompliziert erscheint.

  7. Der Punkt drei „Schnellere Ladezeit am Rechner“ widerspricht sich jetzt doch mit dem Punkt eins „Tempo“ aus dem vorherigen Artikel. Wobei ich diesmal beim JPG-Format natürlich vollends zustimme.

    @Martin
    Würde mich freuen, wenn Du noch auf meine Frage bezüglich Punkt eins von vorgestern eingehen könntest. Vielleicht unterliege ich ja einfach nur einem Denkfehler…

  8. Mit RAW fotographieren ist alles schön und gut aber wenn man nicht genau weiß an welchen Einstellungen man regeln soll um einen gewünschten Effekt zu erhalten, dann ist es auch ziemlich schwierig sich an das Thema RAW zu wagen! Also das ist meine Auffassung.
    Auf der anderen Seite bin ich erst vor ein paar Wochen auf Lightroom umgestiegen und was die RAW-Entwiklung und den Workflow in diesem genialen Produkt angeht habe ich noch nicht viel Erfahrung.

    Ich habe schon das ein oder andere Mal in RAW fotografiert aber nachher nie den gewünschten Effekt erhalten!
    Wäre vielleicht mal interessant ein Tutorial hier rein zu stellen wo man einfach mal zeigt wie man ein von den Lichtverhältnissen schwieriges Bild bearbeiten kann! Vorher/Nachher und einige Erklärungen??
    ich weiß nicht wie die anderen Leser darüber denken aber mich würde es auf jeden Fall interessieren!!

  9. Blogartikel dazu: JPEG, PNG, GIF & Co - digitale Bildformate im Überblick | Gertis PC Tipps