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09. Oktober 2008 Lesezeit: ~4 Minuten

Warum es sich lohnt, auf ein gutes Stativ zu sparen

Warum es sich lohnt, auf ein gutes Stativ zu sparen

… billige Stative machen einfach keinen guten Job. Deshalb sind sie ja auch billig.“ – Scott Kelby, Digitale Fotografie, S. 8

Dieser Satz bleibt sofort hängen, nicht war ? Zugegeben, auf den ein oder anderen kann das erst einmal harter Tobak sein. Denn nicht jeder hat sofort das Geld, 200 Euro oder mehr für ein anständiges Stativ auszugeben. Vor allem dann nicht, wenn man gerade begonnen hat, sich mit der Fotografie zu beschäftigen und einem gar nicht klar, ist, für was ein teures Stativ gut sein soll.

Doch genau deshalb möchte ich heute darüber sprechen und Dir ein paar Gründe für ein solides Stativ geben.

Sicherheit

Das Stativ ist wie Dein dritter Arm, nur das der nicht aus Fleisch und Blut ist. Und da kommt Dein liebstes Teil drauf, Deine Kamera. Ich selbst gebe nicht jedem Menschen meine Kamera in die Hand, z.B. Kleinkindern. Ich mag Kinder wirklich sehr, doch bei denen weiss ich, dass die Kamera ziemlich sicher bald auf dem Boden landet. Bei einem Stativ ist es genau das Gleiche. Du solltest Dich sicher dabei fühlen, es darauf zu platzieren.

Mir selbst ist vor einiger Zeit an einem Wasserfall das Stativ mitsamt Kamera abgerutscht und fast ins Wasser gefallen. Nun, ich weiss, dass mir das mit meinem Manfrotto Stativ nicht so leicht passiert wäre – einfach deshalb, weil es wesentlich schwerer ist. Ich gebe zu, dass so etwas mit jedem Stativ passieren kann, doch mit einem schwereren ist die Unfallquote wesentlich niedriger.

Gerade wer viel in Landschaften unterwegs ist, muss sein Stativ meistens in der Hand tragen und freut sich über wenig Gewicht. Doch in diesem Bereich ist Stabilität und Sicherheit das A und O. Ein stärkerer Windstoss kann Dir unter Umständen Dein Stativ umreissen (z.B. am Meer). Auch dann, wenn Du ein paar Schritte ins Wasser wagst, sollte Dein Stativ kein Fliegengewicht sein. Macht Sinn, oder ?

„Ich fotografiere aber keine Landschaften“ mag nun ein Argument sein. Doch auch dann, wenn Du Portraits mit einem Stativ machst kann es vorkommen, dass Du oder Dein Modell aus Versehen dagegenläuft. Hast Du dann ein schwereres, fällt es nicht so leicht um und bietet Deiner Kamera mehr Sicherheit als ein leichtes.

Beschaffenheit

Während eines Shootings ist mir vor Jahren mein Kunststoffstativ kaputt gegangen, weil sich ein Stativfuss nicht mehr fixieren lies. Die Klemme war abgebrochen und somit war damit Schluss. Plastikstative sind alleine wegen der Beschaffenheit viel mehr ein Risiko für Schäden, die Dich dann wiederum zwingen ein neues Stativ zu kaufen. Somit kommt unter Umständen auch der Kostenfaktor dazu.


Kugelkopf : Drehbar in alle Richtungen

Für teure Stative gibt es unterschiedliche Kugelköpfe, welches sich spielend leicht aufschrauben lassen. Ein Kugelkopf hat den grossen Vorteil, dass er sich in alle erdenklichen Richtungen drehen lässt. Bei einem etwas günstigeren Stativ ist das nicht immer der Fall und das schränkt Dich im Bereich der Bildkomposition massiv ein. Dazu kommt, dass ein guter Kugelkopf bombenfest ist. Das heisst : Die Kamera rutscht bei Langzeitbelichtungen nicht langsam nach unten.


Bonus

Eine Funktion, welche ich an meinem Stativ wirklich liebe ist, dass ich die Hauptstange herausnehmen und quer einlegen kann. Somit kann aus sehr untypischen Postionen fotografieren. Diesen Bonus nutze ich zwar selten, doch wenn ich ihn brauche, bin ich umso dankbarer.

Zum Schluss möchte ich betonen, dass ich hier keinem Besitzer eines günstigen Statives ein schlechtes Gefühl geben möchte. Hier geht es nicht um Etikette und keiner, der ein günstiges Stativ hat, ist deshalb ein schlechterer Fotograf. Ausserdem gibt es ausser Manfrotto auch noch viele andere Marken, welche gute Stative herstellen…

Frage : Mit welchem Stativ fotografierst Du ? Bist Du zufrieden ? Wenn ja, warum ? Wenn nein, warum ?

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