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07. Oktober 2008 Lesezeit: ~5 Minuten

Der entscheidende Moment

Der entscheidende MomentDie Aktion zum entscheidenden Moment wird vielen Lesern noch in Erinnerung sein. Dabei verloste ich 5 Bücher, die zu gewinnen waren. Da ich selbst von diesem Buch äusserst überzeugt bin schreibe ich heute eine zusätzliche Rezension darüber.

„Der entscheidende Moment“ von Joe McNally ist ein Buch, dass Deine Art zu fotografieren mit hoher Warscheinlichkeit verändern wird. Es ist das erste Buch, bei welchem ich diese Behauptung aufstelle und ich halte eigentlich wenig von Verallgemeinerungen.

Doch in diesem Fall mache ich eine Ausnahme, warum erkläre ich Dir im Text weiter unten.

Wie immer zuerst einmal die groben Infos zum Buch

Titel : Der entscheidende Moment – Ein Weltklasse-Fotograf packt aus
Autor : Joe McNally
Broschiert: 244 Seiten
Verlag: Addison-Wesley, München; Auflage: 1 (August 2008)
Einband : Softcover
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3827326923
ISBN-13: 978-3827326928

Zum Autor

Um Joe McNally richtig zu beschreiben, müsste ich warscheinlich selbst ein Buch schreiben, weil international schon so viel auf die Beine gestellt hat, wie kein anderer. Bekannt wurde McNally dur seine Serie „Faces of Ground Zero„, welche 3 Wochen nach dem 11. September 2001 aufgenommen wurden. Die Bilder wurden in Lebensgrösse ausgestellt und international von rund 1 Million Menschen gesehen. Joe McNally leitet unzählige Workshops, erhielt viele Awards und ganz nebenher bloggt er auch. Wie Du siehst, ist McNally ein Mann der ersten Stunde und kein Newcomer.

Einblick ins Inhaltsverzeichnis
Kapitel 1 : (Mit) Leidenschaft fotografieren
Kapitel 2 : Immer in die Kamera schauen
Kapitel 3 : Die Logik des Lichts
Kapitel 4 : Irgendetwas reflektiert immer
Joes Licht-Tipps
Joes Kameratasche
Joes Blitzausrüstung
An der Bar
Index

Meine Eindrücke vom Buch

Als ich das erste Mal vom „entscheidenden Moment“ hörte, war es Kai Müller, welcher völlig enthusiastisch darüber berichtete. Auch viele andere Fotografen sprachen ausschliesslich positiv davon und als ich es dann selbst in der Hand hatte, konnte ich verstehen, warum ich bisher keine einzige Kritik über das Buch gehört hatte.

Es ist eine Sache, wirkungsvoll und effektiv über die Fotografie zu schreiben. So zu schreiben, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand nimmt. Doch es ist was anderes, auch so zu fotografieren – und da sind wir beim springendem Punkt. Joe McNally macht einfach beides und das Ergebnis kann nur hoch intelligentes und ansteckendes Material sein.

Dass McNally kein Anfänger ist, habe ich schon erwähnt. Doch er hat bisher nicht nur die Jahre gezählt, sondern hat in denen auch (sorry für den Ausdruck) saumässig viel fotografiert. Somit sind Tipps, wie z.B. dass mann „das Fotografieren nicht verschieben soll“ nicht nur hilfreich, sondern auch wirklich glaubwürdig. Denn da stehen nicht nur Worte, sondern da sind auch Bilder, die beweisen, dass er die Worte nicht gerade erfunden hat.

Fotos sind ja so ne Sache, ne ? Geschmacksache besser gesagt. Und ich möchte an diesem Punkt ehrlich sein : Ich mag den geleckten Ami-Style nicht, auf dem amerikanische Footballspieler im Studio abgelichtet werden. Doch solche Bilder sind nur ein Bruchteil von den vielen unterschiedlichen Situationen, in welche McNally sich wirft und können somit als „Auftragsarbeit“ mit einem zugedrückten Auge durchgewinkt werden.

Warum ? Weil der Rest (sorry nochmal) verdammt heisser Scheiss ist. „Bringen sie Ihre Kamera an ungewöhnliche Orte“ ist wie alles andere kein dummer Spruch, sondern Realität. Oder hast Du schon einmal vom höchsten Punkt des Empire State Buildings die letzte Glühbirne fotografiert ?

Ich habe noch kein Buch gesehen, dass so vielfältig und technisch sauber Menschen portraitiert – und dazu noch haufenweise Tipps und Erklärungen gibt. Eins möchte ich noch hinzufügen : Wer meint, mit Licht umgehen zu können, der sollte lieber noch einmal in das Buch spickeln ;)

Kommen wir zum Preis. Der fette Schinken kostet n paar Öcken mehr als herkömmliche Fotobücher, nämlich 39,95 €. Das ist viel Geld, ich weiss. Doch wenn ich noch etwas weiss, dass ist es dass diese 40 Euro wirklich gut investiertes Geld ist.

3 Zitate, welche sich mir eingeprägt haben

„Sie werden nicht dabei sein, wenn die Leute ihr Bild betrachten. Es muss also für sich selbst sprechen.“

„Das Schwerste am Beleuchten ist, etwas NICHT zu beleuchten.“

„Sie können vieles verpassen, wenn Sie auf Ihr LCD schauen. Während Sie anschauen, was eben passiert ist, versäumen Sie mit Sicherheit das, was gerade vor sich geht“.

Fazit

Der entscheidende Moment“ macht seinem Namen alle Ehre. Ich persönlich hatte in diesem Buch viele „entscheidende Momente“, in denen es tatsächlich Klick gemacht hat. Ich kann jede Anfänger und jedem Profi diesem Buch uneingeschränkt empfehlen. Und so etwas mache ich nicht jeden Tag.

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