kwerfeldein
30. September 2008 Lesezeit: ~4 Minuten

Fotografieren mit Kick : Die Froschperspektive

Fotografieren mit Kick : Die Froschperspektive

Du bist mit einer kleinen Truppe zum Fotografieren losgezogen und Ihr habt gerade Euren ersten Standort erreicht. Nachdem Du 5 Minuten drauflos fotografiert hast, fällt Dir etwas ungewöhnliches auf. Ein Fotobuddy legt sich immer wieder auf den Boden, mal mit Stativ, mal ohne. Dann geht er wieder in die Hocke, und versucht, die Kamera so weit wie möglich unten zu halten während er abdrückt. „Was macht er denn da ? Das sieht ja komisch aus“.. sind Gedanken, die Dir durch den Kopf schwirren.

Was Dein Kollege da macht, sieht aufs Erste wirklich etwas komisch aus. Doch ganz unnütz ist es nicht und in diesem Artikel möchte ich Dir erklären, warum. Das Ganze nennt sich „Fotografieren aus der Froschperspektive“. Wir bewegen die Kamera dabei an einen möglichst niedrigen Standpunkt. Eben den Standpunkt eines Frosches.

Etwas unbequem, aber es lohnt sich
Kamera raus, abdrücken – so wäre es am Einfachsten. Doch um aussergewöhnliche Perspektiven zu finden, muss man sich manchmal dazu überwinden, auch unbequeme Körperhaltungen einzunehmen. Gerade bei der Froschperspektive kann es sein, dass Du Dich dabei dreckig machen wirst. Doch eines kann ich Dir versprechen : Es lohnt sich. Die Froschperspektive ist einer der dramatischsten Blickwinkel, den Du wählen kannst.

Menschen wirken grösser und mächtiger
Wenn Du einen Menschen kräftiger, stärker oder einfach grösser darstellen möchtest, dann bietet es sich an, die Froschperspektive zu wählen. Fotografierst Du eine Frau von weiter oben wirkt sie kleiner und schwächer. Von unten eben grösser und stärker. Bei Portraits reicht es in vielen Fällen schon, in Knie oder Hocke zu gehen, um diesen Effekt zu erzielen. Bei diesen Fotos lag ich jedoch auch auf dem Boden.

Thoughts Of Joy by you.

Wolken wirken dramatischer
Für ein gutes Landschaftsbild gibt es manchmal nichts Besseres als aufbrausende, dunkle Wolken. Um die Dramatik der Wolken in ihrem vollen Umfang einzufangen, kann die Froschperspektive wirkungsvoller als so manch andere Methode sein. Scheue Dich nicht, Dich ein bisschen dreckig zu machen. Ziehe deshalb von vorne herein nicht die besten Kleider an, wenn es mal wieder nach draussen geht. Übrigens : Mit einem Weitwinkelobjektiv sehen Wolken aus der Froschperspektive noch gewaltiger aus.

In The Middle Of My Chest by you.

Bäume setzen sich vom Untergrund ab

Wenn wir schon in der Landschaft sind : Wenn Du wieder einzelne Bäume fotografierst (z.B. bei einem Sonnenaufgang), dann achte darauf wie sie aus der Froschperspektive wirken. Häufig liegt die Baumkrone unterhalb des Horizontes, wenn Du aus dem stehen fotografierst. Manchmal reicht es schon, einwenig in die Hocke zu gehen, um den Baum vom Hintergrund „freizustellen“ und somit mehr Bedeutung zuzuweisen.

The Only One by you.

Strukturen am Boden wirken dominanter
Strassen und Felder haben manchmal Macken, Muster oder Strukturen, welche wir gerne übersehen. Zudem wissen wir manchmal gar nicht, wie wir sie denn „einfangen“ können. Die Froschperspektive ist dann genau das, was Du brauchst. Hierbei möchte ich Dir empfehlen, auf die Blende zu achten. Denn je nachdem, welchen Bereich Du scharf haben willst, kann eine grosse Blendenöffnung von Vor- oder Nachteil sein. In diesem Foto habe ich aus der Froschperspektive mit f/9 fotografiert, um auch weiter hinten genügend Schärfe zu gewährleisten.

Cold Breath by you.

Autos wirken interessanter
Zwar kam ich selbst noch nie in den Genuss, aber gerade bei der Autofotografie ist die Froschperspektive äusserst beliebt. Achte einfach mal darauf, welche Position der Fotograf bei einem Werbefoto mit Auto eingenommen haben könnte. In den meisten Fällen (gerade bei sportlicheren Autos) wird hier eine niedrige Schussposition gewählt, um das Auto noch dominanter und sportlicher aussehen zu lassen.

Haben Dir diese Tipps geholfen ? Hast Du Fragen dazu ? Habe ich einen wichtigen Punkt vergessen ? Ich freue mich über Deinen Kommentar !

Ähnliche Artikel