kwerfeldein
25. September 2008 Lesezeit: ~3 Minuten

Aufgepasst : Gregory Crewdson, Meister der Fotografie

Der Fotokünstler Gregory Crewdson hat es definitiv drauf. Wenn es für mich eine Top 10 der weltweit besten lebenden Fotografen geben würde, Gregory Crewdson wäre mit grosser Warscheinlichkeit dabei. Surreale, abstrakte und doch gewöhnlich wirkende Bilder macht der amerikanischen Fotograf oder besser : lässt er machen, denn selten ist er wirklich selbst hinter der Kamera.


Foto Lizenz : Creative Commons

Gregory Crewdson’s Fotos werden mit einem ungeheuren Aufwand (klick auf „Additional Production Images) in langer Vorarbeit konzipiert und geplant. Beim eigentlichen Shooting hat ein Aussenstehender den Eindruck, hier werde ein Film gedreht – so aufwendig wirkt das Ganze.

Crewdson hat ein unwahrscheinlich grosses Talent, mit seinen Bildern Geschichten zu erzählen. Dazu wählt er besonders gerne kleine Dörfer und Städte heraus, welche die Kulisse für seine Bilder spielen. Im Mittelpunkt von Crewdsons Werken stehen immer Menschen, welche eine besondere Beziehung zueinander haben. Manchmal wirkt das komisch-verrückt, doch auf eine ganz eigene Art wohlbekannt.

Mir scheint, als ob das Thema der Einsamkeit eine dominante Rolle in seinen Bildern spielt. Apropos spielen : Crewdson war auch einmal kurz Rockstar, mit den Speedies und dem Song „Let Me Take Your Photo„. Der Song wure von Hewlett Packard’s Werbekampanie gefeatured.

Ich selbst wurde vor einem Jahr auf den Künstler aufmerksam und bin seither fasziniert von seinen Bildern (Crewdson wurde schon einmal in den Browserfruits erwähnt). Doch heute stolperte ich mal wieder über einen Artikel, in welchem ich mir dieses einmalige Video angeschaut habe. Bitte sehr.

Nichts für jedermann

Dass solche Bilder nicht jeder machen kann – und auch nicht muss – wird einem sehr schnell klar. Denn nur die Wenigsten unter uns haben a) die Zeit b) das Geld und c) die richtigen Leute um so etwas nur ansatzweise umzusetzen. Hätte man alle 3 Dinge, wäre es warscheinlich immer noch nicht möglich, denn auf solche Fotos muss man ja auch erst mal kommen. In Gregory Crewdson steckt also ein ungeheures Maß an Ideenreichtum und Kreativität.

Mich persönlich regen Crewdson’s Fotos immer wieder an, ausserhalb des Gewöhnlichen zu denken, wenn es um meine eigenen Fotos geht. Für mich gibt es Fotografen, die beneide ich einfach um ihrer Wahnsinnsfotos. Und dann gibt es Fotografen (wie Crewdson), die mich zum Nachdenken anregen, die mir meine eigenen Grenzen zeigen.

Wer nun scharf auf Gregory Crewdsons Fotos geworden ist, der kann sich hier Bücher von ihm bestellen :

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14 Kommentare

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  1. awesome! meine herrn, da steckt arbeit und planung hinter jedem detail – auf jeden fall einen blick wert. ich zumindest werde mich ein wenig eingehender mit dem guten mann befassen. spontan erinnern mich seine arbeiten an edward hopper (vielleicht der einsamkeit der einzelnen personen wegen). danke für die links!

  2. Womit ich Dir absolut recht gebe, die Fotos regen zum Nachdenken an…
    Anhand der Qualität der Fotos, lässt sich erahnen, wie viel Aufwand in ihrer Produktion lag. Die Bilder erzählen tatsächlich Geschichten, die man als Betrachter nicht lange zu suchen braucht, sie zwingen sich bei den meisten Fotografien förmlich auf.
    Mir persönlich sind die Bilder aber durchweg zu düster und stellenweise läuft mir sogar ein kleiner Schauer den Rücken hinunter. Wenn dies das Ziel des „Autors“ war, dann hat er es bei mir definitiv erreicht!

  3. Hi, Martin — seit einem Jahr scharwenzel ich schon um die Bildbände ‚rum. Jetzt liegt einer (noch verpackt) neben mir, da mein Bruder schon im September die Weihnachtsgeschenke verschickt. Ich freu mich auf Hl. Abend….

    Ich finde an seinen Bildern einfach gut, dass sie eine Geschichte erzählen, aber dann doch auch wieder nicht. Dass sie die Realität inszenieren und damit ‚unheimlich‘ wirken lassen. Letzteres kann man im Kleinen mit entfesselten/m Blitzen doch auch schon ganz gut erreichen. Wenn man will.

  4. Blogartikel dazu: PhotoNetCast #13 - Photo Management and Marketing | PhotoNetCast

  5. Hallo,

    leider kann das Web und die Bücher nur einen unvollständigen Eindruck von der Qualität der Arbeiten Crewdsons wiedergeben.
    Ich hatte vor einigen Jahren eine Ausstellung in Krefeld mit Originalprints
    gesehen, man muss diese Bilder im Original sehen, die Fülle von Details lässt sich nicht anders wiedergeben.
    Diese Bilder auf dem Monitor zu sehen ist so, als wenn jemand Sinfonieorchester mit dem Diktiergerät vorspielt.
    ( lt. Sinar – Buch entspricht die Auflösung eines 8×10 inch Dias ca.
    800 Mio. Pixeln )