kwerfeldein
24. September 2008 Lesezeit: ~5 Minuten

Wie Du Deine Leidenschaft fürs Fotografieren wieder finden kannst

Wie Du Deine Leidenschaft fürs Fotografieren wieder finden kannst

„Franzi hatte es gar nicht bemerkt. Nachdem sie 2 Jahre lang voller Elan und Eifer fotografiert hatte, war sie aus dem Rythmus gekommen, hatte andere Sachen zu tun und plante ihre Shootings nicht mehr wie zu Beginn. Manchmal hatte sie auch einfach keine Lust mehr gehabt, sie empfand nichts mehr beim Fotografieren und ihre Bilder schienen auch nicht besser zu werden. Mehr und mehr hatte sie sich mit anderen Dingen beschäftigt, die an sich wirklich toll waren. Malen, Kino, Sport, viele Bücher und auch das Internet war ihr nicht fremd. Doch an einem Abend, als sie mal wieder durch ihr Archiv stöberte und ihre alten Macrobilder von Schmetterlingen sah, wurde ihr auf einmal bewusst, wie sehr ihr das Fotografieren draussen in der Natur gefehlt hatte. Dabei hatte sie doch einmal so grosse Träume gehabt, was sie hätte alles machen können aus der Fotografie, was sie nicht hätte alles ablichten können. Doch wie sollte Franzi wieder anfangen ?“


Geht es Dir manchmal wie Franzi ? Hast Du das Gefühl „raus gekommen“ zu sein ? Falls ja, dann ist dieser Artikel für Dich.

Achtung : Bitte verstehe diesen Artikel nicht als Regel, denn auch auf anderen Wegen als diesem kann man zum Ziel kommen. Verstehe ihn viel mehr als eine Art Empfehlung oder Vorschlag, den ich Dir mache.

Nichts überstürzen
Mit Sicherheit würdest Du am liebsten gleich wieder loslegen. Das Beste wäre ja, einfach dort anzusetzen, wo Du vor einiger Zeit aufgehört hast. Doch Du bist jetzt an einem anderen Punkt, hast Dich verändert und musst wieder neu Deinen eigenen Rythmus finden. Der grösste Fehler, den Du jetzt tun kannst ist, nun alles zu überstürzen. Das würde Dich nur frustrieren, denn nach ein paar Tagen wärst Du wieder am selben Punkt wie zuvor und zusätzlich verärgert über Dich selbst.

Blick zurück und nach vorne
Denke einmal darüber nach, welche Dinge Du damals am liebsten fotografiert hast. Alleine das kann Dir helfen, in Deine „Wurzeln“ etwas nachzuspüren und zu sehen, wo Du herkommst. Wenn Du zum Beispiel wie Franzi gerne Macrobilder von Schmetterlingen gemacht hast, wird es Sinn machen auch damit wieder einzusteigen, da Du recht schnell gute Bilder machen kannst.

Du kannst auch einfach was ganz Anderes fotografieren, zum Beispiel Menschen. Etwas Neues auszuprobieren würde Dir helfen, Dich wieder neu fürs Fotografieren zu begeistern. Die Entscheidung liegt bei Dir, wichtig ist nur, dass Du eine triffst.

Schreibe Deine Entscheidung auf und platziere sie an einem Ort, an dem Du häufig vorbeikommst. Das wird Dich immer wieder daran erinnern.

Realistische Planung

Du wirst versucht sein (wie oben schon beschrieben) nun übereifrig loszulegen und somit rasch wieder aus der Puste zu kommen. Deshalb macht es Sinn, eher langsam zu beginnen als zu schnell. Plane Deine Fotoshootings eine Woche oder zwei im Voraus (wie es Dir Dein Kalender erlaubt), aber plane so, dass Du die Termine auch einhalten kannst.

Es bringt Dir nichts, wenn Du in jeder freien Minute fotografieren gehst, denn das wird Dich früher oder später mehr stressen, als Du gedacht hast. Wenn Du bemerkst, dass Du schon wieder 3 Termine nicht einhalten konntest, kann es sein, dass Dein Zeitplan zu straff war. Die Hobbyfotografie soll ja schliesslich Spass machen und kein weiterer Stressfaktor sein. 1-2 Shootings pro Woche sind ein guter Richtwert.

Das Wichtigste : Wieder loslegen
Das Beste, was Du tun kannst, um Deine Leidenschaft für das Fotografieren neu zu entfachen ist ganz einfach : Fotografieren ! Nachdem Du für Dich den Entschluss gefasst hast, wieder einzusteigen wird der Knackpunkt sein, es auch umzusetzen. Das kostet zu Beginn einwenig Überwindung, aber es lohnt sich doppelt und dreifach. Hinter der Kamera wirst Du sehr schnell merken, wieviel Spass das Fotografieren eigentlich macht. Das ist der Moment, in dem Du wieder bei der Sache bist.

Veröffentliche Deine Fotos
Eine weitere Hilfe kann für Dich sein, Deine Fotos im Netz wieder zu veröffentlichen. Fall jemand Dein Foto kommentiert, kann es Dir weiter ermutigen.Doch darauf kommt es in erster Linie gar nicht an, sondern vielmehr darauf, das was Du fotografiert hast auch zu zeigen und dementsprechend vorzubereiten. Dadurch gibst Du dem, was Du machst eine besondere Bedeutung.

Veröffentliche Keine Fotos
Du kannst es auch bewusst umgekehrt machen, falls Du weisst, dass Dich Kommentare nur verwirren oder das Warten darauf unnötig ablenken würde. Wichtig ist nur, den Schritt dann auch für eine Zeit lang durchzuziehen, damit es auch Sinn macht. Übrigens : Es hat schon etwas ganz Eigenes, mal für eine Weile nur für sich zu fotografieren… Mich entspannt das jedesmal ;)

Druck raus, aber genügend Biss, um dranzubleiben
Keiner erwartet nun von Dir, dass Du die besten Fotos Deines Lebens machst. Du solltest das auch nicht tun. Geniesse die Zeit hinter Kamera jede Sekunde, nun steht wirklich der Spass im Vordergrund. Nehme jede Art von ungesundem Leistungsdruck raus, bleibe aber bei der Stange. Denn jetzt gilt es : Dran bleiben und nicht aufgeben. Die ersten Erfolgserlebnisse werden kommen und Dir dabei helfen, weiterzumachen und Deinen Träumen einen Schritt näher zu kommen.

Hat Dir dieser Artikel geholfen ? Ja ? Hast Du weitere Fragen ? Ich bin gespannt auf Deinen Kommentar !

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11 Kommentare

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  1. Hm, schön geschriebener Artikel (wie eigentlich alle Artikel hier :)). Mir fehlt für mich nur leider ein Tipp – wie um Himmelswillen schaffe ich es am Wochende (Sonntag) früh genug aus dem Bett zu kommen, so dass um rund 1530 nicht erschreckt auf die Uhr gucke und feststelle, dass ich ja leider noch erst X Z und Y fertig bekommen muß, bevor ich mich vielleicht doch mal in die Stadt zum photographieren begeben kann. Ich geb’s zu das Not-Backup Sonnabendnacht war notwendig und nicht abzuwenden, wenn auch zum aus dem Bett kommen am Sonntag leider mal wieder der Killer… (Wecker stellen nützt nix) wenn man dann auch noch feststellt, dass das Wetter zu kippen droht (ich hab kein Auto, wäre also mit dem Rad losgetobt) ist der Sessel leider immer noch mit irgendeiner Form von Wiebke-Magnet + einem spezial Leim behaftet…
    Das Wetter kippte übrigens nicht, das Licht wurde genial und ich hätte mir gewünscht irgendwo im Hardangervidda zu sein – natürlich mit Rad und Kamera ;( Werde also dieses Wochenende nochmal versuchen mich aus meinem Bett&Sessel rechtzeitig zu befreien…

  2. einige Gedankenansätze haben auch bei mir angeschlagen.
    Fakt ist aber: wenn der Lebenspartner wenig oder sogar kein Verständniss für die eigene Fotopassion hat, fällt es oft zusätzlich schwer.
    Hier werde ich wohl einfach mal sagen müssen: bin drei- vier Stunden beim Fotografieren – Punkt !

  3. Du sprichst mir aus der Seele, wie häufig ist es schon vorgekommen, dass ich zu mir selbst sagte: DU musst mal wieder fotografieren gehen!
    Ich hatte das Fotografieren stellenweise schon als eine Art Pflicht angesehen und das obwohl es doch eigentlich Spaß machen soll – frei von jeglichen Zwängen…
    Der Weg wie Du ihn beschreibst, ist eine gute Möglichkeit, die verlorene Leidenschaft wieder zu entfachen und mit neuem Elan ans Werk zu gehen. Bei mir war es damals der Kauf einen ganz bestimmten Objektives, der dazu führte, dass ich meine Leidenschaft zur Fotografie neu entdeckt habe und bis heute fröne…

  4. @Boris:

    Interessanter Ansatz ;-)
    Ich habe 7 Jahre mit (m)einer Frau zusammengelebt, die zwar nichts gegen die Fotografie an sich hatte, aber sich gar nicht dafür interessierte. Irgendwann nervt das, wenn der Enthusiasmus nicht ein klein wenig geteilt wird. Und mich persönlich hat es in der Krativität gehemmt und auch in der Lust am fotografieren.

    Meine heutige Lebenspartnerin war Hobbyfotografin, was ich anfänglich nicht wusste… Sie begeistert mich und wir üben ein wunderbares Hobby (ok, auch Nebenberuf) inzwischen zusammen aus! DAS war das beste, was mir (nicht nur fotografisch) passieren konnte. Es hat mich alles in allem viele Schritte weiter gebracht und meine Motivation unheimlich gesteigert.

    Also, trenn Dich von „alten Lasten“ ;-)
    OK, nicht ganz so ernst nehmen… Fotografie ist auch nicht alles.

    Aber trotzdem ein schöner Artikel!

    lg
    alex

  5. Ein sehr schöner Artikel. Ich kann Alex nur zustimmen, mich hat es auch genervt, dass meine Verlobte nichts mit meiner Leidenschaft, der Fotografie anfangen konnte. Ich habe den alten Trick probiert und es hat geklppt. Ich ahbe ihr eine kleine Styl-Cam von Canon gekauft und sie war überraschend erfreut. In unserem letzten Urlaub haben wir viel gemeinsam fotografiert und ich muss sagen, dass die mir ihrer kleinen Kamera und kaum Ahnung von der Technik sehr schöne Fotos gemacht hat und macht. :-)

  6. Hey Martin,

    ein wirklich guter Artikel :) Vielen Dank dafür, er beschreibt genau das was ich mir vorgenommen habe zu tun, und dann noch nicht gemacht bzw. genau falsch gemacht habe :)

    Danke
    Julian