Kwerfeldein
10. September 2008 Lesezeit: ~ 7 Minuten

Rauschreduzierung in Photoshop

Dies ist ein Gastartikel über das Reduzieren in Photoshop von Sebastian Schmitt, dessen Blog Du hier besuchen kannst.

Kennt ihr das auch? Ihr guckt euch Bilder anderer Fotografen an und seid erstaunt wie klar und sauber diese Bilder sind. Keine Störungen im Bild, wunderschöne, glatte Farbverläufe. Wenn das Bild dann auch noch bei einer ISO-Zahl jenseits der 200 aufgenommen wurde, wundert man sich dann schon, wie das möglich ist.

Klar, neue und vor allem teure Kameramodelle wie die Nikon D3 oder die Canon 1D Serie produzieren weniger Rauschen als die Einsteiger-DSLRs, aber nicht jeder kann sich eine solche Kamera leisten.

Keine Sorge, es gibt Lösungen um das Rauschen in euren Bildern zu minimieren; diese werde ich euch in diesem Artikel vorstellen.

Noch eine Warnung zu Beginn, Rauschreduzierung ist kein Wundermittel und die Ergebnisse werden oft nur subtiler Natur sein, aber das Beherrschen der folgenden Techniken wird helfen euch und eure Bilder weiter zu verbessern.


Der Rauschen reduzieren Filter

Der Rauschen reduzieren Filter ist wohl die offensichtlichste von allen hier vorgestellten Methoden, da sie genau zu diesem Zweck gemacht wurde. Der Filter ist seit Photoshop Version CS2 integriert und bietet sowohl Reduzierung für alle Kanäle zusammen (Gesamt) als auch die Möglichkeit jeden Kanal extra zu bearbeiten. Um diese Funktion sichtbar zu machen, musst du in der Rauschen reduzieren Maske auf ‘Erweitert’ klicken – dort siehst du dann den Reiter ‘Pro Kanal’.

Die Pro Kanal Bearbeitung ist allerdings nur dann sinnvoll, wenn in einem bestimmten Kanal besonders viel Rauschen vorhanden ist. Es kann durchaus vorkommen, das z.b. nur der Blaukanal betroffen ist. Ist dies bei einem Bild der Fall, sollte man diesem Kanal besondere Sorgfalt zukommen lassen.

Der Filter funktioniert im Grunde sehr linear. Folgende Regler sind vorhanden: Stärke, Details erhalten, Farbstörung reduzieren und Details scharfzeichen. Als erstes sollte man alle Regler auf 0 setzen um das Bild Schritt für Schritt bearbeiten zu können.

Man sollte das Vorschaubild auf der linken Seite im Auge behalten und zuerst die Stärke Schrittweise erhöhen, solange bis der gewünschte Grad erreicht ist. Bei meinen Bildern setze ich die Stärke meist zwischen 6 und 8. Die Stärke bestimmt den Grad der Weichzeichnung. Um nicht ein komplett weichgezeichnetes Bild zu erhalten muss man den Details erhalten Regler anpassen. Das ist im Grunde eine Pi mal Daumen Sache bei mir landet der Regler meistens irgendwo um die 50%. Genauso gehst du im Falle von Farbstörungen vor. Immer schrittweise bis der gewünschte Effekt erzielt ist.

Eine Raushcreduzierung ist immer auch mit Unschärfe verbunden, da die rauschenden Bereiche weichgezeichnet werden. Es ist also nötig, das Bild am Ende noch einmal scharf zu zeichnen. Allerdings sollte schärfen immer am Ende einer Bearbeitung vorgenommen werden, weshalb ich an dieser Stelle den Regler Details scharfzeichnen auf 0% lasse.

Werte die bei mir immer passable Ergebnisse liefern sind: Stärke 7-8, Details erhalten 45%-55% und Farbstörung reduzieren 40%-75%.

(Edit : In diesem Bild wurde der Filter besonders stark angewendet, um zu zeigen, wie er das Foto verändert.Anwendung siehe Text)

Farbrauschen adé

Farbrauschen zu entfernen ist eigentlich eine sehr einfache Übung, wenn man weiß wie! Die einfachste, schnellste und meiner Meinung nach eleganteste Methode ist die folgende. Hintergrundebene duplizieren ( STRG+J ). Diese Ebene markieren und den Filter Gaußscher Weichzeichner anwenden. Ich benutze hier meistens einen Radius zwischen 4 und 6. Das hängt allerdings von der Auflösung des Bildes ab. Ich arbeite mit einer 10 Megapixel 400D von Canon und da ich für diese Methode eine Aktion erstellt habe verwende ich im Grunde immer einen Radius von 5. Ist der Filter angwendet, muss man als Füllmethode ‘Farbe’ wählen. Damit sollte das Farbrauschen verschwunden sein.


Monochromatisches Rauschen entfernen

Wenn das Rauschen vorallem in großflächigen Arealen auftritt, zum Beispiel im Himmel, an Hauswänden oder ähnlichem, ist der Filter ‘Matter machen’ unter den Weichzeichnungsfiltern am effektivsten. Dieser Filter zeichnet Flächen weich und versucht Kanten und Details zu erkennen. Diese werden nicht weichgezeichnet. Das Dialogfeld stellt zwei Regler zur Verfügung, die Stärke und den Schwellenwert.

Die Stärke bestimmt dabei den Grad des Weichzeichnens, der Schwellenwert den Bereich auf den es angewendet werden soll. Die Faustregel ist also: Je größer und detailärmer die Flächen sind, desto höher kann man den Schwellenwert stellen (allerdings selten über 10), hat man dagegen ein Bild mit vielen Linien, Details und oder Kanten sollte man den Schwellenwert entsprechend niedrig halten.

ACHTUNG: Dieser Filter ist extrem aufwendig für den Rechner und die Ausführung kann mitunter einige Minuten dauern. Wenn du einen Rechner hast bei dem du keine Probleme damit hast und Photoshop in der Version CS3 besitzt, lohnt es sich den Filter als Smart Filter anzuwenden um den Effekt jederzeit anpassen zu können.

Nicht zu vergessen ist auch, dass immer die Möglichkeit besteht nur bereichsweise vorzugehen in dem man Masken für seine Weichzeichnungseben verwendet.

Konrast und Rauschen

Die folgende Methode verwende ich primär um den Kontrast eines Bildes zu optimieren, allerdings hat sie den netten Nebeneffekt auch rauschreduzierend wirken zu können.

Zu allererst duplizierst man seine Hintergrundebene (STRG+J). Dann wechselt man entweder in die Kanalpalette oder wählt die einzelnen Kanäle direkt mit der Tastatur an.

STRG+1 = Rot / STRG+2 =Grün / STRG+3= Blau / STRG+^= RGB

Im den meisten Fällen wird man feststellen, dass das Rauschen besonders in einem Kanal auftritt. Wenn dies im blauen und oder dem roten Channel auftritt ist es nicht weiter schlimm, da diese im Vergleich zum Grünkanal weniger Bildinformationen beinhalten. Gerade der Blaukanal ist relativ gesehen unwichtig. Die Lösung ist also den besagten Kanal mit einem anderen zu ersetzen. Ist also der Blaukanal besonders rauschstark kannst du ihn über Bild – Bildberechnungen ( Füllmethode normal, 100%) durch einen der anderen Kanäle ersetzen.

Man muss den zu ersetzenden Kanal auswählen und dann den Zielkanal in der Maske angeben. Sind sowohl der Blau- als auch der Rotkanal von rauschen betroffen kann man den Grünkanal auf die ganze Ebene anwenden. Dabei wird das Bild Scharz/Weiß, was uns allerdings nicht weiter stören muss. Ist die Bearbeitung der Kanäle abgeschlossen sind die Farben nicht wirklich brauchbar, deshalb setzt man die Füllmethode auf Luminanz. Dies funktioniert, da mit dieser Methode monochromatisches Rauschen entfernt werden soll.

Ich hoffe ich konnte ein paar Leuten helfen. Danke Martin für die Möglichkeit! ;)


Edit : Wer möchte, kann sich alle 3 Bilder in einer PSD – Datei downloaden.

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11 Kommentare

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  1. Vielen Dank für die Anleitung.
    Ich arbeite mit PS CS2 aber einen Filter “Rauschen entfernen” konnte ich bisher nicht finden. In welchem Menü versteckt der sich denn? (Abgesehen von der Luminanzeinstellung im RAW-Konverter).

  2. Blogartikel dazu: Gastartikel auf Kwerfeldein.de | sebsn.de Der Blog!

  3. Blogartikel dazu: Taegliches Sammelsurium | insk's playground