kwerfeldein
11. August 2008 Lesezeit: ~5 Minuten

Dein Foto Thema

Hast Du vor einem viertel / halben Jahr / Jahr die Fotografie für Dich entdeckt und kommst nicht weiter ? Kommst Du Dir manchmal vor wie jemand, der gar nicht weiterkommt, egal was er unternimmt ? Würdest Du gerne bessere Fotos machen, weisst aber nicht wie ? Überfällt Dich manchmal die Vielzahl an guten Bildern im Internet und Du weisst gar nicht, wo Du anfangen sollst ?

The Photographer by you.

Nach ein bestimmten Zeit mit der Kamera kann es hilfreich sein, sich für ein bestimmtes Fotothema zu entscheiden. Dieser Artikel soll Dir dabei helfen.

Die Vielfalt
Voller bunter, stylischer, krasser, boah- Fotos ist das Web. Man braucht nur mal auf Explore bei Flickr zu landen und zu Zeit vergessen. Da es mittlerweile ZigMillionen Fotomacher gibt, ist es kein Wunder, dass auch viele gute Fotos dabei rauskommen. Der Kreativität scheint keine Ende gesetzt zu sein. Sie sind zwar etwas rar, aber auch in Büchern über die Fotografie gibt es viele viele Wahnsinnsfotos. Mir reicht da ein altes verstaubtes aus den 50ern oder noch früher..

Die Begeisterung
Da fällt es nicht schwer, von diesem „Drive“ angesteckt zu werden. Ob man den Bildern im Web, Ausstellungen oder Fotobänden begegnet – das feuert an. Man bekommt regelrecht Lust, sofort die Kamera in die Hand zu nehmen und genau solche Fotos zu machen, wie die da. „Das kann ja nicht so schwer sein.“ Und dann sehen wir das nächste gute Foto und denken : „Hammer. Das will ich auch machen.“

Die Realität
Und dann kommt häufig das, was man mit dem harten Aufprall auf heissem Asphalt vergleichen könnte. Die Realität. Ein Blick auf den LCD reicht meist aus, manch andere trifft es erst am Rechner.

Die Enttäuschung
„Was ist nur los mit mir ? Kann ich nicht fotografieren?“ Solche Gedanken und oft viel Schlimmere erreichen uns und wir wissen gar nicht, wie uns geschieht. Nach dem ersten Schock verweilen wir damit, einfach „fotografieren zu üben“ und schiessen wild auf alles, was auch nur halbwegs nach einem guten Foto aussieht. Doch es scheint nicht besser zu werden.

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In solchen Momenten kann man einen „Cut“ machen. Entweder wir hören jetzt auf, machen weiter wie bisher oder wir starten richtig durch. Entweder wir sagen tschüss zu unseren Träumen oder wir sammeln uns, halten einen Moment still und versuchen es aufs Neue. Aber wie ? Manche geben sich der Illusion einer besseren Kamera hin – doch es ist nur eine Frage der Zeit, wann das alte Problem wieder auftauchen wird. Aufgeschoben ist aufgehoben.

Wer bin ich ? Wo will ich in ?
In vielen Fällen bietet es sich an, hier wirklich einmal halt zu machen und sich ganz essentielle Fragen zu stellen. Wer bin ich bezüglich der Fotografie ? Was gefällt mir besonders gut ? Welche Art Bilder lösen welche Emotionen in mir aus ? Was passt zu mir ? Welche Fotos haben mir schon immer gut gefallen ? Gibt es ein Thema / Genre, auf das ich mich konzentrieren könnte für die nächste Zeit ?

Die Entscheidung
Und dann muß kommen, was kommen muß. An diesem Punkt können wir uns genügend Zeit lassen, sollten aber auch zu einem Entschluss kommen, der über unsere fotografische Zukunft entscheiden wird. Das kann die Landschaftsfotografie sein, oder nur Menschen. Das kann ausschliesslich Tiere oder eine bestimmte Tierart sein. Das können Produkte sein und und und .. Möglichkeiten gibt es genügend. Meine Devise ist hier : Je klarer das Ziel oder Genre definiert ist, umso einfacher wird im Nachhinein bei der Umsetzung sein.

Das Training
Wenn wir uns nun auf unser Thema geeinigt haben gilt es auch, das umzusetzen. Manche Hobbyfotografen finden es hilfreich, sich einen Wochenplan zu machen und sich einzutragen, wann und wo fotografiert wird. Für andere bedeutet das allerdings zusätzlichen Stress. Wichtig ist, dass regelmässig und zielgerichtet fotografiert wird. Und da ist Zeitmanagement kein so schlechtes Stichwort.

Die Geduld
Und dann kommen wir an dem Punkt an, den ich immer wieder gerne betone – auch wenn ich Gefahr laufe einige damit zu nerven : Fehler sind erlaubt. Sie gehören dazu wie Reifen zu einem Auto und ohne sie geht gar nix. Durch Fehler wirst lernen, ohne Fehler wärst Du schon perfekt und bräuchtest diesen Artikel nicht zu lesen. Deshalb erlaube Dir selbst, Fehler zu machen. Nur den Kopf nicht in den Sand stecken. Wer fällt, muss wieder aufstehen. Weitermachen. Habe Geduld mit Dir selbst.

Die Ergebnisse
Gerne würde ich Dir an dieser Stelle die tollsten Fotos der Welt prophezeien und das wünsche ich Dir auch. Doch es bringt nix, denn dieser Artikel ist nicht im Geringsten eine Garantie für irgendwas. Denn jeder Fotograf hat sein ganz eigenes Thema, sein ganz eigenes Tempo, andere Erwartungen, Herangehensweisen und und und … Es wäre fatal hier nun falsche und irreführende Versprechungen an Dich heranzutragen. Doch einer Sache bin ich mir sicher : Wenn Du Dein Thema gefunden hast und mit viel Fleiss und Leidenschaft Dich darin übst, dann wirst Du langsam aber sicher Fortschritte machen. Das wünsche ich Dir wirklich.

Rinnjehaun !

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