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06. August 2008 Lesezeit: ~4 Minuten

Die ISO verstehen

„Habe ich jetzt die richtige ISO eingestellt oder nicht ?“

Wenn Du Dich dabei ertappst, Dir immer wieder diese Frage zu stellen, dann ist dieser Artikel für Dich. Denn heute wollen wir gemeinsam herausfinden, was das mit der ISO eigentlich bedeutet. Das ISO genausowenig mit dem Getränk Isostar oder dem Verb isolieren zu tun hat, ist jedem klar. Doch was sagt die ISO denn jetzt und für was stehen denn die Zahlen ? Um das herauszufinden, schaun wir uns erst einmal ein kurzes Video an.

So, jetzt noch einmal zum Mitschreiben.

Die ISO beschreibt die Lichtempfindlichkeit Deines Sensors oder Film. ISO selbst steht für „International Standard Organisation“ und dies ist ein Gremium zur Festlegung von weltweit gleichen Standards – in diesem Falle der Lichtempfindlichkeit.

ISO-Automatik

Viele Kameras haben von Haus aus eine ISO-Automatik voreingestellt, bei welcher Du der Kamera die Entscheidung überlässt, welche Lichtempfindlichkeit nun gebraucht wird. Dies kann zwar sehr bequem sein, aber auch zu überaschenden Ergebnissen führen. Ich empfehle deshalb immer selbst die ISO einzustellen.

Die ISO einstellen

Wenn Du auf Deine digitalen Spiegelreflex oder Kompaktkamera einmal durch das Menü klickst, wirst Du irgendwann die Buchstaben I S O finden. Dort lässt sich bei den meisten Kameras eben die Lichtempfindlichkeit einstellen. Die Zahl vor oder nach den Buchstaben beschreibt die aktuelle Stärke der Lichtempfindlichkeit. Bei gängigen Kameras ist ISO 100 die niedrigst einstellbare ISO und manche Kameras können bis zu ISO 3200 oder noch höher einstellen.


Lichtempfindlichkeit

Je niedriger die ISO eingestellt ist, umso weniger empfindlich ist der Sensor dann auch für das einfallende Licht. Das bedeutet, dass länger belichtet werden muss, um ein gut ausgeleuchtetes Foto zu bekommen. Je höher die ISO eingestellt ist, umso mehr ist der Sensor demnach für das Licht empfindlich und umso kürzer muss belichtet werden. In beiden Fällen kann das über die Blende und die Belichtungszeit geregelt werden.

Bildrauschen

Na dann also immer mit höchster ISO fotografieren, oder ? Schön wärs, denn das hochschrauben der ISO-Werte hat einen ganz entscheidenden Nachteil : Bildrauschen. Die Qualität Deines Fotos nimmt ab einer bestimmten ISO-Zahl stark ab. Das Bild wird krisselig, verpixelt und auch die Farben sind weniger brilliant. Das gleiche Phänomen gibt es auch beim Film, hier wird es dennoch „Körnung“ genannt, hat aber einen anderen Ursprung als beim Sensor.


Praxistipps

  • Versuche, die Lichtempfindlichkeit Deines Sensor möglichst klein zu halten. Es gibt aber durchaus Situationen, in denen eine Erhöhung der ISO bis unbedenklich ist. Je nach Kamera ist das Rauschen bis zu einem bestimmten Grad durchaus passabel.
  • Falls es Dir möglich ist ein Stativ zu benutzen, das tue das. Gerade Landschaftsaufnahmen bieten sich hierfür hervorragend an.
  • Erhöhe nur dann die Lichtempfindlichkeit, wenn es nicht zu vermeiden ist. Zum Beispiel bei Konzertaufnahmen oder Portraits bei Abendlicht – wenn keine externe Blitzmöglichkeit besteht.
  • Falls Du abends Menschen fotografierst und Dich in einem Haus aufhältst, bietet es sich an mit einem Aufsteckblitz an die Decke/Wand zu blitzen. Dadurch wird der Raum natürlich aufgehellt und hüllt die Personen in ein weiches Licht. Der Einsatz eines Blitzes kann in manchen Situationen das erhöhen der ISO’s ersetzen, muss aber nicht.
  • Falls Du nun doch ein verrauschtes Foto hast, das Du verwenden möchtest kannst Du mit Programmen wie Neat Image oder dem Noise Ninja dem Rauschen entgegenwirken. Dir sollte dennoch klar sein, dass diese Programme eine niedrige ISO nicht ersetzen können.

Info : In diesem Artikel habe ich versucht, möglich schnell und einfach die ISO zu erklären und bin nicht auf allzuviele Details eingegangen. Falls Du aber noch offene Fragen hast – einfach stellen ! Übrigens sind auch viele Leser hier sehr kompetent und haben unter Umständen bessere Antworten als ich. Nur zu !

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