kwerfeldein
30. Juli 2008 Lesezeit: ~3 Minuten

Filmkorn erstellen

Dies ist ein Gastartikel von Dominik Moser, dessen Webseite Du hier und dessen Blog du hier besuchen kannst.

Aus analogen Zeiten – vor allem bei Schwarz-Weiß-Bildern – kennt man noch eine starke Körnung des Films. Ich persönlich sehe diese Körnung immer wieder gerne, auch wenn oft Details verloren gehen. Sie gibt den BIldern jedoch einen ganz eigenen Charakter und Charme.

In der Digitalfotografie gibt es dieses Korn jedoch nicht mehr, allerhöchstens gibt es noch ein Bildrauschen bei höheren ISO-Werten, welches aber einen anderen Eindruck hinterlässt als das echte Filmkorn. Wer dies simulieren möchte kann sich in entweder mit PlugIns behelfen oder aber dies in Photoshop von Hand erledigen. Im Prinzip reicht es den Filter „Rauschen“ unter „Filter – Rauschfilter“ anzuwenden. Was jedoch 2 entscheidende Nachteile hat: 1. lässt sich die Größe des Korns nicht beinflussen (sondern nur die Intensität) und 2. wird das Korn direkt auf das Bild draufgerechnet, unser Original ist also futsch.

Besser ist es jedoch wie immer das Bild nicht mit dem Korn zu zerstören und das Ganze nicht-destruktiv anzulegen. Hierfür legt man eine neue Ebene an und füllt diese mit 50% Grau (Bearbeiten – Fläche füllen – Verwenden: 50% Grau).

https://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/gastposts/L/Bild%201.png

Diese Ebene versehen wir mit dem Ebeneneffekt „Ineinanderkopieren“ – und siehe da: sie verschwindet!

https://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/gastposts/L/Bild%202.jpg

https://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/gastposts/L/Bild%202.png

Wird nun der Filter Rauschfilter – Rauschen hinzufügen verwendet, ist nur das Korn zu sehen. Die Orginalebene bleibt unverändert. Die Körnung kann jetzt auch noch per „Transformieren“ vergrößert werden. Im Filter hat man ja wie schon erwähnt leider nur die Möglichkeit die Kornmenge, nicht jedoch die Korngröße zu bestimmen.

https://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/gastposts/L/bild3.jpg

Um diesen Effekt noch schöner zu machen kann man auch für dunkle Bereiche eine andere Körnung verwenden als für helle. Als erstes erstellen wir wieder je eine Ebene mit Körnung (also eine für die hellen und eine für die dunklen Bereiche). Im nächsten Schritt wird die Ebene mit der Körnung für die dunkle Ebene abmaskiert. Dafür einfach über Auswahl – Farbbereich in eine dunkle Stelle der Originalebene klicken und die Toleranz so hoch stellen, dass ungefähr die Hälfte der Tonwerte ausgewählt sind. Nun zurück zur Kornebene und mit einem Klick auf „Ebenenmaske hinzufügen“ die Ebene abmaskieren. Nun sollte das Korn nur noch in den dunklen Bereichen zusehen sein. Für die hellen Bereiche einfach die Maske umkehren und auf die andere Kornebene (für die hellen Bereiche) anwenden.

Ich könnte mich ewig an solchen „Kleinigkeiten“ spielen. Man könnte das Korn danach auch wieder ein wenig weichzeichnen, mit der Transparenz spielen oder verschiedene Ebenenmodi wie „Weiches Licht“ ausprobieren.

Der Trick mit der grauen Ebene und dem Ebenenmodus „ineinanderkopieren“ funktioniert übrigens nicht nur mit einer Körnung, es lassen sich auch andere Texturen so auf Bilder anwenden!

Ähnliche Artikel


9 Kommentare

Schreib’ einen Kommentar

Netiquette: Bleib freundlich, konstruktiv und beim Thema des Artikels. Mehr dazu.

  1. Blogartikel dazu: Gastartikel bei kwerfeldein | hellyeah!!!

  2. Man(n)!!! Ich muss noch so unglaublich viel lernen in Photoshop, wie z.B. ordentlich Strukturen „basteln“ und Diptychs anfertigen….das hier gefällt mir sehr, heute Abend gehts raus zum fotografieren und ich kann das später sicherlich gebrauchen. Danke das du dir so viel Zeit nimmst und uns die „Fotowelt“ erklärst.

  3. Hi!

    Ich finde ein realistischeres Korn bekommt man, wenn man statt des Rauschens ein echtes Korn einsetzt. Ich benutze den Scan eines „leeren“ HP5 von Ilford, der das entsprechende Korn und damit den Charakter des Filmmaterials zeigt. Die Datei lade ich dann in eine letzte Ebene und den Effekt reguliere ich über die Deckkraft der Ebene. Eine entsprechende Aktion in PS erleichtert die Anwendung…

    Gruß Jürgen

  4. Blogartikel dazu: Shutter-Speed » Filmkorn in PS