Kwerfeldein
26. Juli 2008 Lesezeit: ~ 7 Minuten

Faszination Ringlicht – Bauen, nicht bauen lassen

Dies ist ein Gastartikel von Sebastian Kemmer. Sebastian ist im echten Leben Ingenieur für Verfahrenstechnik im Anlagenbau und lebt und arbeitet derzeit in Herrsching am Ammersee. Bis vor kurzem begeisterten ihn vor allem Landschafts- und Reisefotografie, seit einigen Monaten widmet er sich aber zunehmend den Menschen. Seine Arbeiten kann man auf seiner Webseite malter.de sehen.

https://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/gastposts/F/Sebastian_Kemmer_Profilbild.jpgDieser Artikel dient als Anleitung zum Bau eines einfachen Ringlichtes. Sie erhebt keinen Anspruch darauf in allen Belangen Stand der Technik zu sein und soll nur als Hilfestellung dienen. Für alle verwendeten elektrischen Komponenten gilt nicht nur “Vorsicht Strom!” sondern auch “Vorsicht Hochspannung”. Nur mit Elektrik vertraute Personen sollten daher die Elektroinstallationen vornehmen. Wer ein Ringlicht nach dieser Anleitung baut, handelt auf eigene Gefahr!

1. Die Komponenten

Das Ringlicht besteht im wesentlichen aus drei elektrischen und einigen baulichen Komponenten. Die elektrischen Komponenten kann man sich beim örtlichen Elektrohändler aber auch bei diversen Versendern im Internet bestellen. Vom Kostenrahmen liegen die Einzelbauteile bei ca. 80 Euro + evtl. Versand.

1.1 Elektrische Komponenten

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Für das Ringlicht sollte eine Leuchte des Typs T5 zum Einsatz kommen. Diese sind flimmerfrei, haben eine konstante Farbtemperatur von 6500K und teilen sich den selben Sockel. Es gibt derzeit von der Firma OSRAM drei Stärken von ringförmigen Leuchtmitteln des Types T5 mit 22, 40 und 55 Watt. Ich empfehle von Anfang an 40 oder 55 Watt zu benutzen, nicht nur wegen der Leuchtstärke, sondern vor allem wegen der Größe des Ringes (30 zu 23 cm Außendurchmesser). Zu den Leuchtmitteln muss ein passendes elektronisches Betriebsgerät ausgewählt werden. Diese sind ebenfalls von OSRAM erhältlich und leider nicht ganz billig. Als Sockel kommt ein 2GX13 Sockel von VOSSLOH SCHWABE zum Einsatz, der alle drei Leuchtmittel halten kann. Die einzelnen Komponenten findet man am einfachsten über die EAN Nummern.

Passende Komponentenpaare für 22 Watt:

  • OSRAM FC 22W/865, EAN: 4050300528441
  • OSRAM QUICKTRONIC QT-ECO 1×26-42/230-240 S, EAN: 4050300609256
  • VOSSLOH SCHWABE 2GX13, EAN: 4019768060191

Passende Komponentenpaare für 40 Watt:

  • OSRAM FC 40W/865, EAN: 4050300528502
  • OSRAM QUICKTRONIC QT-M 1X26-42/230-240 S, EAN: 4050300609256
  • VOSSLOH SCHWABE 2GX13, EAN: 4019768060191

Passende Komponentenpaare für 55 Watt:

  • OSRAM FC 55W/865, EAN: 4050300528564
  • OSRAM QUICKTRONIC QT-FC 1×55/230-240 S, EAN: 4050300526096
  • VOSSLOH SCHWABE 2GX13, EAN: 4019768060191

Um die Elektrik sicher unterzubringen empfehle ich einen Kabelabzweigkasten z.B. HENSEL K 9060, EAN: 4012591600077.

Als Stromversorgung benutze ich ein einfaches Netzkabel, zum Durchführen der Leitungen ins Innere des Kastens empfehle ich Kabelverschraubungen.

1.2 Baumaterial für die Lampenfassung

Um eine möglichst einfachen Zusammenbau zu erreichen, wähle ich für die Lampenfassung eine Kombination aus stabiler Pappe und schwarzem Karton. Achtung! Beide Materialien sind entzündlich und die Lampe sollte daher nie ohne Aufsicht betrieben werden. Um die Ringlampe möglichst stabil zu mache, sollte der Karton aus zwei Lagen Wellpappe bestehen.

Sowohl die Pappe, als auch der Karton sollten ein gutes Stück größer sein, als das Leuchtmittel. Eine 55 Watt Ringlampe hat einen Durchmesser von ca. 30 cm, es eignen sich daher Bögen und Platten in DIN A2 (42,0 √É‚Äî 59,4 cm), die im Papiergeschäft zu beziehen sind.

Weiteren benötigte Bastelutensilien sind: Schere, Klebstoff (flüssig), Reiszwecke, Faden, Bleistift, Kreuz-Schraubendreher, Holzschrauben, Papiermesser, transparente Kabelbinder. Zusätzlich wären gut zur Hand: Heißkleber, Bohrmaschine, Schrauben mit passende Scheiben und Muttern.

2. Zusammenbau

Die Anleitung für den Zusammenbau bezieht sich auf das 55 Watt Ringlicht. Die Maße sind identisch zu denen des 40 Watt Ringlichtes, unterscheiden sich aber zum kleinen 22 Watt Ringlicht.

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Im ersten Schritt zeichnet man einen Hilfskreis auf die Pappe auf. Dazu sucht man den ungefähren Mittelpunkt der Pappe und sticht die Reiszwecke dort ein. Mit Hilfe des Fadens und eines Stiftes kann man nun einen Kreis mit den ungefähren Abmessungen des Leuchtmittels zeichnen (Radius ca. 15 cm).

https://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/gastposts/H/2-2-Klebung.jpg

Anschließend verklebt man Karton und Pappe, indem man großzügig um den Hilfskreis auf einen ca. 10 cm breiten Ring Kleber verteilt und dann den Karton aufdrückt. Trocknen lassen!

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Das Loch, welches den Mittelpunkt markiert, sticht man bis zur Rückseite durch. Von dort aus zeichnet man zwei Kreise an. Einen Kreis ca. 3 cm kleiner als das Leuchtmittel (Radius ca. 11 cm), den anderen ca. 3 cm größer als das Leuchtmittel (Radius ca. 18 cm) und schneidet den Ring anschließend aus. [Bild: 2-4-Ring]

https://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/gastposts/H/2-4-Verstaerkung.jpg

Wer möchte, kann den Ring zum Befestigen auf den Kasten verstärken. Das macht vor allem bei dünner Pappe Sinn. Dazu schneidet man ein weiteres Stück Pappe aus, welches großzügig die Maße des Sockels haben sollte. Die Verstärkung wird passend auf die Rückseite des Ringes geklebt, an der Stelle, an der auf der Vorderseite der Sockel sitzen wird.

Für die weiteren Schritte gilt: Vorsicht beim Hantieren mit dem Leuchtmittel im Sockel! Es besteht keine steife Verbindung und es sollte daher nicht im Sockel gedreht werden! Das Leuchtmittel sollte nur zur Überprüfung eingesetzt werden, nicht während des Zusammenbaus!

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Der Sockel wird nun erst verdrahtet. Ich habe dazu ein Kabel gekürzt und die Leitungen passend gebogen und dann fixiert. Dazu setzt man den Ring mit dem Sockel auf die Längsseite des Kabelabzweigkastens und verschraubt ihn mit der Innenseite des Kastens.

https://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/gastposts/H/2-6-Sockelverschraubung.jpg

Hierzu kann man auch Holzschrauben verwenden, die sich einfach in den Kunststoff drehen lassen und ausreichend gut halten. Die Kabel führt man durch die Kabelverschraubung in das Innere des Kastens. Das Loch für die Verschraubung muss man vorher Bohren oder Schneiden. Alternativ tut es auch nur ein Loch, dann sollten die Kabel aber zu Schlaufen geformt werden, um ein versehentliches Herausreißen zu vermeiden.

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Durch ein drittes Loch am Fuße des Kastens führt man das Netzkabel ein. Nun verdrahtet man die Kabel mit dem elektronischen Betriebsgerät. Achtung, die Anschlüsse für den Sockel müssen richtig verdrahtet werden 1->1, 2->2, 3->3 und 4->4.

https://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/gastposts/H/2-8-Stromanschluss.jpg

Die Netzversorgung kann dank Wechselspannung beliebig angeschlossen werden.

Der Kasten wird nun geschlossen und zum Testen das Leuchtmittel eingesetzt. Ob alles richtig verdrahtet ist merkt man, wenn man den Stecker in die Dose steckt. Die Lampe sollte nun leuchten.

https://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/gastposts/H/2-9-Ringhalterung.jpg

Um das Leuchtmittel zu fixieren, werden Sockel aus Pappe und Kabelbinder vorbereitet und an mindestens zwei Stellen unter das Leuchtmittel geklebt. Der Kabelbinder wird dann um das Leuchtmittel gebunden. Achtung, nicht zu fest anziehen, das Leuchtmittel ist empfindlich!

https://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/gastposts/H/2-10-Fertig.jpg

Fertig!

Im Netz gibt es noch unzählige weitere Anleitungen zum Bau des Ringlichtes. Gefällt euch eine besonders, so könnt ihr sie in den Kommentaren posten. Welche elektrische Komponenten jeweils benötigt werden wisst ihr jetzt.

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15 Kommentare

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  1. Wieder einmal ein sehr guter Artikel! Weiter so! Die Idee der Gastartikel ist super und sehr bereichernd, gönnt DIr ausserdem auch mal eine kleine PAuse zum Ideensammeln (und Kinderklamotten kaufen,etc..:-)

  2. Gute Anleitung, aber man bekommt mittlerweile fertige Ringlichter für 99 Euro. Das ist doch einiges sicherer und wenn man nicht bastelt um des Bastelns willen auch der schnellere Weg zum Ziel….

    LG Marc

  3. Blogartikel dazu: Paul Mizel’s Blog » Fotostudio

  4. Blogartikel dazu: Selbst ist das Licht - /* basquiat's lovely winter riot */