Wichtige Tageszeiten zum Fotografieren
Dies ist ein Gastartikel von Alex. Er ist zurzeit Grundwehrdienstleistender bei der Marine und fotografiert viele Landschaften, vorwiegend in seiner Heimat an der Nordsee. Sein Portfolio wird derzeit noch überarbeitet.
Es gibt für Fotografen einige wichtige Tageszeiten zum Fotografieren. Es gilt: nichts überstürzen aber dennoch zügig sein. Denn ein Sonnenuntergang dauert numal keine zwei Stunden an auch und die Blaue Stunde ist mehr ein fließender Übergang, als dass man sich einen Wecker danach stellen könnte.
Morgendämmerung/Sonnenaufgang
Für gewöhnlich die Zeit, in der man sich im Bett gerade umdreht und noch vier Stunden weiterpennt. Disziplinierte Fotografen dagegen werden belohnt: mit aussergewöhnlicher Lichtstimmung.
Starker Bodennebel und goldene Farben sind das ultimative Rezept für brilliante Landschaftsaufnahmen.
Pralle Mittagssonne 12.00 – 14.00 Uhr
Eigentlich gilt diese Tageszeit nur dann als interessant, wenn der Himmel wirklich strahlend blau ist und nur vereinzelt von ein paar flauschigen Wölkchen bedeckt wird. Mit einem Polfilter kann gepolt werden bis zum Umfallen.
Vorteile sind kräftige Farben, insbesondere durch den Einsatz eines Polfilters und kurze Belichtungszeiten durch üppiges Licht.
Die Nachteile: harte Schlagschatten durch die Sonne im Zenit (Licht von oben), keine romantische Stimmung.
Man kann diese Tageszeit nutzen, um in Innenräumen zu fotografieren (Museen, Innenarchitektur, Kirchen). Viel Licht fällt durch die Fenster und ermöglicht vielleicht den Einsatz kurzer Belichtungszeiten.
Weiterhin ideal um Veranstaltungen aufzusuchen (z.B. Sport wie Reitturnier usw.). Wiedereinmal sind kurze Belichtungszeiten das Stichwort, gerade in der Sportfotografie nicht ganz unwichtig.
Nachmittag/Sonnenuntergangslicht
Das ist in der Regel die Tageszeit für Portraits im Freien. Die Sonne steht nun tiefer und betont durch das warme Licht die Hautfarbe. Ein bewölkter Himmel ist übrigens der beste Diffusor den man sich vorstellen kann. Das ist noch viel wichtiger bei Makroaufnahmen.
Sobald die Sonne dann noch ein wenig tiefer rutscht, versinkt alles in warmen Rot-Orange-Tönen. Ob nun Die Spiegelung der Sonne auf dem glitzernden See, die Strandpromenade oder der [hier romantisches Motiv einsetzen] ist egal, das Licht ist die Geheimwaffe für tolle Stimmung.
Blaue Stunde
Von ihr spricht man, wenn die letzten Sonnenstrahlen den Himmel illuminieren und der Einbruch der absoluten Dunkelheit bevorsteht.
Der Himmel ist dann noch nicht ganz schwarz, sondern tiefblau.
In welchem Ausmaß hängt immer ein bisschen vom Wetter ab. Auch die Tageszeit variiert, im Sommer etwas später und umgekehrt im Winter.
Diese Tageszeit nutzen die meisten, um HDR-Bilder zu erstellen (Leuchtreklame hebt sich super vom Himmel ab) oder Nachtaufnahmen zu machen (ein wenig Stimmungslicht bleibt erhalten).
Stativ und Selbstauslöser sindPflicht.
Wer auch noch Nachts fotografieren möchte und das noch nicht zur Blauen Stunde getan hat, der kann sich mitten in der Nacht nocheinmal rauswagen. Die Nacht bietet sich für klassische Nachtaufnahmen, aber auch für Stern- und/oder Mondfotografie an.
P.S.: Packt lieber ein paar warme Klamotten, vielleicht etwas Tee und Fingerhandschuhe ein, des Nachts kann es doch überraschend drastisch abkühlen.
Regenwetter
Zeit um die Akkus in’s Ladegerät zu stopfen? Zeit um Bilder nachzubearbeiten/Sortieren? Zeit um sich im Forum aufzuhalten? Nein!
Einzusetzen gilt es insbesondere den Boden. Also Pfützen, durch das Wasser enstehende Spiegelungen, Tropfen-Makros, Regentropfen am Fenster usw..
Gerade Wasserspiegelungen lassen sich super einsetzen, beispielsweise wenn sich Leuchtreklame darin spiegelt oder schimmert.
Bei Tropfenmakros kann es ganz interessant sein, einfach mal ein bisschen Licht in’s Spiel zu bringen. Sei es der eingebaute Blitz oder die Schreibtischlampe die kurzerhand im Garten aufgebaut wird.
Rrgenwetter beinhaltet natürlich nicht ausschließlich Regen. Auch von Stürmen zerformter Himmel gehört dazu. Also interessante, meist bedrohliche Himmelsspiele mit schwarzen Wolken und spektakulärem Licht.
Bewölkter Himmel
Makroaufnahmen kann man ganz gut bei bewölktem Himmel machen. Kein störender, harter Schatten und mehr oder weniger gleichmäßiges Licht.
Wenn man gerade auf einem Städtetrip ist und unbedingt ein paar architektonische Ergüsse festhalten möchte, dann sollte man darauf achten, möglichst wenig grauen Himmel mit auf’s Bild zu nehmen.
Manchmal rettet man sich in solchen Fällen auch mit einer s/w-Bearbeitung.
In der Regel reicht aber, einfach mal den Bildwinkel zu verändern. Aussergewöhnliche Perspektiven oder mehr in’s Detail zu gehen, kann helfen.



Ein sehr interessanter Artikel! Vielen Dank an den Autor!
Bisher hab ich mir über die verschiedenen Lichtverhältnisse kaum Gedanken gemacht, von daher finde ich den Artikel sehr informativ und auch inspirierend.
Gruß
Samuel
Interessante Zusammenfassung! Danke.
dem ist eigentlich nichts hinzu zu fügen, toll!
bin gespannt auf das ueberarbeitete portfolio.
sven
Licht ist das wichtigste Thema in der Fotografie! Technik, Bildgestaltung, Themenwahl, alles wichtig, aber an erster Stelle kommt bei mir das Licht!
Bei meinen Landschaftsaufnahmen bevorzuge ich die Morgendämmerung, vor allen in abgelegenen Gegenden. Es gibt für nichts schöneres als frühmorgens in der Natur zu sein. In den Abendstunden und bei bewölktem Himmel fotografiere ich auch sehr gerne. Auch Landschaftsbilder können bei bewölktem Himmel interessant aussehen und eine düstere Stimmung transportieren.
Gute Anregungen! Vielen Dank für deine Gedanken!
Sehr aufschlussreich, danke!
Blogartikel dazu: Wetter ist immer ... | hellyeah!!!
Blogartikel dazu: Fotografien im Tageslicht: Sonnenaufgang | RahmenHandlung
Tolle Zusammenfassung, was man zu den jeweiligen Zeiten gut fotografieren könnte. Vielen Dank!
Zu dem Regen: Wie schütze ich die Kamera vor dem Regen?
@Hannes: Entweder nicht fotografieren oder die Kamera mit einer Plastiktüte abdenken oder gut unterstellen ;)
@Martin: Nicht fotografieren ist für die Regenbilder dann aber ungünstig :-D
PS: Sehr toller, vor allem informativer Blog!
Blogartikel dazu: Martin Gommels Weblog: Grundlagen der Fotografie | Nikon-BLOG
Danke für die Ausführlichen Erklärungen, ich werde heute Abend mal versuchen die „Blaue Stunde“ einzufangen.
Bin gespannt ob ich dort überhaupt etwas mit meiner Canon Powershot SX 130 IS reißen kann :)
Blogartikel dazu: Tipps & Tricks zum Fotografieren im Schnee | spiegelundreflex
Blogartikel dazu: 15 Erfahrungstipps für eine unvergessliche Traumhochzeit
Das ist ein wirklich super Artikel! Ich habe mir mal erlaubt ihn in meinem Blogpost „15 Erfahrungstipps für eine unvergessliche Traumhochzeit“ http://zickleinundboeckchen.de/2016/06/16/15-erfahrungstipps-fuer-traumhochzeit-wie-deine-hochzeit-ganz-sicher-ein-unvergesliches-ereignis-wird/ zu verlinken. Denn gerade auch für Hochzeitsshootings sind hier viele wichtige Infos drin!
Herzlichen Dank für diesen tollen Post!
Liebe Grüße
Lotti
Ich meinte super toller Artikel :-)
Vielen Dank Alex für den informativen Artikel!
Wirklich schön zusammengefasst und eine gute Übersicht!
Viele Grüße
Andreas
Bezieht sich die Uhrzeit für die Pralle Mittagssonne 12 – 14 Uhr auf Sommer.- oder Winterzeit?
Schon als Jugenlicher habe ich viel fotografiert, ohne mir über technische Details Gedanken zu machen. Seitdem ich jedoch einen Fotokurs belegt habe, hat sich vieles geändert. Als Perfektionist bist du selten mit dem von gestern zufrieden. Manchmal verzweifle ich, wenn meine Canon oder Sony nicht das Ergebnis liefert, das ich erwartet habe. Also mache ich noch immer etwas falsch. Deshalb bin ich dankbar für jeden brauchbaren Tipp. Aus diesem Grund, ein herzliches Danke an den Autor des Artikels.