Histogramm, Fotografie, Verstehen, Photoshop, Lightroom, Gimp
01. Juli 2008 Lesezeit: ~ 3 Minuten

Das Histogramm verstehen

Man sieht es immer wieder, das sogenannte Histogramm. Manche Kameras zeigen nach der Aufnahme wahlweise ein Histogramm, das Informationen über das Foto geben soll. Auch in Gimp, Photoshop und anderen Bildbearbeitungs-Programmen kommt es zum Vorschein.

Da stellt sich dem einen oder anderen schon die Frage : Für was gibt es eigentlich das Histogramm ? Und was zeigt es eigentlich ? Mit Hilfe von Wikipedia, Youtube und meinem Wissen werden diesen Fragen heute mal auf die Schliche kommen.

Wie auch schon im Video erklärt, werden hier die verschiedenen Helligkeitswerte mit 256 Zahlen benannt. 100 % Schwarz = 0 und 100% Weiss = 255. Die Zahlen 1 – 254 benennen die Werte dazwischen.

Das Histogramm beim Shooting lesen und nutzen

Schau bei Deinem nächsten Shooting öfters mal auf Dein LCD und lass Dir nach jedem Schuss (soweit möglich) das Histogramm anzeigen. Somit wirst Du am schnellsten ein Gefühl für das Histogramm bekommen und es besser verstehen.

Wikipedia meint hierzu:
“Das Betrachten eines Histogramms erlaubt es dem Fotografen, das Ergebnis oder das geplante Foto genauer zu kontrollieren, als es das Kameradisplay erlaubt. Zum Beispiel kann man typische Fehler wie Unter- und Überbelichtung erkennen und diese durch entsprechende Belichtungskorrektu beheben.”

Histogramm

Siehst Du also bei Deinem Foto im Histogramm diese Werte (links) , dann bedeutet das, dass Dein Foto überbelichtet ist. Die grössten Anteile des Fotos sind somit sehr hell und auch weiss. Dadurch gehen so manche Strukturen und Details verloren. Es bietet sich an, mit einer Belichtungskorrektur (dunkler) das Foto noch einmal zu machen.

Übrigens : Ist eine überbelichtete Aufnahme mit Absicht erstellt worden, so spricht man von einem Highkey-Foto. Solch ein Foto ist dann auch sehr hell und soll gerade dadurch seine Ausdruckskraft bekommen. Hierbei wird die Überbelichtung grosser Flächen im Foto gezielt eingesetzt.

Histogram

Sollte Dein Foto ein Histogramm anzeigen, dass so aus sieht wie hier – dann ist Dein Foto unterbelichtet. Hierbei kannst Du genau umgekehrt wie im ersten Beispiel vorgehen. Einfach mit einer helleren Aufnahme das Foto nocheinmal machen.

Auch bei den unterbelichteten Fotos gibt es Ausnahmen, wenn sie absichtlich so erstellt wurden. Man nennt sie Low-Key und auch diese Bilder haben eine ganz eigene Stimmung. Diese sind (wie sich jeder denken kann) besonders dunkel.

Histogramm

Hat Dein Histogramm Werte wie dieses hier (oder ähnlich), dann verrät es Dir, dass die meisten Details gut zu erkennen sind. Das Foto ist weder unter – noch überbelichtet.

Hierzu muss ich sagen, dass es ganz auf das Foto ankommt und Histogramme wirklich sehr unterschiedlich aussehen können. Dieses dient nur als Beispiel um zu veranschaulichen.

Gerade wenn Du an einem strahlenden Sommertag draussen in der Natur bist, kann Dir das Histogramm helfen. Denn dann kannst Du nur schlecht erkennen, ob das Foto gut belichtet ist. Doch das Histogramm kannst Du fast immer erkennen und somit wichtige Informationen über das Bild erhalten.

Histogramm – Irrtümer

Ein Histogramm gibt Dir Informationen über die Helligkeitswerte Deines Fotos. Das ist eine sehr wichtige Information – doch es ist noch lange nicht alles. Das Histogramm sagt nämlich gar nichts darüber aus, ob Dein Bild “gut” ist oder nicht – solch einem Aberglauben bin ich hier und da schon begegnet.

Info : Auch Farbwerte können mit einem Histogramm wiedergegeben werden – das ist aber ein anderes Kapitel. ;)

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40 Kommentare

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  1. Danke für die gute Zusammenfassung. Was ich bei Histogrammen in der Kamera interessant finde: Dort ist es oft vertikel in Spalten unterteilt. Dabei steht jede Spalte für eine Blende. So kann man sehr schnell abschätzen, wie stark man Verschlusszeit, ISO oder Blende ändern muss, um zur gewünschten Belichtung zu gelangen.

  2. .. dankeschön für dieses zusammenfassenden überblick.

    schon vor längerer zeit, habe ich eine histogrammfunktion in mein photoblog eingebaut, welche “live” das histogramm berechnet und erstellt. einmal, wie im artikel beschrieben als absolutes histogramm und dann noch 3 kleine als aufteilung auf den RGB Farbraum.

  3. Blogartikel dazu: Foto-Tipp: Wie nutzt man das Histogramm « Magistus.de Fotodesign - Marcus Locher

  4. Eine sehr schöne Zusammenfassung, die leicht verständlich ist. Ich hätte allerdings gerne noch mehr darüber gelesen, wär also gerne noch mehr in die Tiefe gegangen. Einen Tipp wie “Schau öfters mal auf Dein Histogramm anzeigen – Du wirst ein Gefühl für das Histogramm bekommen und es besser verstehen.” halte ich für ein bisschen zu kurz. Interessiert hätten mich Beispielbilder mit Diskussion des Histogramms kombiniert mit ein paar Infos aus Deinem konkreten Umgang damit. Dieser Artikel ist gut, erstmal ins Thema rein zu kommen, das auf alle Fälle!
    Grüße Blue

  5. Blogartikel dazu: Die Belichtungszeit verstehen | Digitale Fotografie Lernen - KWERFELDEIN - Martin Gommel

  6. Blogartikel dazu: Designworks ::: Photoshop | InDesign | Illustrator | Grafikdesign » Kwerfeldein zum Histogramm

  7. Blogartikel dazu: Schwarzweiss : When Darkness Falls | Digitale Fotografie Lernen - KWERFELDEIN - Martin Gommel

  8. Blogartikel dazu: Salusions » Phasen…

  9. Blogartikel dazu: Designworks ::: Photoshop | InDesign | Illustrator | Grafikdesign » EOS 400D – Anzeigen, verstehen, verbessern!

  10. Blogartikel dazu: 10 Wege, Deine Fotografie zum nächsten Level zu bringen | Digitale Fotografie Lernen - KWERFELDEIN - Martin Gommel

  11. Blogartikel dazu: Kwerfeldein.de : Die wichtigsten Artikel 2008 | Digitale Fotografie Lernen - KWERFELDEIN - Martin Gommel

  12. Blogartikel dazu: Links for 2009-02-14 | Just some words and pictures...

  13. Blogartikel dazu: umschweife » Histogramm verstehen? Nichts ist einfacher als das:

  14. Blogartikel dazu: umschweife » Histogramm verstehen? – Nichts ist einfacher als das:

  15. Blogartikel dazu: Aktuelle Links (gespeichert vom 13.10.2009 bis zum 15.10.2009) « Der Webanhalter

  16. Blogartikel dazu: Fotos besser machen!!!

  17. Blogartikel dazu: Aufnahmediagramm - Bilderforum.de

  18. Blogartikel dazu: Fotografierende Espressofreaks - Zeigt her! -Seite 19 - Kaffee-Netz - Die Community rund ums Thema Kaffee

  19. Blogartikel dazu: Links for 2009-02-14 | Just some word's and pictures...

  20. Blogartikel dazu: Anonymous

  21. Blogartikel dazu: Lohnt sich ein Belichtungsmesser?

  22. Blogartikel dazu: Anonymous

  23. Blogartikel dazu: Naturfotografie Thread - Seite 361

  24. Hi Martin,
    vielen Dank für die sinnvolle Beschreibung.
    Ich bin gerade dabei einen Blog rund um Kuchen, Torten und Backen zu starten (http://www.torteundco.de).
    Da ich auch viele schöne Fotos veröffentlichen will, lese ich mich gerade etwas in die Details rund um’s Fotografieren ein ( – denn Backen kann ich schon, ha ha ha).
    Meine Kamera hat mit jeder Aufnahme eines Fotos sofort auch das Histrogramm im Monitor eingeblendet – jetzt weiss ich auch wofür das da ist, und wenn sich im Histogramm alle Balken ganz rechts befinden, weiss ich dass die Sahne zu hell leuchtet :-)

    Vielen Dank und Lg Doro

  25. Blogartikel dazu: Faszination Winterlandschaft - 5 Tipps zur Schnee-Fotografie | HappyFoto-Blog - einfache Tipps für gute Fotos

  26. merci beaucoup, allerdings sagt das histogramme sehr wohl was darüber aus ob das vild gut ist, bloß halt für die postproduktion, stark überbelichtet sowie stark unterbelichtet bedeutet viel informationsverlust, wobei highkey Fotos immer mehr Verlust haben als low key. ein ausgeglichenes Histogramm ist eine hinreichende Bedingung für die Nachbearbeitung und in vielen fällen auch für eine gute Bewertung des Fotos an sich, das schließt zwar nicht aus, das es auch “schlechte” Fotos gibt die ein ausgeglichenes Histogramm haben aber zeigt auf wie schwierig high sowie lowkey fotografie ist.
    grad mal paar bilder durchgeguckt die besten haben ein schön breites Histogramm.

    für die postprod ist ein bisschen low key immer von Vorteil.

  27. Blogartikel dazu: Wie vermeide ich einen ausgefressenen Himmel beim fotografieren?