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28. Juni 2008 Lesezeit: ~3 Minuten

Canon EOS 5D – Ein Bericht

Canon EOS 5D - Ein BerichtDies ist ein Gastartikel von Robert Kneschke. Er arbeitet als freier Fotoproduzent in Köln für verschiedene Bildagenturen. Sein Schwerpunkt liegt auf Stockfotos in den Bereichen Beauty, Business und Emotionen. Er hat eine Webseite und betreibt den Blog „Alltag eines Fotoproduzenten„.

Martin bat mich, etwas über meine Kamera zu schreiben, die Canon 5D. Ich bin niemand, der Testcharts fotografiert und habe auch keine anderen Gehäuse hier, um direkte Vergleiche zu machen.

Trotzdem einige Gedanken zur Kamera, mit der ich immerhin schon tausende Bilder produziert habe.

Das Wichtigste im Vergleich zu anderen Kameras der EOS-Reihe von Canon (außer der 1D) ist das Vollformat bei 12,8 Megapixeln. Das reicht locker für Posterdrucke von 2×3 Metern und größer.

Der Nachteil des Vollformats ist jedoch, dass Objektivschwächen nicht mehr gnädig durch die Brennweitenverlängerung verziehen werden. Die Nutzung von L-Objektiven oder Festbrennweiten wird damit fast zur Pflicht.

Angenehm finde ich auch, dass die Kamera für ein Profigerät relativ klein ist und sich in der Form nicht von den Einsteigermodellen unterscheidet. So werde ich draußen oder im Urlaub eher als Tourist eingeordnet, was ruhigeres Arbeiten ermöglicht.

Durch das Magnesiumgehäuse ist die Kamera robust und muss nicht mit Samthandschuhen berührt werden. Auch der Batterie- oder Speicherkartenwechsel ist sogar mit Handschuhen im Winter gut möglich.

Das Rauschverhalten ist angenehm dezent und selbst bei ISO 1600 in schlecht beleuchteten Konzertsälen entstehen damit verwertbare Fotos.

Da ich hauptsächlich mit Blitz (sowohl im Studio als im Freien) arbeite, interessiert mich die Geschwindigkeit von Serienaufnahmen weniger.

Das Kameramodell ist aber schon fast drei Jahre alt und das wird vor allem dann deutlich, wenn man sie mit aktuelleren Modellen wie der D300 von Nikon oder der Canon 40D vergleicht.

Ihr fehlt die Liveview-Funktion, die bei außergewöhnlichen Perspektiven hilfreich ist, ein integrierter Sensorreiniger und Kreuzsensoren an allen AF-Feldern. Vor allerem letzteres wünsche ich mir oft bei schwachem Licht.

Das Display mit 2,5 Zoll ist ausreichend, aber gegen 3 Zoll würde ich mich nicht wehren. Im Gegensatz zu Nikon-Kameras ist es leider schwer möglich, die Schärfe eines Bildes am Display korrekt zu beurteilen, da Canon dazu nur kleine Vorschaubilder nutzt statt die RAW-Dateien. Das erhöht die Arbeitsgeschwindigkeit, sorgt aber am Computer manchmal für unangenehme Überraschungen. Eine Verbesserung hier, die relativ leicht per Firmware-Update möglich wäre, ist mein größter Wunsch.

Bestimmt stellt Canon zur Photokina einen Nachfolger vor. Ich warte gespannt darauf, was der alles kann.

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