kwerfeldein
11. April 2008 Lesezeit: ~2 Minuten

Das gute Foto – Ein Statement

Hannes TrappDies ist ein Gastartikel von Hannes Trapp zu einem spannenden Thema in der Fotografie. Wer mag, kann gerne auf seiner Seite potograf.de vorbeischauen.

Ein gutes Foto ist ein gutes Foto. Egal obs mit ner 30.000€ Kamera aufgenommen ist, oder mit ner Webcam. Obs ein Supermodel zeigt, einen Mülleimer, die dicke Nachbarin, den Penner an der Ecke oder den Pfosten vom Parkplatz nebenan. Egal ob es farbig ist oder schwarzweiß, ob es scharf ist oder unscharf. Egal ob man im Studio penibelst an Licht, Hintergründen und dem Styling geschraubt hat und die verschiedenen Posen zur Perfektion getrieben hat – oder einfach auf der Straße draufgehalten und den richtigen Moment zum abdrücken erwischt hat. Es ist auch egal, ob jemand stundenlang in Photoshop, 10.000 anderen Programmen oder seinem Photolabor an der Einstellung gearbeitet hat und dabei unzählige Regler verschoben oder Chemie und Handwerkszeug überstrapaziert hat.

Im Endeffekt gibts nur eins was zählt: Das Resultat. Wenn jemand draufschaut und der Meinung ist, das sei ein gutes Foto, dann wird er Recht haben. Auch wenn es Dir gar nicht gefällt – oder im Gegenteil nur Du das Bild zu mögen, und sonst keiner Deine Meinung zu teilen scheint. Dann ist es für Dich oder den Anderen ein gutes Foto, vollkommen egal wers gemacht hat. Ein Foto ist immer auch Emotion, Stimmung, Umfeld und Empfindung des Einzelnen.

Natürlich gibt es auch die Fotos, die alle toll finden. Wo man selber draufschaut und sich der „hey ist das geil“-Effekt einstellt – und die anderen eben nicht weitergehen, sondern auch hängen bleiben. Das ist zwar der sichere Zeitpunkt, an dem man sagen kann: „Das ist ein gutes Foto!“, aber nicht das einzige Kriterium. In Fotocommunitys ist das immer wieder spannend. Man scrollt bei einem solchen Foto nach unten, und nicht immer zeigt sich die erwartete seitenlange Kommentarliste – manchmal steht da gar nichts. Doch davon darf man sich nicht irritieren lassen – die Gründe warum da nichts steht sind ebenso vielseitig wie unergründlich. Wenn es Dir gefällt, ist das das einzig wichtige Kriterium und gibt es nur den einzig richtigen Schluss: Das ist ein gutes Foto!

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18 Kommentare

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  1. Denken wir uns folgende Versuchsanordnung: Du machst fünfundzwanzig oder vierzig Aufnahmen von einer Person, die diese Person in unterschiedlichen Positionen und Haltungen zeigt. Der formale Aufbau der Bilder sollte ähnlich, muss aber nicht gleich sein. Auf jedem Bild sollte beispielsweise das Gesicht zu erkennen sein, der Kopf aber nicht immer die gleiche Haltung haben …

    Dann bittest Du die Person sich aus den gemachten Fotos das beste oder die besten zwei Bilder herauszusuchen. Vorher hast Du Dir Deine Favoriten herausgesucht und auf einen Zettel geschrieben. Jetzt bittest Du die Person ebenfalls ihre zwei Favoriten auf einem Zettel zu notieren. Dann gehts ans Vergleichen: in neun von zehn Fällen (ich hab das bestimmt einhundert Mal probiert) kommt man zum gleichen Ergebnis.

    Was folgt daraus? Es gibt ganz offensichtlich allgemeine Kriterien zur Bildbeurteilung und wiederkehrende visuelle Gesetzmäßigkeiten, die individuelle Anschauung überwinden. Man kann auch sagen: es gibt, in gewissen Grenzen, eine Hierachie der Bilder.

    Womit ich nicht mehr und nicht weniger sagen möchte als: ein Bild das nur mir gefällt gibt es nicht! Und ein Bild das allen anderen aber niemals mir gefällt, gibt es auch nicht.

    @Martin: hab’s nich vergessen …

  2. Es gibt immer unterschiedliche Ansichten, all zu unterschiedlich sollten die denke ich persönlich nicht sein, sonst stimmt nämlich etwas nicht. Leider gibt es eben auch diese Personen, die aus „Neid“ ein Bild (beispielweise in Foren) als schlecht bewerten, obwohl es im Grunde gar nicht so schlecht ist.

  3. Mal ein bisschen provokant :
    Was ist ein gutes Photo ? Ein technisch perfektes Photo ohne Emotionen ist ein schlechtes Photo. Ein Photo das Emotionen übermittelt aber technische Mängel hat ist ein gutes Photo. Das perfekte Photo ? Ein Photo das Emotionen übermittelt und technisch gut ist. Fazit : Emotionen und Gefühle sind wichtiger als Photoshop-Perfektion.

  4. ein beitrag der mir aus der seele spricht!! danke!!

    mir geht es auch oft so, wenn ich durch besagte fotocommunities surfe. da sind bilder dabei, die ich einfach super finde und oft auch nicht mal wirklich erklären kann warum. aber da sind wir dann auch an dem punkt, SIE WIRKEN!!
    ich bin auch der meinung, dass ein gutes foto immer im jeweiligen auge des betrachters entsteht. ich habe schon bilder von namhaften fotografen gesehen, denen ich absolut nichts abgewinnen konnte. ähnlich wie es mein vorredner angsprochen hat!!
    gott sei dank gefallen nicht jedem alle bilder und nicht allen keins….

  5. Blogartikel dazu: penthouse-sozialismus » Canon - Die Mission und mein Beitrag

  6. Hallo Hannes,
    ich finde das trifft den Kern der Sache ein sehr feiner Artikel kann ich dir nur zustimmen. Schön diesen Artikel gefunden zu haben, eine schöne Zeit mit vielen schönen Bildern

    LG Michael

  7. Blogartikel dazu: Du bist einzigartig » Beitrag » Digitale Fotografie Lernen - KWERFELDEIN - Martin Gommel

  8. Blogartikel dazu: Was ist eine gute Bildkritik? | KWERFELDEIN | Digitale Fotografie

  9. „Kunst ist eine wesentliche Ausdrucksform für Gefühle und Gedanken, welche den Menschen bewegen. Kunst ist hierbei weniger das, was Kritiker und Spekulanten für wertvoll und handelbar halten, sondern vielmehr all das, worin der Künstler ein Stück von sich selbst gegeben hat. Sei es ein großes oder ein eher bescheidenes Werk. Es ist immer Ausdruck einer expressiven Schaffenskraft und des Bedürfnisses, sich mitzuteilen. …
    Jedenfalls ist das innere Bedürfnis und das innere Verlangen nach Ausdrucksmöglichkeit, die Schaffenskraft, welche viele Menschen in sich spüren, allemal Berechtigung genug, sich in den Schaffensprozess zu begeben und das Ergebnis zu teilen. “
    http://artfocus.com/kunst/

    Mal ein bisschen provokant :
    Was ist ein gutes Photo ? Ein technisch perfektes Photo ohne Emotionen ist ein schlechtes Photo. Ein Photo das Emotionen übermittelt aber technische Mängel hat ist ein gutes Photo. Das perfekte Photo ? Ein Photo das Emotionen übermittelt und technisch gut ist. Fazit : Emotionen und Gefühle sind wichtiger als Photoshop-Perfektion.