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01. April 2008 Lesezeit: ~3 Minuten

Photoshop Express & Verlorene Bildrechte : Kein Aprilscherz

Photoshop Express & Verlorene Bildrechte : Kein Aprilscherz

Darüber werden wohl die wenigsten Lachen können : Wer Adobe’s Photoshop Express nutzt, bearbeitet nicht nur seine Bilder sondern tritt nebenher auch fast alle Bildrechte an Adobe ab.

Letzten Donnerstag launchte Adobe ein Online – Tool, mit welchem jeder seine Fotos direkt im Browser bearbeiten kann. Und das im Stile Photoshops, mit vielen netten Features wie z.B. einer Bildgallerie, die so schlecht gar nicht aussieht. Photoshop Express ähnelt Tools wie Picnik.com, Splashup.com oder FlauntR.com. Bilder können damit problemlos online editiert, eingefärbt und bei manchen sofort im Web eingebunden werden. Eine feine Sache – eigentlich.

Dennoch ist in Frage zu stellen, ob sich Adobe mit diesem Hochglanz – Gerät eher Freund oder Feinde machen wird. Denn tief drinnen in den Nutzungsbedingungen sitzt ein dicker Wurm, welcher dem ein oder anderen Fotografen das Geschäft zerfressen kann.

Warnmeldung und die Suche mit der Lupe

Heute morgen bekam ich von einem guten Freund eine Mail, mit der Warnung, Photoshop Express unter keinen Umständen zu nutzen und bestehende Nutzerkonten umgehend aufzulösen. . Aufgrund eines Artikels der TAZ war auf Adobe’s krumme Tour aufmerksam geworden. Nachdem ich den Artikel mehrfach gelesen hatte (es ist einfach nicht zu fassen) begab ich mich selbst auf die Suche nach der entstprechenden Klausel. Dabei viel mir auf, dass ich schon sehr gründlich suchen musste, um den Text zu finden. Lesbar ist er hier und lautet wie folgt (Zitat) :

8. Use of Your Content.
1. Adobe does not claim ownership of Your Content. However, with respect to Your Content that you submit or make available for inclusion on publicly accessible areas of the Services, you grant Adobe a worldwide, royalty-free, nonexclusive, perpetual, irrevocable, and fully sublicensable license to use, distribute, derive revenue or other remuneration from, reproduce, modify, adapt, publish, translate, publicly perform and publicly display such Content (in whole or in part) and to incorporate such Content into other Materials or works in any format or medium now known or later developed.

Die TAZ drückt das Ganze so aus :
„So darf der Anbieter laut Nutzungsbedingungen, die der User erst nach zwei Klicks zu sehen bekommt, eingestellte Fotos nach Belieben verändern, mit ihnen Geld verdienen, sie weiterverkaufen, aufführen, für Werbeformen nutzen und in allen Medien verwenden, die in den nächsten Jahrzehnten erfunden werden – und zwar weltweit. Zurückziehen kann der Fotograf diese Rechte nicht, sie gelten für immer. Einnahmen darf er auch nicht erwarten: Die Übertragung erfolgt kostenlos.“

Update : Dank meiner Leser wissen wir nun, dass Adobe den Fehler zugegeben hat und heftig zurückrudert

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14 Kommentare

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  1. Guten Morgen. ;)
    Ganz davon abgesehen spricht es aber dennoch für sich, dass überhaupt erst so eine Klausel in die Nutzungsbedingungen gewandert ist. Ob absichtlich oder unabsichtlich bleibt dahingestellt.

  2. abgesehen von der Tatsache, dass solche Klauseln natürlich eine S… *ähhm* Wutzerei sind, muss sich natürlich jeder darüber klar sein, dass mit dem Einstellen von Bildern in ein öffentlich zugängliches Portal, dem Schindluder Tür und Tor geöffnet sind. Das gute alte copy & paste ist quasi nicht zu verhindern – siehe die auch hier schon geführten Diskussionen über Bilderklau bei Flickr, etc. Trotz allem ist es natürlich dreist was Adobe hier versucht hat. Ein Schelm wer böses dabei denkt ;-)

  3. Blogartikel dazu: Photoshop Express & Verlorene Bildrechte | USmith Blog

  4. Blogartikel dazu: Verschenkt ihr auch euer geistiges Eigentum mit WhatsApp?Ein Leben In Berlin Und Der Ganze Rest | Ein Leben In Berlin Und Der Ganze Rest