kwerfeldein
21. Februar 2008 Lesezeit: ~6 Minuten

Christian Fickinger – Ein Interview

Christian Fickinger habe ich kennengelernt, da er mit Digiprinz.de einer der Sponsoren des Letzten und der kommenden 2 Wettbewerbe auf kwerfeldein.de ist. Da mir zum einen auffiel, dass Christian Fickinger nicht nur der Macher von Digiprinz sondern auch professioneller Fotograf ist, habe ich ihn zu einem kleinen Interview eingeladen, welches heute endlich raus geht.

MG : Christian, magst Du Dich kurz vorstellen ?
CF :
Na klar mag ich das ;) Ich arbeite seit 1992 selbstständig in der Werbebranche, ursprünglich als Inhaber eines Druckvorstufen- bzw. Litho-Betriebes, der sich dann immer mehr zur Full-Service-Werbeagentur entwickelt hat. Mittlerweile habe ich einige Projekte ans Laufen gebracht, sich aber alle mehr oder weniger im Bereich „Medien“ angesiedelt haben. Seit 2005 betreibe ich CFM-Medienproduktion als neugegründete Werbeagentur, Seite 2007 mein Lieblingsprojekt und mittlerweile erfolgreicher Unternehmensbestandteil www.digiprinz.de und jetzt seit Januar 2008 die Neueröffnung meines Fotostudios im Saarland (St. Ingbert) www.glamour-foto.de . Bei all diesen Aktivitäten kann man sich vorstellen, dass die Zeit für meine Hobbies, Sport, Musik und Reisen leider viel zu wenig gworden ist…

Christian Fickinger


MG : Du beschäftigst Dich ja schon eine Weile mit der Fotografie – wie bist Du dazu gekommen ?

CF : Das ist eine ganz lustige Geschichte. Ich bin vor einigen Jahren von der Firma aktivoptik – meinem damals größten Kunden der Werbeagentur – quasi dazu gezwungen worden, weil Ihnen die Preise der damaligen Fotografen einfach zu hoch waren und die Ergebnisse waren eher durchschnittlich. Kurz gesagt, der Inhaber der Optiker-Kette hat mich einfach angesprochen, wenn wir doch sowieso die Designs der Werbung entwickeln, ob wir denn niemanden hätten der das übernehmen könnte… Das war für mich der Anlass in eine digitale Spiegelreflex zu investieren und hab mich daran versucht… dach sehr kurzer Zeit waren meine Ergebnisse nicht schlechter als die der Fotografen vorher…
Und schon hatte ich den Auftrag ;)

MG : Auf Deiner „Über mich“ – Seite erwähnst Du, dass Du „weder die guten alten Werke der analogen Fotografie noch die unglaublichen MIttel der modernen Bildbearbeitungstechniken predigst und stattdessen den Weg zum Ziel als wichtig erachtest. Wie gestaltet sich dieser ?

CF : Ui.. da hast Du mich aber ein wenig missverstanden. Mein Credo auf meiner Homepage lautet: „Ich predige weder die „guten alten Werte“ der analogen Fotografie noch die unglaublichen Mittel der modernen Bildbearbeitungs-Techniken. Keiner dieser „Philosophien“ würde ich mich unreflektiert unterordnen. Bei mir ist das „Ergebnis das Ziel“, nicht der Weg dorthin!“ Damit will ich ausdrücken, dass ich ergebnisorientiert arbeite. Das bedeutet, dass es für mich relativ unwichtig ist ob mein Bild schon direkt beim Fotografieren „fertig“ mache (Bildausschnitt, Licht, Kontraste usw…) oder ob ich das Foto erstmal als „Rohmaterial“ ansehe und daraus dann per EBV mein Ziel erreiche. Ich versuche bei meiner Arbeit für meine Kunden immer den effizientesten Weg zum gewünschten Ergebnis zu finden.

MG : Wie siehst Du das Fotografie-Business? Wie und ob kann man es Deiner Meinung nach schaffen, erfolgreich davon zu leben ?
CF : Auch hier gibt es kein Patentrezept aus meiner Sicht. Es ist ja auch die Frage in welchem Bereich des Fotografie-Business man es schaffen möchte davon zu leben. Die Spitze zu erreichen und für namhafte Magazine zu fotografieren ist ein langer steiniger Weg, der nicht nur von sehr viel „Können“ geprägt ist, sondern da gehört auch sehr viel „Networking und Marketing“ dazu. Die richtigen Leute an den richtigen Stellen zu kennen ist dafür unabdingbar. Aber auch im regionalen Umfeld gibt es viele Möglichkeiten mit Fotografie Geld zu verdienen. Auch wenn es trocken, staubig und wenig glamourös klingt… Aber Portraits für z.B. Unternehmen, Hochzeitsfotografie, Kinderfotografie, Produktfotografie und vieles mehr sind Butter und Brot-Jobs von denen man auch Leben kann. Alles in allem ist es aber wirklich schwierig geworden von Fotografie alleine zu überleben.

Christian Fickinger


MG : Deiner Seite entnehme ich, dass Du auch Fotografie-Seminare anbietest. Wieviel Wissen muss man z.B. zu Lichtworkshop mitbringen ?
CF : Ja das stimmt. Ich leite regelmäßig Workshops im Bereich Fotografie und natürlich auch in meinem ursprünglichen Hauptgebiet der Bildbearbeitung. Eigentlich muss man kein Wissen über Lichtsetzung oder Studiofotografie im Allgemeinen mitbringen. Man sollte nur seine Kamera bedienen können und Blende, Belichtungszeit und Schärfentiefe sollten keine Fremdwörter sein. Dann ist es keinerlei Problem daran teilzunehmen. Aber auch blutige Anfänger dürfen kommen, ich bin da sehr geduldig *lach* Wer über meine Workshops gerne informiert werden möchte, darf sich auf www.glamour-foto.de natürlich gerne in meinen Newsletter eintragen. Über diesen Weg informiere ich immer über neue Workshopangebote.

MG : Im Web findet man Dich unter anderem als CEO von Digiprinz wieder. Wie kam es zu der Idee ?

CF :
*lach* ja auch das stimmt. CEO klingt so wichtig, dabei sind wir nur ein wirklich kleines (aber feines) Unternehmen ;) Da wir die gesamte Technik inkl. dem wirklich sehr fundierten Knowhow im Bereich „Farbmanagement“ sowieso besaßen, hat sich die Idee „Digiprinz“ förmlich aufgedrängt. So ergab sich in meinem Unternehmen ein in sich geschlossener Kreis aus Werbung – Fotografie und einem Service für Fotografen. Da ich selbst Fotograf bin weiß ich worauf andere Fotografen Wert legen und das setzen wir konsequent um bei Digiprinz.de. Inklusive meinem Grundsatz, dass gute Beratung für unsere Kunden unabdingbar ist. Daher wird man ein „Call-Center“ bei uns vergeblich suchen. Wer die Hotline anruft erhält sofort von einem kompetenten Mitarbeiter Hilfe!

Christian Fickinger


MG : Christian, welche 3 Foto-Lern-Tipps, Ideen oder Ratschläge würdest Du einem Beginner geben ?
CF : Ich kann jedem Anfänger nur raten: „Rede nicht, mach Bilder“ *lach*. So simpel sich das anhört, man wird nur vom „Machen“ besser. Hilfreich finde ich es auch sehr sich in einer netten Community im Internet zu beteiligen, da gibt es so viele wirklich sympathische Grüppchen, bei denen man sehr gute Ratschläge und Bildkritiken bekommt. Die Grundlagen kann man sich in guten Büchern anlesen, Workshops sind super Möglichkeiten direkt die Praxis beigebracht zu bekommen. Und kwerfeldein.de lesen natürlich ;)

Christian Fickinger

MG : Vielen Dank für Deine Bereitschaft, Dich in diesem Rahmen interviewen zu lassen !
CF : Hab ich sehr, sehr gerne gemacht! Vielen dank zurück für Deine spannenden Fragen!

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4 Kommentare

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  1. Sehr interessantes Interview!
    Ich bin neulich über Deinen Werbelink auf Digiprinz aufmerksam geworden und habe mir die Produkte mal angesehen.

    Auf meine technische Anfrage per Mail bekam ich innerhalb von 5 Min eine Antwort… Das ist denk ich Support-Rekord :-)

  2. Danke Martin! Interessantes Interview. So ähnlich bin ich auch zu Fotografie gekommen. Professionelle Fotografen waren für meinen Arbeitgeber zu teuer. Da ich anfangs für Produktdesign verantwortlich war und mittlerweile für die grafische Bearbeitung zuständig bin, habe ich auch den Bereich der Produkt- und Objektfotografie übernommen. Mußte aber sehr viel Lehrgeld zahlen, zumal die Ausrüstung sehr spärlich war. Von einem Fotostudio kann ich noch lange träumen.
    Ob ich gleichwertige Ergebnisse wie professionelle Fotografen erziele, müssen andere beurteilen. Aber ich kann zumindest behaupten, dass ich aus den wenigen Möglichkeiten, die ich habe, schon das Optimum heraushole. Ich gebe aber die Hoffnung nicht auf, dass mehr möglich ist. Daher ist ein Netzwerk äußerst wichtig. Dadurch finde ich immer wieder neue Infos und kann auch immer wieder etwas dazulernen.

  3. Ich würd sagen dieses Interview spiegelt meinen Eindruck wieder, hab mit Christian schon diverse Projekte angedacht und teilweise auch umgesetzt:-) Schnell, Gut und beratend! Auf zu neuen Wegen…..