Kwerfeldein
30. Januar 2008 Lesezeit: ~5 Minuten

Die Arroganz und ihre Opfer

Eine Kritik an der deutschen (Hobby-) Fotografiecommunity.

Kwerfeldein.de ist nicht gerade bekannt für offene Kritik an Organisationen und schon gar nicht an Personen – mit denselben werden Problematiken persönlich geklärt und die Stimmung meines Weblogs galt auf bisherigem Weg der positiven Seite der Fotografie. Und dennoch möchte ich heute eine Sache ansprechen, welche mir schon länger “auf der Seele brennt”. Wundere Dich nicht über meine Argumentation, sie ist sehr geprägt von meiner pädagogischen Bildung – was nicht bedeuted, dass ich hier heute den MoralErzieher raushängen lassen möchte, nein ich möchte einfach mal den Finger in eine Wunde legen, welche ich schon lange als “schmerzlich” empfunden habe. Auch sehe ich mich nicht als jemand, der folgendem Misstand überhoben ist und selbst damit keine Probleme hat. Nein, ich sehe mich als ein Beobachter in der Gruppe. Wohlbemerkt lassen sich meine Feststellungen nicht auf alle Fotografen übertragen (ich kenne einige Gegenbeispiele und habe grossen Respekt vor ihnen)- aber dennoch auf viele,mich selbst mit eingeschlossen.

Nun aber mal Klartext.
Meiner Meinung nach ist eins der grössten Probleme, welches wir, die deutsche (Hobby-) Fotografiecommunity haben das, dass wir uns im persönlichen Umgang miteinander und ganz besonders mit “Aussenseitern” äussererst schwer tun. Immer wieder zeichnet sich vor meinen Augen ein Szenario ab, bei welchem ich mich a) selbst als Mitwirkender sehe und b) nach distanzierter Reflexion nur den Kopf schütteln kann.

Ein Beispiel.
Es fällt uns äusserst leicht, unser Know-How über technische Details preiszugeben und das in allem Möglichen Formen. Es gibt Fotografen, die können Dir alles erkären : Von der Entstehung der Lochkamera, den technischen Rafinessen der Chipsätze vom Morgen bis hin zur perfektionierten Retusche in 3 Minuten. Alles in allem eine lobenswerte Sache. Die Frage die sich mir dabei stellt ist aber : Wen interessierts ?

Ja genau, WEN interessierts habe ich gesagt. Diese Frage hängt mir schon seit Monaten im Ohr und genau an das erinnere ich mich, wenn ich die meinige Klappe aufmache und mit jemandem spreche, der gerade am Anfang steht zu fotografieren oder gar mit der Fotografie nur bedingt zu tun hat. Denn diese sind es, wenn ich von Opfern spreche. Denn bei denen kommt auf der Emfängerseite nur eines an : %$:<^Y”Ä$;X`Y?D. Und nicht nur das, was man im deutschen Volkesmunde den verehrten Bahnhof nennt erreicht mein Gegenüber. Sondern auch : Ich Chef, Du nix. Ich bins, Du nicht. Ich oben, Du ganz unten. Ich Guru, Du Vollidiot. (1)

Die Grenze

Das alles ist ja noch schön und gut, solange wir innerhalb unseres Gettos mit Gleichgesinnten über die Auswirkung eines 10tel Blendenwertes bei Mittnacht philosophieren. Damit habe ich ein geringeres Problem. Es wird – so denke ich – besonders schwierig, wenn wir mit Leuten Umgang haben, die eben nicht so ticken, wie wir – die einen anderen Wissensstand sowie noch nicht den gleichen Erfahrungsstand haben wie wir.

Es gibt Menschen, die können mit einem solchen Verhalten gut umgehen. Die drehen sich auf dem Absatz um und wir Fachidioten fragen uns warum wir so verdammt alleine sind. Andere können damit eben nicht gut Umgehen, und das sind – ich wiederhole mich – die Opfer, welche mir leid tun. Denn die glauben wirklich : Ich nix, ich ganz unten. Das sind die verunsicherten, oft hochbegabten Fotografen, die sich trauen zu sagen was sie können, denn sie rechnen schon mit einem Gegenwind von Technikgeschwalle und Luftblasengefurze bis die Schwarte kracht (1).

Wir sind die Nerds
Vielleicht bin ich einer der wenigen, die es so versteht, aber genau damit verbinde ich das Wort “Nerd”. Klar, jede Gruppe von Spezialisten hat ihre Fachidioten, das ist nichts neues. Was es aber unter uns Fotografen so schlimm macht ist dummerweise das, dass wir uns als “Künstler” verstehen und somit die Nase sowieso dort tragen, in der Mitte des Irokesenschnittes. Ganz weit oben (1).

Ich selbst bin dieser Schwäche schon zu häufig verfallen und weiss auch, wie schwierig es ist, aus diesen so bequemen und sicheren Stifeln herauszutreten und mal in die Schuhe des anderen zu schlüpfen. Sich zu fragen, wie er denn die Sache sieht – wie das, was ich sage auf IHN wirkt. Aber dennoch glaube ich, dass dies eins der wenigen Heilmittel für unsrere Krankheit ist : Empathie, Einfühlungsvermögen.

Fragen, die wir uns stellen können

und um welche wir mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht herumkommen, wenn wir uns veränden wollen: Was geht gerade in meinem Gegenüber ab ? Was sind seine Bedürfnisse ? Rede ich evtl. an ihm komplett vorbei ? Habe ich mich schon wieder in den Himmel gelobt ? Wie wirkt das auf ihn / sie ? War ich evtl. etwas verletzend ? Kann mein Gesprächspartner das verstehen, was ich gerade gesagt habe ?

Zum Abschluss möchte ich noch ewähnen, dass dieser Text meine persönliche und keinenfalls perfekte Sicht der Dinge darstellt. Ich beanspruche nicht, alles in diesem Bereich verstanden zu haben noch die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben. Und dennoch glaube ich, dass wir weiterdenken müssen, und uns fragen müssen wer wir sind, wie wir auf andere wirken und wo wir hinwollen – nicht nur als Einzelne, sondern auf als Kollektiv.

(1) : Übertriebe Bildsprache zur Verdeutlichung des Problems. Kein wörtliche Interpretation empfohlen.

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36 Kommentare

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  1. Dein Wort in Gottes Ohr, bzw. jenen Mitgliedern der deutschen (und in meinem Fall österreichischen) Hobbyfotografencommunity, die sich auf beiden Seiten (es gehören ja immer zwei zum Streiten) an der Nase nehmen sollten! Danke.

  2. Wow, vielen Dank für den Beitrag! Ich sehe mich auf der Seite der Anfänger und habe auch nach mehreren Jahren (!) mit einer Kamera noch immer das Gefühl nicht viel zu wissen, weil ich mich nicht traue “den Profis”, Fragen zu stellen bzw. meine Bilder zu zeigen. Hoffen wir, dass deine Einsicht noch viele andere erreicht :-)

  3. Erstmal finde ich deine Überlegungen gut. Aber diese ganzen Frage die du im letzten Teil aufzählst haben ja nur bedingt mit Fotografie zu tun. Das sind ja im Grunde genommen ganz existentielle Fragen die sich jeder Stellen sollte, egal ob Fotograf oder irgendwas anderes. Ich finde diese Denkweise gut und kann das nur unterstützen, würde es aber meinen Erfahrungen nach nicht nur auf die Fotografen anwenden.

    Mal noch was anderes, sind denn nur deutsche Fotografen so? Sind französische, englische, amerkianische, etc anders? Generell kann ich auch nur nochmal sagen, dass ich gar cniht wusste, dass die deutschen Fotografen überhaupt so schlimm sind. Aber das rührt einfach daher, dass ich leider noch nicht so viele persönliche Kontakte zu andere (Hobby-)fotografen hatte. Vllt liegts aber auch gerade daran?!

  4. Blogartikel dazu: Möchten deutsche Fotografen ihr Wissen nicht weiter geben?

  5. Verallgemeinern lässt sich die hier angesprochene Kritik nicht, das ist klar! Aber es gibt eben jene Fälle, in denen Neulinge, die wirklich keine Ahnung von der Materie haben, sich an Profis wenden und unsanft abblitzen. Man muss hierbei das Verhältnis betrachten. Als Nikon-User habe ich mich – ohne jetzt Werbung machen zu wollen! – damals im Forum “NikonPoint” angemeldet und Fragen gestellt. Dabei bin ich durchwegs(!!!) auf hilfsbereite und konstruktive Tipps gestoßen. Hilfsbereite Menschen lassen sich überall finden, vor allem dann, wenn man freundlich fragt und seinen Hintergrund angibt – jedenfalls ist das meine Erfahrung!
    Trotzdem habe ich einen Tipp für diejenigen, die nur blöde Antworten auf die Fragen der Neulinge geben: Einfach nicht antworten und diese Beiträge in Foren erst gar nicht lesen; damit schüchtert ihr Neulinge a) nicht ein und könnt b) euren Sonnenbrand vom nah an der Sonne leben allein genießen!

  6. Hi Martin!

    Interessanter Artikel – find ich gut, dass Du das hier reinstellst. Ich hoff mal, ich hab Deinen Ounkt richtig verstanden und werd hier meinen Standpunkt dazu los:

    Ich würde Dir insofern Recht geben, dass es schade ist, dass durch die altkluge, herablassende Art, die sich manche Fotografen anmaßen, Neulinge eher abgestoßen fühlen, als dass man deren Interesse weckt und sie mitreisst.
    Gerade die Technikgeilheit ist da sicher ein Punkt, der es den meisten Anfängern eher vermiest und wo viele “Insider” leider meistens vergessen, dass sie auch mal irgendwann klein angefangen haben.

    Andererseits ist dieses Verhalten definitiv in jeder “Szene” zu beobachten. Egal ob IT/Hacker-Szene, Musikszene, Sport oder sonstiges. Genaugenommen ist das ja sogar Sinn und Zweck von einer Community, sich auch abzugrenzen und sich untereinander durch ein gemeinsames Interesse zu definieren. Und oft merken es die Fachidioten ja auch gar nicht, wie sie ihr Gegenüber mit unsinnigen Details zu ihrem Lieblingsthema abhängen.

    Man kann nur hoffen, dass sich Einsteiger nicht davon abhalten lassen, sondern nach dem Motto “jetzt erst recht” umsomehr mitmischen, Fragen stellen, sich nicht kleinkriegen lassen… nur durch Nachwuchs kann eine Szene lebendig bleiben.

    In diesem Sinne
    Grüße, gato

  7. Mir fällt da sofort DIE eine Fotocommunity und vor allem deren Forum ein. Alles Profilneurotiker dort! ;)
    Wenn man’s aber einzuordnen weiß und das Gehabe nicht all zu ernst nimmt, dann ist das Mitlesen mitunter ganz spaßig! Leben und leben lassen.

  8. Danke! Ich kann nur immer wieder danke für diesen schönen Artikel sagen. Du sprichst das aus, was viele “Einsteiger” Tag täglich erleben. Und man muss sagen, leider erleben. Ich würde mich freuen, wenn Du mit diesem Artikel einen Denkanstoss geben könntest, fürchte allerdings auch, dass viele Fotografen sich fälschlicher Weise versuchen eben gerade über die Form der Sprache zu profilieren – und zu hinterfragen bleibt, ob ein Fotograf als Ausdrucksmedium die Sprache braucht!

  9. ich denk es fängt schon da an, sich die frage zu stellen, wer sich eigentlich alles “fotograf” nennen darf/sollte. is jeder der fotos macht, auch ein fotograf? dann wär ich ja auch schneider, nur weil ich mri eine tasche näh?

    und da fängts dann an, dass sich die einen extrem gut fühlen, obwohl sie eigetnlich ziemlich durchschnittlichen “mist” fabrizieren, aber trotzdem genügend aufmerksamkeit und lob kriegen. und auf der andren seite sind die unbekannten, aber extrem begabten, die in der masse untergehen und übersehen werden.

    das problem is aber wohl, dass sich viele anfänger ganz einfach nicht trauen, nachzufragen, weil sie angst haben, dass sie dann blöd da stehen, weil sie etwas nicht wissen, dass man scheinbar einfach wissen MUSS. da ist das internet mit seinen diversen blogs und communities als informationsquelle eben etwas humaner. da muss man sich nicht “blamieren”, weil man etwas nicht weiß.

    aber wie bereits erwähnt wurde. das geht wohl in allen bereichen so. niemand “outet” sich gerne, dass er etwas nicht weiß. jeder will sich bestens präsentieren. und so auch die fotografen.

  10. Sehr schöner Artikel und, ja, ich sehe den Pädagogen leibhaftig vor mir. Ich finde, das “Problem”, wenn es denn überhaupt eins ist, stellt sich bei allen Aktionen im Leben. Gibt halt verschiedene Charaktere und an Schwierigkeiten kann man besser werden und wachsen.
    Jeder.
    Ich fotografiere noch nicht seit langer Zeit und bin auch einer von denen, die den Technikfetischisten aus dem Weg gehen (habe ich Foto-Foren erwähnt?). Aber nicht, weil ich mich unterlegen fühle, sondern weil sie mir auf die Nerven gehen. Und siehe da, ich habe gleich eine Menge anderer Menschen gefunden. Vorteil der Vernetzung.
    Trotzdem ist Selbstreflektion immer eine gute Sache, um im Leben vorwärts zu kommen. Mutig, sowas hier aufzuschreiben.

  11. man man man, welche Laus ist denn Dir über die Leber gelaufen? Das ließt sich, als hättest du einen wirklich schlechten Tag gehabt und musstest das alles mal in den Orbit blasen.

    Meine grundsätzliche Meinung dazu ist, dass es sicher in jeder Community oder Szene so ist, dass Außenstehende erstmal die Sprache erlernen müssen. Da musste wohl jeder Fotograf durch, der sich in die Hobbyfotografenszene begibt und das muss auch jeder Autofahrer erfahren, wenn er sich in die Tuningszene begibt. Ich denke nicht, dass es nur bei den Hobbyfotografen so ist. Grundsätzlich ist es so, dass ich mich mit den Begrifflichkeiten vertraut machen muss, um bei einem Thema mitreden zu können. Da wächst man rein… das kommt von ganz allein.

    Es liegt jeweils an den Charakteren, mit denen man verkehrt, ob man wirklich Hilfe am Anfang bekommt, oder vielleicht nur Hohn und Spott erntet.

    Was allerdings zu beobachten ist, ist die Tatsache, dass so mancher Fortgeschrittene Fotograf oder Bildbearbeiter aus seinem Können ein Geheimnis macht und es als allzu schwarze Kunst verkauft. Was es im Prinzip gar nicht ist.

  12. Interessant, interessant.
    Einerseits bestätigen sich deine Aussagen aus meiner Erfahrung heraus her schon recht deutlich. Andererseits frage ich mich, ob das nicht an allen Stellen, an denen Profis (oder solche, die sich dafür halten) mit der Anfängerrealität in Berührung kommen, also nicht nur in Deutschland, nicht nur in der Fotografie. Ich finde, da ist es schwer zu selektieren.
    Du hast meine Stimmungslage auf den Punkt getroffen, was Foren udn Communities angeht, aber wahrscheinlich kommt man immer an einen Punkt, an dem einem so eine Sache ausgenudelt vorkommt. Ich war bis vor kurzem ziemlich aktiv in einem deutschen Forum und habe dies auch aufgrund von Zeitgründen aufgegeben. Allerdings kamen bis zum Ende immer wieder neue User dazu, die aller Hochnäsigkeit zum Trotz etwas lernen konnten und wollten von den “alten Hasen” im Forum. Das ist dann doch wieder positiv und wenn es einem dann reicht, kann man sich ja – wie im echten Leben auch – abnabeln.

  13. Ich versuche das einfach zu halten. Nur antworten wenn jemand fragt. Und nur das was er gefragt hat. Gelingt nicht immer, aber meist.
    Bei Foren und Communities ist meiner Meinung nach nötig, ein wenig zu selektieren. In der Fotocommunity geht es eher derbe zu, was aber an wenigen einzelnen liegt. Ich persönlich suche Rat in kleineren Foren mit gemäßigtem Ton.

  14. Die Sache ist, es ist leider in jeder “Community” so. Obs Fotos, Autos, Film, was auch immer ist. Es liegt leider in der Natur der meißten ein kleines Ego zu haben und sich profilieren zu müssen, was erstmal noch nichtmal böse gemeint sein muss, aber aus “angst” entsteht. Es gibt halt nette, hilfsbereite LEute it einem gesunden Ego, die wissen was sie könne und sich nicht ständig profilieren könen und dann gibts die ganzen “negativen Abstufungen”… nett, aber wenig bis kein Ego, nicht nett und wenig bis kein Ego, etc. etc… ignorieren ist da bestimmt die beste Lösung.

  15. Ich lese einige englischsprachige Blogs und in einigen flickr-Foren und kann Martin da insofern zustimmen, als dass ich dort einen viel freundlicheren Umgangston finde als in deutschen Foren (DSLR oder FC z.B.).

    Ein besonderes Beispiel, das ich hier nennen möchte: die Hochzeitsfotografen-Szene in Amerika. Als ich mit Hochzeitsfotografie angefangen habe, wollte ich mich mal inspirieren lassen und bin recht schnell auf Leute wie Becker, Jessica Claire, Anne Ruthmann gestoßen. Die haben erkannt, dass es ein Wettbewerbsvorteil ist, wenn man untereinander eine freundliche Community pflegt und sich hilft. Sie erzählen ganz freigiebig von ihren Techniken und geben Tips für selbständige Fotografen in Blogposts und Videos. Schaut euch z.B. mal http://www.thebschoolblog.com/ an.

    Anderes Beispiel die strobist-Bewegung. Ist auch der Hammer, wie David Hobby seine Blitztechniken und -tricks aus jahrelanger Erfahrung weitergibt…kostenlos.

    Hab ich persönlich in Dt. noch nicht erlebt von professionellen Fotografen.

  16. Hi Martin,

    ich finde, das ist ein wirklich guter Artikel ueber ein Problem,
    das sicher auch auf andere Bereiche uebertragen werden kann.

    Ich bin seit circa einem Jahr beim Fotografieren, habe eine Menge
    gelesen und bin doch immer noch Anfaenger. Manchmal trifft man Leute,
    die nur angeben wollen und Neulinge behandeln als waeren es Idioten.
    Solche Leute finde ich total daneben.
    Ich kenne aber auch andere Experten, die sehr darauf bedacht sind,
    auch Neulingen zu helfen. Diese Leute erinnern sich meist noch an
    die eigenen Anfaenge und das ist etwas, was man nie vergessen sollte!!

    Besonders gute Erfahrungen habe ich in Sachen Hilfsbereitschaft
    uebrigens in Amerika gemacht:
    Jeden, dem ich bisher eine Frage gestellt habe, hat mir (wenn auch
    kurz geantwortet). Dabei war es egal, ob es ein Michael Reichmann,
    Moose Peterson oder ein Blogautor war.

    Und das ist genau das, was meiner Meinung nach wichtig ist:
    Hoeflich fragen und ebenso hoeflich antworten, wenn man gefragt wird!

    Seid nett zueinander, man weiss nie, wann man selbst mal Hilfe braucht,
    Marc

  17. Blogartikel dazu: Digitale Fotografie Lernen - Deine Fragen | Digitale Fotografie Lernen - KWERFELDEIN - Martin Gommel

  18. “[…] Wo genau siehst Du Probleme ? […]”

    @Martin: das eine Problem sehe ich darin, dass viele (und da erwisch’ ich mich selbst auch hin und wieder dabei) nicht genügend respektvoll mit dem Gegenüber umgehen, vorallem was die Wortwahl anbelangt. Auf der anderen Seite darf man sich als Empfänger einer Kritik von o.g. Wortwahl nicht täuschen lassen und sollte nur den Inhalt aufnehmen. Jeder hat schließlich mal einen schlechten Tag, nur leider beeinflusst uns das alle in der Qualität mit welcher wir kommunizieren. (Anm.: Ausnahmen gibt’s immer, die zählen aber zu den Unverbesserlichen *haha*)

  19. Diese Beobachtung habe ich auch in anderen Bereichen gemacht, dass “Profis” die Anfänger etwas herablassend behandeln. Andererseits habe ich bisher auch immer wieder Leute getroffen, die auf die Newbies eingegangen sind und alle Fragen geduldig beantwortet haben. Das ist in den verschiedenen Foren und Communities natürlich unterschiedlich ausgeprägt. Man muß sich halt Zeit nehmen, alles zu durchforsten und irgendwann findet man auch die richtigen Leute. Aber wer hat heutzutage schon Zeit. ;-)

    Ich finde es trotzdem gut, dass du zu diesem Thema Stellung bezogen hast.

  20. Viele meiner Einschätzungen zum Thema wurden schon genannt, aber ich möchte noch etwas hinzufügen. Die Anfängerin soll sich nicht so schnell entmutigen lassen. Sich selbst ernst nehmen als jemand, der ein Anliegen hat und die Frage selbstbewusst stellen, dann bekommt man meist auch eine Antwort. Wenn einem nur Fachjargon entgegenschlägt: nachbohren, fragen, ob ER (arrogante Fachidioten = 98 % männlich) es einem auch mit einfachen Worten erklären könnte. Oder, wenn gerade keine Zeit ist, nach guten Informationsquellen erkundigen.
    Auch Kritik muss man nicht widerspruchslos hinnehmen; vielleicht möchte man nicht den Ausschnitt so, wie der Kritiker ihn haben will, sondern möchte etwas ganz bestimmtes damit aussagen, auch wenn es gegen Regeln verstößt (die man vielleicht kannte, oder auch nicht).
    Nach meiner Erfahrung entwickeln sich aus solchen Nachfragen oder dem eigenen Hartnäckigbleiben die interessanteren Diskussionen über Fotos und Bildgestaltung. Und nur die bringen uns wirklich weiter.
    Unbelehrbare arrogante Schnösel gibt es immer, denen gehe ich einfach aus dem Weg.

  21. Soeben habe ich mal wieder bei kwerfeldein vorbeigeschaut und… hoppla, ganz ungewohnte Töne vernommen!
    Von Martin Gommel ist man ja eher leise und freundliche Töne gewohnt – was ja auch wohltuend ist neben dem ganzen Geschrei, das man insbesondere in den diversen Fotografieforen findet.
    Umso überraschender erscheint ein Artikel, der überschrieben ist mit “Die Arroganz und ihre Opfer. Eine Kritik an der deutschen (Hobby-) Fotografiecommunity.”
    Ob nun auch auf kwerfeldein ebensfalls ein periodisch oligatorische fotocommunity-Bashings abgehalten werden…? Nein, so platt ist es nun nicht, und war es auch nicht zu erwarten.
    …weiter auf realfragment.

  22. Hallo Martin,

    ein wahrlich interessantes Thema, dass Du da aufgreifst. Der Meinung zahlreicher Vorredner kann ich mich eigentlich nur anschließen. Ich persönlich darf mich zu der Kategorie “Anfänger” zählen. Es fällt mir oft schwer, hier im Netz den richtigen “Angriffs-” Punkt für meine fotografischen Probleme zu finden. Vieles, was hier im Netz offenbart wird, trifft nicht die Kümmernisse, die mich als Anfänger (Abstimmung von Blende und Belichtung, Schärfentiefe, unschöne Farbdarstellung….) beschäftigen, sondern sind eher sehr detailverliebt und zum Teil für die Kategorie “Anfänger” nicht immer so nachvollziehbar.
    Ob man allerdings von einer “Arroganz” sprechen kann, weiß ich nicht. Viele der Leute (auch DU), die hier im Netz ihre Fotos zeigen, haben den Punkt des Anfängers bereits überwunden und zeigen mit ein wenig Stolz ihre Ergebnisse. Es hängt allerdings immer vom Betrachter ab, wie er mit diesen zum Teil genialen Ergebnissen umgeht.

    Interessant für uns “Aussenseiter”, also die Anfänger, wäre sicherlich mal eine Serie von all diesen Grundkenntnissen (s.o.), vielleicht in Form eines kleinen Wettbewerbs. So ist es uns dann vielleicht auch mal möglich, in Zukunft so geniale Shots zu präsentieren, wie der Martin Gommel das tut :-). Vielleicht helfen solche Aktionen, diese Mauer zur erwähnten Arroganz ein wenig einzureissen.

    Zudem stelle ich immer wieder fest, dass der Ton in vielen Communities nicht immer sehr entgegenkommend ist – was sicherlich auch mit der Sprachwahl und der Formulierung der Probleme zusammenhängt. Viele Fragesteller, deren Fragen nach zahlreichen Post und mitunter auch dummen Antworten immer noch unbeantwortet sind, resignieren mit der Zeit.

    Seid einfach nett zueinander, denn ihr wisst nie, ob ihr irgendwann mal Hilfe von der Gegenseite benötigt.

    Ich jedenfalls lasse mich auch als Anfänger nicht entmutigen und nehme viele schlechte Shots in Kauf, wenn denn auch der ein oder andere gute Shot dabei herausspringt.

  23. Blogartikel dazu: Abkehr | Hirnschrittmacher

  24. Blogartikel dazu: fotografr.de » Blog Archive » Und sie reden doch! (nur nicht online)

  25. Blogartikel dazu: Konzerte fotografieren … | Digitale Fotografie Lernen - KWERFELDEIN - Martin Gommel

  26. “Nanu?” dachte ich mir, als ich die Einleitung las – und bin nun irgendwie keinen Deut schlauer.
    Ich gebe dir hundertprozentig in sämtlichen Punkten Recht – aus meiner Sicht als Anfänger heraus. Klicke ich mich durch diverse Foren und frage irgendwelche “Spezialisten”, fällt mir meistens sehr schnell auf: Die Können’s. Die wissen’s. Und das wollen sie auch zeigen.
    Das Problem ist nicht, dass keine Tipps weitergegeben werden – zumindest in meinem Stadium, wo mir noch so viele Kenntnisse fehlen, dass ich quasi in jedem Post irgendwo irgendwelche Tipps finde – sondern das, was weiter oben bereits als Profilneurose beschrieben wurde.

    Jungens, seien wir doch mal ehrlich – und da zähle ich mich selber, wenn auch als Anfänger, zu der Zunft der (Hobby)Fotografen hinzu:
    Fotografie hat etwas mit Leidenschaft und Enthusiasmus zu tun – das haben wir.
    Aber Fotografie ist zu einem großen Teil auch TEchnik.
    Und die kann theoretisch jeder lernen, der dazu bereit ist.
    Es ist also ein völlig deplatzierte Standesdünkel, wenn jemand sich über seine Mitmenschen, die nicht oder erst kurz oder schlechter fotografieren als er selbst, mokiert, weil er zufällig gerade irgendwelche Belichtungszeiten auswendig kann und damit zwei tolle Fotos geschossen hat. Selbiges gilt für jemanden, der sich zwei dicke Kameras, zig Objektive, Blitze, Softboxen, Stative, Programme etc. alles zugelegt hat – und sich jetzt für den besten Fotografen ever hält.

    Es sagt ja keiner, dass es nicht zu dem entsprechenden Zeitpunkt so sein kann. Aber es kann auch niemand beweisen, dass es so ist. Als “Profi” outet man sich nicht durch Arroganz. Die sieht nämlich nur von oben aus wie Niveau.

  27. Blogartikel dazu: Hirnschrittmacher » Abkehr

  28. Blogartikel dazu: Die 25 meist gelesenen Fotografie Artikel | Digitale Fotografie Lernen - KWERFELDEIN - Martin Gommel

  29. Hallo Martin,

    Dein Umut über Internet Foto-Foren spricht mir in weiten Teilen aus dem Herzen. Ich bin Berufsfotograf und habe vor zwei Jahren in verschiedenen Foren den Austausch über eigene Fotos und die von anderen Fotografen gesucht. Inzwischen habe ich das aufgegeben. Mich hatte sehr interessiert, welche Empfindungen Fotos bei den unterschiedlichen Betrachtern auslösen. Mir kam es aber so vor, als wenn sich eigentlich kaum jemand in dieser Art in seinen Beiträgen und Kritiken riskieren mochte und dass es wenig Interesse an der Geschichte (an dem was das Bild erzählt)eines Bildes gab. Anmerkungen zur Technik und zur Gestaltung sind da leicht, in hoher Anzahl und sehr schnell zu bekommen. In den meisten Fällen wurden Bilder aber völlig isoliert von ihrer Aussage und ohne den Versuch einer Interpretation allein über formelle Kriterien bewertet und diskutiert. Man stelle sich einmal vor, da würden Literaturkritiker zusammen sitzen und sie diskutierten einen Roman allein darüber, wie sie z.B. Satzbau, Bucheinband und Druck finden. Ich glaube, so eine Kritikerrunde hätte nur die zusammensitzenden Kritiker als Zuhörer. Und wenn der Autor dumm ist, dann schreibt er vielleicht einen Roman, der jetzt ganz für die Kritiker gedacht ist und wenn der Autor klug ist, dann wird er sich frei machen von dieser Kritikerrunde in der er ja nur geistig verarmen kann, weil er dort nicht die Nahrung bekommt, die seine Kreativität fördert.

    Vielleicht ist die Begrenzung auf technische Aspekte eine Bildes für viele Forums-Autoren ein sicherer Boden auf dem man sich austoben kann, ohne wirklich etwas über das eigene Erleben der Wirkung eines Bildbeitrages und damit ja auch zwangsläufig etwas von sich selbst mitzuteilen.

    Es ist gut möglich, dass ich einen viel zu hohen Anspruch an Internet-Foren hatte. Ratschläge und Erfahrungen im Bereich Technik und Service ( “wie gut ist diese oder jene Blitzanlage”) sind oft informativ und können helfen sich einen Überblick zu verschaffen. Dafür, meine ich, kann man Fotoforen sehr gut nutzen (sofern man selektieren kann). Eine Kommunikation über Bildaussagen und über die Eindrücke, Gefühle und Gedanken, die ein Bild auslöst, über die Motivation hinter dem Motiv eines Fotografen und wie er seine Absichten hätte vielleicht noch “besser” ausdrücken können, habe ich sehr selten in Fotoforen erlebt. Das wäre aber das eigentlich fruchtbare für mich gewesen.

    Viele Grüße und weiterhin viel Spaß mit der Fotografie wünscht

    Helmut

  30. Du sprichst mir hier aus der Seele. Ich bin in jeder Hinsicht ein Amateur, allerdings mit einer großen Leidenschaft und Bestreben zu lernen. Aufgrund der Dinge, die du hier angesprochen hast, habe ich allerdings aufgegeben mir in Foren oder Communities Tipps geben zu lassen. Es gibt da einfach andere Alternativen zu lernen, ganz einfach zum Beispiel über Literatur oder man sucht den Kontakt zu Fotografen, die man respektiert und deren Meinungen man schätzt. Man kann auch lernen ohne sich von oben herab behandeln zu lassen.
    Natürlich will ich auch nicht gesagt haben, dass jeder so ist und dass alle Foren so funktionieren. War einfach von mir aus eine persönliche Erfahrung.

  31. Gerade habe auch ich überlegt über das Thema zu berichten. Werde es wohl auch tun und erst danach lesen- was du dazu geschrieben hast. Bin gespannt – auf jeden Fall sehr mutig von dir darüber zu berichten.
    Find ich gut!