kwerfeldein
17. Januar 2008 Lesezeit: ~2 Minuten

Bildkomposition : Stauchung in der Landschaftsfotografie

Dies ist ein Gastbeitrag von Ralf-Juergen Stilz, welcher auf seinem nicht unbekannten Blog photoappar.at über Fotografie schreibt. Falls Du seine Seite noch nicht kennst, dann empfehle ich Dir einfach mal vorbeizuschaun und Hallo zu sagen.

Landschaftsfotografie wird ja überwiegend mit einem Weitwinkelobjektiv betrieben, denn nur so bekommt man ja auch alles von der Landschaft drauf, die man fotografieren möchte. Auch die gewünschte große Schärfentiefe lässt sich prima mit diesen Objektiven darstellen. Ich nutze hier am liebsten meine Tokina 12-24mm f/4.0 und Nikon 17-55mm f/2.8 Objektive. So ist zum Beispiel dieses Bild hier, auf meiner Fotoreise letztes Jahr in die schottischen Highlands, mit dem Nikkor entstanden.

Quiraing
Foto: The Quiraing, Trotternish Peninsula, Isle of Skye, Schottland
Nikon D200 – 38mm @ f/8.0 (-0,67)
ISO speed 100 – 1/250 sec.

Eine märchenhafte Landschaft auf der Isle of Skye. Kinogänger unter Euch haben die grüne Idylle sicher direkt erkannt, zuletzt in dem Film Sternwanderer zu bewundern. Aber so schön die Gegend auch ist, das richtige Panoramabild wollte mir einfach nicht gelingen.

Nun, das Weitwinkelobjektiv brachte mich an dieser Stelle nicht mehr weiter, denn die Schönheit der Landschaft liegt auch im Detail verborgen. Und deswegen habe ich mein Nikon 70-200mm f/2.8 VR ausgepackt und bin ins Hochformat gewechselt. Und am folgenden Foto kann man sehr schön erkennen, welchen Effekt ich mit dem Einsatz eines Teleobjektives hervorrufen wollte.

Quiraing
Foto: The Quiraing, Trotternish Peninsula, Isle of Skye, Schottland
Nikon D200 – 200mm @ f/8.0 (-1.33)
ISO speed 100 – 1/125 sec.

Teleobjektive übertreiben die Perspektive indem sie weite Dinge sehr nah heranholen. Motive scheinen hier komprimiert oder auch gestaucht zu werden. Diese Stauchung habe ich mir zu Nutze gemacht, um dem Bild (auch durch den Einsatz des Hochformats) mehr Dramatik zu verleihen.

Diese Technik funktioniert auch sehr gut, wenn z.B. zwischen dem Motiv im Vordergrund und dem Hintergrund eine weite Leere existiert. Durch den Einsatz eines Teleobjektives wird hier der Hintergrund viel näher herangeholt, es erfolgt eben eine Stauchung.

Also, liebe Leser, beim nächsten Ausflug in die Berge auch mal das Teleobjektiv in die Fototasche packen und nicht nur Vögel damit fotografieren. Gutes Licht!

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7 Kommentare

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  1. Blogartikel dazu: Bildkomposition - Stauchung at photoappar.at

  2. Sicherlich ein interessanter Beitrag! Ich bin der Meinung, dass diese „Verweitwinkelung“ der Landschaftsbilder hauptsächlich vom Medium Internet herrührt. In Daumennagel- bis Handtellergröße sehen diese Bilder tatsächlich interessant aus. Allerdings haben sie in meinen Augen oft einen Mangel an Inhalt. Es gibt wenige gute Bilder <28mm (KB) die außer einem anfänglichen „ui“ angesichts des Effektes auch längere Freude bei der Betrachtung bringen. <- Meine Bescheidene Meinung ;)

  3. Der Effekt hat wohl eher mit der Wiedererkennung der Perspektive zu tun.
    Das ist mir schon in meiner Ausbildung aufgefallen: Beim Betrachten eines Fotos wird ein dreidimensionaler Eindruck wiedergegeben, sobald der Betrachtungsabstand dem Verhältnis von Bildgröße zum Aufnahmeabstand nahe kommt. Bei einem kleinen Bild, das mit Weitwinkel entstand müsste man als Betrachter wenige Zentimeter (bei Thumbnails sogar nur Millimeter) vor dem Bild verharren, um die Perspektive zu erleben. Entsprechend groß hat ein Bild mit weitem Winkel zu sein, damit es den Eindruck von Tiefe visuell erzeugen kann. Bei Teleaufnahmen ist der Effekt umgekehrt. Ein Bild kann aus größerem Abstand betrachtet werden und vermittelt dabei dann eine Perspektive. Der für den Tiefeneffekt notwendige Betrachtungsabstand lässt sich je nach Größe des Bilder leicht errechnen. – Dazu muss ich mal schnell einen eigenen, längeren Beitrag schreiben.

  4. @icedsoul: danke!

    @Stephan: ich liebe die Isle of Skye, habe schon öfter da gestanden ;-)

    @Marco: Tragweite, sehr schön!

    @Michael: was die Verweitwinkelung und das Internet angeht, da gebe ich Dir Recht. Oder hast Du schonmal auf der Flickr-Frontpage ein Hochformat gesehen?

    @Adrian: ich bin sehr auf den Artikel gespannt!

    @MArtin: danke für’s einschalten!