kwerfeldein
13. Januar 2008 Lesezeit: ~2 Minuten

5 einzigartige Zitate zur Fotografie

Karten auf den Tisch : Die meisten Zitate über Fotografie, denen ich im Netz begegne sagen mir wenig bis gar nichts. Denn entweder habe ich sie schon zigmal gehört oder ihr Inhalt wirkt auf mich klugscheisserisch oder einfach nur banal. Doch hier und da finde dann doch ein Goldstückchen und das macht es die Suche Wert. Diese Zitate, die ganz selten auftauchen haben die Kraft, mir mit wenigen Worten provokant viel über Fotografie zu sagen. Und 5 dieser Goldstückchen möchte ich Dir heute „servieren“ :

Wer einen Dom zehnmal gesehen hat
, der hat etwas gesehen, wer zehn Dome einmal gesehen hat, der hat nur wenig gesehen, und wer je eine halbe Stunde in hundert Domen verbracht hat, hat gar nichts gesehen. – Sinclair Lewis

Schon in der Anfangszeit, als der Fotograf die Belichtungszeit selbst abmaß
, als in der Dunkelkammer der Entwickler penibel angemischt wurde, um bestimmte Effekte zu erzielen, da wurde manipuliert. Tatsächlich ist jedes Foto von A bis Z eine Fälschung. Ein völlig sachliches, unmanipuliertes Foto ist praktisch nicht möglich. Letzten Endes bleibt es allein eine Frage von Maß und Können. – Edward Steichen

Die Tatsache, dass eine (im konventionellen Sinn) technisch fehlerhafte Fotografie
gefühlsmäßig wirksamer sein kann als ein technisch fehlerloses Bild, wird auf jene schockierend wirken, die naiv genug sind, zu glauben, dass technische Perfektion den wahren Wert eines Fotos ausmacht. – Andreas Feininger

Amateurfotografenverein
: Verein zur gegenseitigen Selbstbewunderung. – Anonymus

Zu all den Dingen, die wir nicht sehen können
, gesellen sich noch die Dinge, die wir nicht sehen wollen, weil wir uns entschieden haben, sie zu ignorieren. Im Augenblick habe ich zum Beispiel beschlossen, das Geräusch meines Atems, das Gefühl des Rings an meinem Finger, den Anblick der Brille direkt auf meiner Nase, ja sogar den der Nase selbst zu ignorieren. Die Blende einer Kamera und die Pupille sind nicht dazu da, Informationen hereinzulassen, sondern dazu, welche auszublenden. Wer je eine Kamera in der Hand hatte weiss, dass zuviel Information einen genauso blind machen kann wie zuwenig. Wenn Sie sich alle neun Sinfonien von Beethoven gleichzeitig anhören wollen, würden Sie nur den Krach hören. – K.C. Cole

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8 Kommentare

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  1. Sehr schöne Sammlung von 5 Zitaten.
    Mein persönlicher Favorit ist Andreas Feininger. Gerade in der heutigen Zeit der Fotocommunitys hat er vollkommen recht. Dort wird meistens zu allererst auf das technisch einwandfreie geachtet. Ein Schnappschuss, der technisch vielleicht nicht immer perfekt ist, dafür aber eine Bildaussage hat, wird in den FCs meistens auf Grund der technischen Mängel bemängelt, leider!

  2. Das erste Zitat beschreibt wunderbar den gegenwärtigen Gemütszustand was mein junges Hobby, die Fotografie betrifft: Die regelmäßige Beschäftigung mit einem fotografischen Thema führt keineswegs zwangsläufig zu einer Verbersserung – geschweige denn einer Perfektionierung – der eigenen Bilder.
    Vielmehr tritt man schnell in einen Kampf mit der allgegenwärtigen Gewöhnung und Abstumpfung ein. Der Blick für „das Besondere” schwindet eher? Wohlmöglich ist das auch die Schattenseite der digitalen Fotografie? Das endlose Abschiessen, das durch die Digitalität für den Amateur erst möglich wurde, ist der Reflexion über das eigene „kreative” Handeln fast abträglich. Der Lerneffekt bleibt aus…?

  3. Blogartikel dazu: fotografr.de » Blog Archive » Sinngemäß zitiert

  4. Interessant finde ich Streichens Aussage zur Bildmanipulation. So habe ich das noch nie betrachtet, aber der Mann hat Recht, obgleich das Wort »Fälschung« etwas zu hart ist in diesem Kontext, wie ich finde.
    Das Zitat zu den Amateurfotografenvereinen finde ich hingegen nicht so gelungen. Selbst wenn dem so ist, dann wüsste ich wirklich nicht, worin sich das von einem Profifotografenverein unterscheinden soll.

  5. Bei den Zitaten sind mir gerade die Bilder von Robert Capa in den Kopf gekommen, als er 1945 die Landung in der Normandie fotografierte. Bei der Entwicklung ist ein Fehler passiert und doch, oder vielleicht gerade deswegen wurden diese Bilder weltberühmt.

  6. Um Gottes Willen, als ob der Feininger wollte, dass man nur noch technische katastrophen abliefert. Immerhin hat er auch mal etwas gesagt, nagel mich nicht auf den Wortlaut fest, dass es manchmla besser wäre, die Größe zu besitzen ein Bild nicht zu machen. Das im Kontext mit dem obigen Feininger Zitat und der Nutzen um Schrott zur Kunst zu machen relativiert sich wieder.