kwerfeldein
05. Dezember 2007 Lesezeit: ~3 Minuten

Umfrage : Stehen wir nun endgültig am Abgrund der Fotografie ?

Dieser einen Frage stehe ich in letzter Zeit in Zeitschriften, Online-Magazinen und Gesprächen unter Fotografen immer wieder gegenüber. Durch die Digitalisierung und vergünstigten Angebote von Kameras hat heutzutage fast jeder Zugang, abzudrücken. Eine ungeheuerliche Bilderflut kreist minütlich durch das World Wide Web und um das Ganze mal ein bisschen greifbar zu machen : Flickr hat seit dem 13.11.07 sage und schreibe 2 Milliarden Fotos online. Es scheint (provokant ausgedrückt), als ob nun jeder kann : Knipsy, Knipsy, Knipsy. Aber verliert durch die grossen Massen die Fotografie an sich an Wert ? Ist das der Untergang der „wahren“ Fotografie ?

Hierzu möchte ich Dich einladen, Deine Meinung kund zu tun, doch vorher werde ich versuchen, beide Seiten etwas zu veranschaulichen.

pro2.jpgAuf der einen Seite ist eben genau die Digitalisierung Grund für viele, sich ernsthaft mit der Fotografie auseinanderzusetzten, welche zu analogen Zeiten schlicht und einfach nicht die nötigen Piepen hätten, um tausende Fotos zu machen – und genau deshalb besser zu werden. Doch jetzt ist sie da, die grosse Chance. Du musst heute nicht mehr jedes Bild entwickeln lassen, um festzustellen, ob es gut oder schlecht geworden ist und kannst somit viel schneller aus Deinen Fehlern lernen. Die Guten kannst Du ja drucken, wenn Du magst. Oder verschenken, denn selbst das entwickeln dauert via DM Drogerie-Markt nur noch Sekunden, ist qualtativ völlig ausreichend für Spassfotos und kostet Dich fast gar nichts mehr. Wer dann ein bisschen weiterdenkt, kann jedes seiner eigenen Bilder „selbst entwickeln“ und dieser Spass ist weder teuer noch unprofessionell. Mittels Raw-Formaten hat jeder, der bisschen drauflegt unzählige Möglichkeiten, seinen Bilder im Nachhinein ein völlig anderes Gesicht zu verleihen – oder einfach zu optimieren.

kontra2.jpg Es gibt so einige, welche sich die guten analogen Zeiten herbeisehnen, in welchen es noch nicht ganz so einfach war, zu fotografieren. Man musste sich schon auskennen mit seiner Kamera, den richtigen Film wissen, die Technik beherrschen – oder sogar selbst mühevoll entwickeln. Heute gibt es den „Automatik“-Modus, da gilt nur noch : Finger drauf und fertig ist das Bild. Gedruckt wird sowieso fast nichts mehr, da es niemand braucht – der Bildschirm ersetzt das Papier. Da fragen sich die Einen oder Andern schon, wo wir da gelandet sind. Gerade dann, wenn mittlerweile mit jedem Handy geschossen wird. Knipsy, Hochladi und Instant-Flicky. „What the …“ höre ich schon durch manche Köpfe schwirren.

Natürlich habe ich mir zu diesem Thema schon meine eigene Meinung gebildet, diese werde ich dennoch jetzt noch nicht kundtun. Anstatt dessen bin ich brennend an Deiner Meinung hierzu interessiert und warte schon gespannt auf Deinen Kommentar. Die Diskussion ist hiermit eröffnet !

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