kwerfeldein
30. November 2007 Lesezeit: ~3 Minuten

Unbeschwerte Fotografie und der rosa Elefant

Unter meinem letzten Artikel „Einfach fotografieren“ fand ich von Uli Linder diesen Kommentar, welchen ich bemerkensewert finde :

Back to the roots, wie man so schön sagt. Auch mal einen Dreck drum kümmern was andere sagen, denn man macht die Bilder in erster linie für sich, oder? Zumindest wir Hobbyfotografen. meine Meinung.

Kennst Du das ?
Du hast Dich gerade voller Enthusiasmus aufgemacht, um wieder fotografieren zu gehen. Die weiten der Natur zum Beispiel. Kaum bist Du an dem Ort der Begierde angekommen, läuft ein innerer Film in Dir ab und bestimmte Fragen steigen Dir in den Kopf. „Was wird Nick zu meinen Bildern sagen ?“ oder : „Werde ich für dieses Bild viele Kommentare bekommen?“ und „Wie würde Olaf das hier in Szene setzen ?“ Diese Gedanken laufen wie ein Loop immer wieder auf und ab und scheinen auch Dein Fotografieren zu beeinflussen.

Hintergründe

Innerlich drehen wir uns in solchen Szenarien um die Erwartungen anderer, welche wir erfüllen und denen wir auch manchmal entsprechen wollen. Und das kann sehr schnell zum Killer der vor Minuten noch so sprudelnden Kreativität werden. Hierbei entsteht eine kräftezehrende Spannung zwischen den Vorstellungen anderer und der Eigenen. Diese auszuhalten macht das Fotografieren innerhalb von Sekunden zu einem wahren Kraftakt. Stress entsteht genau dann, wenn wir ihn eigentlich am wenigsten Gebrauchen können.

Meine Erfahrung

Auch ich kenne diese „Filme“. Da ich selbst dazu neige, es allen recht machen zu wollen ertappe ich mich immer wieder in diesen Gedanken. Schlussendlich bemerke ich meist nach einem Shooting, dass ich es kein bisschen geniessen konnte und viele mehr unter Druck und Lustlosigkeit fotografiert habe. Und dies wirkt sich auch auf die Qualität meiner Bilder aus. Um diese gedanklichen Abläufe früher zu erkennen und damit umzugehen habe ich folge Tricks und Haltungen entwickelt, mit welchen ich recht schnell zu meiner ursprünglichen Kreativität zurückgelangen kann.

the_photographer_by_sp3ci.jpg

Psychologisch gesehen macht es wenig Sinn, Dir selbst zu sagen : „Ich werde mich nicht um die Meinung der anderen drehen“
. Warum ? Weil dies gedanklich nicht funktioniert, und dies möchte ich Dir an folgendem Beispiel erklären. Dabei werde ich Dich auffordern etwas nicht zu tun. Lese dabei den folgenden Satz und schliesse danach für 5 Sekunden die Augen : Denke nicht an einen rosa Elefanten… An was hast Du gedacht ? Natürlich – an den rosa Elefanten. An diesem Versuch wird klar, dass wir niemanden -auch nicht uns selbst – dazu bringen können nicht an etwa zu denken, was in der Aufforderung erwähnt wird. Und wie funktioniert das in unsrem fotospezifischen Fall ? Zum Beispiel so : „Ich möchte heute für mich selbst fotografieren und dabei jede Menge Spass haben“. Klingt schon besser, oder ?

Setze Spass an allererste Stelle. Gerade dann, wenn Du rein als Hobby fotografierst, fotografierst Du in erster Linie für Dich selbst. Es sollte Dir soviel Spass wie möglich machen, hinter der Kamera zu stehen. Hierzu musst Dich dich (so bescheuert es auch klingen mag) entscheiden. Und das wird Dir dabei helfen kreativ und inspiriert zu fotografieren.

Geniesse in vollen Zügen.

Foto:sp3ci

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